Titel: Kaiser Napoleon's Urtheil über den Einfluß der Chemie auf Gewerbe und Handel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 10, Nr. XCII./Miszelle 5 (S. 510–511)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj010/mi010092_5

Kaiser Napoleon's Urtheil über den Einfluß der Chemie auf Gewerbe und Handel.

„Kaiser Napoleon wußte, daß der Gouverneur von St. Helena, Wilks, in der Chemie nicht unterrichtet war, und sprach einst mit demselben über diesen Gegenstand, über die ungeheueren Fortschritte, die diese Wissenschaft in dem gesammten Fabrik- |511| und Manufactur-Wesen veranlaßte. Er sagte, daß England so gut wie Frankreich große Chemiker besizt; daß aber chemische Kenntnisse in Frankreich mehr allgemein verbreitet sind, und dort mehr auf das, was im Leben davon brauchbar ist, angewendet werden; daß in England die Chemie eine Wissenschaft geblieben, in Frankreich aber durchaus ein Gewerbe geworden ist. Der Gouverneur gestand nicht bloß, daß diese Bemerkungen sehr richtig sind, sondern lezte noch hinzu, daß Frankreich diese Vortheile vorzüglich ihm (dem Kaiser) zu verdanken habe. Der Kaiser bemerkte, daß Frankreich zulezt eben so guten und wohlfeilen Zuker aus den Runkel-Rüben wie ehevor aus seinen Colonien erhielt, worüber der Gouverneur erstaunte, und versicherte, daß er has nicht erwartet hätte. Der Kaiser versicherte ihm, daß, ungeachtet aller Vorurtheile dagegen, man es am Ende auch dahin gebracht haben würde, Waid für Indigo zu gebrauchen, und außer den Färbehölzern, beinahe alle Colonial-Produkte entbehren gelernt hätte. Wenn, sagte der Kaiset am Ende dieser Unterredung, die Entdekung des Compasses eine Revolution im Handel hervorbrächte, so war die Chemie nahe daran, eine Gegen-Revolution zu erzeugen. Aus Las Cases Journal in Gill's technical Repository N. 14. S. 142.

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