Titel: Untersuchung eines Pulvers gegen den Brand im Getreide (poudre anticharbonneuse et végétative). Von Herrn Francois, Apotheker zu Chalons-sur-Marne.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 10, Nr. XLIII./Miszelle 8 (S. 251–252)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj010/mi010043_8

Untersuchung eines Pulvers gegen den Brand im Getreide (poudre anticharbonneuse et végétative). Von Herrn Francois, Apotheker zu Chalons-sur-Marne.

Dieses Pulver kommt in mürben zusammengehäuften Brökchen vor, die sich unter dem Finger leicht zerdrüken lassen. Seine Farbe ist grünlich; es hat keinen Geruch, schmekt metallisch und styptisch, und bläht sich, auf Kohlen gestreut, auf welchen es schmilzt, unter Verbreitung eines sehr deutlichen Geruches von schwefeliger Säure auf.

100 Gramm dieses Pulvers 5 Minuten lang in distillirtem Wasser gekocht, filtrirt, und dann bis zum Häutchen abgeraucht, gaben bei dem Erkalten schwefelsaure Kupfer-Krystalle, und 25 Gramm in siedendem Wasser unauflöslicher Salze. Diese 25 Gramme wurden warmer Hydrochlor-Säure ausgesezt, und eine Viertel-Stunde darauf filtrirt. Auf dem Filtrum blieb ein gelbliches Pulver zurük, das man als Schwefel erkannte, und das 9 Gramm wog. Der von der Hydrochlorsäure aufgelöste Stoff zeigte sich als Eisen. Dieses Pulver besteht also aus

75 Theilen schwefelsaurem Kupfer,
09 Schwefel,
16 Eisen.
––––
100.

Es scheint daher Hrn. Francois zwekmäßiger, schwefelsaures Kupfer allein anzuwenden, dessen Wirksamkeit gegen den Brand im Getreide, der nichts als eine Art von Pilz ist, schon Hr. Bened. Prevost auf unwiderlegbare Weise erwiesen hat. Nach zwölfjähriger Erfahrung dieses Gelehrten reichen 192 Gramm dieser Substanz auf ein Hektolitre Korn zu125).

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Das Verfahren bei der Anwendung ist folgendes: Man gibt das Korn in eine Kufe, schüttet Wasser auf, rührt um, und sezt neues Wasser zu, so daß dieses endlich 6–8 Zoll darüber steht. Hierauf gießt man das, vorläufig in einigen Pinten heißen Wassers aufgelöste, schwefelsaure Kupfer zu, rührt die ganze Masse eine halbe Stunde lang recht stark durch, und nimmt mit einer Weiden-Hürde das Korn ab, das obenauf schwimmt. Nachdem die ganze Masse anderthalb Stunden lang eingeweicht war, gießt man das Wasser ab, und nach 12 Stunden ist das Korn troken genug, um ausgesäet werden zu können, ohne daß man es herausnehmen darf. Die obenauf schwimmenden Körner dürfen dem Geflügel nicht vorgeschüttet werden.

Durch dieses Verfahren vermeldet man alle Nachtheile des Kalkes, und das Korn wird mit keinem Staube bedekt, den man, unter anderem, vorzüglich in den Säken vermeiden muß, in welchen man das Getreide zum Baue führt, da er den Samen jener Pilze enthalten könnte, die den Brand erzeugen. Dieses schwefelsaure Kupfer kostet für ein ganzes Hektolitre Korn nicht 40 Centimen, während eben so viel von obigem Pulver 1 Frank und 50 Centimen kostet. (Aus dem Journal de Pharmacie. Jäner 1823. S. 7. Im Auszuge.)

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1 Gramm ist 16 baier. Apotheker Grane. 1 Hektolitre 5470,847 Wiener Kubik Zolle. A. d. Ueb.

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