Titel: irdene oder Steingut-Retorten vor dem Springen zu verwahren und dieselben zu verstreichen, wenn sie gesprungen sind,
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 11, Nr. XXXIX./Miszelle 16 (S. 250–251)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj011/mi011039_16

irdene oder Steingut-Retorten vor dem Springen zu verwahren und dieselben zu verstreichen, wenn sie gesprungen sind,

bereite ich, nachdem die Retorten mit dem zu destillirenden Körper gefüllt sind, einen dünnen Teig aus gewöhnlichem Leinöle und gelöschtem Kalke, welche beide ich genau durcheinander menge, und so vollkommen plastisch mache, daß der Teig sich leicht austragen läßt. Mit diesem Teige überziehe ich nun mittelst eines Anstreicher-Pinsels die ganze Retorte bis auf denjenigen Theil, der in die Vorlage gestekt wird. In zwei bis drei Lagen wird diese Bekleidung vollkommen troken und die Retorte sodann zum Gebrauche fertig seyn.

Wie diesem Ueberzuge habe ich meine Steingut-Retorten mehrere Jahre |251| lang ohne allen Sprung erhalten, obschon ich sie öfters 4-5 mal im Feuer hatte; ich überzog sie aber jedesmal wieder frisch mit demselben, so oft ich sie wieder frisch füllte. Ehe ich mich dieser Bekleidung bei meinen Retorten bediente, war es ein bloßer Zufall, wenn sie während der Arbeit nicht sprangen, wodurch ich öfters nicht geringen Schaden erlitt.

Wenn die Retorten während der Operation einen Sprung bekommen sollten, so bestreicht man sie an der gesprungenen Stelle etwas diker mit obiger Mischung, und streut etwas gelöschten Kalk auf. Hiedurch wird der Sprung alsogleich verstopft, und läßt nichts von dem zu destillirenden Stoffe durch: selbst der so feine und durchdringende Phosphor wird nicht durchschlagen. Man kann diese Masse ohne alle Gefahr selbst dann auftragen, wenn die Retorte roth glühend ist.

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