Titel: Schrekliche Explosion des Knallpulvers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 10, Nr. XCII./Miszelle 11 (S. 513)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj010/mi010092_11

Schrekliche Explosion des Knallpulvers.

Am 12. Dezember 1820 wurde die ganze Nachbarschaft von Mary-le bone durch eine Explosion erschrekt, welche, in dem Hause des Hrn. Hall, Büchsenmachers, Statt hatte. Hr. Hall verfertigt nämlich die sogenannten Schlaggewehre, welche mittelst Knallpulvers abgefeuert werden. Nur 10 Lothe des Knallpulfers (aus chlorsaurer Pottasche, Kohle und Schwefel) geriethen in Explosion, und diese geringe Menge reichte hin, die beiden Jungen, die mit Verfertigung der Zündpapierchen beschäftigt waren, zu tödten, alle Fenster im Hause einzuschlagen, den steinernen Herd zu zerschmettern, die Deke abwärts durchzuschlagen, und die Thüren aus den Angeln zu reißen. Noch vier andere Lothe dieses Knallpulvers, die in demselben Zimmer sich befanden, blieben unangegriffen von dieser Explosion. (Gill's technic. Repository II. R. N. 6. S. 429208)).

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Wir erinnern uns noch sehr wohl eines ähnlichen Unfalles, der vor einigen Jahren gleichfalls durch eine Explosion des Knallpulvers bei Verfertigung von Zündkerzchen in der Apotheke des Hrn. Tillmez zu München Statt hatte. Möchten, doch einmal unsere Gesetzgeber (die aber, wie es scheint, von den schreklichen Wirkungen des chlorsauren Kali nichts wissen, weil in den Pandekten nichts von denselben vorkommt) die Verfertigung und Verarbeitung des Knallpulvers in Städten, oder überhaupt in der Mitte von Wohngebäuden auf das Schärfste verbieten und verpönen. Ist es nicht lächerlich und einfältig, daß, während man keine Pulvermühle in einem Dorfe duldet, man Fabriken des weit furchtbareren Knallpulvers mitten in den volkreichesten Städten bestehen läßt. A. d. Ueb.

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