Titel: Vivian's Beseitigung der Nachtheile des Kupferrauches.
Autor: Vivian, S. H.
Fundstelle: 1823, Band 12, Nr. XLVII. (S. 257–299)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj012/ar012047

XLVII. Erklärung der Maßregeln, die man zur Beseitigung der Nachtheile des Kupferrauches ergriffen hat. Von S. H. Vivian, Esq. F. R. S. etc. Nebst einigen Bemerkungen über andere Vorschläge zu demselben Behufe93).

Aus Gill's techn. Repository N. 19. S. 194).

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Der Rauch, der bei Kupfer-Schmelzwerken aufsteigt, kann unter zwei Rüksichten betrachtet werden, nämlich als Steinkohlen-Rauch, und als Kupfer-Rauch.

Kohlen-Rauch besteht aus den gewöhnlichen Producten und aus dem Rükstande der Verbrennung, d.h. Kohlensäure, Stikstoffgas, und den unverbrennlichen und unverbrannten Kohlen-Theilchen. Obschon diese Substanzen, an und für sich betrachtet, schädlich sind, so hören sie doch auf nachtheilig zu |258| werden, wenn die ungeheuere Atmosphäre sie verdünnt, in welche sie hinauf geschikt werden.

Kupfer-Rauch, oder was für solchen bei Kupferwerken gilt, besteht aus folgenden, während der Röstung des Kupfers aus den Kupfer-Erzen entwikelten Substanzen:

1stens, aus schwefeliger Säure;

2tens, aus Schwefel-Säure;

3tens, aus Arsenik;

4tens, aus unvollkommener Arseniksäure;

5tens, aus flußspatsauren Verbindungen und mechanischen Unreinigkeiten95). Von diesen Stoffen werden die beiden ersteren durch das Verbrennen des Schwefels gebildet.

Die schwefelige Säure, bei weitem der Häufigste unter denselben, wird in dem Zustande eines stechenden und durchdringenden Gases entwikelt.

Die Schwefelsäure, aus Schwefel und mehr Sauerstoff als in dem schwefeligen Gase und aus Wasser bestehend, erscheint als ein dichter weißer Dampf.

Die arsenikhaltigen Bestandtheile der Kupfererze, die durch die Hize ausgetrieben werden, kommen theils in metallischem Zustande als Arsenik, theils mit Sauerstoff verbunden, und unvollkommene Arseniksäure oder weißes Arsenik-Oxid bildend, zum Vorscheine: in beiden Fällen erscheinen sie in der Gestalt von Dämpfen.

Die flußspathsauren Verbindungen entstehen durch die Zersezung des Flußspathes oder flußspathsauren Kalkes, welche während des Röstens der Kupfererze durch die dabei Statt habenden chemischen Veränderungen geschieht. Die Eigenschaft der Flußspath-Säure, auf die Kieselerde zu wirken, ist bekannt, und wahrscheinlich würde man bei genauer Untersuchung der in den Zügen der Röstherde vorkommenden Materialien kiesel-flußspathsaures Gas und Wasserstoffs-Flußspath-Säure finden.

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Die mechanischen Unreinigkeiten bestehen aus kleinen Theilchen des Erzes, die durch den Zug der Oefen davon geführt werden. Sie können einen Theil Kupfer enthalten, doch gewiß nur in höchst unbedeutender Menge, wie dieses durch die Ablagerungen in den verschiedenen Kammern vollkommen erwiesen ist, obschon die ungereimten und übertriebensten Angaben die Sache anders dargestellt haben.

Ich will nun die Maßregeln im Detail angeben, deren ich wich zur Beseitigung dieser schädlichen Stoffe bediente.

Die ersten Versuche, die ich in dieser Ansicht anstellte, geschahen zu Penclawdd im J. 1810, ehe ich unsere Werke von dort weg verlegte. Die Vorrichtungen, die ich anbrachte, bestanden bloß in langgestrekten Zügen, die horizontal und in Winkeln gebogen hingeführt waren. Ich entdekte aber bald, daß, obschon durch die angebrachten Hindernisse in den Zügen sich Manches angelegt hatte, der Zwek, den ich beabsichtigte, nicht durch mechanische Mittel allein erreicht werden konnte.

Die Schwierigkeit, die sich jezt zeigte, war, ein Mittel zu finden, das man im Großen anwenden konnte, denn, obschon man im Laboratorium, oder bei Versuchen im Kleinen, zeigen kann, daß die schädlichen Eigenschaften des Rauches durch verschiedene chemische Verbindungen zerstört werden können, so muß man doch bei praktischer Anwendung derselben im Großen auf viele wichtige Gegenstände Rüksicht nehmen; z.B. auf den großen Umfang der Schmelzhütten, und der Masse, auf welche gewirkt werden muß; auf die verschiedenen Eigenschaften der in dem Rauche enthaltenen Substanzen, wenn sie als Gas verdünnt sind; auf die Kosten eines verdichtenden oder entsäuernden Apparates, und die Möglichkeit, ein vollkommenes Surrogat dafür zu finden; auf die mechanischen Mittel, die dazu nöthig sind; auf die Schwierigkeit, Arbeitsleute zu finden, welche die nöthige Aufmerksamkeit auf chemische Operationen wenden; auf die großen Auslagen und Unbequemlichkeiten bei Veränderungen im Baue des Ofens: eine Rücksicht, welche, bei allen Maßregeln, die man ergreifen mag, nie aus dem Auge gelassen werden darf, und auf noch Manches andere, was hier nicht aufgezählt werden darf. Diese Betrachtungen überzeugen mich von der Nothwendigkeit, den einfachsten Plan, als Denjenigen, |260| der allein von praktischem Nuzen seyn kann, zu befolgen, und ich beschloß daher, die Wirkung des Wassers zu versuchen, um die Gasarten, die Dämpfe und andere in dem Rauche enthaltenen Substanzen zu verdichten und zu verschlingen. Ich konnte indessen nicht ehe, als bis wir nach einigen Jahren nach Hafod zogen, Versuche im Großen anstellen, weil es mir an einer hinlänglichen Menge von Wasser gebrach.

Den ersten bemerkenswerthen Versuch machte ich im Mai 1820, wo ich meine Experimente wieder anfing. Der Plan, den ich hatte, war, den Rauch aus den Röst-Oefen durch einen horizontalen Zug unter dem Boden der Werke hinziehen zu lassen, und so das überflüssige Wasser zu benüzen. Ich brachte demnach einen solchen Zug in einem abgesonderten Gebäude der Werke an, der zu den Schornsteinen in dem Hauptgange führte, und öffnete einen Eingang für das Wasser aus der Leitung, welche die Gruben versieht. Dieser Versuch mißlang, weil die Arbeiter dabei an den Röst-Oefen nicht arbeiten konnten, wenn sie das Erz rühren und ablassen sollten: denn, da die Thüren während dieser Arbeit offen gehalten werden mußten, so fand der Rauch durch dieselben einen leichteren Ausweg, als durch den niedrig liegenden Zug nach abwärts. Während die Thüren des Röst-Ofens geschlossen gehalten wurden, war der Zug übrigens gut, und das Erz gehörig geröstet. Um nun dem Mangel des Zuges, während die Thüren offen stehen, abzuhelfen, beschloß ich, einen horizontalen Zug über den Zügen zu bauen, die von dem Röst-Ofen ableiten: allein, die Schwierigkeit, denselben durch die Werke durchzuführen, ohne die Arbeiter am Ofen dabei zu hindern, war so groß, daß sie beinahe unübersteigbar schien. Nach Verlauf einiger Monathe waren, durch Ankauf der Wald-Strekmühlen (Forest Rolling Mills), die an demselben Bache lagen, und von welchen man jezt nach Belieben Wasser in unseren Canal leiten konnte, alle Schwierigkeiten hinsichtlich des Wassers überwunden. Man sing demnach im März 1821 zu Hafod die Versuche im Großen so an, daß man nothwendig zu entscheidenden Resultaten gelangen mußte, und baute einen großen horizontal auf Bogen liegenden Zug, der mitten durch die Werke lief. Da der Zug nun hoch genug über den Thüren lag, so |261| hinderte er die Arbeiter nicht mehr, und der Raum den Oefen gegen über ward dadurch nicht verengert.

Dieser Zug ward außen an den Werken in gerader Linie ungefähr 100 Yards weit verlängert, wo ein hundert Fuß hoher Schornstein errichtet wurde. Zwischen dem Werke und dem Schornsteine ward in dem Zuge eine weite Kammer angebracht um den Rauch auf seinem Durchgange aufzuhalten, und alle Theile, die sich mechanisch schwebend in demselben erhielten, zu Boden fallen zu lassen. Die anliegenden Zeichnungen zeigen den Aufriß des Schornsteines, und überhaupt die ganze Anlage der Züge etc.

Der Schornstein ward im Mai angefangen, und Mitte Julius 1821 vollendet. Er ist unten 6 1/2 Quadrat-Fuß im Lichten, und oben 4 Fuß. Die Seitenwände haben unten an der Basis drei Ziegeldeken, und oben eine halbe. Die Absäze sind innerhalb des Schornsteines angebracht, und die Verschmälerung desselben beträgt nach aufwärts auf jeder Seite drei, Achtel Zoll pr. Fuß. Er ist auf einen Grund von Schlaken gebaut, der einen Sumpf dekt: bei der Vorsicht, die man bei Anlage desselben beobachtete, hat er sich nicht merklich gesezt.

Der horizontale Zug innerhalb der Werke steigt unbedeutend aufwärts gegen die äußere Wand, wo der erste Einlaß des Wassers angebracht ist, und von diesem Puncte abwärts hat er einen sachten Fall gegen den Schornstein, so daß das bei den verschiedenen Einlässen in den Zug und in die Kammer eingelassene Wasser in derselben Richtung, wie der Rauch, wieder ausfließen, und dadurch den Zug mehr begünstigen, als hindern kann.

Das Wasser ward in den Zug durch eiserne Röhren eingelassen, die quer über den Boden gelegt waren, und mit einer Reihe von Röhren aus dem Canale in Verbindung standen. An der oberen Fläche dieser Röhren waren mehrere Löcher eingebohrt, und oben auf dem Zuge, unmittelbar über denselben, eiserne Platten befestigt. Diese Vorrichtung ward in der Idee ausgeführt, daß das Wasser, bei einem Falle von 12 Fuß, mit bedeutender Kraft gegen die Platten angeworfen wird, und dadurch zerstreut, während, wenn es wie Regen niederfällt, |262| von dem Rauche durchdrungen wird. Jede Quer-Röhre ward mit einem Hahne versehen, damit man jene Einlässe, die man durch Erfahrung als die kräftigsten kennen gelernt hatte, je nachdem sie näher oder weiter von dem Ofen entfernt waren, spielen lassen konnte. Vier Röhren wurden quer durch die Kammer gelegt, und über dem oberen Ende derselben eine Brüke angebracht, um dem Vordringen des Rauches eine Gränze zu sezen, und denselben der Wirkung des Wassers mehr bloß zu stellen. Siehe Tab. VI. Fig. 1.

Im August 1821 war dieser Zug so weit vollendet, daß die zehn Oefen in dem Haupt-Gebäude in denselben geleitet werden konnten, und der Erfolg war im höchsten Grade entsprechend. Die Menge des Rauches ward bedeutend vermindert, und derjenige Rauch, der oben bei dem Schornsteine austrat, war von ganz anderer Art als gewöhnlich, wie die große Menge von Anflug sowohl an den Wänden des Zuges, als im Grunde des Schornsteines, deutlich bewies; überdieß war das in den Zug und in die Kammer eingelassene Wasser mit den Substanzen, die es dem Rauche entzogen hatte, sehr stark geschwängert, und Leute, die den Rauch, so wie er aus dem Schornsteine abzog, rochen, erklärten, daß er von dem Rauche anderer Werke sehr verschieden, und auf keine Weise mehr nachtheilig war.

Dieser Plan, Wasser einzulassen, war jedoch noch immer in der Ausführung mangelhaft; denn obschon wir einen Fall von 12 Fuß hatten, verlor das Wasser doch durch die große Länge der aus dem Canale dasselbe zuführenden Röhre, durch die Enge derselben (sie hatte nur drei Zoll im Durchmesser) und durch die vielen Winkel, durch welche es laufen mußte, soviel von seinem Momente, daß es nicht mit der zur Erreichung der beabsichtigten Wirkung nothwendigen Kraft aufsteigen konnte. Man entschloß sich daher die Vorrichtung zu einem Regenbade anzunehmen, und das Wasser durch eine am Boden durchlöcherte kupferne Pfanne oben in die Kammer und in den Zug einfallen zu lassen, und dadurch die gleichförmige Vertheilung desselben zu sichern.

So weit waren wir in unseren Bemühungen zur Beseitigung der Nachtheile gediehen, als zu unserem großen Erstannen im |263| Oktober 1821 in den Quartal-Sizungen zu Swansea von der dortigen Jury ein Verboth gegen uns (bill of indictment) erlassen wurde. Wir hatten die sechs Monathe vorher mehr als 1200 Pf. auf unsere Verbesserung verwendet.

Im Verfolge unseres Zwekes verbanden wir eine Reihe von Oefen an einer anderen Seite unserer Werke durch einen zweiten mit dem Schornsteine. In den mit diesem Zuge in Verbindung stehenden Kammern ließ ich senkrecht stehende Abtheilungen, anbringen, durch welche der Rauch mit dem Wasser in eine mehr unmittelbare Berührung gebracht, und der Wirkung wiederhohlter Fälle ausgesezt wurde, wie anliegender Durchschnitt zeigt. Ich ließ auch eine Reihe von Röhren legen, die 7 Zoll im Durchmesser hielten, so daß ich reichlich Wasser herbeiführen konnte. Und da ich bei meinen früheren Versuchen fand, daß die Schmelz-Oefen nicht genug Hize gaben, wenn sie mit dem Zuge der Rost-Oefen im Verbindung standen, entschloß ich mich, für die Schmelz-Oefen einen besonderen Zug zu bauen, und diesen in den Schornstein zu leiten, entweder durch eine besondere Oeffnung, oder unmittelbar hinter seiner Verbindung mit dem Zuge des Röst-Ofens.

Die Absicht bei Anlage dieses Zuges für die Schmelz-Oefen war, zu sehen, welche Wirkung der hohe Schornstein auf den Zug dieser Oefen hervorzubringen, im Stande ist, und zugleich auch die Temperatur des Zuges der Röst-Oefen zur leichteren Verdichtung zu vermindern, indem es sich erwarten ließ, daß die Hize des Zuges der Schmelz-Oefen in den Schornstein den Zug des Rauches in denselben auch dann noch unterhalten würde, nachdem der Rauch durch die Kammern durchgegangen ist96)

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Wegen der schlechten Witterung konnte dieser Zug nicht vor dem Januar vollendet werden. Anfangs dieses Monathes nachdem nicht weniger als 2800 Pf. für diese Versuche und Bauten ausgelegt waren, und ich Hrn. R. Philips nach Swansea gebethen hatte, um mich mit ihm über die weiteren Unternehmungen zu berathen, wurde neuerdings das Verboth zu Cardiff eingereicht und bestätigt. Ich bemerke dieß, bloß um zu zeigen, daß, obschon von Swansea aus früher das Verboth gegen uns geschläudert wurde, wir nicht aufhörten, uns zu bemühen die Nachtheile zu beseitigen, über die man Klagte97). Ungefähr gegen Ende Januars kam Hr. Phillips nach Swansea, und ich hatte das Vergnügen zu sehen, daß die Maßregeln, welche ich ergriffen hatte und noch weiter ausführen wollte, so, wie er mir früher schon zu London versicherte; alles umfaßten, was mit irgend einer Wahrscheinlichkeit ausgeführt werden konnte.

Aufgemuntert durch ihn sezten wir unsere Arbeiten fort, machten neue Kammern, verlängerten unsere Züge, und sezten alle unsere Röstöfen damit in Verbindung. Die innere Einrichtung der Kammern des Zuges in den Röstöfen der Erze, und den Zug des Rauches zeigt der Aufriß, Fig. 3. Die senkrechte Höhe des Regens in den vier Kammern berechnete sich auf 480 Fuß.

Auf diese Art wurde mehrere Monathe lang fortgearbeitet, als es sich endlich zeigte, daß mehrere Scheidewände in den Kammern, die bloß in halber Ziegel-Dike aufgeführt waren, nachgegeben hatten (was der Wirkung der Säuren auf den Mörtel und das Baumaterial zuzuschreiben war), und daß eine allgemeine Reparation nothwendig geworden ist. Als wir diese vornahmen, trafen wir auch einige Abänderungen in der Anlage der Scheidewände, verminderten in einigen Kammern die Anzahl derselben, und brachten den Durchzug für den Rauch |265| an den Enden so an, daß dieser die Kammer horizontal durchziehen konnte, statt daß er gegen den Regen hinauf, und unter das Niveau der Röstöfen hinabsteigen mußte, wodurch der Zug natürlich unterbrochen wurde. Da man ferner sah, daß die kupfernen Tröge, deren jede Abtheilung einen hatte, durch den Rauch, der sie umgab, sehr litten, und die zahlreichen Oeffnungen, durch welche die Tröge aus- und eingeschoben wurden, atmosphärische Luft einließen, wodurch der Zug vermindert ward, indem der Gang in den Kammern nicht gehörig beobachtet und die Vertheilung des Wassers darnach geregelt werden konnte, so wurde die ganze Kammer mit einer großen kupfernen Cisterne bedekt, die an ihrem Boden an jenen Stellen, wo der Rauch vorüber ging, mit Löchern versehen war. Diese Abänderung beseitigte alle Nachtheile, mit welchen wir bisher zu kämpfen hatten. Die Höhe des Wassers in der Cisterne wirkte als ihr eigener Regulator, indem die Geschwindigkeit, mit welcher dasselbe durch die Löcher fiel, mit derselben im Verhältnisse stand. Das Entweichen des Rauches bei dem Zutritte der Luft wird durch die Menge des Wassers gehindert, welches die einzigen Oeffnungen bedekt.

Das Kupfer der Cisternen ist von ungefähr 3 Pf. Mächtigkeit auf den Fuß. Die Löcher sind in Diagonalen ungefähr ein Zoll weit von einander, und eine Fläche von einem Quadratfuß hält deren ungefähr 250. Die Weite derselben ist so klein als möglich, so daß das Messer eben durch kann, und man durch die kleinen Tropfen soviel Oberfläche als möglich dem Rauche darbiethet: ihr Durchmesser kann ungefähr Nro. 17. am Drahte, oder 1/16 Zoll, betragen. Das Kupfer wird mit dem aufgetriebenen Rande der Löcher nach abwärts gelegt, damit die Bildung der Tropfen dadurch begünstigt wird, und die Löcher sind so gestellt, daß der Rauch, der einer Linie derselben entgeht, mit dem Regen der nächsten Linie in Berührung kommt.

Eine andere Abänderung, die man noch ersprießlich fand, war die, daß man die Schmelz-Oefen, die mit dem oberen horizontalen Zuge, der in den großen Schornstein führte, in Verbindung standen, in ihren eigenen Schornstein zurükwies, indem sie, solang sie in den großen Schornstein zogen, nicht |266| stark und schnell genug erhizt werden konnten, um ihr gewöhnliches Quantum zu verarbeiten. Wahrscheinlich rührte dieß von mehreren Ursachen her, wie von der großen Länge des horizontalen Zuges, und von der nicht im Verhältnisse stehenden Höhe des Schornsteines, von dem Zutritte der äußeren Luft, die man unmöglich ganz ausschließen konnte, indem die Baumaterialien selbst zum Theile porös waren; von der obgleich unbedeutenden Senkung des Zuges vor seinem Eintritte in den Schornstein; vielleicht auch von den zu kleinen Dimensionen des Schornsteines. Ich habe vorhin bemerkt, daß der Rauch eines Schmelzofens, der Natur der Operation nach, wenig schädliche Stoffe enthalten kann, und ich hatte daher die Notwendigkeit dieser Abänderung weniger zu bedauern, indem unser Hauptzwek bei dem Baue des oberen Zuges, nähmlich die Unterhaltung des Zuges des Rauches in dem Zuge der Röstöfen nach den Verdichtungs-Processen, durch einen einzigen gerade in den Schornstein laufenden Zug eines Röstofens bewirkt werden konnte.

Diese Vorrichtungen wurden nun vollendet, und sind seit mehreren Monathen im Gange; während sie höchst wohlthätig auf den Rauch wirkten, die schädlichsten Theile desselben gänzlich zurükhielten, und viel von dem weniger schädlichen, aber sehr widrigen, Gasarten absorbiren, können wir mit dem höchsten Vergnügen versichern, daß sie die Arbeiter in den Werken nicht im Mindesten hinderten. Der Zug an den Röstöfen ist so, daß man ihn nicht besser wünschen kann, und die einzige neue Ausgabe, die man dabei hat, ist das Fuhrlohn für das Brenn-Materiale und für die Schlaken zu dem an dem Schornsteine befindlichen Schmelz-Ofen, welcher von den übrigen Oefen etwas entfernt steht, und selbst diese Ausgabe hätte durch eine zwekmäßigere Stellung des Schornsteines vermieden werden können.

Folgende Resultate der Versuche der HHrn. Philipps und Faraday werden den Grund darthun, nach welchem ich mit Zuversicht zu behaupten wagte, daß die schädlichsten Theile des Rauches gänzlich zurükgehalten wurden, daß der verlangte Zwek, Beseitigung der daraus entstehenden Nachtheile, größten Theils, wenn auch nicht ganz, erreicht ist.

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Aus den Versuchen 2, 3 und 4, erhellt, daß metallischer Arsenik in den Regenkammern abgesezt und häufig in dem Wassertroge schwimmend gefunden wird.

Die unvollkommene Arseniksäure (man vergleiche die Versuche 3 bis 8) wird zum Theile abgesezt, zum Theile im Wasser aufgelöst, und ein geringer Theil Arseniksäure, der bei höherer Temperatur gebildet worden seyn mag, sind gleichfalls leicht im Wasser aufgelöst, und leichter als die unvollkommene Arseniksäure. Die Wirkung des Wassers wird dadurch bewiesen, daß nur eine leichte Spur von Arsenik sich in dem Zuge zeigt, nachdem der Rauch die Regenkammern durchzogen hat.

Die Schwefel und Wasser-Flußspathsäure gehen, wie die unvollkommene Salpetersäure, in gasförmigen Zustand über, und werden leicht vom Wasser verschlungen; eben dieß gilt von einem Theile der schwefeligen Säure, die aber weniger leicht, als die Schwefel- und Flußspathsäure, verschlungen wird, und von der ein Theil entweicht. Die Versuche 10, 11, 12, 13, 14, 17, 19, 27, 28, 29 und 32 zeigen die in einem Gallon Wasser enthaltene Menge Schwefel als schwefelige und als Schwefelsäure98).

Die Flußspathsäure, welche durch ihre Einwirkung auf das Glas99) in dem Zuge, vor dem Eintritte desselben |268| in die Regenkammer, entdekt wurde, zeigte sich nicht mehr, nachdem der Rauch durch die Wäscher ging.

Hinsichtlich derjenigen Stoffe, die mechanisch herüber getrieben werden können, so wird gewiß keiner derselben einer solchen Wäsche entgehen können, welcher der Rauch hier ausgesezt ist: die ganze innere Oberfläche des Zuges jenseits der Kammern ist naß, und der Boden desselben mit Schlamme bedekt.

Nachdem ich nun hier gezeigt habe, was durch das Wasser, und durch die mechanischen Vorrichtungen, durch welche dasselbe angewendet wurde, geleistet worden ist, so will ich einige Bemerkungen über die anderen Verfahrungs-Arten beifügen, die mir einfielen, oder die von anderen vorgeschlagen wurden, um den beabsichtigten Zwek zu erreichen.

1. Dampf.

Dampf könnte, wie man glauben sollte, auf zweierlei Weise wirken; 1tens, könnte er die Bildung von Schwefelsäure aus der schwefeligen Säure veranlassen; 2tens, könnte er, als sehr fein zertheiltes Wasser, in dem Augenblike seiner Verdichtung wirken.

Hinsichtlich unseres großen Feindes, der Schwefeligen Säure, muß ich gestehen, daß ich von der Wirksamkeit des Dampfes, als chemischen Mittels, keine großen Erwartungen hegte, höchstens |269| nur, insofern er fein vertheiltes Wasser ist: auf diese Weise, mit dem schwefeligsauren Gase innig vermischt, könnte er, dacht ich, in dem Augenblicke der Verdichtung eine kräftige Wirkung äußern, und für jeden Fall, wollte ich etwas auf den Versuch wenden. Ich begnügte mich daher nicht. Dampf aus einer Pfanne, in welcher Wasser auf dem Boden des Zuges an der heissesten Stelle desselben gehizt, und die immer von außen mit neuem Zuflusse von Wasser aus einer Cisterne mittelst eines Schwimmers, der auf einen Kugelhahn wirkte, versehen wurde, zu entwikeln, sondern ich ließ einen eigenen Dampfkessel verfertigen, und für jede Minute 350 Kubikfuß Dampf in den Zug treiben, um vorwärts in die erste Regenkammer zu gelangen. Bei Untersuchung des Wassers in der Kammer ehe der Dampf in dieselbe gelassen wurde, und nach dem Eintritte desselben zeigte es sich jedoch, daß die Menge des Schwefels in dem Wasser beinahe dieselbe war; woraus erhellt, daß die vermehrte Wirkung des Wassers im Zustande seiner Zertheilung durch die erhöhte Temperatur vollkommen aufgewogen wurde: denn das in dem Wasser, welches aus der Kammer floß, aufgehängte Thermometer, stieg sehr schnell, sobald reichlich Dampf in den Zug zugelassen wurde. Vergleiche die Versuche 14, 15, 16, 17, 18, 20, 30, 31, 32, 33.

Es ist kaum nöthig zu bemerken, daß schwefeligsaures Gas wie jeder andere gasförmige Körper, in heißem Wasser weniger auflösbar ist, als in kaltem; und obschon heißes Wasser die Schwefel- und unvollkommene Arseniksäure auflöst, so geht doch aus der Anwendung desselben kein Nuzen hervor, indem kaltes Wasser eben so gut zu diesem Zweke taugt, und folglich die Mühe und Auslage für die Verwandlung des Wassers in Dampf, die bedeutend ist, ohne lohnenden Erfolg bleiben würde. Ich habe mich also überzeugt, daß Dampf auf keine Weise mit mehr Vortheil angewendet werden kann, als Wasser, so wie ich dasselbe anwendete; selbst dann, wenn die Schwierigkeiten und Ausgaben bei der Anwendung nicht um so Vieles größer wären, als sie wirklich zu seyn scheinen.

2. Kalk.

Ich habe mit diesem Körper einige Versuche angestellt, |270| und habe mich überzeugt, daß er nie mit Vortheil im Großen angewendet werden kann.

Ich habe einen eisernen Trog an der Mauer einer der unteren Kammern befestigt, und Kalk in denselben gethan, und mit Wasser zur Rahmdike angemischt. In diesem Zustande, und auch als Kalkwasser, ließ ich ihn als Regen in die Kammern fallen. Die ersten Theilchen desselben wurden dem Rausche in dem verdünntesten Zustande dargebothen, und gingen, jemehr sie damit gesättiget wurden, in den stärkeren Rauch über: denn sie wurden, mittelst einer Pumpe, nach jeder Operation wieder aufgezogen. Vergleiche Versuche 21 und 22.

Der erste Einwurf, den man gegen dieses Verfahren, Kalk anzuwenden, welches doch die einzige wirksame Methode ist, machen kann, ist die Schwierigkeit, der gehörigen Aufmerksamkeit der Arbeiter während der Nacht, und wo sie ohne Aufsicht sind, versichert zu seyn. 2tens, die Unbequemlichkeit und die Kosten, das Kalkwasser der Einwirkung des Rauches auszusezen, und die Schwierigkeit, den Kalk mit dem Wasser so zu mengen, daß die Löcher der Regen-Pfannen nicht dadurch verstopft werden. 3tens, die hohen Kosten des Kalkes selbst, und 4tens, die Ungelegenheit, die die ungeheure Menge Kalk, dessen man bedarf, bei den Werken selbst hervorbringt.

Unter der Voraussezung, daß alle schwefelige Säure sich mit dem Kalksteine und aller Kalkstein sich mit der schwefeligen Säure verbindet (in welcher lezterer Hinsicht die Rechnung noch sehr vortheilhaft ausfiele, weil hier vorausgesezt wird, was nähmlich in der Praxis nie Statt haben kann, daß kein Kalk verloren geht); daß ferner aller Kalkstein vollkommen rein und gehörig: gebrannt ist; würden die Werke zu Hafod ungefähr 100 Tonnen Kalk in jeder Woche brauchen, zu dessen Erzeugung 100 Tonnen Kalkstein nöthig seyn würden. Um hieraus Kalkwasser zu bereiten, würde man noch überdieß 750 Mahl soviel Wasser, dem Umfange, nöthig haben. Hierzu kommt noch, daß, nach Thompson, der schwefelsaure Kalk 800 Mahl soviel Wasser, dem Gewichte nach, braucht, so daß, außer den 200 Tonnen Kalkstein, die man wöchentlich nöthig hatte, um daraus die 106 Tonnen Kalk zu brennen, außer den Löschen desselben zu 140 Tonnen Kalk-Hydrat oder gelöschten |271| Kalk (denn dieser verschlingt ein Drittel seines Gewichtes Wasser), außer dem Auflösen in 80,000 Tonnen Wasser (wenn es als Kalkwasser angewendet werden soll) noch 226 Tonnen schwefelsauren Kalkes entweder wöchentlich weggeschafft oder aufgelöst werden müßten, wozu 180,000 Tonnen Wasser nothwendig sind. Dann kommen zuletzt noch die Kosten, um eine solchen ungeheure Menge Kalkes oder Kalkwassers der Einwirkung des schwefelig sauren Gases auszusezen. Man muß ferner noch bedenken, daß in obiger Berechnung das in dem Rauche enthaltene kohlensaure Gas gar nicht in Anschlag genommen wurde, obschon der Kalk sich mit demselben eben so gut als mit der schwefeligen Säure verbindet, so daß die Menge des erforderlichen Kalkes beinahe alle Berechnung übersteigt.

3. Salpeter.

Die Anwendung dieses Artikels fiel mir schon früher ein; allein die großen Kosten, die dieselbe veranlassen würde, schienen mir die Anwendung desselben in dem Umfange, in welchem wir desselben bedürfen, für immer zu verbiethen, und die Möglichkeit, hiervon einen angemessenen Vortheil zu ziehen, sah ich nicht ehe ein, als bis Hr. Phillips mich darauf aufmerksam machte.

Der Grundsaz, auf welchem die Anwendung desselben beruht, ist folgender: – Schwefelige Säure hält weniger Sauerstoff als Schwefelsäure, und obschon erstere eine große Neigung zur Aufnahme von noch soviel Sauerstoff besizt, als nöthig ist, um sie in Schwefelsäure zu verwandeln, so nimmt sie dieselbe aus der atmosphärischen Luft doch nur sehr langsam auf. Wenn aber Salpeter durch Schwefelsaure zersezt wird, so entwikelt sich Salpeter- und salpeterige Säure in gasförmigem Zustande, und, sind Wasserdämpfe zugegen, so wirkt die schwefelige Säure auf die salpeterige Säure so, daß sie dieselbe zersezt, und sie eines Theiles ihres Sauerstoffes beraubt. Durch diesen Gewinn an Sauerstoff, und durch die Verbindung mit Wasser wird die schwefelige Säure zur Schwefelsäure, und wird vom Wasser verschlungen, das in dieser Hinsicht angebracht ist. Auf der anderen Seite wird die salpeterige Säure, durch ihren Verlust an Sauerstoff, zu salpetersaurem Oxide, und dieses Oxid, welches eine starke Neigung hat, sich mit Sauerstoff zu vereinigen, zieht |272| denselben aus der Luft an, und wird wieder in salpeterige Säure verwandelt, so daß eine Reihe von Zersezungen und Bildungen ununterbrochen fortgeht, und das salpetersaure Oxid ein Leiter des Sauerstoffes aus der Luft zur schwefeligen Säure wird.

Während Hr. Phillips sich im vorigen Herbste bei mir aufhielt, wurde in der Nähe des horizontalen Zuges eine Bleykammer erbaut, und eine Vorrichtung angebracht, um den Kupferrauch in dieselbe eindringen zu lassen zugleich mit salpeteriger Säure, die aus einer Retorte kam, welche sich am Ende der Bleykammer befand.

Das Resultat dieses Versuches schlug alle Hoffnung eines Gelingens zu Boden. Man fand, wie ich immer befürchtete, daß das schwefeligsaure Gas in dem Zuge zu sehr mit den Resten der Verbrennung (salpetererzeugendem Gase und kohlensaurem Gase) gemengt war, um mit Vortheile zur Erzeugung von Schwefelsäure100)angewendet werden zu können; daß die Schnelligkeit der Strömung in dem Zuge zu groß ist, um eine innige Mischung und Verdichtung der schwefeligen und salpeterigen Dämpfe zu gestatten, und folglich ein großer Theil der lezteren unbenüzt entweicht. Hr. Hill's, Vitriol-Oehl-Fabrikant, ist der Meinung, daß er diese Schwierigkeiten überwinden kann; ich gestehe aber, daß ich sehr daran zweifle; wenigstens daran, daß irgend ein praktischer Vortheil daraus hervorgeht; denn bei uns ist die Gewinnung dieser Säure immer nur eine Nebensache, und der Hauptzwek ist und bleibt immer die Erhaltung eines Zuges durch die Oefen. Es ist allerdings richtig, daß das gegenwärtig von Hrn. Hills in seiner Vitriol-Oehl-Fabrik angewendete Verfahren zum Theile darin besteht, daß die schwefelige Säure, die durch Verbrennung eines Schwefel-Metalles entsteht, in Schwefelsäure verwandelt wird; da aber Gewinnung von Schwefelsäure seine Hauptabsicht ist, so läßt er die sauren Gas-Arten in Bleykammern sich mengen und ruhig bleiben, |273| und gibt denselben nur einen schwachen Zug durch diese Kammern: eine Vorrichtung, die ganz von derjenigen verschieden ist, die man bei einem Kupferwerke nöthig hat.

4. Hize Holzkohle.

Um zu sehen, welche Wirkung dadurch entsteht, wenn der Kupferrauch durch Feuer geht, ließ ich einen Versuchs-Ofen in der Nähe des großen Schornsteines erbauen, in welchen ich, mittelst eines kleinen Zuges, der mit dem horizontalen Zuge aus den Röstern in Verbindung stand, und mit einem Dämpfer versehen war, wenn der Dämpfer in dem großen Zuge geschlossen ward, den Rauch nach seinem Durchgange durch die Regenkammer leiten konnte. Dieser Zug endete sich unter dem Roste des Ofens, so daß der Rauch, der durch denselben ging, durch das Feuer, und von da durch einen zweiten an dem Ende mit einem Schornsteine versehenen Zug aufsteigen konnte. Plan und Durchschnitt hiervon in Fig. 2 mag eine Idee von dieser Vorrichtung geben.

Der erste Versuch, den ich in diesem Ofen machte, geschah mit gewöhnlichem Kohlenfeuer. Das Resultat war, daß, wenn das Feuer gedrängt genug stand, um das Gas und das Brennmaterial mit einander in Verbindung zu bringen, der Rauch nicht durch dasselbe durchzudringen vermochte, und daß, wenn das Feuer auf dem Roste so dünn und offen war, daß es freien Durchzug gestattete, der Rauch nur gehizt und dadurch für den Augenblik durchscheinend wurde, dabei aber unzersezt blieb; daß endlich, wenn wirklich eine Zersezung Statt hatte, das Gas alsogleich wieder erzeugt wurde, wie man oben an dem Schornsteine sinnlich deutlich bemerken konnte.

Ich wiederhohlte diesen Versuch mit Steinkohlen, mit sogenanntem Culm, und mit Cokes.

Nachdem ich von Hrn. Bevington Gibbins's Versuchen101) |274| hörte, den Rauch durch erhizte Holzkohlen durchzulassen, damit die schwefeligen Producte sich zersezen, wiederhohlte ich diese Versuche mehrere Mahle in demselben Ofen, und das Resultat war die volle Ueberzeugung der Unbrauchbarkeit dieses Verfahrens. Die chemischen Grundsäze, auf welche Hr. Gibbins seinen Plan faßte, sind durch die Versuche, die er an den Werken der Rose Company anstellte, vollkommen erläutert. Sein Verfahren bestand darin, daß er die schwefeligen Zusammensezungen, des Rauches und der Kohle bei einer hohen Temperatur auf einander wirken ließ; indem die Verwandtschaft des Kohlenstoffes zu dem Sauerstoffe um soviel größer ist, als jene des Schwefels zu dem Sauerstoffe, daß die schwefeligen Verbindungen zersezt werden, der Schwefel frei, und Kohlenstoff-Oxid, vielleicht auch Kohlensäure, in sehr kleinen Quantitäten gebildet wird. Dieß sind die Veränderungen, welche hier Statt haben. Die Anwendung dieses Plans auf Kupferwerke unterliegt indessen, nach meiner Ansicht, unübersteiglichen Hindernissen.

Zuerst ist es, wie ich wiederhohlt beobachtet habe, durchaus und wesentlich nothwendig, daß der Zug der Oefen ungehindert erhalten wird; wie kann aber dieß möglich seyn, wenn der Rauch durch eine dichte und große Masse von Holzkohlen, die in luftdichten Gefäßen eingeschlossen ist, durchziehen soll? Wenn man annimmt, daß die Stüke Holzkohlen alle groß, und so weit auseinander gelegt waren, daß sie den Rauch durch die Zwischenräume mit Leichtigkeit und mit so viel Schnelligkeit durchließen, als durch einen Zug von gewöhnlicher Weite, so hat es freilich keine Schwierigkeit. Wie aber, wenn die Holzkohlen klein, die Heizer nicht aufmerksam sind, oder wenn mehr Feuer als gewöhnlich, auf dem Ofen ist? Was würde dann aus den Werken werden? Bei den Versuchen, die ich mit Holzkohle anstellte, |275| habe ich beinahe dieselbe Sperrung bemerkt, und dieselben Resultate erhalten, wie bei der Stein-Kohle und bei anderen kohlenstoffigen Substanzen.

Zweitens ist das schwefelige Gas an und für sich keiner Unterhaltung von Verbrennung fähig, wie sollen also die Holzkohlen in jenem Zustande vollkommener Durchglühung erhalten werden, der zu dem Gelingen dieses Processes so nochwendig ist? Dieß kann nur durch äußeres Feuer geschehen, und welcher unendliche Verbrauch von Feuer-Material würde nicht dazu erfordert werden? Mit welchen Schwierigkeiten würde man nicht bei Anlage einer Vorrichtung zu diesem Zweke zu kämpfen haben, war es nur, um ein hierzu taugliches Material zu finden, um sie luftdicht zu machen, und in diesem Zustande zu erhalten? Alle diese Schwierigkeiten müssen besiegt werden, ehe der Grundsaz, auf welchem diese Methode beruht, geltend gemacht werden kann: nach meiner Ansicht sind dieß aber unübersteigliche Hindernisse. Bei den von mir angestellten Versuchen wurde allerdings die Verbrennung der Holzkohlen durch den Rauch selbst scheinbar unterhalten; in der That geschah dieß aber bloß durch das Sauerstoffgas, welches unverbunden durch den Rost des Ofens durchging, oder durch die Spalten in den Zügen eindrang: Versuche zeigten, daß dieses, selbst unter einem Druke nach auswärts, ungefähr neun per Cent betrug, und obschon dieser Sauerstoff bei meinem Versuche das Feuer unterhielt, und das Hinderniß zu beseitigen schien, würde er doch den Verbrauch der Holzkohle sehr vermehren, und, bis diese in den gehörigen Zustand gebracht wird, würde er die Zersezung der Schwefel- und der schwefeligen Säure gänzlich hindern, indem, solang Sauerstoff vorhanden ist, keine Wiederherstellung des Schwefels Statt haben kann.

Ein anderer Einwurf gegen die Zersezung des Rauches durch Holzkohle ist die Schwierigkeit, einen festen Körper mit einem gasförmigen in Berührung zu bringen. Diese Schwierigkeit ist so groß, daß ich annehmen zu können glaube, daß jede Zersezung, die bei den Versuchen mir dieser Substanz Statt hatte, mehr der Wirkung des gekohlstofften Wasserstoffgases, das sich aus den Holzkohlen entwikelt, als den kohlenstoffigen Bestandtheilen derselben zuzuschreiben ist.

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Wenn aber auch diese Schwierigkeiten überwunden werden könnten, so würde doch die Menge Holzkohlen, deren man bedarf, zum Untergange führen müssen, und diesen Plan durchaus unanwendbar machen. Es erhellt aus den Berechnungen der HHrn. Phillips und Faraday, die beide einstimmig diesen Plan für unausführbar erklären, daß die Menge Holzkohlen, die zur Zersezung der in unseren Werken allein gebildeten schwefeligen Säure erforderlich ist, unter der günstigsten Voraussezung, daß aller Schwefel in den Erzen in schwefelige Säure verwandelt und gar keine Schwefelsäure gebildet würde, wöchentlich 45 Tonnen Holzkohlen betragen müßte. Ueberdieß bemerkten sie, daß, wenn kohlensaures Gas über glühende Kohen geht, dasselbe in Kohlenstoff-Oxid verwandelt wird, so daß, da sehr wenig Nuß in den Zügen abgesezt, und sehr wenig kohlenstoffiger Rauch gebildet und durch den Schornstein gejagt wird, man schließen kann, daß beinahe alles Brennmaterial in Kohlensäure verwandelt wird; und in dieser Hinsicht erhellt, daß eben soviel Kolzkohle zur Reduction der Kohlensäure gebraucht wird, welche sich während und bei dem Verbrennen der Kohle auf dem Roste erzeugt, als diese Kohlensäure Kohlenstoff enthält; oder, in anderen Worten, außer den 45 Tonnen Holzkohle, die man zur Zersezung der schwefeligen Säure nöthig hat, muß man noch so viel Kohle mehr anwenden, als das zur Entwikelung des Schwefels als schwefelige Säure nöthige Feuer-Material beträgt.

Woher soll man nun soviel Holzkohle bekommen? Es ist wahrscheinlich keine Uebertreibung, wenn man sagt, daß alle schlagbaren Wälder in Glamorganshire nicht ein Jahr lang zureichen würden, die Kupferwerke in dieser Grafschaft zu versehen. Wenn dieß aber auch möglich wäre, wie könnte man die Auslagen.:102)bestreiten? Man hat gesagt, daß der erhaltene |277| Schwefel sie zum Theile, wenn nicht ganz, tragen würde. Aber auch hier hat es seine Schwierigkeit, und diese besieht in der Verdichtung des entwikelten Schwefels: denn, wie soll diese geschehen, ohne drei Hauptpuncte zu berüksichtigen: Ausschließung aller atmosphärischen Luft; Verminderung der Temperatur des Zuges; und Erhaltung des Zuges der Oefen. Bei den verschiedenen Versuchen, die ich anstellte, war ich nicht im Stande, ein Atom Schwefel zu erhalten (außer in einem Falle, wo ein leichter Anflug an dem Glase über dem Zuge sich zeigte), obschon ich alle mögliche Vorsicht brauchte, die atmosphärische Luft auszuschließen, und die Temperatur des Zuges unter jener des Kohlenfeuers zu halten, indem ich denselben mit Thon bedekte, und einen Strom von fließenden Wasser darüber spielen ließ. Wenn es aber auch selbst möglich gewesen wäre, Schwefel auf diese Art zu erhalten, so müßte er sehr unrein geworden seyn, außer man hätte die übrigen in dem Rauche enthaltenen Substanzen vorläufig durch wiederhohltes Waschen davon abgesondert. In diesem Falle würde aber der Verbrauch der Holzkohlen sehr vergrößert worden seyn, indem viele Luft durch die Risse in den Kammern und Zügen eindringt, und in dem Maße als das Volumen des Rauches oder vielmehr der gasartigen Entwikelungen zunimmt, auch die entsäuernde Masse der Holzkohlen zunehmen muß, um der Luft Durchgang zu gestatten, und in demselben Verhältnisse würde auch die Schwierigkeit bei Errichtung luftdichter Kammern, ungeheurer äußerer Feuer, Verdichtungs-Apparate etc. vergrössert werden müssen. Und wenn noch überdieß alle diese Hindernisse überwunden würden (was ich für ganz unmöglich halte), und wenn alle Kupferwerk-Inhaber Schwefel-Fabrikanten werden, was soll aus diesem Produkte werden? Seine Menge allein schon müßte es werthlos machen, selbst wenn es rein erhalten werden könnte.

5. Röstung in verschlossenen Gefäßen 103).

Mehr denn ein Mahl hat man mich gefragt: Aber warum löstet man nicht in geschlossenen Gefäßen und gewinnt den |278| Schwefel durch Destillation? Die Antwort ist leicht: weil der Schwefel in der Menge und Verbindung, in welcher er sich in den Cornischen Erzen findet, nicht destillirt werden kann, wenigstens nicht in bedeutender Menge; und, wenn dieß auch möglich wäre, so wüßte kein Schmelzer, was er mit dem Residuum thun sollte, indem, ohne Schwefelsäure, das in den Erzen vorkommende Metall nicht von den Erden geschieden werden könnte, und das Kupfer, daß man auf diese Weise erhielt, sich nicht gar machen (raffiniren) ließe. Der Zwek der Röstung ist nähmlich nicht bloß die Verjagung des Schwefels und der flüchtigen Bestandtheile, sondern, nach dem alten Ausdruke, die Oxidirung des Eisens und der anderen mit dem Kupfer verbundenen Metalle; und in dieser doppelten Hinsicht ist ein reichlicher und freier Zutritt von atmosphärischer Luft in die Oefen höchst nöthig. Als Beweis der guten Wirkung eines Luftstromes durch die Röstöfen können wir die Versuche mit dem Dampfe anführen, aus welchen erhellt, daß das Wasser gewöhnlich die größte Menge von Schwefel enthielt, wenn die Luftlöcher in der Brüke der Röstöfen offen waren, und ferner, daß Pas Metall (d.h. geschwefelte Metall) weit besser geröstet war, seit die Veränderungen in dem Inneren der Kammern, durch welche der Zug verbessert, und die Luftströmung durch die Röstöfen verstärkt ward, vorgenommen wurde, als da der Durchgang derselben durch das Aufsteigen und Absteigen des Rauches in verticaler Richtung erschwert war, obschon die Hize in dem Röstofen damahls beinahe so stark war, wie jezt.

Ich gebe es zu, wenn die Röstöfen so gebaut seyn könnten, daß man darin so kräftig arbeiten könnte, wie jezt, und im Stande wäre, den durch das Brennmaterials erzeugten Rauch von den Erzen abzuhalten, man sehr viel gewonnen haben würde, insofern nähmlich viele Einwürfe gegen die Verdichtung oder Zersezung der schwefeligen Säure durch chemische Mittel sich bloß auf den verdünnten Zustand des Gases gründen. Welchen Ofen soll man aber zu diesem Zweke wählen, und an einem Werke anbringen, in welchem wochentlich zwischen 4–500 Tonnen Erz, und 2–300 Tonnen Schwefel-Metall geröstet werden? Welcher ungeheuere Verlust und welche Ungelegenheit würde nicht entstehen, wenn man die bereits bestehenden Gebäude |279| gänzlich zerstören oder umbauen müßte? Wie viele Oefen würde man nicht brauchen? Woraus sollten sie gebaut werden, wenn sie Hize mittheilen, und nicht durch diese oder durch Säuren, oder durch beide zugleich zerstört werden sollen? Ziegel, als schlechte Wärmeleiter und den chemischen Einwirkungen unterworfen, taugen nichts; und Eisen würde augenbliklich zerstört seyn. Und wie würde es mit dem Brennmateriale stehen, das zur Heizung dieser Oefen nöthig ist, und außen an denselben angebracht werden muß ohne alle mittelbare Verbindung mit der Substanz, auf welche das Feuer wirken soll? Ueberdieß würde es noch eine Menge mechanischer und chemischer Hindernisse bei Anwendung des Verdichtungs- oder Entsäuerungs-Mittels geben.

Es muß, wie es mir scheint, jedem einleuchten, daß von Anwendung unmittelbar wirkender chemischer Mittel im Großen kein Vortheil erwartet werden kann, und nach reifer und sorgfältiger Erwägung, nach der gewissenhaftesten Untersuchung kann ich zu dem, was ich oben bereits erwähnte, nur noch meine Ueberzeugung beifügen, daß, zur Erreichung des erwünschten Zwekes, Wasser das einfachste, sicherste und kräftigste Mittel ist, das man anwenden kann, und in der That das Einzige, das im Großen anwendbar ist; denn während die Anwendung desselben verhältnismäßig wenig Schwierigkeiten unterliegt, gewährt es den großen Vortheil, den Rauch von allen flußspath- und arseniksauren Verbindungen zu befreien; was auf keine andere Weise so vollkommen geschieht 104). |280| dessen kann nicht unter allen Umständen eine hinlängliche Menge Wassers herbei geschafft werden, und in diesem Falle weiß ich kein anderes Mittel, als den Rauch so hoch als möglich in die Luft hinauf zu treiben, damit er seine Warme verliert und von der atmosphärischen Luft gehörig verdünnt werden kann, ehe er mit der Vegetation umher in Berührung geräth. Die Art, wie dieß bewirkt werden kann, hängt von Local-Umständen ab; in einer offenen Ebene reicht ein Schornstein von 150 bis 200 Fuß hin. Wenn aber der Grund unmittelbar in der Nähe der Werke aufsteigt, kann man unter der Erde einen Zug an dem Rüken des Hügels hinanführen, und am Ende desselben einen Schornstein erbauen. Wo man aber immer Wasser genug haben kann, empfehle ich vor allem Wasser, das auf alle mögliche Art nüzt; selbst als fließender Strom am Grunde des Zuges nüzt es durch Absorption, und, wo es in Menge vorhanden ist, durch seine abkühlende Kraft, wodurch es die Dämpfe verdichtet, die die schwefelige Säure mit ihnen zugleich niederfallen machen: allein, die kräftigste und wohlfeilste Art, das Wasser anzuwenden, ist sicherlich die Form eines Regens, durch welche mittelst Zertheilung desselben in Tropfen seiner Oberfläche eine Ausdehnung gegeben wird, die man auf keine andere Art erhalten kann, außer durch Dampf, dessen Anwendung jedoch aus anderen Gründen, wie ich gezeigt habe, nachtheilig ist.

Diesen künstlichen Regen kann man entweder in die Züge selbst, oder in die Kammern fallen lassen: Lezteres scheint mir besser. Die Größe der Kammern muß nothwendig von dem |281| Vorrathe an Wasser abhängen und von den Mitteln, die man zur Unterhaltung des Zuges aus den Röstöfen anbringen kann. Auch die Zahl der Scheidewände wird gewisser Maßen nach ähnlichen Umständen bestimmt. Es ist offenbar, daß, je mehr Scheidewände vorhanden sind, desto gleichförmiger auch der Umlauf des Rauches durch die Kammer, und seine Bloßstellung gegen die Wirkung des Wassers seyn muß: die nassen Wände dienen neben her noch als verdichtende Flächen und halten die Dämpfe und alles, was mechanisch in denselben schwebt, zurück. Es ist ferner offenbar, daß diese Sperrungen den Zug nothwendig aufhalten müssen, und aus diesem Grunde scheint es mir rathsam, wenn die Scheidewände zahlreich sind, den Rauch in der Kammer quer horizontal durchzulassen; wenn indessen nur eine Scheidewand vorhanden ist, so kann sie in der Mitte der Kammer angebracht werden, und der Rauch kann über dieselbe hinziehen, wie in der ersten Kammer des Metall-Röstofenszuges zu Hafod (der in der Figur unten dargestellt ist). Eine einzige Scheidewand dieser Art bricht den Zug des Rauches, und hindert ihn, ungestört durch die Kammer durchzuziehen, was geschehen würde, wenn man sie ganz frei und offen ließe. Man kann den künstlichen Regen von der höchsten Höhe, die man zu gewinnen im Stande ist, herabfallen lassen, und die Höhe der Kammern darnach einrichten, und die Abtheilungen im Verhältnisse zur Höhe des Falles über dem horizontalen Zuge verschmälern, so daß man das Wasser mit soviel Gas als möglich in Berührung bringt; wobei man jedoch beachten muß, daß zur Erhaltung des Zuges die Fläche jeder Abtheilung nicht unter die Fläche des horizontalen Zuges kommt, sondern vielmehr für den Raum, den das Wasser einnimmt und für die Sperrungen, die die Winkel der Scheidewände bilden, etwas zugegeben wird. Ein anderer Umstand, auf welchen man Rüksicht nehmen muß, ist, daß das Wasser, sobald es seine Schuldigkeit gethan hat, aus der Kammer ausgelassen wird, indem, wenn es der Ofenhize länger ausgesezt bleibt, die Temperatur desselben erhöht wird, und es wieder einen Theil des Gases fahren lassen würde, das es vorher verschlang. Ueber Form und Stellung der Löcher in den Regen-Pfannen wurden oben die gehörigen Bemerkungen vorgebracht.

|282|

Was die Form und den Bau der horizontalen Züge und des hohen Schornsteines betrifft, so ist die ganze Einrichtung derselben, wie sie an unserem Werke zu Hafod sich befinden, in anliegender Zeichnung im Grundrisse und Durchschnitte dargestellt. Es ist bekannt, daß der Zug eines Reverberir-Ofens durch einen unterirdischen Zug stark genug erhalten werden kann, wenn der Rauch nicht gewaschen werden darf, und der Schornstein hoch genug und nahe genug an den Werken ist, indem der ganze Zug durch die Temperatur hoch genug erhalten werden kann. Wenn aber der Rauch nach und nach durch eine Reihe von Regenkammern durch muß, so halte ich einen erhöhten Zug für entschieden besser, obschon er bei seiner ersten Anlage höher zu stehen kommt, indem, wenn er unmittelbar bei den Röstöfen aufsteigt, ein Zug entsteht, der sehr wohlthätig auf den Gang der Arbeit wirkt, und das Ausfahren des Rauches in die Werke, wenn die Thüren der Oefen offen stehen, hindert. Die Verdünnung der Luft in dem Schornsteine unterhält den weiteren Zug während des Verdichtungs-Processes, und nach demselben.

Die höhere Temperatur in dem Schornsteine105)dadurch hervorgebracht werden, daß bloß ein einziger Schmelz-Ofen gerade in denselben zieht; oder, der Schornstein kann so nahe an den Werken angebracht und so groß gebaut werden, daß er alle Schmelz-Oefen überhaupt aufnimmt, und diese durch horizontale Züge, die von jenen der Röstöfen verschieden sind, mit sich verbindet. Die Verbindungen der Züge, wo diese auf Bögen liegen, müssen luftdicht gehalten werden, damit die äußere atmosphärische Luft nicht eindringen kann; oder, wo es die Lage erlaubt, kann der Zug mit Erde bedekt werden.

–––––––––––

Aus Obigem wird hoffentlich erhellen, daß ich diesem Gegenstande alle mögliche Aufmerksamkeit schenkte; daß ich es von meiner Seite an keiner Bemühung fehlen ließ, und daß von Seite der Eigenthümer der Werke zu Hafod keine Auslage |283| gespart wurde, um einen so wünschenswerthen Zwek zu erreichen. Eine bare Auslage von mehr denn 6000 Pf. (ohne alle zufälligen Ausgaben, wie z.B. für außerordentliches Brennmateriale und andere Materialien, die, während die Abänderung der Züge durch Unterbrechung der Arbeiten an den Röstöfen nöthig wurden; für Ableitung eines Theiles des Wassers der Forest-Mills) liefert den Bewohnern von Swansea und der Nachbarschaft einen deutlichen Beweis, daß wir, insofern es an uns gelegen war, ernstlich wünschen, denselben alle Vortheile eines Kupfer-Werkes zu verschaffen, ohne daß sie die Nachtheile desselben fühlten sollten. Daß wir zu Lezterem nicht gezwungen waren, ist daraus offenbar, daß wir unser Werk begannen, ehe man dagegen von der Jury Klage führte, und daß wir nicht von unseren Bemühungen abstanden, nachdem man dieselbe vor Gericht zu bringen versuchte, haben wir gleichfalls erwiesen. Und wenn wir uns auch nicht schmeicheln können, daß wir durchaus, ganz und gar Atömchen beseitigten, welches man als eine Ungelegenheit betrachten kann, so glauben wir wenigstens behaupten zu können, daß wir es soweit niederschlagen, daß es für die Zukunft in Bezug auf unsere Werke keine Veranlassung zur Klage mehr geben kann. Wir leben der Ueberzeugung, daß die Liberalität der Bewohner Swansea's und der nächsten Umgebungen um unsere Werke uns die Gerechtigkeit widerfahren lassen wird zu glauben, daß wir mehr durch aufrichtiges Verlangen von unserer Seite ihren Wünschen entgegen zu kommen, und von einem Vorgefühle der Vortheile, welche die Stadt und die Nachbarschaft dadurch gewinnen kann, zu den Anstrengungen und Aufopferungen, welche wir gemacht haben, angespornt wurden, als durch irgend eine Hoffnung, uns selbst Vortheile zu verschaffen, oder durch irgend eine Furcht vor gerichtlichem Verfahren gegen uns. Denn, was das Leztere betrifft, so hielten wir uns durch die Vermuthung gesichert, daß eine Maßregel, die dem Interesse der Stadt Swansea und der Grafschaft Cornwall so nachtheilig seyn müßte, wie ein Versuch, Kupferwerke zu unterdrüken, nie mit Ernst ergriffen, und nie darauf beharrt werden kann; oder, wenn dieß der Fall gewesen |284| wäre, so lebten wir der sicheren Erwartung, daß Manufacturen für dieses Land so wichtig sind, daß man sie durch Gesezes-Kraft hätte sicher stellen müssen. Denn dasselbe, was man gegen die Werke zu Swansea hätte vorbringen können, müßte auch von allen übrigen Werken gelten, und die Unterdrükung des einen Werkes müßte die Auflösung aller übrigen zur Folge gehabt haben.

Ich sehe wohl ein, daß man sagen kann, man könne die Kupfer-Werke anderswo hin verlegen. Aber wo, wenn ich fragen darf, wird man nicht dasselbe sagen, wenn diese Werke daselbst bereits vorhanden sind, oder wenigstens bald nach Errichtung derselben? Wenn es auch möglich wäre, anzunehmen, daß diese Werke in irgend einen Winkel, fern von allen Wohnungen der Menschen, an einem schiklichen Bache und bei einem reichen Vorrate von Kohlen angelegt werden könnten, so würden bald Hütten, und in der Folge Städte um dieselben entstehen, und ohne Zweifel würde es, in einigen Jahren darauf, Einwohner in denselben geben, die über dasjenige als über eine Ungelegenheit klagen, was doch die Ursache ihres Emporkommens und ihres Wohlstandes gewesen ist. Mit einem Worte, wenn Kupfer-Werke etwas Schädliches sind, so lasset uns alles Mögliche aufbiethen, um dieses Schädliche zu entfernen; wenn aber diese Entfernung nur durch Aufhebung oder Verlegung derselben möglich ist, dann hat alle Kupfer-Erzeugung in England ihr Ende gefunden.

Marino 26. Nov. 1622.

Joh. Heinr. Vivian.

P. S. Seit Obiges geschrieben wurde, haben die Herren, die als Richter ausersehen waren, ihre End-Sizung gehalten, und ihren Bericht erstattet. Da sie in diesem Berichte noch weitere Versuche über die Zersezung der schwefeligen Säure durch kohlenstoffige Körper empfahlen, und ich den Wünschen derjenigen entgegen kommen wollte, denen wir alle für ihre mit so vieler Geduld fortgesezten mühevollen Unternehmungen, und für ihre große und ununterbrochene Aufmerksamkeit während des ganzen Verlaufes ihrer schweren Aufgabe, der sie sich so sehr opferten, so vielen Dank schuldig sind; so entschloß ich mich, ungeachtet der entschiedenen Meinung, die ich hatte und äußerte, |285| die Versuche, die ich mit Steinkohlen (einer beinahe reinen kohlenstoffigen Substanz, frei von Erdharz und von Erde) und mit Cokes bereits angestellt hatte, zu wiederholen. Ich erbath mir den Beistand einiger wissenschaftlich gebildeter Herren, die damahls in der Nachbarschaft auf Besuch waren, damit sie Zeugen des Erfolges wären.

Unser erster Versuch bestand darin, daß wir den Rauch durch ein Steinkohlen-Feuer trieben, das in dem kleinen Versuchs-Ofen neben dem Schornsteine angebracht war. Das Resultat war vollkommen demjenigen ähnlich, welches wir bei unseren früheren Versuchen erhielten: das Feuer war so eng und dicht, daß auch nicht ein Atom Gas durchdringen konnte, und ohne Dampfmaschine, im Verhältnisse zur Größe unserer Werke hätte auch, wie einer der gegenwärtigen Herren bemerkte, nicht ein Atom durchgejagt werden können.

Ich habe diese Versuche auch mit Cokes wiederhohlt, ohne besseren Erfolg erhalten zu haben.

Gekohlstofftes Wasserstoffgas.

Unter dieser Aufschrift will ich einige Versuche anführen, die ich auf Anrathen einiger sehr ausgezeichneten Chemiker unternommen habe, um Zersezung der schwefeligen Säure durch Kohlen-Wasserstoff-Gas, das aus Steinkohlen destillirt wurde, zu bewirken. Der Apparat bestand aus einer kleinen Plattform, die vorne an einem der Erz-Röstöfen angebracht war, und über welche Rauch und Flamme auf dem Wege nach dem Schornsteine wegschlägt. Diese Plattform ward mit bindender Kohle bedekt, die dem Rauche freien Durchgang über dieselbe ließ. Bei Entwikelung des gekohlstofften Wasserstoffgases durch die Hize der Flamme, die durch den Röstofen ging, war allerdings einige chemische Einwirkung zu bemerken; allein, ich muß gestehen, daß ich sie, wie alle anderen Zersezungs-Versuche nur als ein Laboratorium-Experiment betrachten kann, das im Großen durchaus unanwendbar ist; denn, obschon es beim ersten Anblike scheinen könnte, daß einige Einwürfe, die ich gegen die Holzkohlen machte, sich nicht auf das Kohlenwasserstoff-Gas anwenden lassen, so bleiben doch immer die mechanischen Schwierigkeiten, die die Anwendung desselben im Großen, wo sie gelingen |286| soll, begleiten, sehr groß, und sind, wie ich glaube, unüberwindlich.

Die Vortheile, welche gekohlstofftes Wasserstoffgas, als entsäuerndes Mittel auf obige Art angewendet, vor der Holz, kohle voraus hat, sind 1tens, daß der Zug aus den Röstöfen dadurch nicht verstopft wird; 2tens, daß das angewendete Mittel sich in gasförmigem Zustande befindet, und folglich desto leichter mit jenem gasförmigen Körper, auf welchen es wirken soll, in unmittelbare Berührung gebracht wird; 3tens, daß keine Beihülfe eines äußeren Feuers nöthig ist, um die Substanz in glühendem Zustande zu erhalten; 4tens, daß es möglich ist, das anzuwendende Mittel zu erhalten.

Allein es scheint mir, daß gegen diesen Plan noch immer folgende Einwürfe gemacht werden können.

1stens, ist durchaus ein neuer Bau der Oefen hierzu nöthig; wenigstens müßten solche Veränderungen an denselben vorgenommen werden, die die gegenwärtigen Werke wenn nicht gänzlich unnüz machen, doch sehr hindern müßten.

2tens, zweifle ich sehr, ob die Hize, die bei dem Röst-Ofen verloren geht, hinreichen würde, eine bedeutende Menge Gas aus der Kohle zu destilliren.

3tens, die große Auslage und Unbequemlichkeit, den Ofen so mit Kohlen zu füllen, so daß sie immer eine neue Oberfläche darbiethen, die Cokes nach der Destillation wegzuräumen, den Niederschlag auszupuzen etc.

4tens, daß man gekohlstofftes Wasserstoffgas aus Kohlen nur dann erhält, wenn diese ohne Zutritt der äußeren atmosphärischen Luft gehizt werden, oder wenn es, wo es während des Zutrittes der atmosphärischen Luft entwikelt wird, nicht in dem Augenblike seiner Entwikelung verbrannt wird; denn man kann nicht annehmen; daß Wasserstoff und Kohlenstoff sich ehe mit demjenigen Sauerstoffe verbinden wird, der bereits mit Schwefel verbunden ist, als mit dem unverbrauchten Sauerstoffe, der durch den Ofen zieht.

5tens, die Schwierigkeit, ein Verdichtungs-Mittel herbeizuschaffen. Nehme man an, daß schwefelige Säure durch gekohlstofftes Wasserstoffgas zersezt wird, so wird nothwendig sich Wasser bilden müssen; wahrscheinlich auch eine bedeutende |287| Menge von geschwefeltem Kohlenstoffe; etwas geschwefelten Wasserstoff, und ein Gemenge von Schwefel und Holzkohlen, für dessen Ablagerung man um einen kühlen Ort in der Nähe des Ofens und außer dem Bereiche der atmosphärischen Luft sich umsehen muß. Unter den verdichtbaren Substanzen wild sich auch sehr viel metallischer Arsenik aus der zersezten unvollkommenen Arseniksäure absezen, so daß der Schwefel durch diese Beimischung, in welcher er allein erhalten werden kann, allen Werth verliert, obschon ich übrigens durchaus nicht glaube, daß man irgend eine bedeutende Menge Schwefels sammeln kann; denn es scheint mir einleuchtend, daß Unterhaltung des Luftzuges bei den Röstöfen und Verdichtung des Schwefels durchaus nicht neben einander bestehen können. Wenn die Temperatur in dem Zuge vermindert, oder irgend ein Stillstand in demselben hervorgebracht wird, um den Schwefel aufzusammeln, so muß der Zug nothwendig dabei leiden; und wenn, im Gegentheile, die Hize groß und der Zug der Luft unter Beitritt der atmosphärischen Luft in dem Zuge stark ist, so wird der Schwefel, unter der Voraussezung nähmlich, daß wirklich Zersezung des Gases Statt hatte, sich wieder entzünden (man weiß, bei welcher niedrigen Temperatur er in Flamme geräth) und das schwefeligsaure Gas wird sich neuerdings bilden.

Ich will, zum Beschlusse, noch einige Rechnungen über die hierzu nöthige Menge Kohlen beifügen.

Nach Brande's Handbuch der Chemie (Manual of Chemistry) S. 153 wiegen 100 Kubik-Zoll gekohlstofftes Wasserstoffgas, wie man es zur Beleuchtung braucht106). 17,325 Gran: ein Kubikfuß wiegt also 300 Gran. Wenn wir nun annehmen, daß man aus einem Kessel (chaldron) der besten |288| Swansea-Kohlen 7,000 Fuß Gas erhält (und dieß ist wirklich die Menge, die wir bei unseren auf unserem Gaswerke zu Hafod angestellten Versuchen erhielten), so geben 7,000 Fuß Gas 300 Pfund gekohlstofften Wasserstoff, der aus einem Viertel seines eigenen Gewichtes Wasserstoff und drei Viertel Kohlenstoff besteht. 300 Pfund gekohlstoffter Wasserstoff enthalten folglich 75 Pfund Wasserstoff. Wenn nun Wasserstoff in Wasser verwandelt werden soll, so nimmt er 8 Mahl soviel Sauerstoff auf; folglich werden 75 Pfund Wasserstoff 600 Pfund Sauerstoff hierzu erfordern. Wenn nun das Cornisch-Erz im Durchschnitte 12 per Cent Schwefel hält, so wird man 1 1/2 Tonnen Wasserstoff nöthig haben, um dasselbe mit den 12 Tonnen Sauerstoff, der mit dem Schwefel zu schwefeliger Säure verbunden ist, zu Verbinden, oder man wird 45 Chaldrons Kohlen auf jedes Hundert Tonnen geschmolzenen Erzes nöthig haben. Nimmt man aber an, daß der in der Kohle enthaltene Kohlenstoff, statt daß er herabgesezt wird, bei Wegnahme des Sauerstoffes aus der schwefeligen Säure sowohl als aus dem Wasserstoffe thätig ist, so werden die 225 Pfund Kohlenstoff, welche in dem Gase aus einem Chaldron Kohlen enthalten sind, sich mit beinahe 300 Pfund Sauerstoff verbinden, und die Menge der nöthigen Kohle wird folglich um ein Drittel weniger, als oben angegeben wurde, betragen.

Diese Berechnungen gründen sich indessen alle auf Unmöglichkeiten, wie

1stens, daß aller Kohlenstoff in Thätigkeit gebracht werden kann, indem es doch offenbar ist, daß, wo man eine chemische Operation dieser Art im Großen ausführt, das Wirkende und das, worauf gewirkt wird, nicht in vollkommene Berührung mit einander gebracht werden kann; wo eines auf das andere stößt, wird nicht immer, und man darf wohl sagen, nimmer das erforderliche genaue Verhältniß zwischen beiden vorhanden seyn, so daß ein beträchtlicher Theil des reducirenden Mittels oder des Rauches unbenüzt verloren gehen muß.

2tens ist es für die beiden in dem Kohlengase enthaltenen Substanzen gleich unmöglich, unabhängig von einander in der ganzen Ausdehnung ihrer Zersezungs-Kräfte zu wirken; indem, ohne Zweifel, gewisse Mengen von Kohlenstoff sich mit |289| dem Schwefel vereinigen, welcher durch den Wasserstoff aus der schwefeligen Säure befreit wird, und auf diese Weise geschwefelten Kohlenstoff bilden. Dieses Gemenge ist ein leichter und außerordentlich flüchtiger Körper von sehr ekelhaftem Geruche, und äußerst verbrennlich. Zuweilen wird sich auch einiger Schwefel und Wasserstoff mit einander verbinden, und das stinkende Gas, genannt Schwefel-Wasserstoffgas, erzeugen. Wenn wir daher annehmen, daß die kohlenwasserstoffigen Substanzen auf die vortheilhafteste Weise auf den Kupferrauch wirken, so erhalten wir, als Producte: Schwefel, Holzkohle, geschwefelten Kohlenstoff, geschwefelten Wasserstoff, Kohlenstoff-Oxid, Kohlensäure, und Wasser, je nachdem nähmlich die Hize an den verschiedenen Stellen, wo die Wirkung vor sich ging, verschieden war, und die Verhältnisse des Kupferrauches und der kohlenwasserstoffigen Verbindungen während des Rührens und Füllens der Erze oder der zu destillirenden Kohlen verschieden gewesen sind.

3tens, ist die Rechnung hinsichtlich der Menge Gases, welche man aus einem Chaldron Kohlen erhielt, offenbar unrichtig indem sie auf der Voraussezung beruht, daß man in offenem Feuer soviel gekohlstofftes Wasserstoffgas erhält, als in eisernen Retorten.

4tens, würde der Verbrauch des Gases durch den Kohlenstoff oder Wasserstoff, der zur Verwandlung der Kohlensäure aus dem ersten Feuer in Kohlenstoff-Oxid nothwendig ist, unendlich vergrößert werden, und gleichfalls noch durch Zersezung der Schwefelsäure, welche in bedeutender Menge in dem Kupferrauche vorhanden ist, und um die Hälfte mehr gekohlstofften Wasserstoff hierzu erfordert, als die schwefelige Säure, nach welcher man obige Rechnungen angestellt hat.

Obschon ich von der Unausführbarkeit der Anwendung irgend einer brennbaren Substanz zur Zersezung bei Kupfer-Werken im Großen innig überzeugt war, so habe ich doch der Idee, Kohlenwasserstoff-Gas zu versuchen, weil sie eine hohe Autorität für sich hatte, alle mögliche Aufmerksamkeit geschenkt, und habe mich daher mehr in das Detail eingelassen, als sonst nicht nöthig gewesen seyn würde. Ich habe indessen dadurch die Beruhigung erlangt, versichern zu können, daß, nach gehöriger |290| Erwägung der mannigfaltigen Einwürfe, die man gegen die praktische Ausführbarkeit dieser Idee machen muß, selbst diejenigen, die sie zuerst hatten, jezt mit mir übereinkommen, daß Wasser das beste und in der That das einzige Mittel ist, das im Großen angewendet werden kann.

Es gewährt mir endlich noch großes Vergnügen, die Meinung eines Mannes hier anführen zu können, den man mit Recht einen hohen wissentlichen Rang zuerkannt, und der gleich Anfangs als Mitglied des Ausschusses ernannt wurde, der hier als Richter urtheilen sollte: des Hrn. Davies Gilbert. Unpäßlichkeit hielt ihn unglücher Weise ab, nach Swansea zu kommen; ich fühle mich aber glüklich, ihm meinen hohen Dank für die Bereitwilligkeit darzubringen, mit welcher er mir jederzeit alle mögliche Aufmerksamkeit und Hülfe bei Verfolgung meines Planes leistete.

Er sagt in einem Briefe, den ich neulich von ihm über diesen Gegenstand erhielt: „Ich habe alle ihre geschriebenen und gedrukten Aufsäze über diesen Gegenstand mit dem größten Vergnügen und mit vollkommener Zufriedenheit gelesen. Sie beweisen, daß man durch ihre einfachen und leicht ausführbaren Mittel: hohe Schornsteine, lange Züge mit Kammern und Wasser, sehr viel gewinnen kann, und daß alles, was man Laboratorium-Künste nennt, auf Kupfer-Werke im Großen durchaus anwendbar ist. Man muß allerdings das Mißlingen von Vorschlagen, zur gänzlichen Beseitigung aller Nachtheile, insofern sie auf eine richtige chemische Theorie gegründet und durch Versuche im Kleinen erprobt sind, bedauern; ich finde aber gerade darin einen Grund, mich des glüklichen Erfolges zu freuen, den sie wenigstens zum Theile erhielten, der meine Erwartungen weit überstieg, und mit welchem nach meiner Meinung alles vollkommen zufrieden seyn kann.“

„Wenn bei Anlage neuer Werke irgendwo der Boden ansteigt, so scheint es offenbar, das die Züge zuerst aufwärts steigen müssen, um Zug für den Ofen zu gewinnen, und dann erst in horizontaler Richtung fortgeleitet werden, und, wo möglich, Wasser auf eine solche Art aufnehmen können, daß dieses die größte Oberfläche darbiethet. Wo aber ein solcher ansteigender Grund nicht nahe genug wäre, würde ich ungefähr in der Mitte |291| der Werke einen sehr hohen und sehr weiten Schornstein errichten, und die Züge aus allen Oefen in denselben leiten: die Züge der Röstöfen verhältnißmäßig tief, und die der Schmelzöfen bedeutend höher in denselben über eine gehörige Anzahl schiefer Flächen leiten.“

„Auf diese Weise würde man einen hinlänglichen Zug für die Schmelzöfen erhalten, und die durch die höhere Temperatur ihrer elastischen Producte (die keiner Reinigung bedürfen) erzeugte Verdünnung der Luft in dem oberem Theile dieses Central-Schornsteines würde den Zug der Röstöfen unterstüzen.“ Ich hoffe, man wird es nicht als eine Ueberschreitung der bescheidenen Gränze von Selbstgefälligkeit ansehen, wenn ich noch folgende Stelle aus dem Briefe dieses ausgezeichneten Mannes beifüge: Laudari a laudato viro hat immer für einen hohen Lohn gegolten, und ich gestehe es, es gewährte mir das höchste Vergnügen, den Beifall eines Mannes, der so sehr geeignet ist, sein Urtheil über diesen Gegenstand laut auszusprechen, in folgenden Worten zu erhalten:

„Die Bekanntmachung Ihrer Versuche und Beobachtungen wird nicht bloß die Schmelzer zur wahren und einzigen Methode führen, ihre Werke für das Publicum so wenig nachtheilig als möglich zu machen, sondern sie muß auch, früher oder später, die Erwartungen des Publicums mäßigen, und die Nation eine große Quelle ihrer Macht und ihres Wohlstandes dulden lehren; eine Quelle, die für zehn unter Tausend ihrer arbeitsamsten Mitbürger Unterhalt strömt für den geringen Preis einer kleinen örtlichen und unvermeidlichen Ungelegenheit.“

„Ich kann nur noch das hinzufügen, daß Sie als einzelnes Individuum und Vivian und Söhne zusammen genommen, das höchste Lob und allen Dank für die Mühe und Auslagen verdienen, die sie auf ihre höchst interessanten Versuche verwendeten, so wie für die Geschiklichkeit, mit welcher sie dieselben durchgeführt haben107).“

|292|

Erklärung der Kupfertafel.

Fig. 1. Aufriß und Durchschnitt des horizontalen Zuges und der Verbindungs-Kammer mit den Wasser-Einlässen, wie sie im Julius 1821 waren.

A. Plan oder horizontaler Durchschnitt der Kammer.

B. Senkrechter Durchschnitt derselben.

C. Querdurchschnitt der Kammer durch ab.

D. Querdurchschnitt des Zuges durch ab.

E. Querdurchschnitt des Zuges durch dd.

a. Röhren in dem Zuge und in der Kammer, mit Löchern für die Einlösse.

b. Eiserne Platten, an welche das Wasser anschlägt.

c. Eine Brüke in der Kammer, mit Löchern am Grunde derselben, durch welche das Wasser durchfließt.

d. Ein Heber zur Entleerung des Wassers, mit einer Kappe, die abgenommen werden kann, um den Bodensaz auszuwaschen.

e. Hauptleitungs-Röhren des Wassers aus dem Canale, welche die Armröhren a versehen.

f. Kupferne Hähne zu denselben, um den Zufluß des Wassers zu regeln.

Fig. 2. Plan und Durchschnitt der Regen-Kammern mit senkrechten Abtheilungen: der Rauch steigt hier auf und nieder, wie im Sommer 1822; auch ist der Apparat für Schwefelsäure, der Versuchofen für kohlenhältige Stoffe und das Kalkwasser-Gefäß hier vorgestellt.

F. Horizontaler Durchschnitt.

G. Verticaler Durchschnitt, der den oberen horizontalen Zug aus den Schmelzöfen darstellt.

H. Querdurchschnitt der Kammer und oberer Zug.

I. Verticaler Durchschnitt des Versuchofens.

Detail der Regen-Kammern.

g. Horizontaler Zug aus den Schmelzöfen. Man wollte Anfangs den Zug in gerader Richtung nach dem Schornsteine führen, wie die punctirten Linien in dem Durchschnitte andeuten; bei genauerer Erwägung schien es jedoch klüger, denselben mit dem Zuge der Röstöfen zu verbinden, indem sonst der auf |293| schlechtem Grunde gebaute Schornstein durch das Einbrechen einer neuen Oeffnung in denselben beschädigt werden könnte.

h. Horizontaler Zug aus den Röstöfen, ungefähr 4 Fußhoch, und 3 Fuß 3 Zoll weit.

i. Röhren zur Leitung des Wassers in die Regentröge.

j. Ziegel-Abtheilungen in den Kammern.

k. Regentröge, die von eisernen Stangen getragen werden.

l. Oeffnungen mit eisernen Thüren zum Einsezen und Herausnehmen der Tröge und Leitung der Arbeiten. Die unteren Oeffnungen an der Seite der Kammer dienen zur Beobachtung des Regens.

m. Oeffnungen am Grunde der Scheidewände zum Durchgange des Rauches.

n. Entleerungs-Röhren für das Wasser: die Mündungen werden in dem Troge o bedekt gehalten, um den Zutritt der Luft zu hindern.

p. Eiserner Dämpfer in dem Hauptzuge, der sich um seinen Mittelpunct dreht.

q. Zug aus den Metall-Röstöfen.

Kalkwasser-Versuch.

r. Kalkgefäß.

s. Röhre zur Leitung des Kalkwassers nach den Regen-Trögen.

Apparat für Schwefelsäure.

t. Kleiner Zug, der in die Bleikammer führt.

u. Ofen zur Bereitung des salpeterigen Gases.

v. Bleikammer.

w. Kleiner Zug der aus der Bleikammer in den Hauptzug führt.

Versuch-Ofen.

x. Kleiner Zug, der in den Ofen führt, und mit einem Dämpfer, y, versehen ist.

z. Körper des Ofens, ungefähr vier Fuß im Gevierte.

a'. Zug aus dem Ofen in den Schornstein b.

c'. Ofen-Thüre.

Fig. 3. Allgemeiner Plan und Durchschnitt des horizontalen Zuges aus den Röstöfen, der Regenkammern mit ihren Abtheilungen |294| (der Rauch geht horizontal durch), des hohen Schornsteines und der Schmelzöfen, wie das Werk im November 1822 im Gange war.

I. Senkrechter Durchschnitt.

K. Horizontaler Durchschnitt.

L. Querdurchschnitt der Kammer.

Das Detail der Kammer ist, wie in Fig. 2.

d'. Oeffnung in dem Ende der Scheidewand, damit der Rauch horizontal durch die Kammer kann.

e'. Reverberir-Ofen, der in den hohen Schornstein f' durch den Zug g' zieht, und zum Schmelzen der Schlaken dient.

M. Durchschnitt der ersten Regenkammer auf dem Zuge der Metall-Röstöfen, wie sie im November 1822 im Gange war.

g'. Horizontaler Zug aus den Metall-Röstöfen.

i'. Ziegelwand.

j'. Oeffnung in dem oberen Theile der Scheidewand zum Durchgange des Rauches.

k'. Kupferne Cisterne für die Regen.

l'. Wasserröhren zur Speisung der Cisterne.

Resultate der an den Kupferwerken zu Hafod von den Hrn. Phillips und Faraday im Julius und August 1822 angestellten Versuche108).

1. Anflug in dem Zuge der Röstöfen gerade vor der Regenkammer. – Der Zug war heiß; der Anflug troken und staubartig; beim Herausnehmen roch er nach Arsenik; mit schwarzem Flusse gehizt, zeigte er leichte Spuren von Arsenik; mit Säuren untersucht, zeigte er kein Kupfer.

2. Schaum des Wassers bei der ersten Regenkammer am Zuge der Erzröster. – Schwarz und sauer; vorzüglich metallischer Arsenik, jedoch mit einigem weissen, und etwas Schwefel; kein Kupfer bei angewendeter Salpetersäure, auch nicht aufgelöst.

3. Schaum des Wassers der zweiten Regenkammer |295| am Zuge der Erzröster. – Schwarze Masse, wie 2, und eine weiße, beinahe reiner Arsenik.

4. Bodensaz aus dem Troge der ersten Regenkammer am Zuge der Erzröster. – Gehörig ausgewaschen und die feine schwarze Masse von dem schweren Sande abgesondert, gab diese schwarze Masse mit Fluß eine Menge Arsenik, und der schwere Sand in Wasser gekocht eine Menge von unvollkommener Arseniksäure oder weißem Arsenik.

5. Wasser aus dem Troge der ersten Regenkammer am Zuge der Erzröster. – Enthielt weder Kupfer noch Eisen aufgelöst, aber eine Menge Arsenik.

6. Wasser aus dem Troge der zweiten Regenkammer am Zuge der Erzröster. – Enthielt Arsenik aufgelöst; kein Kupfer und kein Eisen.

7. Wasser aus dem Troge der ersten Regenkammer am Zuge des Metallrösters. – Enthielt etwas Eisen, kein Kupfer, aber einigen Arsenik.

8. Wasser aus dem Troge der zweiten Regenkammer am Zuge des Metallrösters. – Enthielt etwas mehr Eisen, kein Kupfer, aber sehr viel Arsenik, bei weitem mehr als in Nro. 7.

9. Anflug aus dem Zuge der Röster hinter den Regenkammern. – Mit schwarzem Flusse geglüht, gab er geringe Spuren von Arsenik. Der Zug war sehr kühl, und der Anflug naß und kothartig. Mit Salpetersäure untersucht, zeigte er kein Kupfer.

10. Wasser aus der ersten großen Kammer am Erzröster-Zuge aus der ersten Abzugsröhre: Temperatur: 112°. – Zeigte Schwefel und schwefelige Säure. Eine halbe Pinte gab 17,5 Gran schwefelsaure Schwererde. Ein Gallon enthielt 37,92 Gran Schwefel.

11. Wasser aus der zweiten großen Kammer außer der Verbindung der zwei Züge. Temperatur: 65°. – Eine halbe Pinte gab 18,75 Gran schwefelsauren Baryt. Ein Gallon hielt 40,64 Schwefel.

12. Wasser aus der ersten großen Regenkammer, Metallröster-Zug: um 5 U. M. Die Ziegellöcher |296| offen109). Kein Dampf. Eine halbe Pinte gab 3,5 Gran schwefelsaure Schwererde. Ein Gallon enthielt 19 Gran Schwefelsäure. Dieses Wasser, nicht gesotten, sondern auf Schwefel- und schwefelige Säure behandelt, gab in einer halben Pinte 15,75 Gran schwefelsaure Schwererde, und ein Gallon hielt 34,24 Gran Schwefel.

13. Wasser um 12 Uhr Mitternacht aus der ersten Röhre gab in einer halben Pinte 16,5 Gran schwefelsaure Schwererde, und hielt in einem Gallon 35,8 Gran Schwefel.

Erster Dampf-Versuch.

14. Wasser aus dem gemeinschaftlichen Strome des Troges der ersten Kammer am Zuge des Metallrösters. – Die schwefelige Säure ist in Schwefelsäure verwandelt und niedergeschlagen. Die Ziegellöcher offen: kein Dampf. Temperatur 96° F. Eine halbe Pinte gab 13,5 schwefelsaure Schwererde. Ein Gallon enthielt 29,28 Gran Schwefel.

15. Die Ziegellöcher offen: Dampf durch 10 Minuten. Temperatur: 107° F. Eine halbe Pinte gab 13,5 Gran schwefelsaure Schwererde. Ein Gallon enthielt 29,28 Gran Schwefel.

16. Die Ziegellöcher offen: Dampf durch 40 Minuten. Temperatur: 110° F. Eine halbe Pinte gab 13,4 Gran schwefelsaure Schwererde. Ein Gallon enthielt 29 Gran Schwefel.

Zweiter Dampf-Versuch.

Wasser aus der ersten Abzugsröhre am Zuge des Metallrösters. Das schwefeligsaure Gas ward abgetrieben und die Schwefelsäure allein geschäzt.

17. Die Ziegellöcher geschlossen: kein Dampf. Temperatur: 113° F. Eine halbe Pinte gab 6,25 Gran schwefelsaure Schwererde. Ein Gallon enthielt 33,87 Gran Schwefelsäure.

18. Die Ziegellöcher geschlossen: Dampf fort. Temperatur: 128° F. Eine halbe Pinte gab 7 Gran schwefelsauren Baryt. Ein Gallon enthielt 38 Gran Schwefelsäure.

19. Ziegellöcher offen: kein Dampf. Temperatur: 109° F. Eine halbe Pinte gab 7,2 Gran schwefelsaure Schwererde. Ein Gallon enthielt 40,8 Gran Schwefelsäure.

|297|

20. Ziegellöcher offen: Dampf fort. Temperatur: 125° F. Eine halbe Pinte gab 7,5 Gran schwefelsaure Schwererde. Ein Gallon enthielt 39 Gran Schwefelsäure.

Kalk-Versuche.

21. Kalkwasser, 6 Mahl durch die Regenkammer gelassen; nach dem Sieden, um die schwefelige Säure abzutreiben, gab eine halbe Pinte 8 Gran schwefelsauren Baryt. Ein Gallon enthielt 43,6 Gran Schwefelsäure. Auch wurde schwefelsaurer Kalk abgesezt.

22. Kalkwasser (Kalk-Rahm), Ein Mahl durch den Regen-Trog gelassen, ohne Sieden, gab in einer halben Pinte 10,5 Gran schwefelsaure Schwererde. Ein Gallon enthielt 22,8 Gran Schwefel.

23. Wasser aus der ersten Kammer, am Erzröster-Zuge, gesotten und mit essigsaurem Bleye niedergeschlagen, der Niederschlag getroknet und mit Schwefelsäure erhizt, gab Flußspathsäure im Ueberflusse.

Rauch etc. etc.

24. Luft aus dem Erzröster-Zuge gerade vor dem Eintritt in die Regenkammer, vor dem Winde:

Saure Gase (schwefelig und kohlensaures, vom
Wasser verschlingbares Gas)
10,64
Sauerstoff 8,94
Nitrogen 80,42
––––––
100 –

25. Luft aus dem Erzröster-Zuge gerade vor dem Eintritte in die Regenkammern, unter dem Winde:

Saure Gase 9,28
Sauerstoff 9,66
Nitrogen 81,06
–––––
100 –

26. Luft aus dem Zuge, nach dem sie durch alle Regenkammern ging.

Schwefelig- und kohlensaures Gas, vom Wasser
verschlingbar
7,22
Sauerstoff 13,40
Nitrogen 79,38
–––––
100 –
|298|

Wasser im Oktober 1822 genommen. Untersucht von Hrn. Phillips.

27. Wasser aus der ersten Ausleerungs-Röhre in der ersten Regenkammer am Metallröster-Zuge.

18 Gran Schwefel im Zustande von Schwefel-Säure.
21 ditto ditto schwefeliger Säure.
–––
31 Schwefel in Allem in einem Wein-Gallon.

28. Wasser aus der lezten Ausleerungs-Röhre in der zweiten Regenkammer am Metallröster-Zuge.

10 Gran Schwefel im Zustande von Schwefel-Säure.
20 1/2 ditto ditto schwefeliger Säure.
–––––
30 1/2 Schwefel in Allem in einem Wein-Gallon.

29. Wasser aus der lezten Ausleerungs-Röhre in der zweiten großen Regenkammer, jenseits der Vereinigung der Erz- und Metallröster-Züge.

10 Gran Schwefel im Zustande von Schwefel-Säure.
9 1/2 ditto ditto schwefeliger Säure.
–––––
19 1/2 Schwefel in Allem in einem Wein-Gallon.

Dritter Dampf-Versuch, am 4. Jan. 1823. Das Wasser ward von Hrn. Faraday untersucht.

Wasser um 10 Uhr Nachts aus dem Troge der ersten Kammer am Metallröster-Zuge genommen.

30. Die Ziegellöcher offen: kein Dampf. Temperatur: 76° F.

Ein Wein-Gallon gab 14 Gran Schwefel; als Schwefel-Säure = 35 Gran.
23 ditto; als schwefel. Säure = 46 Gran.
–––––
37 Gran Schwefel in Allem.

31. Die Ziegellöcher offen: Dampf fort. Temperatur: 84° F.

Ein Wein-Gallon gab 18,5 Gr. Schwefel; als Schwefel-Säure = 46,2 Gr.
25,1 ditto; als schwefel. Säure = 50,2 Gr.
–––––
43,6 Gran Schwefel in Allem.

32. Die Ziegellöcher geschlossen: kein Dampf. Temperatur: 77° F.

Ein Wein-Gallon gab 55,5 Gr. Schwefel; als Schwefel-Säure = 38,7 Gr.
24,2 ditto; als schwefel. Säure = 48,4 Gr.
–––––
39,7 Gran Schwefel in Allem.

33. Die Ziegellöcher geschlossen: Dampf fort. Temperatur: 82° F.

|299|
Ein Wein-Gallon gab 15,7 Gr. Schwefel; als Schwefel-Säure = 39,2 Gr.
25,1 ditto; als schwefel. Säure = 30,2 Gr.
–––––
40,8 Gran Schwefel in Allem.

34. Glas, das drei Wochen lang der Einwirkung des Rauches bei einer hohen Temperatur in dem Erzröster-Zuge vor den Regenkammern ausgesezt wurde.

Der Anflug besteht aus schwefelsaurem Kupfer, Eisen und Kalke, einem geringen Antheile schwefelsauren Alkali, und etwas Kieselerde und Eisen-Oxid: kein Arsenik. Die Kieselerde kann durch zufälligen Schmuz, oder als Resultat der Einwirkung der Flußspath-Säure auf das Glas unter derselben gekommen seyn; ich will hierüber nicht entscheiden. Das Glas selbst schien nur sehr wenig gelitten zu haben, und ich kann nicht sagen, daß diese Veränderung von der Flußspath-Säure herrührt, indem die Flußspath-Säure nach ihrer Einwirkung auf das Glas die Oberfläche desselben so glatt läßt, daß es äußerst schwer und oft unmöglich ist, zu bestimmen, ob sie wirklich eingewirkt hat.

35. Glas aus dem Metallröster-Zuge, nachdem es 3 Wochen lang in demselben hing.

Der Niederschlag an der Oberfläche, der mit Wasser wegging, war schwefelsaures Kupfer, Eisen und Kalk, und eine sehr geringe Menge Alkali (Soda); es blieb Eisen-Oxid, etwas Weniges Kupfer-Oxid, und eine geringe Menge Kiesel- und Thonerde. Kein Flußspath-Oxid oder keine Spur von Einwirkung derselben.

36. Wasser aus der ersten Regenkammer am Metallröster-Zuge. – Keine Spur von Flußspath-Säure.

37. Wasser aus der ersten Regenkammer am Erzröster-Zuge. Gibt die deutlichsten Spuren von Flußspath-Säure.

33. Wasser aus der zweiten Regenkammer, Erzröster-Zug; zugleich mit dem vorigen Wasser genommen. Gibt nicht die mindeste Spur von Flußspath-Säure.

Aus dem „Proceedings of the Subscribers to the Fund for obviating the Inconvenience arising from the Smoke produced by Smelting Copper Ores. 1813.“

Wenn ein, nun seliger, Professor der Heilkunde in einem unserer Königinn geweihten Handbuche der Diätetik S. 266 eben so gelehrt als absurd (more Professorum nunc quidem solito) behauptet: Erstens: daß alle künstlich angelegten Luftreinigungen „und sogenannten Ventilatoren nur bloß unnüzer, und schädlicher Auf-„wand seyen,“ und auf der anderen Seite ein Paar Männer, die die öffentliche Meinung sonst für klüger hielt, Richter finden, um unternehmende Fabrikanten in der hohlen Grille, sie würden sich und die Nachbarschaft bei ihrem Gewerbe vergiften, an ihrem Bürger- und Menschen-Rechte zu kränken; so ist es der Mühe werth zu sehen, wie weit die Kunst, die Luft zu reinigen, und wirklich, nicht eingebildet, gefährliche Gewerbe unschädlich zu machen, es wenigstens dort gebracht hat, wo man Künste ehrt und fördert, statt sie zu unterdrüken. A. d. Ueb.

|258|

Umständlichen Bericht über die Bestandtheile der Kupfererze findet man in dem Aufsaze „über das Kupfer-Schmelzen an den Kupfer-Werken zu Hafod bei Schwansea.“ Techn. Repository III. p. 145. A. d. Ueb.

|263|

Es ist vielleicht nicht überflüssig hier zu bemerken, daß die schädlichen Stoffe sich vorzüglich aus den Röstöfen erheben; denn in diesen sind die Erze und geschwefelten Metalle einer mäßigen Hize ausgesezt, um den Schwefel und Arsenik zu vertreiben, während in den Schmelze Oefen man diese Substanzen so schnell als möglich in den Fluß bringen will, und folglich nur eine unbedeutende Menge von Materie davon abgetrieben wird. Das, was aus einem Schmelz-Ofen aufsteigt, ist fast nur Kohlenrauch. A. d. O.

|264|

So muß man es machen, wenn unverständige Leute, und zumahl sich weise dünkende Schreiber sich in Gewerbs-Gegenstände mengen, von welchen sie nichts verstehen: man muß sie schreien lassen, und ruhig in seiner Bahn fortschreiten, wie der Mond, der sich wenig darum kümmert, ob die Hunde sich an ihm Heiser bellen. A. d. Ueb.

|267|

Wasser verschlingt, bei der gewöhnlichen Temperatur, ungefähr 30 Mahl soviel schwefelig sauren Gases dem Umfange nach.

|267|

Nach späteren Versuchen bin ich geneigt zu glauben, daß die Trübung welche der Rauch an dem Glase hervorbringt, kaum der Einwirkung von flußspathsauren Verbindungen zuzuschreiben ist, sondern vorzüglich durch eine Ablagerung auf der Oberfläche desselben geschieht, und daß, wenn eine chemische Einwirkung Statt hat, diese durch die schwefelsaure oder schwefeligsaure Verbindung der Pottasche oder des Bleyes entsteht. Folgende Erfahrungen leiteten mich auf diesen Schluß. Mehrere Stüke weißen schottischen Glases wurden an verschiedenen Stellen des Zuges aufgehangen, und dem Zuge des Rauches drei Wochen lang bloß gestellt. Dasjenige Stük, welches sich in dem Zuge befand, der mit den Röstöfen in Verbindung stand, ehe der Rauch gewaschen wurde, war mit einer weißen Ablagerung beschlagen, die sich leicht mit einem Messer abschaben und das Glas in seinem vollkommenen |268| Zustande zurük ließ. In diesem Zuge mußte man flußspathsaure Verbindungen vermuthen, da man eine Zersezung des Flußspathes in den Erzen annahm. Das Glas in den Zügen, welche aus den Metall-Oefen kamen, in welchen, wahrscheinlicher Weise, keine Flußpathsäure mehr seyn konnte, war noch mit einem dikeren Ueberzuge beschlagen, als das in den Zügen aus den Röstöfen der Erze, und war, unter demselben, offenbar zersezt, und konnte auf keine Weise durch irgend ein Verfahren seine vorige Durchsichtigkeit erhalten. Es ist indessen vollkommen beruhigend für uns zu wissen, daß die Ursache dieser Erscheinung auf dem Glase, sie mag was immer für eine gewesen seyn, durch die Regenkammern vollkommen beseitigt wurde, denn die jenseits derselben aufgehangenen Glasstüke waren nach drei Wochen noch so rein, wie zuvor. Man muß noch bemerken, daß die Hize in den Zügen der Metall-Oefen größer ist, als in den Röstöfen. A. d. O.

|272|

Wirklich hält der Rauch in dem Zuge, zunächst an den Röstöfen, nach der von den Hrn. Phillips und Faraday angestellten Analyse, nicht über 5 per Cent, schwefelig saures Gas; was, wie ich denke, kaum etwas mehr ist als das, was in einer Vitriol-Oehl-Fabrik, nachdem der Proceß vollkommen vollendet ist, zulezt noch durch den Schornstein entweicht. A. d. O.

|273|

Dieser Herr wird mir es verzeihen, wenn ich über den von ihm vorgeschlagenen Plan mir Bemerkungen erlaube, und wird mir die Ge-Gerechtigkeit widerfahren lassen, zu glauben, daß nur ein Beweggrund allein mich hierzu bestimmen konnte, nähmlich der Wunsch, durch Prüfung und Untersuchung jene Methode aufzufinden, die zu Erreichung jenes Zwekes, den wir alle vor Augen |274| haben, praktisch ausführbar ist.“ Niemand ist mehr geneigt als ich, Hrn. Gibbins, bei dem Scharfsinne und Eifer, mit welchem er seine Versuche anfing und verfolgte, allen Glauben zu schenken. Wenn es aber (ich muß es gestehen, daß es mir so scheint) durchaus unmöglich ist, die von ihm vorgeschlagenen Mittel praktisch auszuführen, so wird Hr. Gibbins, wie ich überzeugt bin, mit mir übereinstimmen, wenn ich denke, daß es Recht ist, wenn man zeigt, daß es so ist. A. d. O.

|276|

Gegenwärtig kostet das Duzend Säke Holzkohle auf den Werken zwischen 38 bis 40 Shillings. Da der Sak ungefähr 170 Pfund wiegt, so würde eine Tonne zwischen 50 Shillings und 2 1/2 Guineen kosten. Wie es sechs Monathe nach Einführung dieses Desoxidir-Systemes um die Werke stehen würde, wage ich nicht zu sagen. A. d. O.

|277|

Gill's technical Repository August 1823. S. 23.

|279|

Es gibt, wie es jedem Eingeweihten in der Chemie bekannt ist, noch andere Mittel das schwefeligsaure Gas zu zersezen oder zu verdichten, sie sind aber im Großen so wenig anwendbar, daß sie kaum einer Erwähnung verdienen; z.B.:

Verdichtung durch alkalische Laugen oder Verschlingung der Säure durch das Ammonium gebrannter Knochen. In diesem Falle bilden sich neutrale Salze, die ganz und gar nichts von den schädlichen und unangenehmen Eigenschaften des Kupferrauches an sich haben: allein, das hierzu nöthige Material würde, |280| selbst wenn man es bekommen könnte, eben soviel oder mehr als das Kupfer kosten, das man auf diesen Werken erzeugt.

Zersezung durch Wasserstoff. Reiner Wasserstoff wäre ein noch kostbarerer Artikel, und die Anwendung desselben würde noch mehr mechanische Hindernisse finden, als die des gekohlstofften Wasserstoffgases (vergl. die Nachschrift), und zwar aus dem Grunde, weil es so leicht ist, und bei ungeheuerem Umfange nur wenig reducirenden Stoff enthält: es würde also weniger zur Erzeugung der Zersezung wirken und zugleich bei seiner eigenen Erzeugung kostspieliger werden. A. d. O.

|282|

Hat keiner unserer Leser sich erinnert, daß Hr. Viviant bei dieser Vorrichtung am Schornsteine bloß D'Arcet's Methode befolgte? A. d. U.

|287|

Es ist vielleicht nöthig, hier zu bemerken, daß Kohlen-Gas ein Gemenge zweier Varietäten von gekohlstofften Wasserstoffe nebst anderen gleichzeitig gebildeten flüchtigen Körpern ist, welche in der Menge reducirenden Stoffes, die sie unter gleichen Umfange enthalten, verschieden sind. Die Menge Kohlenstoffes ist in der einen Varietät doppelt so groß, als in der anderen. Da aber das Kohlen-Wasserstoff, dessen man sich zur Beleuchtung bedient, am häufigsten vorkommt, und meine Rechnung nicht der höchsten Genauigkeit bedarf, so habe ich das Ganze als aus dieser Substanz bestehend betrachtet. A. d. O.

|291|

Hr. Vivian theilt hier noch den Beschluß der Orts-Obrigkeit zu Swansea den 3ten März 1823 mit, nach welchem ihm dieselbe den guten Erfolg seiner neuen Vorrichtungen bezeugt, und sich, und ihm und allen Einwohnern hierzu Glük wünscht.

|294|

Gill's technical Repository. September 1823. S. 145.

|296|

Sheffields Patent-Luftleiter in den Oefen. Gill.

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