Titel: Delvau's Verbesserungen an Harfen.
Autor: Delvau, Jak.
Fundstelle: 1823, Band 12, Nr. LXIX. (S. 397–398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj012/ar012069

LXIX. Jak. Delvau's, musikalischen Instrumentenmachers in Wardour-street, Middlesex, Verbesserungen an Harfen156), worauf er sich am 24. April 1822 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Arts, Manufactures and Agriculture. Nov. 1823. S. 333.

Mit Abbildungen auf Tab. VIII.

Fig. 14. stellt einen Durchschnitt der Harfe durch den Mittelpunct der Säule und des Resonanz-Bodens derselben dar.

Fig. 15. ist eine Ansicht von dem Ende her genommen, um die Verbesserungen an dem unteren Ende der Säule zu zeigen.

Fig. 16. ist ein Grundriß, au welchem die Säule und der Hals abgenommen sind, um den untern Theil des Resonanzbodens und des Piedestales darzustellen.

Dieselben Buchstaben bezeichnen dieselben Gegenstände in allen Figuren. A ist die Säule der Harfe, welche an ihrem oberen Theile, wo sie sich mit dem Halse B verbindet, auf die gewöhnliche Weise verfertigt ist. Die Säule ist in Form einer Röhre innenwendig ausgehöhlt, um die Leitstangen oder Drähte von den Pedalen hinauf zu dem im Halse angebrachten Mechanismus zur Hervorbringung der halben Töne auf die gewöhnliche Weise gelangen zu lassen.

Der untere Theil der Säule A ist von dem Puncte a an in zwei Arme bb in Form einer Leyer gespalten, wie Fig. 15 zeigt: man kann übrigens diesen Armen auch eine andere Gestalt geben. Die Arme bb sind unten bei e vereinigt, so daß sie eine breite Grundlage bilden, um die Säule desto besser auf dem Piedestale der Harfe D stüzen zu können, auf welchem der Theil e ruht, und mittelst zweier schmalen hölzerner Stifte, die durch die punctirten Linien dd angedeutet sind, Fig. 15 auf seinem Plaze erhalten wird. Diese Stifte passen in Löcher, welche in |398| der oberen Oberfläche des Piedestales, D, angebracht sind, wie man bey cc im Grundrisse Fig. 16 sieht. Die Basis e der Säule hat ein Loch, das durch dieselbe läuft, und weit genug ist. um die Leitungsstangen und Drahte durchlaufen, und in vie oben erwähnte hohle Röhre der Säule aufsteigen zu lassen. E ist ein dünnes Holzstük, welches unter der Säule und zwischen den Armen, bb, eingeführt wird, so daß es die Leitungsstangen oder Drahte verbirgt, aber nicht die Spannung der Saiten trägt, indem die Arme bb hinlänglich stark sind, um die nöthige Spannung aller Saiten zu halten, ohne sich auf das Mittelstük E verlassen zu müssen. F ist der Resonanzboden, in gewöhnlicher Art und Form, mit zwei Streifen harten Holzes, die in seiner Mitte zur Aufnahme kleiner Stifte angeleimt sind, mittelst welcher die unteren Enden der Seite befertigt werden. Der untere Theil des Resonanzbodens F sezt sich ununterbrochen in einiger Entfernung unter die Oberfläche des Piedestales D fort, wie man im Durchschnitte Fig. 14 sieht, statt daß er sich ungefähr auf der Höhe der punctirten Linie oo endete, wie es bei den jezt gewöhnlichen Harfen der Fall ist. Auf diese Weise erhält man eine größere Elasticität des Resonanzbodens, als er gewöhnlich nicht hat, indem er sich einige Zolle unter den Stift der tiefsten Saite erstrekt, wie S in Fig. 14 zeigt, statt bei der Befestigung der lezten Saite aufzuhören, wie bei den jezt gewöhnlichen Harfen, wo der Resonanzboden bei den punctirten Linien oo aufhört. Die Holzstüke an dem obersten Theile des Piedestales sind ausgehöhlt wie ik in Fig. 14 zeigt, so daß sie den Resonanzboden in der Mitte nur an den beiden Kanten desselben berühren, wie ii in Fig. 16 zeigt, und daher demselben gestatten, sich einige Zolle unter den Baßsaiten frei zu schwingen. Die Pedale P sind gekrümmt oder gebogen, wie Fig. 14 zeigt, so daß sie unter der Bodenkante des Resonanzbodens durch können, und doch in einer schiklichen Lage für die Füße des Spielenden bleiben.

Diese Pedale können übrigens auf irgend eine schikliche Weise so vorgerichtet werden, daß die Leitungsstangen oder Drahte durch die Säule zu dem Halse der Harfe hinaufsteigen können.

Vergl. hiemit polyt. Journal Bd. 4. S. 180. Bd. 5. S. 71. D.

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