Titel: Fletcher's verbesserte Sättel, Sattel-Riemen, Gurten, etc.
Autor: Fletcher, Samuel
Fundstelle: 1823, Band 12, Nr. LXXI. (S. 401–404)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj012/ar012071

LXXI. Verbesserungen an Sätteln, Sattel-Riemen, Sattel-Gurten und Sattel-Oefen durch Anwendung gewisser bekannten, aber zu diesem Zweke noch unbenüzter, Materialien, worauf Samuel Fletcher, Satteleisenzeug-Händler zu Walsall, Staffordshire, sich am 11. Jul. 1820 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Arts Agriculture. Nov. 1823 S. 327.

Mit Abbildungen auf Tab. VIII.

Mein verbesserter Sattelgurt besteht aus einer Vorrichtung, wodurch der Sattel auf bleibendere Weise, als bisher, auf dem Rüken des Pferdes befestigt werden kann. Ein Lederstreifen, einen Zoll breit und 10 Zoll lang, wird bis auf die Mitte durch eine Schnalle a durchgezogen und zusammen gesteppt, wie Fig. b auf Tafel VIII zeigt. Hierauf wird ein Gehäuse aus einem 12 Zoll langen und 2 Zoll breiten Leder von gehöriger Festigkeit gebildet, wie in Fig. g, und in demselben quer in dem Mittelpuncte aussen eine Oeffnung k angebracht, damit der doppelte Lederstreifen b, der an der Schnalle befestigt ist, durchlaufen kann. Fig. d ist ein Hälter oder Wächter aus Eisen, Stahl, Messing, oder irgend einem anderen schiklichen Metalle mit einer Oeffnung, welche mit jener die an der Außenseite des Gehäuses g bei k dargestellt ist, correspondirt, und den besagten Lederstreifen b aufnimmt. An jedem Ende dieses Hälters ist ein Einschnitt zur Aufnahme der Enden zweier kleiner Stüke Leder von mittelmäßiger Dike, die ungefähr 5 Zoll lang und ungefähr 1/4 Zoll breit sind, so wie sie in hh dargestellt werden, deren Enden in obigen Einschnitten mittelst zweier Nieten, f f, befestigt sind. Dieser Hälter d wird mit den daran befestigten Lederstüken hh innerhalb der Außenseite des Gehäuses g so angebracht, daß seine Oeffnung jener von k gerade gegenüber zu stehen kommt, und als Hälter oder Nächter gegen die Wirkung der Feder e dient. Die beiden Lederstüke hh, die auf obige |402| Weise befestigt sind, laufen längs der inner Kanten des äußern Gehäuses herab, wie Fig. 19 zeigt. Nun werden die beiden Seiten des äußern Gehäuses g einander genähert, und an den Kanten fest gesteppt, so daß die eben beschriebenen kleinen Lederstüke mit eingesteppt werden. Es ist offenbar, daß diese Stüke Leder dazu dienen, eine hinlängliche Höhlung in dem ausufern Gehäuse für das freie Spiel der Feder offen zu halten, in deren Anwendung auf Gurten- und Sattelriemen meine Erfindung hauptsächlich besteht. Die Feder selbst ist eine Spiralfeder ungefähr 3 1/2 Zoll lang, und aus Stahldraht bestehend, wie Fig. e zeigt. Diese Feder kommt nun in die oben beschriebene Höhlung innerhalb des äusseren Gehäuses g, und ein Ende derselben drükt gegen den beschriebenen Hälter oder Wächter d. Hierauf wird der zuerst beschriebene Lederstreifen b mit der daran befestigten Schnalle durch die Oeffnung k in dem äussern Gehäuse g, und durch jene in dem Hälter d innerhalb der Feder e hinabgeführt, bis jener Theil des lederstreifens, an welchem die Schnalle befestigt ist, gegen die Kanten der Mündung k kommt, so daß die Schnalle in dem äusseren Gehäuse allein zum Vorscheine kommt. Die Feder wird nun ungefähr einen halben Zoll tief hinabgedrükt und in dieser Lage erhalten, während ein anderer Hälter oder Wächter c an dem Ende dieses Lederstreifens h dicht an der Feder in ihrem zusammen gedrükten Zustande mittelst zweier Nieten NN befestigt wird. Wenn man nun die Feder ausläßt, so ruht sie an ihren beiden Enden auf den zwei Hältern oder Wächtern, und ist auf diese Welse sicher an ihrer Stelle befestigt, wie Fig. 18 zeigt. Näht oder steppt man sie nun an einen ledernen oder gewebten Gurt i, wie in Fig. 20 und 21, so ist der Gurt fertig. Das Gewebe bei diesen Gurten ist ganz das gewöhnliche, so wie die Anlegung dieses Gurtes selbst; nur muß bei den Schnallen, wenn der Gurt fest am Pferde angezogen ist, der Lederstreifen mit der daran befestigten Schnalle ungefähr anderthalb Zoll aus dem Leder-Gehäuse an jedem Ende des Gurtes herausgezogen werden, wie Fig. 21 zeigt. Man wird dann sehen, daß, wie der Leib des Pferdes während des Rittes schmäler wird, die Elasticität dieser Gurten in Thätigkeit kommt, und dieselben immer dichter an den Leib des Thieres andrükt, und dadurch dem Lokerwerden |403| des Sattels vorbeugt. Uebrigens können die Verhältnisse der Theile gegeneinander auf mannigfaltige Weise abgeändert werden.

Die Sattelriemen sind ebenso wie die Sattelgurten, vorgerichtet, nur daß statt des Lederstreifens b ein einfacher Streifen eingeführt wird, wie pp in Fig. 22, welcher ebenso an der Feder befestigt wird, wie der Gurt: statt daß sie aber an dem Gurte befestigt sind, werden sie am Sattel angemacht, und können einfach oder doppelt seyn. Bei F ist ein doppelter.

Erklärung der Zeichnungen.

a ist eine polirte stählerne Schnalle, b ein Lederstreifen, der um die untere Stange der Schnalle a geschlagen ist: die Fleisch-Seiten des Leders werden gegeneinander gebracht, und an den seiten oder Kanten fest zusammen gesteppt. c ein kleiner Hälter von Messing oder Eisen, der bei NN durchbohrt ist, mit einer Oeffnung, durch welche das Ende des doppelten Lederstreifens b durchgezogen wird, an welchem er durch Zusammendrüken und Nieten befestigt wird. Auf diese Weise hält er, wie Fig. 17 zeigt, das Leder fest, und die Feder in ihrer gehörigen Lage. d ist ein eiserner öder messingener Hälter mit einer Oeffnung in der Mitte zur Aufnahme des doppelten Lederstreifens b, der frei durchläuft, und dicht unter der Schnalle oben an dem Leder b befestigt ist, wie Fig. 17, 18, 19 zeigt. Dieser Hälter ist in ff, nahe an jedem Ende, durchbohrt, zur Aufnahme der Nieten, welche ihn an seiner Stelle befestigen. An diesem Hälter befindet sich ferner ein Ausschnitt an jedem Ende zur Aufnahme der Lederstreifen, hh; e ist eine etwas stach gewundene Spiral-Feder, die innenwendig Höhlung genug läßt, damit der doppelte lederstreifen b frei in derselben spielen kann: die Feder muß stark genug seyn, um ein Gewicht von 50–60 Pfund zu fordern, wenn sie zusammen gedrükt werden soll. Wenn die Feder in ihre gehörige Lage gebracht ist, muß sie so zwischen die beiden Hälter c und d aufgezogen werden, Fig. 17, daß sie 25 bis 30 Pfund an der Schnalle aufgehangen ertragen kann, ohne daß der Lederstreifen b nur im mindesten dadurch hervorgezogen wird, oder die Feder nachgibt. ff sind Nieten am Hälter d zur gehörigen Befestigung desselben. g ist das äußere lederne Gehäuse welches, mit Ausnahme der Schnalle, die ganze Vorrichtung einschließt |404| k ist ein kleines Loch oben und außen an dem Gehäuse, durch welches der doppelte Lederstreifen b frei durch kann. hh sind zwei Streifen steifes Leder, welche zwischen den beiden Kanten des äussern Gehäuses g, wie B und C im Durchschnitte zeigen, eingesteppt werden. Das obere Ende dieser Lederstreifen fällt in die Ausschnitte an jedem Ende des Hälters d, und ist daselbst durch die Nieten ff befestigt. Sie sind zur Bildung einer Höhlung in dem äusseren Gehäuse notwendig, die groß genug ist, um die Feder frei spielen zu lassen, i ist der Gurt aus Leinen, Wolle oder Leder, der fest zwischen dem Leder des äussern Gehäuses b eingenäht ist.

Fig. 17 stellt die Vorrichtung ohne Seitenstüke oder ohne äusseres Gehäuse dar.

Fig. 18 ist ein Durchschnitt der fertigen Vorrichtung; nur ist die obere Seite des äusseren Gehäuses weggeschnitten, um das zu zeigen, was darunter liegt: sie ist hier in Ruhe dargestellt.

Fig. 14 ist ein Durchschnitt der Vorrichtung in ihrer Vollendung, nur ist die obere Seite des äusseren Gehäuses weggenommen, um sie in ihrer Thätigkeit zu zeigen. Sie ist hier im thätigen Zustande dargestellt; die Feder beinahe ganz unten, und das Leder herausgezogen.

Fig. 20 stellt den fertigen Apparat am Gurte i befestigt und in Ruhe vor.

Fig. 21 ebenso, aber in voller Thätigkeit.

Fig. 22 stellt die Sattelriemen vor. O ist das äussere Gehäuse das die Maschine enthält, und fest an dem Sattel befestigt. Die Riemen pp sind 12 Zoll lang. Diese Maschine ist genau dieselbe, wie jene im Durchschnitte B, aber ohne Schnalle, alles Uebrige ist dasselbe.

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