Titel: Erdäpfel, ein Mittel die Incrustirungen in Kesseln zu verhüten. Von Hrn. Payen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 10, Nr. XLIII./Miszelle 13 (S. 254)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj010/mi010043_13

Erdäpfel, ein Mittel die Incrustirungen in Kesseln zu verhüten. Von Hrn. Payen.

Bekanntlich werden die Kessel, in welchen man Brunnen-Wasser längere Zeit über kochen muß, vorzüglich in Dampf-Maschinen, mit einer solchen Kruste überzogen, daß nicht bloß das Wasser nicht mehr gehörig leicht erwärmt werden kann, und unnöthiger Weise Brenn-Materiale verbrannt werden muß, sondern daß die Kessel selbst, deren Metall nicht mehr vom Wasser bespült wird, glühend werden, Risse bekommen, und zum größten Verderben der Gebäude und Menschen springen: des Nachtheiles nicht zu erwähnen, der an den Kesseln durch das Ausschlagen dieser Krusten entsteht. Herr Payen fand auf seiner Reise in England (im Jahr 1821), daß man, um allen diesen Nachtheilen vorzubeugen, ungefähr 2/100 des Gewichtes des angewendeten Wassers Erdäpfel daselbst in die Kessel wirft. Die Erdäpfel werden, sobald das Wasser die Temperatur von 100° erreicht, aufgelöst, und bilden eine schleimige Flüßigkeit, welche jedes Theilchen des kalkartigen Niederschlages umhüllt, der aus dem Wasser niederfallt, dadurch dasselbe schlüpfrig macht, so daß es sich nicht anlegen, und auch nicht mit anderen Theilchen verbinden kann. Der ganze Niederschlag wirb also schwebend erhalten, und folgt der Bewegung des Wassers während des Siedens.

Wie so vieles Gute, dankt man auch dieses Mittel dem Zufalle. Einige Arbeiter bei Hrn. Watt's Maschine, die ihre Erdäpfel im Kessel sieden wollten, vergaßen dieselben, und waren erstaunt, als sie 14 Tage darauf, wo sie den Kessel auf die gewöhnliche mühsame Weise reinigen wollten, diese herrliche Wirkung der vergessenen Erdäpfel sahen. Anderes Mehl in den Kessel gethan, wirkt, nach Hrn. Hall's Versicherung, nicht so gut, wie Erdäpfel. (Journal de Pharmacie. Année 8. Nr. 10. S. 471.)

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