Titel: Barton's Verbesserungen an Kesseln etc.
Autor: Barton, John
Fundstelle: 1823, Band 12, Nr. III. (S. 27–30)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj012/ar012003

III. Verbesserungen im Vorwärtstreiben und in den hierzu und zu anderen Zweken bestimmten Kesseln und Maschinen, worauf Hr. John Barton, Mechaniker im Falcon-Square, City of London, sich am 15 Mai 1820 ein Patent ertheilen ließ.

Aus Gill's technical Repository. August 1823. S. 122.

Mit Abbildungen auf Tab. I.5)

Meine Erfindung besteht hinsichtlich der Siedekessel, darin, daß ich ihnen eine stärkere Form gebe, und den Zug für Flamme und Rauch so anlege, daß ich eine große Oberfläche des Feuers der Flüssigkeit ausseze, damit die Hize an jedem Theile, wo es geschehen kann, so viel als möglich aufzusteigen im Stande ist, und gegen die Theile des Kessels wirkt, an welchen das Wasser ansteht. Die Form des Kessels ist so, daß, nöthigen Falles, er ohne Mauerwerk gebraucht werden kann, wie Fig. 5. Taf. I. von der Endseite, und Fig. 6. von der Seite zeigt. aa ist der Feuerheerd, bb zeigt sie Form und tage des Zuges, welcher von dem Feuerheerde aa ausläuft, und dann zu dem Querzuge b1 aufsteigt, von wo er durch b2 zu dem Feuerherde zurükfehrt, rings um die Röhre c, die mit Wasser gefüllt ist, und den Zug abtheilt. Von hier aus tritt er in den Schornstein oder in die Röhre, b3, durch welche der Rauch abzieht.

Fig. 7. ist ein Seiten-Durchschnitt eines Theiles der Pumpe oder Maschine mit einer hohlen Stange, die ich als meine Erfindung in Anspruch nehme; sie ist zugleich Stämpel-Stange und Aufzugsröhre, denn das Wasser steigt in ihr auf, und sie ist oben mittelst eines Gelenkes oder auf irgend eine Weise so vorgerichtet, daß sie das Wasser ablaufen läßt.

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Fig. 8. zeigt einen Durchschnitt eines Hahnes in dem Cylinder-Aufsaz der Maschine, um sie mit Fett, Oel, oder mit irgend einer anderen Flüssigkeit, ohne daß Luft zutreten könnte, zu speisen. Man kann sich desselben auch, wie in Fig. 9., zum Speisen einer Maschine mit Wasser bedienen, da sie dem Zweke eines Doppelhahnes entspricht. Er kann entweder durch irgend eine Maschine gedreht werden, so daß er genau so viel zufließen läßt, als man braucht, oder mittelst eines Schwimmers im Kessel steigen und fallen, und zu verschiedenen Zweken gebraucht werden. Die Kammer muß, nach verschiedenem Bedarfe und nach der Menge Flüssigkeit, die man nöthig hat, größer oder kleiner seyn.

Fig. 10. zeigt den Cylinder-Dekel und das oberste Ende desselben mit dem Hahne Fig. 8. in einem kleineren Maaßstabe.

Fig. 11. zeigt den Enddurchschnitt meiner Maschine zum Aufheben des Wassers oder zu anderen Zweken, und dient auch zu einer Feuersprize oder Blase-Maschine, indem sie mit geringer Reibung arbeitet, und durch den Gebrauch noch besser wird. Sie ist mit dem Fächer oder Stempel, der von Metall ist, nach der linken Seite gekehrt vorgestellt, an welcher Seite sie das Wasser auftreibt, und die obere Klappe ist an dieser Seite offen, und bildet ein Vacuum auf der anderen Seite, schließt die Klappe oben, und öffnet die zum Einsaugen bestimmte Klappe unten, so daß diese Klappen abwechselnd wirken, und immer Wasser haben, die Griffe mögen aufgezogen oder niedergedrükt werden.

Fig. 12. ist eine Ansicht der Segments des metallnen Stempels oder Fächers, welche gegen den Durchmesser und die Enden des Cylinders oder Werkstükes mittelst der Federn angedrükt werden.

Fig. 13. ist eine Endansicht meines Rades oder meiner Trommel, welche, so weit die punctirten Linien reichen, hohl ist, und zum Vorwärtstreiben oder zu anderen Zweken dient. Sie muß luftdicht und specifisch leichter seyn als Wasser. Sie gewährt den Vortheil, daß sie immer die gehörige Wassertiefe Hält, so daß die Ruder mit der größten Kraft wirken können.

Fig. 14. das Rad oder die Trommel Fig. 13. von der Endseite.

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Beschreibungen und Bemerkungen zu den neuen Figuren 15, 16, 17. Von Hrn. Gill.

Fig. 15. ist die fehlerhafte Darstellung von Fig. 5, über welche Hr. Barton sich beklagt, und an welcher unsere Leser höchst wesentliche Abweichungen von dieser Figur bemerken werden. So enden sich z.B. in der ursprünglichen Figur die Krümmungen des Zuges in niedersteigende Theile, welche mittelst Schraubennieten fest mit dem walzenförmigen Körper des Kessels verbunden sind, während sie in Fig. 15. als bloße Kreisbögen dargestellt sind, und man nicht weiß auf welche Weise sie mit dem cylindrischen Theile des Kessels fest verbunden werden können. Fig. 16. soll Fig. 7. der obigen Beschreibung erklären, weicht aber sehr wesentlich in der Form der hohlen Stempelstange ab. Fig. 17. zeigt noch weit größere Abweichungen; sie soll Figur 11. darstellen.

Wie sehr der ungenannte Journalist die Erklärung des Hrn. Barton entstellte, erhellt aus seinen eigenen hier folgenden Worten:

Fig. 11. (in unserer Tafel Fig. 13.) zeigt einen Durchschnitt der Kammer der Drukpumpe, in welcher a das ist, was man gewöhnlich eine Saugpumpe nennt, b, b1, b2 ist die Kammer. c und d sind Fächer, welche als Stempel dienen. e und f können als Hebel oder Arme betrachtet werden, welche die Fächer treiben. Wenn der Hebel zur Rechten, wie in der Figur, niedergedrükt ist, so wird sich die Klappe d öffnen, und das Wasser durch dieselbe in den Raum zur Rechten der Kammer, b2, einströmen. Wenn aber der Hebel zur Linken, e, niedergedrükt ist, werden die Fächer ihre Lage ändern; die Klappe d wird sich schließen, die Klappe c wird sich öffnen, und das Wasser wird durch c in den Theil, b1, zur Linken der Kammer fließen; zugleich wird auch das Wasser, welches die rechte Seite der Kammer, b2, einnimmt, durch den Fächer d bei der Klappe h ausgetrieben, diese öffnen, und dann in die Hosenröhre(bruches-pipe) i, i, eintreten. Ein zweiter Streich der Pumpe (d.i., wenn man den Hebel f wieder niederdrükt) bringt die Fächer c und d in die in der Figur angezeigte Lage, und treibt das Wasser aus der Kammer b1 durch die Klappe g in die Hosemöhren ii. Auf diese Weise wird das in der Hosenröhre |30| angehäufte Wasser in das Luftgefäß g hinaufgedrükt, in welchem die Elasticität der auf das Wasser wirkenden Luft dasselbe mit bedeutender Kraft durch die Ausgangsröhre k hinaustreibt. Auf diese Weise kann dieser Apparat auch als Feuersprize gebraucht werden.“

Der Leser wird hier bemerken, daß die Abtheilung der Kammer in zwei Kammern b1 und b2 die Erfindung des anonymen Journalisten ist; eben dieß gilt auch von den Fächern, deren nur einer vorhanden ist, der oben wirkt, während er nur zwei als unten wirkend angegeben hat. Er hat auch den oben wirkenden Fächer oder Stempel in eine befestigte Theilungsplatte verwandelt, und die zwei unteren Platten, die die Saugröhre von der Kammer trennen, in Fächer oder Stempel verwandelt, die mitten in Sand und Schutt arbeiten, der von dem Wasser aufgetrieben, wird, statt daß nur einer da ist, der oben wirkt, und von diesen reibenden Körpern vollkommen frei ist. Die Segmente des metallnen Stempels, die in der Erklärung des Patentes beschrieben sind, und von den Federn innenwendig in den Cylinder angedrükt werden, hat er ganz vergessen.

Wir sind in der That erstaunt über diese Entstellungen, die der anonyme Journalist sich sowohl an den Figuren als in der Beschreibung erlauben konnte, und noch mehr über die Arroganz, mit welcher er, ungeachtet feiner Unwissenheit sich über die Originalität und Vortheile dieser Erfindung abzusprechen erlaubt.

Ein anonymer Journalist hat Hrn. Barton's Verbesserungen sehr unrichtig dargestellt, als Berichtigung theilt er hier obige Erklärung seines Patentes mit. A. d. Ueb.

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