Titel: Taylor, über den Essigmesser.
Autor: Taylor, John
Taylor, Philip
Fundstelle: 1823, Band 12, Nr. LX. (S. 352–360)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj012/ar012060

LX. Ueber den Essigmesser (Acetometer131)). Von den HHrn. Joh. und Philip Taylor.

Aus dem Quaterly Journal of Science, Literature and the Arts im Repository of Arts, Manufactures and Agriculture. Nro. 254. S. 102.

Der Verbrauch der Essigsäure hat seit einigen Jahren in unserem Lande durch Einführung einiger wichtigen Fabrikate und durch häufigere Anwendung einiger Verbindungen derselben in der Färberei und Calico-Drukerei bedeutend zugenommen. Unter den ersteren wollen wir nur die Erzeugung eines so wichtigen Handlungs-Artikels, wie Bley-Zuker, anführen, welche Esqu. Karl Mackintosh vor einiger Zeit zu Glasgow mit so vielem Erfolge zuerst unternahm, und dessen Beispiel in allen Theilen der vereinigten Königreiche nachgeahmt wurde, so daß jezt nicht nur der Hausbedarf an einem äußerst gesuchten Artikel, den wir ehevor allein aus Holland erhielten, vollkommen gesichert ist, sondern auch Ausfuhr in das Ausland mit demselben getrieben werden kann. Dieser Fabrikation folgte bald eine andere, die Frankreich bisher allein besaß, und die man in diesem Lande für leichter, als anderswo, möglich hielt, nämlich die des Grünspanes, der jezt in England dem französischen so sehr nahe kommend erzeugt wird, daß er nur wenig mehr zu wünschen übrig läßt.

Diese neue Anwendung der Essigsäure, und die häufigere Nachfrage der Calico-Druker, die sich der essigsauren Thonerde als Beize, und des essigsauren Eisens als Basis bei vielen ihrer Farben bedienen, mußte nothwendig Versuche veranlassen, diese Säure auf eine wohlfeilere Weise zu erhalten. Bei einigen dieser Anwendungen reichte Essigsäure selbst in dem |353| unreinsten Zustande hin, und die Säure, welche man durch Destillation des Holzes-erhält, ließ sich, ohne viele Sorgfalt und Kosten bei Bereitung derselben benüzen und war noch wohlfeil genug.

Der Bleizuker-, Bleiweiß- und Grünspan-Fabrikant forderte aber eine gehörig gereinigte brennzelige Holzsäure, die von dem Theere und Oehle, mit welchem sie im rohen Zustande verunreinigt ist, befreit ist, und mehrere der geschiktesten inländischen und ausländischen Chemiker beschäftigten sich mit Darstellung derselben in diesem lezteren Zustande. Während man sich in England bloß darauf beschränkte, sie in dem für Fabriken erforderlichen Zustande von Reinheit zu erzeugen, gab man dieser Fabrikation in Frankreich mehr Ausdehnung, und erzeugte eine so reine Holzsäule, daß man dieselbe selbst als Tafel-Essig benüzen konnte132). In England und Schottland hat man dasselbe erst seit zwei oder drei Jahren versucht, weil der Essig immer mehr und mehr an den großen Fabriken, die man daselbst errichtete, zu fehlen anfing, und nun wird brennzelige Holzsäule zu Markte gebracht, die bald mehr bald minder rein und stark ist.

Durch Gährung gebildeter Essig ist, in Hinsicht auf die Stärke seiner Säure, natürlich immer auf einen gewissen Punct derselben beschränkt, und man ist, der Bequemlichkeit im Handel wegen, darüber zu einer so ziemlich bedeutenden Gleichförmigkeit gekommen. Bei der gereinigten Holzsäure hingegen ist noch kein solcher Gränzpunct vorhanden, und da das Verfahren, wodurch dieselbe von den ihr ursprünglich beigemengten Stoffen gereinigt wild, eine vorläufige Verbindung derselben mit irgend einer Basis erfordert, und sie später erst wieder durch Zersezung dieser Verbindung ausgeschieden werden muß, so ist es offenbar, daß sie in sehr verschiedenen Graden von Stärke vorkommen kann.

Bei Anwendung der Essigsäure in Fabriken wurde ein leicht anwendbarer Maßstab zur Bemessung der Stärke derselben |354| sehr bald ein höchst wünschenswerther Gegenstand; man nahm zu verschiedenen Mitteln seine Zuflucht, die sich vorzüglich entweder auf die Sättigung der Alkalien mit derselben, oder auf die Kraft, mit welcher sie irgend einen anderen geeigneten Körper auflöst, gründeten. Da hieraus verschiedene Resultate entstanden, die theils von der verschiedenen Geschiklichkeit des Künstlers, theils von der Reinheit der Substanzen, die sich sättigen sollten, theils von Zeit und Umständen während des Verfahrens abhingen, so konnte kein allgemein gültiger Maßstab aufgefunden werden, und es zeigten sich in Hinsicht auf Bestimmung der Stärke bedeutende Schwierigkeiten, wenn Essigsäure im gewöhnlichen Verkehre von Hand zu Hand ging.

Wir haben, zugleich mit anderen Fabrikanten, diese Nachtheile sehr oft gefühlt, und da wir damahls an einer Fabrik Amtheil hatten, in welcher brennzelige Holzsäure im Großen erzeugt und verwendet wurde, haben wir alle Aufmerksamkeit auf die besten Arten der Bemessung der Stärke derselben in den verschiedenen Graden ihrer Reinheit gewendet.

Als die brennzelige Holzsäure mit dem gemeinen Essige in Concurrenz zu kommen anfing, fand man die Zoll-Geseze, welche die Abgaben auf diesen Artikel bestimmen sollen, mangelhaft, insofern sie nämlich dieselbe als gleichförmig betrachteten, und den Zoll oder Aufschlag nach dem Maße bestimmten, ohne auf die verschiedene Stärke Rüksicht zu nehmen, welche in einigen Fällen so hoch stieg, daß sie das Achtfache des gemeinen Essiges betrug. Man hat daher wohl weislich das Gesez abgeändert, und die Chemiker haben ihr Augenmerk darauf gerichtet.

Unter Anderen wurden auch wir aufgefordert soviel beizutragen, als unsere Erfahrungen uns gestatten, um die Art und Weise die Stärke derselben zu bestimmen so sicher und leicht als möglich, selbst in den Händen Unerfahrener, zu machen.

Wir glaubten, daß es in dieser Hinsicht wünschenswerth wäre, wenn diese Messung auf eine gewisser Massen ähnliche Weise, wie die Zollbeamten gewöhnlich zu messen pflegen, und durch ein zugleich leicht begreifliches und leicht anwendbares Instrument geschehen könnte; wir richteten daher unser Augenmerk auf ein Verfahren, wodurch die wirklich vorhandene Menge der Säure eben so leicht und sicher und genau durch ein ähnliches |355| Instrument, wie jenes bei Prüfung des Gehaltes an Weingeist, bestimmt werden könnte.

Der Unterschied der specifischen Schwere bei Essigsäure von verschiedener Stärke ist jedoch, wo sie rein ist, zu gering, als daß sie eine sichere Bestimmung gewähren könnte, und wird zu sehr durch die verschiedenen Mengen von Schleim und Zukerstoff bei dem durch Gährung erzeugten Essige modificirt. Die Stärke des Essiges kann ferner in den verschiedenen Zuständen von Concentration nicht mit derselben Leichtigkeit und durch dieselben Mittel, wie bei Weingeist und Mineral-Säuren, bestimmt werden; die specifischen Schweren dieser lezteren Substanzen vermindern oder vermehren sich in dem Verhältnisse ihrer Stärke in hinlänglich bedeutender Größe, um zur Bemessung derselben ein genaues Hydrometer verfertigen zu können Dieß ist aber nicht der Fall bei der Essigsäure, indem der ganze Betrag des Unterschiedes der specifischen Schwere zwischen der stärksten und schwächsten Säure verhältnißmäßig sehr klein ist, und mehrere Umstände zugleich noch diesen Maßstab höchst unzuverläßig machen.

So zeigt z.B. der gemeine Weinessig eine specifische Schwere von 1025, wovon ein Theil auf Rechnung des Schleimes etc. kommt, während reine Essigsäure von gleicher Stärke nur eine Schwere von 1008,5, und reine, 13 Mahl stärkere, Essigsäure, nur eine Schwere von 1072 zeigt. Vergleicht man dieß mit den Schweren der Schwefelsäure von gleicher Sättigungs-Kraft mit dem gemeinen Essige und einer 13 Mahl stärkeren Essigsäure, so wird man einen Unterschied von 1033 zu 1600 = 627, statt von 1008,5 zu 1072, = 43,5, finden; und da der Essig oft eine Flüssigkeit ist, welche Schleim, Extractiv-Stoff und Weingeist beigemischt enthält, so kann er eine höhere specifische Schwere anzeigen, ohne eine bedeutende Stärke zu haben, und umgekehrt stark seyn, ohne eine bedeutende Schwere zu besizen.

Wir nahmen uns daher vor, ein Instrument zur Messung irgend einer erlangten specifischen Schwere zu verfertigen, die gleichförmig wie die Stärke der Säure wäre. In dieser Hinsicht ward es nöthig, eine Substanz zur vorläufigen Verbindung herbeizuschaffen, welche sich mit dieser Säure schnell vollkommen sättigt, und von welcher ein allenfalsiger Ueberschuß |356| eben nichts zu bedeuten hätte. Wir wußten, daß gelöschter Kalk, (Kalk-Hydrat) diese Eigenschaften besizt, und zu diesem Zweke ganz geeignet ist, indem er, bei gehöriger Aufmerksamkeit, immer in gleichförmigem Zustande bereitet und erhalten werden kann. Es war nur noch nöthig, durch sorgfältige Versuche die relative Zunahme an specifischer Schwere zu bestimmen, die er durch Sättigung mit Essigsäure von bekannter Stärke erhält, und ein leicht anwendbares Instrument hierzu auszudenken.

Wir schritten mit Beihülfe unseres Freundes, des Hrn. Rich. Phillips, dessen Genauigkeit und Geschiklichkeit in chemischen Untersuchungen so rühmlich bekannt ist, in unseren Versuchen fort.

Die Anwendung des Kalk-Hydrates zu diesem Zweke gewährt einen Vortheil, dessen wir hier erwähnen müssen, und der darin besteht, daß, da er immer eine bedeutende Menge Schleimes bei der Sättigung niederschlägt, theils zur Beseitigung dieses Hindernisses dient, theils den Ersaz, der für diese Beimischung geschehen muß, gleichförmiger macht, als es bei irgend einer unverbundenen Säure möglich ist.

Eine Normal-Stärke der Essig-Säure war nun das Erste, was bestimmt werden mußte, und es war zu wünschen, daß sie so wäre, wie sie in den besten durch Gährung bereiteten gemeinen Essigen vorkommt, oder wie sie ehemahls verzollt wurde, da man den Zoll nicht erhöht zu sehen wünschte.

Den besten Essig dieser Art nennen die Essigsieder Nro. 24, und mit diesem hat Hr. Dr. Thompson eine Menge von Versuchen angestellt, und gefunden, daß er im Durchschnitte ungefähr 5 per Cent wirklicher Essigsäure enthält.

Wir fanden bei verschiedenen Versuchen, daß mehrere Proben der besten Essige in dieser Hinsicht etwas von einander abwichen, daß aber nach vielen, und, wie wir glauben, mit aller Genauigkeit an denselben angestellten Versuchen, das von diesem ausgezeichneten Chemiker ausgemittelte Verhältniß wirklich wahr und richtig ist, und nahmen es daher als das Normale der Stärke des Essiges, oder, wie man es zeither nannte, als Probe-Säure an.

Hierauf fuhren wir fort, die Stärke desselben durch Sättigung eines Alkali zu bestimmen, und wählten in dieser Hinsicht |357| ein solches, das man zu jeder Zeit haben, und auf dessen gleichförmigen Zustand man sich so ziemlich verlassen konnte, nämlich gut kristallisirte basische kohlensaure Soda.

Man fand, daß die Probe-Säure, die 5 per Cent wirkliche Essigsäure hielt, 14,5 basische kohlensaure Soda für 100 Theile Säure zur vollkommenen Sättigung nöthig hat133).

Diese Versuche wurden durch correspondirende Versuche mit Vitriol-Oehl controlirt, welches beinahe gleiche Kraft mit jener der wirklichen Essigsäure besaß.

Wir bereiteten hierauf eine Reihe von reinen Essigsäuren, deren Stärke in einem bestimmten regelmäßigen Verhältnisse zur Probesäure stand. Hierzu bereiteten wir eine gewisse Menge Essigsäure von dem möglich höchsten Grade der Concentration.

Um diese zu erhalten, verfertigten wir uns essigsaure-Soda durch Zersezung brennzelig holzsauren Kalkes mittelst schwefelsaurer Soda, und reinigten das Product so sorgfaltig als möglich durch wiederholte Auflösung und Kristallisation. Das auf diese Weise erhaltene, vollkommen weiße, Salz wurde getroknet, und in einem eisernen Tiegel solang geschmolzen, bis alles Kristallisations-Wasser davon getrieben war, und es durch Anwendung eines bedeutenden Grades von Hize in ein trokenes Pulver verwandelt wurde. Dieses Pulver zersezten wir in einer |358| gläsernen Retorte mit concentrirtem Vitriol-Oehl, und destillirten die Essig-Säure über. Sie enthielt, wie gewöhnlich, etwas schwefelige Säure beigemischt, welche durch Zusaz von Bleizuker und wiederholte Destillation abgeschieden wurde.

Um eine hinlängliche Menge derselben zu erhalten, wurde dieses Verfahren drei bis vier Mahl wiederholt, und bei einem dieser Processe, bei welchem durchaus keine Abweichung von dem Verfahren in den übrigen Statt hatte, wurden wir auf eine sehr angenehme Weise überrascht, indem wir die Säure, nachdem sie die Nacht über in einer niedrigen Temperatur gestanden war, in sehr schönen tafelförmigen Kristallen angeschlossen fanden, die uns die reine Essigsäure in dem seltenen Zustande von Eis darbothen. Als wir die Kristalle aus der Flüssigkeit, in welcher sie sich gebildet hatten, herausnahmen und auflösten, zeigten sie mit Bleizuker keine Spur von Schwefel-Säure, welche sie während der Kristallisation ausgeschieden zu haben scheinen, weil sich dieselbe, wie gewöhnlich, in dem noch unkristallisirten Theile wieder fand.

Als wir alle erhaltene starke rectificirte Essig-Säure zusammen goßen, und die Stärke derselben sorgfältig durch basische kohlensaure Soda prüften, zeigte sich dieselbe 13,1 Mahl stärker als die Probe-Säure, d.h. sie enthielt 65,5 p. Cent wirkliche Säure.

Die Eis-Essig-Säure, wahrscheinlich die reinste und concentrirteste Form, welche diese Säure anzunehmen vermag, gab, auf dieselbe Weise geprüft, eine 16,6 Mahl größere Stärke, als die Probe-Säure, und enthielt 83 p. Cent wirkliche Säure.

Aus diesem Vorrathe starker Essig-Säure bereiteten wir durch Verdünnung eine regelmäßige Reihe von Essig-Säuren zur Vergleichung mit der Probe Säure, prüften und stellten jede derselben sorgfältig durch zahlreiche Versuche mit dem Alkali fest, so daß man jede derselben als genau geprüft betrachten kann.

Nachdem wir fanden, daß die stärkeren Säuren, wenn sie mit Kalk gesättigt wurden, keine hinlänglich flüssige Auflösung gaben, um die specifische Schwere derselben mit Genauigkeit bestimmen zu können, so entschloßen wir uns, bei allen Arten von Essigsäuren stets ein und dasselbe Volumen Wasser anzuwenden, um jede Säure damit zu verdünnen, und diese Methode wurde |359| auch auf das Instrument angepaßt, indem, obschon sie bei den schwächeren Säuren überflüssig ist, es besser ist, dieselbe überall anzuwenden, um einen gleichförmigen Maßstab zur Berechnung zu erhalten, als daß man Gefahr liefe, durch Abänderungen in dem Verfahren und eine doppelte Rechnungs-Art Fehler zu begehen.

Auf diese Weise fanden wir, daß die Auflösungen des Kalkes in Essigsäure, selbst wenn diese acht Mahl stärker ist, als die Probe-Säure, und folglich 40 p. Cent wirkliche Säure, oder in der Zollsprache 35 p. C. über die Probe enthält, durch ihre specifischen Schweren im Stande sind, die Stärke der Essigsäure anzuzeigen. Der gegenwärtige Essigmesser geht nicht höher, als bis auf diesen Punct, indem derselbe alles in sich schließt, was im gemeinen Leben von Essig gebraucht werden kann, und die Zölle für stärkere Essigsäure nach einer anderen Norm abgefaßt sind.

Wir haben folgende Reihe von Essigsäuren mit den folgenden einfachen specifischen Schweren bereitet:

Spec. Schwere
Probe-Säure; dieselbe Stärke wie in dem besten Essige von Nro. 24 1008,5.
Zwei Mahl so stark als die Probe-Säure 1017.
Drei Mahl 1025,7.
Vier Mahl 1032.
Sechs Mahl 1047.
Acht Mahl 1058.

Diese und noch andere Proben von Säuren wurden mit Kalk-Hydrat gesättigt, und die specifische Schwere derselben sorgfältig abgewogen, und darnach die Gewichte an dem Instrumente regulirt. Man machte verschiedene Versuche zur Vergleichung der Resultate, und hatte das Vergnügen zu genügenden Conclusionen zu gelangen.

Die Zunahmen der specifischen Schweren bothen keine regelmäßige Reihe dar, und man mußte Fürsorge treffen, um das Instrument diesen Abweichungen anzupassen.

Am Essige, welcher Schleim enthält, mußte deßwegen eine Zunahme des Gewichtes in Anschlag gebracht werden, und da es offenbar unmöglich ist, für jede kleine Abweichung hier zu sorgen, so stellte man mehrere Versuche an, um zu sehen, ob man nicht irgend einen mittleren Durchschnitt annehmen könnte, der in jedem praktischen Falle als Annäherung hinreichen könnte. |360| Man fand auch wirklich ein solches Mittel, und benüzte es dadurch, daß man den übrigen Gewichten noch ein anderes für den Fall zusezte, daß man undestillirte Essigsäure zu untersuchen hatte134).

Dieß ist der Umriß der Grundsäze, nach welchem Essigmesser für die Zollbeamten erfunden und eingerichtet, und die Anwendung desselben bestimmt wurde. Das ehrenwerthe Büreau der Zoll-Commissäre befahl, mehrere Versuche in Hinsicht auf seine praktische Anwendbarkeit anzustellen, und ließ seine Beamte sich desselben bei ihrem Dienste bedienen.

Wahrscheinlicher Weise wird es auch denjenigen dienen können, welche Essig oder Essigsäure kaufen oder anwenden, und wir werden vielleicht später in diesem Journale, wenn es einen Plaz darin verdient, Abbildung und Beschreibung desselben nachtragen135).

Diese Benennung, mit lateinischem Kopfe und griechischem Schwanze kann in der wissenschaftlichen Sprache nicht geduldet werden. Es muß Oximeter heißen, wenn man ja ein griechisches Wort dafür brauchen will. A. d. Ueb.

|353|

Das Verfahren, aus Holzsäure reine Essigsäure darzustellen, ist im Polyt. Journal Bb. 9. S. 431 vollständig beschrieben. D.

|357|

Nach einer Parlamentsacte vom 3. Juny 1818, wurde Behufs der Steuererhebung vom Weigessig und anderm Essig als Norm festgesezt: daß 100 Theile Essig 14 1/2 Theile kristallisirtes, basisch-kohlensaures Natron neutralisiren sollen. Hr. Hermbstädt bemerkt dagegen sehr richtig, daß wegen der leichten Zerfallbarkeit dieses Salzes, selbst in fest verschlossenen Gläsern, sein Gehalt an neutralisirender Basis nie konstant seyn kann, die mögliche. Gegenwart von fremdartigen Salzen und der Sode nicht gerechnet, aus welchem Grund daher dieses, in England bisher gebräuchliche, Verfahren zur Prüfung des Essigs durchaus für ungenügsam erklärt werden muß.

In Deutschland gebraucht man als Prüfungs-Mittel für den Säure-Gehalt des Essigs das basische kohlensaure Kali, und es ist gesezlich angenommen, daß ein verkaufbarer Essig so viel Säure enthalten muß, daß vier Loth Essig ein Quentchen troknes basisch-kohlensaures Kali (in kaltem Wasser gelöste Potasche, welche zur Trokne verdünstet, in gut verschlossenen Gläsern aufbewahrt wird) völlig neutralisiren. D.

|360|

In den Verhandlungen des Vereins zur Befürderung des Gewerbfleißes in Preußen, vierte Lieferung 1823, macht Hr. Professor Dr. Völker den Vorschlag, „den Säure-Gehalt des Essigs mit Kalk-Wasser zu prüfen,“ das Verfahren dabei ist daselbst sehr umfassend beschreiben. Hr. Geheimer-Rath Hermbstädt bemerkt als Berichterstatter hierzu, „daß dieses Prüfungs-Mittel den Säure-Gehalt der im Handel vorkommende Essige zu bestimmen sicherer ist, als irgend ein anderes Mittel, sobald man überzeugt ist, daß die Säure des Essigs auch wirklich in Essig-Säure besteht, daß dieselbe nicht durch Schwefel-Säure, Salpeter- oder Salz-Säure auf eine betrügerische Weise, geschärft worden ist.“ Das gleichartige, von den HHrn. Taylor vorgeschlagene Prüfungs-Mittel ist wirklich bestimmter, als alle bisher angewendete, in Bezug auf die Neutralisation, nicht aber auf die specifische Schwere des essigsauren Kalks, wenigstens nicht bei Bier- und Getraide-Essig, wenn auch schon der Kalk, die diesen Essigen anklebende Weinstein-Säure u.s.w. beseitigt. D.

|360|

Wir werden solche dann auch in diesem Journal mittheilen. D.

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