Titel: Brunton's Verbesserungen an Dampfmaschinen und deren Oefen.
Autor: Brunton, William
Fundstelle: 1823, Band 11, Nr. XLI. (S. 267–277)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj011/ar011041

XLI. Gewisse Verbesserungen an Dampfmaschinen und an den Oefen der Dampfmaschinen, wodurch Ersparung an Feuermaterial erzielt und die Verbrennung des Rauches vollkommener erreicht wird, und worauf Hr. Wilh. Brunton, Mechaniker zu Birmingham in der Grafschaft Warwick, am 29. Jun. 1819. sich ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Arts et Manufactures etc. Mai 1823. N. 252. S. 333.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Die Verbesserungen des Patent-Trägers bestehen: 1tens, in einer Vorrichtung an dem Ofen oder Feuerherde der Dampfmaschine, welchen er kreisförmig gestaltet, und woran er den Rost sich horizontal umdrehen läßt, während die Kohle von Oben herab auf denselben geschüttet wird; 2tens, an dem Stämpel, welchen er oben und unten mit einer Hülle versieht, und innenwendig mit einem Behälter zur Aufnahme des Oeles, Talges, oder irgend einer tauglichen Flüssigkeit oder eines flüssigen Metalles (das bei der Temperatur der Dämpfe flüssig wird) der ringsumher zwischen der oberen und unteren Hülle in freier Verbindung mit dem Werk-Cylinder steht. Dadurch, daß er seinen Feuer-Rost in seiner Ebene sich drehen läßt, ist er im Stande, die Kohlen aus einem Trichter oder aus mehreren Trichtern durch ein Loch oder durch mehrere Löcher in der Deke des Ofens, ununterbrochen oder in geringen Quantitäten und in regelmäßigen Zwischenzeiten, fallen zu lassen, und so gleichförmig und gleichmäßig über der Oberfläche des Feuers zu vertheilen. Durch |268| seinen Stämpel, in welchem der Talg oder irgend eine schikliche Flüssigkeit, oder ein flüssiges Metall in diesem Behälter, in freie und innige Berührung mit dem Werk-Cylinder rings um diesen Stämpel gebracht wird, wird diese Flüssigkeit wirklich ein Theil des Stämpels, und jeder Durchgang des Dampfes (von einer Seite des Stämpels auf die andere) zwischen dem Stämpel und dem Werk-Cylinder wird dadurch verhindert.

Der Herd des Patent-Trägers und sein Stämpel wirken, sammt ihrem Zugehöre, auf folgende Weise: der Herd oder Rost wird von einer verticalen Spindel, die er die Rostspindel nennt, getragen, welche sich um ihre Achse dreht, mit ihrem unteren Ende in der Aschengrube steht, und an ihrem oberen von einer starken Stange gestüzt wird, die in dem Gemäuer der Aschengrube eingemauert ist. Von dem oberen Ende dieser Rostspindel (über der eben erwähnten Stange) laufen zwei oder mehrere Arme aus, die einen starken Ring von Gußeisen führen, den er den Rostring nennt, und der concentrisch mit der Rostspindel ist, so zwar, daß seine Fläche auf diese senkrecht steht. Auf diesen Rostring kommen die Roststangen zu liegen, die den gewöhnlichen ganz ähnlich, aber nach der verschiedenen Stelle, auf welcher sie parallel mit dem Durchmesser desselben und unter sich zu liegen kommen, von verschiedener Länge sind. An der äußeren Kante dieses Rostringes, und ungefähr zwei Zoll unter der oberen Fläche desselben, ist ein anderer Ring von Gußeisen, den er den Mauerring nennt. Die Fläche dieses Ringes, die gleichfalls unter einem rechten Winkel auf die Rostspindel steht, und ungefähr 6 Zoll breit ist, endet sich an ihrem äußeren Durchmesser-Ende in einen senkrechten Ranft, der ungefähr 8 Zoll über die besagte Fläche aufsteigt und auf diese Weise mit. der besagten Fläche und den oberwähnten zwei Zollen des Rostringes ein kreisförmiges Gehäuse für einen Ring von Feuer-Ziegeln rings um den Rost bildet. Diese Feuerziegel müssen so hoch seyn, daß sie ungefähr 6 Zoll über der Oberfläche des Rostes stehen, um das Feuer von der Seite zu stüzen. An der unteren Seite des Rostringes ist ein Ranft oder ein Cylinder (den er den Luftring nennt) aus starkem Eisenbleche; dieser Luftring reicht nach Abwärts ungefähr 4 Zoll in einen kreisförmigen Trog von Gußeisen von gehörigem Durchmesser hinab, und ist in das Mauerwerk der Aschengrube |269| concentrisch mit der Rostspindel eingelassen. Dieser Luftring darf den Boden dieses Troges nicht berühren, sondern bewegt sich in dem Sande, mit welchem dieser Trog gefüllt ist. Der Zwek dieses Luftringes ist, den Durchgang der Luft zwischen dem Rostringe und diesem Troge zu hindern. Das Innere dieses Ofens oder Herdes, welcher, wie gesagt, kreisförmig ist, ist concentrisch mit dem Roste und ungefähr drei Zoll im Durchmesser weiter als die Aussenseite des erwähnten Mauerringes. Die Mauer steigt in diesem Durchmesser von dem Boden des besagten Sandtroges, in welchem der Luftring von dem Rostringe umhergeführt wird, auf, und auf diese Weise entsteht eine Hölung aussen rings um diesen Sandtrog, welche zur Aufnahme des Staubes oder der Asche, die zufällig über die Kaute des Rostes durch den Zwischenraum von 1 1/2 Zoll rings um den Mauerung und den größeren Durchmesser des Ofens hinabfällt, bestimmt ist. An dieser Hölung bringt er an schiklichen Stellen zwei, drei, oder mehrere Oeffnungen in dem Mauerwerke an. und versteht dieselben mit Thürchen, um sie nach Belieben öffnen oder schließen zu können. Diese Oeffnungen haben den doppelten Zwek, die Asche durch dieselben herauszuschaffen, und einen Luftzug von atmosphärischer Luft durch den besagten anderthalb Zoll weiten Zwischenraum über das Feuer hinauf zu veranlassen, um den Rauch in dem Mauerwerks des Ofens (das aus Feuerziegel aufgeführt seyn kann) zu entzünden. Oben auf der Höhe der oberen Fläche des Mauerringes ist eine Oeffnung oder ein Zug angebracht, durch welche die Flamme zu dem Kessel gelangt, und, diesem Zuge gegenüber, bringt er gewöhnlich das Schürloch mit dem Thürchen (welche beide ganz auf die allgemein gebräuchliche Weise eingerichtet sind) zum Anzünden und gelegentlichem Schüren des Feuers an. In der Deke des Ofens, die gleichfalls aus Feuerziegeln seyn kann, läßt er eine Oeffnung oder ein Loch, das er das Speiseloch nennt: dieses Loch ist 5 Zoll weit, und das eine Ende desselben senkrecht über dem Mittelpuncte des Rostes, oder beinahe so, das andere über dem Umfange desselben. Ueber diesem Speiseloche ist die Kohlenbüchse, die er den Fütterer oder Speiser nennt, und die groß genug ist, um die zur Nachfüllung für eine oder für mehrere Stunden nöthige Menge Kohlen zu fassen. Dieser Speiser hat ganz und gar |270| die Form eines gewöhnlichen Trichters in der Mühle, nur daß der Boden desselben länglich ist (die Länge beträgt nämlich den halben Durchmesser des Rostes), und seine Breite ungefähr 4 Zoll mehr als das Fütterungsloch in der Deke, d.h., ungefähr 9 Zoll mißt. Die Oeffnung, durch welche die Kohlen in diesem Fütterer durchfallen, wird von einer der Seiten desselben gebildet, und befindet sich dicht an dem Boden: sie läßt sich mittelst eines Schiebers, den man aufziehen oder niederlassen kann, nach der Größe der Kohlen, d. h, von 2 bis 5 Zoll verengern oder erweitern. Der Boden dieses Speisers ist eine Eisenplatte, die ungefähr 12 Zoll breiter ist als die untere Oeffnung desselben, und neigt sich mit einem Abfalle von 1 auf 6 gegen jene Seite, auf welcher die Oeffnung sich befindet, durch welche die Kohlen durchfallen; und in eben derselben Richtung hat eine abwechselnde Bewegung auf einem Stifte statt, welcher an jenem Ende des Bodens des Speisers befestigt ist, das sich zunächst an dem Mittelpunkte des Rostes befindet (d.h. der Zapfen ist gerade über oder beinahe gerade über dem Mittelpuncte des Rostes), durch welche abwechselnde Bewegung die Kohle, welche auf dem Boden des Speisers ruht (d.h. auf jener eisernen Platte, welcher die abwechselnde Bewegung mitgetheilt wird) durch obige Oeffnung in der Veite des Speisers durchfällt, und über die untere Kante dieser Platte durch das Speiseloch hinabgestürzt wird. Auf diese Weise wird, da der Rost sich durch die von der Maschine erhaltene Kraft, oder durch irgend eine andere dreht, das Feuermaterial gleichförmig über die ganze Oberfläche des Rostes verbreitet. Um zu hindern, daß keine Luft durch das Speiseloch in den Ofen gelangt, verbindet er den Speiser mit der Deke des Ofens mittelst einer Büchse, welche den unteren Theil des Speisers mit seiner beweglichen Boden-Platte einschließt, und macht ein Loch durch die Seite dieser Büchse, das groß genug ist, um eine Stange durchzulassen, durch welche die besagte Wechselbewegung mitgetheilt wird, indem sie mit der Maschine oder mit irgend einer anderen Kraft in Verbindung steht. An der oberen Kante oder an der Mündung des Speisers bringt er eine horizontale Rinne an, in welcher Wasser oder Sand enthalten ist, und in welcher ein von der unteren Seite des Dekels des Speisers hervorstehender Ranft |271| aufgenommen, und aller Durchgang der Luft nach Abwärts durch die Zwischenräume der Kohle verhindert wird. Dieser Dekel ist so aufgehängt, daß er sich leicht entfernen oder abnehmen läßt, wenn der Speiser mit Kohlen gefüllt werden soll.

Kein geübter Mechaniker wird eine Schwierigkeit finden können, die Rostspindel mit der Maschine so zu verbinden, daß sie sich um ihre Achse dreht, und dem Roste die verlangte Bewegung mittheilt. Die Geschwindigkeit, welche, er an dem Roste wünscht, ist diese, daß sich derselbe, wenn er 5 Fuß im Durchmesser hat, in ungefähr 6 Minuten einmal dreht, und so im Verhältnisse bei jedem anderen Durchmesser, und bei der davon abzuleitenden Kraft zur Erzeugung der Wechselbewegung für den geneigten beweglichen Boden des Speisers. Der Patent-Träger beschreibt hiezu noch ein eigenes Verfahren. An der Spindel des Rostes wird, in irgend einer schiklichen Höhe über ihrem unteren Ende, ein Sternrad von beinahe gleicher Größe mit dem Roste angebracht, welches von einem Triebstoke auf einer anderen senkrechten Spindel getrieben wird, den die Maschine oder irgend eine andere schikliche Kraft treibt: wo es nöthig wäre, kann auch noch ein anderes Rad zwischen dem Sternrade und dem Triebstoke angebracht, und die Zahl der Zahne desselben der verlangten Geschwindigkeit angepaßt werden. Auf der lezt erwähnten senkrechten Spindel muß man einen oder mehrere Däumlinge oder excentrische Krummen anbringen, welche, wenn sie durch die Umdrehungen dieser Spindel herumgeführt werden, gegen einen Hebel wirken, der mit dem Schieber am Boden des Speisers verbunden ist, und denselben in einer Richtung bewegt, während er zugleich ein damit verbundenes Gewicht in die Höhe zieht, das schwer genug ist, um diesen Schieber in entgegengesezter Richtung zurük zu ziehen, so bald die Däumlinge aufhören, auf diesen Hebel zu wirken. Das bloße Rütteln des Speisers, von welchem hier die Rede war, ist leine neue Erfindung. Um die Menge der Kohlen zu bestimmen, die bei jeder Bewegung des Schiebers am Boden des Speisers eingelassen wird, muß dieser Hebel abfallen, oder gegen einen Keil wirken, welcher, indem er sich der Länge nach bewegt, den Raum, welchen dieser Schieber durchläuft, vergrößern oder verkleinern wird. Dieser Keil kann an dem gewöhnlichen Dampf- Regulator |272| der Dampfmaschine so angebracht werden, daß, wie der Druk des Dampfes zunimmt, weniger Kohlen aus dem Speiser auf den Rost fallen, und umgekehrt. Auf dieser Rostspindel bringt er, über obbemeld' tem Sternrade und auf demselben ruhend, eine kreisförmige eiserne Platte an, die etwas größer als der Rost ist. Auf diese Platte fällt die Asche, und wird durch die Bewegung derselben gegen eine excentrische Eisenstange getrieben, welche an der Seite der Aschengrube befestigt ist, und diese Asche von der Oberfläche der Platte in eine Kiste oder Pfanne kehrt, in welcher sie ohne alles Schaufeln weggeschafft werden kann. Diese Kiste oder Pfanne wird vorzüglich dorr sehr nüzlich, wo die Aschengrube zu tief ist, um mittelst der Schaufel auf eine bequeme Weise ausgeleert werden zu können. Bei einem solchen Ofen mit einem sich drehenden Roste und bei einem solchen Speiser können die kleinsten Kohlen gebraucht werden, und Stüke, die größer sind, als daß sie in jeder Richtung durch einen Ring von 4 Zoll im Durchmesser fallen können, müssen ehevor zerschlagen werden, ehe man sie in den Speiser thut.

Der Patent-Träger baut die Seiten und die Deke seines verbesserten Ofens aus Feuerziegeln; wo dieser Ofen aber zur Dampf-Erzeugung benüzt wird, und durch diesen Dampf nur ein Druk von 8 Pfund auf den Quadrat-Zoll erzeugt werden soll, zieht er ein Gefäß vor, daß er den Supplementar-Kessel nennt, und dessen Boden er so einrichtet, daß er die Seiten und das Gewölbe über den Herd bildet. Durch den senkrechten Theil dieses Kessels, d.h., durch jenen Theil, welcher die Seite des Feuerherdes bildet, bringt er eine Oeffnung für das Schürloch an, und durch jenen Theil, welcher sich über dem Roste befindet, breitet er das Speiseloch des obenerwähnten Speisers oder Trichters. Von diesem Supplementar-Kessel läßt er ungefähr zwei Drittel des Umfanges sich so enden, daß er eine Gestalt erhält, welche sich zur Vereinigung mit dem Hauptkessel am beßten schikt, und nach der Form dieses Hauptkessels eingerichtet werden muß. Durch dieselbe stellt er eine Verbindung zwischen dem Wasser der beiden Kessel her, und vereinigt sie oben mittelst einer Dampfröhre zur Unterhaltung des Gleichgewichtes des Drukes. Wo er diesen Ofen aber an einem Kessel zur |273| Dumpferzeugung für hohen Druk anbringt, baut er den Supplementar-Kessel aus Röhren von geschlagenem Eisen oder aus Gußeisen, und sezt die Wände wie das Gewölbe seines Ofens, aus solchen (mit dem Haupt-Kessel in Verbindung stehenden) Röhren zusammen, die er mit hinlänglichem Mauerwerke stüzt. In dem Zwischenraume zwischen zwei solchen Röhren bringt er in gehöriger Entfernung von jeder derselben, das Speiseloch für die aus dem Speiser zugeführten Kohlen an.

Der Stämpel, sammt Zugehör, der den Durchgang des Dampfes zwischen ihm und dem Cylinder hindern soll, und den er seinen Doppel-Stämpel nennt, er mag übrigens für eine einfache oder für eine doppelte Maschine bestimmt seyn, besteht aus einem oberen und aus einem unterem Theile, welche Theile er den oberen und den unteren Stämpel nennt. Wir wollen jezt den oberen Stämpel einer Doppel-Maschine dem gewöhnlichen Stämpel ähnlich sezen. An der unteren Seite desselben ist der untere Stämpel, auf eine ähnliche Weise umhüllt, angebracht. Mittelst dieses unteren Stämpels bildet er einen Behälter für irgend eine brauchbare Flüssigkeit, wie geschmolzenen Talg, Queksilber, oder, was er vorzieht, ein Metallgemenge welches bei 212° (F +80° R) schmilzt, und flüssig bleibt. In diesen Behälter bleibt der obere Stämpel stets eingesenkt, jedoch daß sein Umfang den des unteren Stämpels weder erreicht noch berührt, und ein Raum zwischen beiden rings umher übrig bleibt, welcher der in dem Behälter enthaltenen Flüssigkeit gestattet, frei in den umgebenden Werk-Cylinder überzutreten, so daß kein Dampf weder aufwärts noch abwärts um den Stämpel durchdringen kann, so lang irgend etwas von der besagten Flüssigkeit in dem Cylinder bleibt.

Fig. 21 zeigt den Bau dieses Doppel-Cylinders für eine Doppelmaschine.

AA, ist ein Durchschnitt des oberen Stämpels.

BB, ist sein Dekel oder Ring,

CC, ist ein Durchschnitt des unteren Stämpels.

D, der Ring desselben.

E, die Hülle oder Fassung des oberen Stämpels.

F, die Hülle detto Fassung des unteren Stämpels.

|274|

GG, ist der Behälter, welcher die Flüssigkeit enthält, die den Durchgang des Dampfes hindern soll.

H, ist die kreisförmige Oeffnung, welche der Flüssigkeit gestattet, mit dem Cylinder rings um den doppelten Stämpel in Berührung zu kommen.

Durch den unteren Stämpel macht er ein Loch a, oder mehrere Löcher, welche mir dem besagten Behälter über der Oberfläche der besagten Flüssigkeit in Verbindung stehen, und weit genug sind, um dem Dampfe freien Zutritt zu gestatten, und zwar in solcher Menge, daß dadurch die untere Seite des unteren Stämpels und der Behälter im Gleichgewicht erhalten wird. Bei diesem Stande hat die Flüssigkeit in dem Behälter kein anderes Streben an der Seite des unteren Stämpels durchzudringen, als ihre eigene Schwere. Während der ganze oder doppelte Stämpel aufsteigt, hat der Dampf, der auf die Oberfläche der Flüssigkeit in dem besagten Behälter wirkt, die Tendenz, einen Theil desselben jenseits des doppelten Stämpels in den leeren, d.i., oberen Theil des Stämpels über dem doppelten Cylinder zu treiben; und, während der besagte doppelte Stämpel niedersteigt, ist die, über demselben befindliche, Flüssigkeit, oder ein Theil derselben, durch die Kraft des Dampfes nach Abwärts, jenseits des oberen Stämpels in den besagten Behälter zurükgekehrt. Damit aber jeder Theil dieser Flüssigkeit, der zwischen dem Cylinder und dem unteren Stämpel nach Abwärts durchgeht, gesammelt und in den besagten Behälter zurükgeführt werden kann, bringt er eine Furche oder eine Rinne, bb, rings um dem Boden an (welche er aber nicht als seine Erfindung in Anspruch nimmt), und verbindet mit derselben, mittelst eines Hahnes oder einer Klappe, c, die er die Unter-Klappe (under fluid valve) nennt, ein Gefäß, d, von hinlänglicher Weite, ungefähr 3-400 Cubiczoll, mehr oder minder nach der Größe der Maschine, welches Gefäß er den Behälter nennt, und in ein anderes äußeres Gefäß, ee, einschließt, das eigentlich ein Dampfgehäuse ist, indem es immer mit Dampf gefüllt wird, damit er die erwähnte leichtflüssige Metall-Composition, die der Patent-Träger dem Talge und jeder anderen Flüssigkeit vorzieht, während sie in dem Behälter, d, gesammelt oder aufbewahrt wird, flüssig erhält. Oben an diesem Behälter befestigt er eine |275| Röhre mit einer Dampfklappe oder mit einem Hahne, f, welche Röhre sich mit ihrem oberen Ende in den Dampftheil des Kessels endet, und aus dem Inneren des Behälters steigt eine Röhre, il, auf, welche mit einer Klappe, oder mit einem Hahne, g, versehen ist, die er die Ober-Klappe nennt (upper fluid valve). Die untere Mündung, i, dieser Röhre steht so nahe an dem Boden des Behälters, daß sie nicht mehr Raum läßt, als nöthig ist, das sie umgebende flüssige Metall in sie eindringen zu lassen, wenn es von dem Dampfe gedrükt wird, der in dieser Hinsicht durch die Klappe oder den Hahn, f, eingelassen wird; die obere Mündung öffnet sich in den Cylinder der Maschine über dem Stämpel. Auch diese Röhre ist mit einem Dampfgehäuse umgeben, um jedes Erstarren des flüssigen Mettalles während seines Durchganges aus dem Behälter in den Werk-Cylinder über dem Stämpel zu hindern. Während der Operation ist die Unter-Klappe, c, offen, damit die Flüssigkeit aus der Rinne, bb, in den Behälter, d, gelangen kann, und während die Flüssigkeit sich so in dem Behälter sammelt, werden die zwei anderen Klappen oder Hähne f und g, geschlossen. Wenn aber die Flüssigkeit aus dem Behälter gehoben und in den Werk-Cylinder gebracht werden soll, wird die Unter-Klappe, c, geschlossen, und die Dampfklappe, f, und die Ober-Klappe, g, geöffnet. Der Dampf der stuf diese Weise auf die Oberfläche der Flüssigkeit in dem Behälter wirkt, treibt sie durch die aufsteigende Röhre, ih, hinauf, aus welcher sie sich durch die obere Oeffnung, h, oben bei dem doppelten Stämpel entleert. Wenn die Flüssigkeit auf diese Weise aus dem Behälter über die obere Fläche des Doppel-Stämpels gekommen ist, muß die Ober-Mappe, g, und die Dampfklappe, f, wieder geschlossen werden, und die Unter-Klappe wird wieder geöffnet, damit die Flüssigkeit, welche durch den Stämpel geht, wieder in dem Behälter gesammelt werden kann. Wo der Werk-Cylinder zu hoch ist, als daß der Druk des Dampfes die Flüssigkeit heben könnte, bringt er noch zwei oder mehrere Abtheilungen des eben beschriebenen Druk-Apparates an, welche so eingerichtet und verbunden sind, daß die Flüssigkeit absazweise nach und nach bis zur gehörigen Höhe aufgetrieben und auf die angegebene Weise in den Werk-Cylinder entleert werden kann. Die Klappen, durch welche das Metall |276| durchgeht, werden am beßten aus Eisen gemacht. Die Dampfklappe kann aber aus Messing seyn, und die Klappen für die Flüssigkeit können mit den Klappen für den Dampf auf die bekannte Weise mittelst Hebel verbunden werden, so daß durch einen Druk mit der Hand alle Hähne oder Klappen so gedreht werden, wie es der Gang der Operation erfodert. Wenn man diesen Druk-Apparat nicht gebrauchen will, kann dieser verbesserte Stämpel durch den Arbeiter, der die Maschine zu bedienen hat, in gehöriger Thätigkeit erhalten werden, indem derselbe gelegentlich das flüssige in dem Behälter gesammelte Metall abzieht, und mittelst eines Trichters und Hahnes in dem Dekel des Werk-Cylinders einschüttet.

Wo dieser doppelte Stämpel bei einer einfachen Maschine angewendet wird, bleiben alle Theile wesentlich dieselben, wie bei einer doppelten Maschine, nur mit dem Unterschiede, daß der obere Stämpel so gebildet ist, daß der Behälter ungefähr drei Zoll höher als der obere Theil des Hüllen-Ringes oder der Dekel des oberen Stämpels ist (siehe Fig. 22). Durch den oberen Stämpel geht eine Oeffnung, k, oder mehrere solche Löcher, wodurch ein Theil der Flüssigkeit in dem Behälter (wenn dieser voll ist) oben auf die Hülle des oberen Stämpels fließt, während der Doppelstämpel aufsteigt, oder im Gleichgewichte ist. Auf oder in jeder dieser Oeffnungen bringt er eine oder mehrere Klappen an (Siehe Fig. 22), damit die Flüssigkeit aus dem Behälter ausfliesten, nicht aber in denselben zurükkehren kann. Die auf diese Weise oben auf dem ganzen Stämpel verbreitete Flüssigkeit hindert den Durchgang des Dampfes nach Abwärts, und was immer von dieser Flüssigkeit jenseits des Stämpels kommt, findet seinen Weg in den Behälter, aus welchem es von Zeit zu Zeit entweder auf obige Weise über den Cylinder aufgetrieben oder mit der Hand aufgegossen wird.

Sowohl bei doppelten als bei einfachen Maschinen muß der obere und der untere Stämpel unter sich und mit der Stämpelstange, r, concentrisch seyn. Um diese Concentricität zu bewirken , befestigt er gewöhnlich die Stämpelstange an den unteren Stämpel auf die gewöhnliche Weise, paßt den oberen Stämpel auf den unteren mittelst eines gut abgedrehten Grund-Gefüges, und befestigt beide mit starken Schrauben, wodurch |277| er nöthigen Falles den oberen Stämpel abnehmen kann, um dem unteren eine neue Hülle zu geben. Er bringt auch zuweilen an der Kante des Ringes oder Dekels des oberen Stämpels eine Furche, oder kreisförmige Höhle, n, an, um die Flüssigkeit an der Seite des Cylinders zu halten, was aber eben nicht durchaus nochwendig ist; denn, da der obere Theil des Stämpels etwas kegelförmig ist, so strebt die Flüssigkeit von selbst gegen den Umfang. Es ist rathsam, irgend einen passenden Behälter auch mit der Auszugsrohre zu verbinden, damit alles flüssige Metall, welches zufälliger Weise durchlaufen möchte, erhalten werden kann.

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