Titel: Ueber das an Kohlengas-Retorten gebildete Reißblei
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 11, Nr. XIV ./Miszelle 11 (S. 117)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj011/mi011014_11

Ueber das an Kohlengas-Retorten gebildete Reißblei

theilt der hochw. Hr. J. J. Conybeare in den Annals of Philosophy N. 25. S. 50 u. f. einige sehr interessante Beobachtungen und Vermuthungen, die Bildung desselben betreffend, mit. Wir wollen leztere einstweilen dahin gestellt seyn lassen, und bemerken bloß, daß, nach seinen Erfahrungen, in 18 Monaten eine Retorte aus Gußeisen bei den Kohlengas-Fabriken durchbrennt, und an den durchgebrannten Stellen überoxidirtes Eisen zeigt, an dem Boden aber gewöhnlich mit einer vier Zoll diken Lage von Reißblei bedekt ist, welche Lage gegen die Mündung der Retorte hin immer dünner wird, und daselbst mit Ruß gemengt ist. Er fand in einigen Versuchen, daß dieses Reißblei nur selten 9 pr. Cent. Eisen enthält, die Berthollet in dem natürlichen gediegenen Reißblei fand. Dieses Reißblei ist so, wie es an der Retorte vorkommt, zu hart und zu wenig zusammenhangend, um als Bleistift dienen zu können, könnte aber, fein gepülvert und geschlämmt, allerdings dazu verwendet werden. Es läßt sich zum Ueberziehen der Hausgeräthe, Oefen etc. so gut, wie das gewöhnliche Reißblei benüzen, nur hat es weniger Glanz und Schimmer. Es dient sehr gut als Ueberzug an den gewöhnlichen Streichriemen, an Räderwerken zur Verminderung der Reibung, und wird hoffentlich eben so gut zu Schmelztiegeln, Ofenherden etc. dienen, zu welchen man in England zu wenig Reißblei zusezt. In England kommt das natürliche gegrabene Reißblei auf 2 Shillings das ℔, und ist nicht selten mit glimmerartigem Hämatit, der bei Bovey Tracey bricht, verfälscht. (Man vergleiche hiemit einen Artikel über die Scheidung des Reißbleies vom Gußeisen in demselben. Hefte G. 75).

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