Titel: Ueber das Zusammenlöthen des Eisenbleches mit Gußeisen und über eine ganz vorzügliche Bereitung des Borax zum Löthen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 11, Nr. XXXIX./Miszelle 8 (S. 246–247)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj011/mi011039_8

Ueber das Zusammenlöthen des Eisenbleches mit Gußeisen und über eine ganz vorzügliche Bereitung des Borax zum Löthen.

Wir haben im I. Bande unseres Repository, S. 432, ( Polytechn. Journ. B. 10 S. 114) eine Methode angegeben, milden Guß-Stahl mit Gußeisen, gepülvert, zusammen zu löthen. Wir haben zeither noch einige andere Umstände in Bezug auf dieses Löthen kennen gelernt, und beeilen uns, dieselben unseren Lesern mitzutheilen.

Wir sahen neulich verschiedene walzenförmige Röhren aus dünnem Eisenbleche von Birmingham, die, wie man uns sagte, von einigen Amerikanern daselbst an ihren Kanten zusammengeschweißt wurden. Nun können wir kaum glauben, daß es möglich ist, dünne Eisenblech-Röhren zusammen zu schweissen, ohne die Form derselben gänzlich zu zerstören, was an diesen Röhren nicht der Fall war, und so vermuthen wir, daß sie bloß zusammengelöthet waren.

Hr. Jak. Perkins versicherte einen unserer Freunde, daß man Eisen mit den Feilspänen von weichem Gußeisen mittelst Borax, der seines Krystallisationswassers beraubt ist, und Salmiak zusammen löthen kann.

Solcher Borax wird aber gewöhnlich zu Borax-Glas geschmolzen, das sich nur mit Mühe pülvern läßt. Gellert hatte indessen schon früher in seiner „metallurgischen Chemie“ folgende treffliche Methode zur Befreiung des Borax von seinem Krystallisations-Wasser empfohlen. Er sagt, daß Borax ehe er in den Fluß kommt, immer, wie bekannt, gewaltig aufschäumt, und in dem Gefässe, wenn dieses nicht sehr weit ist, überlauft. Um diesem Nachtheile vorzubeugen, räth er, den Borax nur sachte zu erhizen, so daß der Tiegel nicht roth glühend wird, wo dann der Borax kochen, langsam aufschäumen und eine trokene, feine, weiße Substanz bilden wird, die sich leicht zwischen den Fingern zu Pulver reiben läßt. Dieser getroknete und gepülverte Borax hat alle guten Eigenschaften des dichten, und gewährt noch den Vortheil, daß er sich nicht so stark wie gewöhnlich aufbläht.

Die Theile, die zusammen gelöthet werden sollen, müssen vorher gescheuert , und von allem Roste, wie von allen Schuppen, befreit, dann mit Salmiak-Auflösung befeuchtet und gehörig übereinander gelegt werden; um sie in ihrer Lage zu befestigen, müssen sie mit Binde-Draht gebunden und vielleicht selbst geklammert werden. Man rührt hierauf gepulverten Borax und Eisenfeile mit Wasser zu einem diken Breie an, und trägt diesen innenwendig längs der Verbindung der Röhre auf, welche so lang in Flammen-Feuer gehizt werden muß, bis das Gußeisen schmilzt. Es wird gut seyn, wenn man, ehe man nach dem Scheuern die Theile zusammenlegt, an einer Kante des Eisenbleches der ganzen Länge nach hin eine Schulter oder eine Vertiefung anbringt, so breit als der Ueberschlag des anstossenden Theiles sie fodert, indem dadurch dem Uebereinanderglitschen bei dem Löthen vorgebeugt wird, und dieselbe nachher leicht durch das Planiren weggeschafft werden kann.

Diese Röhren waren offenbar bedeutend stark gehizt, denn sie waren alle mit einer diken schwarzen Schuppe bedekt; die Zusammenfügung war indessen vollkommen, und man sah keine Spur eines Hammers, die man wahrgenommen haben müßte, wenn sie hätten geschweißt werden können.

Das Eisenblech, aus welchem diese Röhren gemacht wurden, war nicht |247| mehr als 1/32 dik; die Röhren waren ungefähr 5 Zoll lang, und hatten 4 Zoll im Durchmesser; und der Ueberschlag des Eisens an der Stelle der Zusammenfügung betrug in der Breite ungefähr 3/8 Zoll. (Von Hrn. Gill in dessen Technical Repository N. 14. S. 110.)

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