Titel: Ueber Pottasche und schwarze Seife. (Aus einem Schreiben an den Herausgeber).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 11, Nr. LXXX./Miszelle 3 (S. 502–503)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj011/mi011080_3
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Ueber Pottasche und schwarze Seife. (Aus einem Schreiben an den Herausgeber).

Pottasche ist, wie Sie wissen, ein Hauptartikel, den Baiern erzeugt und ausführt; würden Sie aber sehen wie fehlerhaft sie bereitet wird, so müßten Sie gewiß erstaunen. Man stellt 6 Aschenstühle nebeneinander, über gießt sie auf einmal mit kochender Lauge die höchstens 1 p. C. Kali hält, und benuzt die Lauge so lange, als sie noch dem Gefühle nach fettig ist.

Die sämmtlichen Laugen werden nun eingekocht, sie halten etwa 6 bis 10 p. C. Kali, das Kochen ist in 3 Tagen beendigt. – Nun denken Sie den Zeit- und Holzaufwand, dabei den großen Gehalt an schwefelsaurem Kali der mit entsteht. – In meinen Fabriken erhalte ich viel Asche, die ich selbst versiede, ich siede in 10 Stunden hart, gieße die schwache Lauge kalt so lange auf frische Asche, bis sie nicht mehr viel auflösen kann, und etwa 40 bis 50 p. C. hält, was ich mit der Dichtigkeitswage ausmittle, und erhalte so eine sehr reine Pottasche mit wenigen Kosten. Die Laugen werden bei mir in 3 bis 4 Qualitäten gesondert, und ein Mann verrichtet das Ganze sehr bequem, ich brauche wenig Holz und sehr wenig Wasser.

Eine recht einfache Belehrung unseren Landleuten (Pottaschensiedern) in die Hände geliefert, dabei von der Regierung das fehlerhafte, Holz verschwendende, Sieden verboten, die Pottaschen-Ausfuhr erschwert (?) müßte der inländischen Industrie aufhelfen. – Wir senden unsere Pottasche nach den Niederlanden zu vielen Zweken, wo wir sie sogar wieder veredelt kommen lassen, oder den Nuzen ganz entbehren. So wird z.B. in unsern Tuchfabriken wegen Mangel inländischer Fabrikate, die schwarze Oel-Seife (Kali und Rebsöl) noch gar nicht oder selten angewendet. Jezt wo wir so viel Rebsöl erzeugen, müßte eine Fabrik von schwarzer Seife für Baiern außerordentlich vortheilhaft seyn.

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