Titel: Fatton's Verbesserungen an Taschenuhren.
Autor: Fatton, Frederick Louis
Fundstelle: 1823, Band 12, Nr. XI. (S. 51–53)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj012/ar012011

XI. Gewisse Verbesserungen oder Zusäze zu Taschenuhren oder Chronometern überhaupt, wodurch diese in den Stand gesezt werden, den Augenblik einer gewissen Beobachtung, oder einer schnellen Aufeinanderfolge von Beobachtungen mit Präcision anzuzeigen, ohne daß es nöthig wäre, den regelmäßigen Gang der Uhr, wie bei den gewöhnlichen Stell-Uhren, zu unterbrechen, und worauf sich Friedr. Ludw. Fatton, Uhrmacher in New Bond Street, Middlesex, dd. 27. Sept. 1822 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts and Sciences. Junius 1823. S. 281.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Im IV. B. S. 296 befindet sich die Beschreibung einer sehr sinnreichen Verbesserung an den Repetir-Uhren von eben diesem Hrn. Fatton; er hatte dabei den Zwek zum Behufe von Beobachtungen an Himmelskörpern ausserordentlich kleine Zeittheile anzugeben. Die gegenwärtige Verbesserung hat denselben Zwek und ist nur eine Abänderung desselben Grundsazes, die dieselbe Wirkung hervorbringt, ohne eben soviele Kleinligkeiten zu besizen. Fig. 9 ist der Rüken der Uhr mit einem in 60 Theile getheilten Zifferblatte, welches Secunden zeigt: der Zeiger a läuft in einer Minute den ganzen in 60 Theile getheilten Kreis durch. Der kleine, in 10 Theile getheilte Kreis hat einen Zeiger, der in 10 Minuten einmal herumläuft. Der größere |52| Kreis dient zur Aufnahme von Puncten, welche eine Spize des längeren Zeigers, a, darauf zurükläßt, und wodurch der Augenblik einer gemachten Beobachtung genau bezeichnet wird. Diese Puncte werden dadurch gebildet, daß der Beobachter die Uhr in seiner Hand hält, und auf den Zapfen c in dem Augenblike drükt, wo das Phänomen Statt hat, das er bemerken will; dieß geschieht ohne Unterbrechung der regelmäßigen Bewegung des Zeigers.

Fig. 10 zeigt den inneren Bau der Uhr nach Wegnahme des Secunden-Zifferblattes. Die Achse der Trommel oder des Gehäuses der Hauptfeder ist mit einem Stellrade d, und mit einem Sperrkegel e, der mit dem größeren Stellrade f verbunden ist, auf die gewöhnliche Weise versehen. Ein kleiner doppelter Abfall, g, der sich auf einem Central-Stifte dreht, hält mit seinem Haken-Ende einen Zahn des Stellrades f, und wird durch die Schwanzfeder, h, in dieser Stellung erhalten. Ein Arm oder Hebel, i, der vertical wirkt, steigt und fällt mit seinem breitesten Ende auf zwei kleinen Zapfen. Ungefähr um die Mitte dieses Hebels ist ein kleiner Vorsprung mit einer schiefen Fläche, die unter dem Zahne des Stellrades f liegt (an der unteren Seite nämlich keilförmig gebildet) und von welchem sie durch einen kleinen Arm, l, befreiet werden kann, der damit in Verbindung steht, und sich bis ausser das Gehäuse fort erstrekt, wo der Nagel des Fingers auf das Ende dieses Armes wirkt. M ist eine Feder mit einem mit zwei Kerben versehenen Stüke zur Festhaltung des Hebels i.

Die Wirkung dieses Mechanismus ist folgende: nachdem die Uhr ausgezogen wurde, bekommt das Stellrad, welches mit der Spindel des Secunden-Zeigers verbunden ist, eine Neigung sich zu drehen, wird aber von dem hakenförmigen Ende des Abfalles g zurükgehalten. Drükt man indessen auf den Knopf c, so wird der Haken g aus dem Stellrade f herausgehoben, und dieses kann um einen Zahn vorwärtsrüken, indem der Hintertheil des Abfalles in die Zähne einfällt, und dasselbe nicht mehr weiter gehen läßt. Da die untere Fläche des Stellrades f mit keilförmigen Zähnen ausgeschnitten ist, so folgt, daß, so oft ein Jahn über die kleine schiefe Fläche weggeht, die von dem Hebel i anfängt, das Ende des Hebels niedergedrükt wird, wodurch |53| ein elastischer Arm, der eine mit dem Zeiger a, Fig. 1, verbundene Spize führt, niedergezogen, und ein Punct auf dem Ziffer-Blatte gezeichnet wird. Dieß geschieht auf eine ähnliche Weise, wie in dem früheren Patente, durch Absezung von etwas Farbe. Sobald man den Finger von dem Knopfe wegzieht, fällt das hakenförmige Ende des Abfalles in das Stellrad, wie die Figur zeigt, und so oft man auf den Knopf drükt, entsteht ein neuer Punct.

„Wenn man einen kleineren Secunden-Kreis auf demselben Zifferblatte, und zugleich Stunden und Minuten beliebte, wie bei den gewöhnlichen Secunden-Uhren, so kann dieß ohne wesentliche Veränderung des obigen Mechanismus geschehen; nur müßte die Vorrichtung, durch welche die Zeichnung geschieht, kleiner seyn, und die Lage des Hebels geändert werden, so daß der vierekige Einschnitt am Ende des Hebels, i, so vorgerichtet werden muß, daß er mit dem Mittelpunkte der zweiten Spindel, wo diese immer gelegen seyn mag, correspondirt.“

Diese Veränderung fodert jedoch auch eine Abänderung in der Lage und in den Verhältnissen des Räderwerkes, und deswegen hat der Patentträger die Zahl der Zähne und die Dimensionen der Räder angegeben; da dieß aber nur wenige Leser interessiren kann, so glauben wie, daß man uns diese Unterlassung verzeihen wird, da die Grundsäze der Erfindung dieselben bleiben11).

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Wir bedauern sehr, daß der Hr. Redacteur das Wichtigste weggelassen hat, und werden seiner Zeit dasselbe aus dem Repertory für unsere Uhrmacher nachtragen. A. d. Ueb.

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