Titel: neue Methode zum Gusse oder zur Verfertigung der Grundlagen von Pfeilern, Wände, Deken, Bogen, Säulen, Pilaster und anderer Verzierungen an Gebäuden, unmittelbar an Ort und Stelle, ertheilen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 11, Nr. XIV ./Miszelle 13 (S. 118)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj011/mi011014_13

neue Methode zum Gusse oder zur Verfertigung der Grundlagen von Pfeilern, Wände, Deken, Bogen, Säulen, Pilaster und anderer Verzierungen an Gebäuden, unmittelbar an Ort und Stelle, ertheilen.

Der Patent-Träger bedient sich hiezu hölzerner oder metallener Model nach Form und Größe der anzubringenden Verzierungen, befestigt diese Model an Ort und Stelle, wo die Verzierung angebracht werden soll, und verstreicht sie an allen jenen Stellen, wo die anzuwendende Composition durchsikern könnte, mit Putty. Man muß so wenig Model anwenden, als möglich, und, wie ein Theil der Verzierung fertig ist, den vorigen Model weiter rüken, bis das ganze Werk fertig ist. Wo man eine kreisförmige Deke oder einen Bogen anzulegen hat, muß das Werk in parallele Felder getheilt werden, die von einem Ende zum anderen laufen, und die Model müssen vorgerükt werden, so wie die Masse verhärtet. Bei Kuppeln oder sphärischen Deken werden die Felder mit eisernen Rippen angelegt, und wie die Masse dicht und fest wird, der mittlere Model weggenommen, und in dem anstossenden Felde in fortgesezter Richtung der Zeichnung angebracht. Wo man Gyps (plaster of Paris) anwendet, werden die Model innenwendig mit Fett oder Oel bestrichen, um das Ankleben der Masse zu hindern, wo aber eine schnell troknende Masse genommen wird, wird der Model innenwendig mit feiner Leinwand, mit Papier, oder mit dünnem, warm aufgetragenem, aber vorher noch in dem Model abgekühlten, Leime bestrichen.

„Diese Säulen und Verzierungen werden aus harten und dauerhaften Materialien gebildet, welche man in einen Kalkkitt einbettet, der sich schnell sezt, erhärtet und nicht springt; wie römischer Kitt, Dobb's Patent Kitt, wem britischer Kitt, Loriot's Mörtel-Composition, und gebrannter Gyps (plaster of Paris). Bei nassen Lagen nehme ich einen Kitt, der sich schnell sezt und unter dem Wasser erhärtet; für äußere Bekleidungen einen solchen, der der Witterung zu widerstehen vermag, für Deken, Cornischen etc. die eine schöne Oberfläche erhalten müssen, rühre ich so schnell als möglich etwas Gyps mit Wasser zur Rahmdike an, und trage alsogleich eine dünne Lage hievon mittelst eines weichen Pinsels auf den Model auf, und auf diese Lage bringe ich mittlst der Kelle eine andere etwas dikere von Gyps, der unterdessen zur Mörteldike mit Wasser angerührt wurde, und fülle hierauf augenbliklich den Körper mit Kitt, in welchem ich Dachziegel oder vierekige Steine in regelmäßiger Ordnung anbringe, oder Ziegel, Dachziegel, Steine, reinen gewaschenen Schutt, Ballast, Schindeln oder andere harte und dauerhafte Materialien einführe.“

Nachdem diese und andere harte Substanzen in der Form des aufzuführenden Werkes zu Massen zusammengestampft wurden, wird der Kitt flüssig zwischen dieselben eingegossen, so daß sie dann eine dichte und feste Masse bilden. Ist ein Pfeiler unter Wasser zu errichten, so wird der Kitt durch Röhren dort hingeleitet, wo er angewendet werden soll. (Aus demselben Journal S. 60 im Auszuge.)

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