Titel: Alkanet , als Prüfungs-Mittel auf Säuren und Alkalien, statt Lakmus oder Curcuma. Von Rob. Hare, M. Dr. Prof. d. Chemie an der Universität von Pennsylvania.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 11, Nr. XXXIX./Miszelle 24 (S. 252–253)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj011/mi011039_24
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Alkanet110) , als Prüfungs-Mittel auf Säuren und Alkalien, statt Lakmus oder Curcuma. Von Rob. Hare, M. Dr. Prof. d. Chemie an der Universität von Pennsylvania.

„Ich hatte einige Alkanna-Wurzeln mit Alkohol übergossen, und wunderte mich nicht wenig, den Aufguß blau, statt roth, zu finden. Bald erinnerte ich mich aber, daß dieser Alkohol über Pottasche stand, und nahm hierauf reinen, wodurch ich eine rothe Tinctur erhielt, die aber auch nur ein Tröpfchen Alkali brauchte, um dadurch blau zu werden.“

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„Ich habe in unseren Compendien der Chemie nie etwas über dieses Phänomen gefunden, selbst nicht in Acktn' s und Ure's Wörterbüchern unter dem Artikel Alkanet;“ sondern fand im Gegentheile die Behauptung wiederholt, daß Säuren blaue Pflanzensäfte roth, und Alkalien dieselben grün färben. Nun wird aber Alfanet durch Alkali blau, und Lakmus durch Alkali nicht grün, was nicht mit obiger Behauptung stimmt, um so mehr, als die Lakmus-Farbe durch Alkali entwikelt wird.“

„Man kann die Wurzeln der Alkanna statt des Lakmus brauchen. Sie erzeugen dieselben Phänomene, nur in umgekehrter Ordnung. Der Alkanna-Aufguß muß erst durch Alkali blau, und dann durch Sauren roth gemacht werden; statt, daß der Lakmus erst geröthet, und dann mit Alkali blau gemacht werden muß, so daß, wie eines ein indirectes Prüfungs-Mittel auf Alkalien, das andere ein indirektes Prüfungs-Mittel auf Säuren ist. Wo man den Alkanet-Aufguß in dieser Hinsicht blau macht, muß man so wenig Alkali als möglich nehmen, indem man dann sehr wenig Säure nöthig haben wird, um ihn wieder roth zu färben.“ (Aus Silliman's American Journal of Sciences et Arts; in Gill's technical Repository. März 1823. S. 160.)

Es ist sehr zu bedauren, daß der botanische Name der Pflanze nicht angegeben ist, von welcher dieser Alkanet herkömmt; |253| denn unter dem Namen Alkanna kommt die Lawsonia inermis (die eigentliche Alhenna), die Anchusa tinctoria und virginica, sogar Lithospermum arvense und fruticosum vor. Man weiß also hier durchaus nicht, woran man ist. Möchten doch diejenigen, die über einen Genstand, der aus dem Pflanzenreiche hergekommen ist, nur so viel Botanik verstehen, daß sie wüßten, daß man nichts weiß, wenn man nicht den botanischen Namen der Pflanze weiß. A. d. Ueb.

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