Titel: Verfahrungsarten um Fleke aus Kleidern auszubringen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 12, Nr. XXVIII./Miszelle 15 (S. 122–123)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj012/mi012028_15

Verfahrungsarten um Fleke aus Kleidern auszubringen.

Die Fleke sind entweder Fett- oder Oelfleke, oder Harzfleke, oder sie rühren von Säuren, Alkalien, vom Harne, von Tinte, Pech, Wagenschmier, Theer etc. her.

1. Fett- oder Oelfleke lassen sich leicht mit Seife oder mit einem mit Alkali geschwängerten Wasser aus Stoffen bringen, die man waschen kann. Man kann in dieser Hinsicht auch Ochsen-Galle anwenden, wie die Flekausbringer zu thun pflegen. Terpenthin-Geist und Aether dienen zum Ausbringen fetter Fleke aus Büchern und Kupferstichen. Die Anwendung der sogenannten absorbirenden Erden oder der Thonerden, wie der Walker-Erde, der Kreide, des ungelöschten Kalkes etc. ist weniger vortheilhaft.

2. Harz- und Wachsfleke lassen sich mittelst mehr oder minder rectificirtem Weingeiste leicht ausbringen.

3. Fleke von Säuren greifen gewöhnlich die Farben an, man muß daher mittelst der Karden die entfärbten Haare der Stoffe auszureissen suchen. Selten gelingt es, die ursprüngliche Farbe mittelst Seife oder Alkalien wieder herzustellen31).

4. Fleke von Alkalien und vom Harne lassen sich mittelst Pflanzensauren, Essig, Citronensaft, Weinsteinsäure, Sauerkleesalz ausbringen32).

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5. Gewöhnliche Tintenfleke werden mit Sauerkleesalz leicht aus der Wäsche ausgebracht; mit schwacher Salpetersäure, auch mit dem Safte unreifer Trauben etc., bringt man sie leicht aus anderen Gegenständen.

Drukerschwärze braucht, da sie fett ist, gemeine oder Ammonium-Seife, (weßwegen sie auch mit Kazenharn ausgeht); dann wäscht man den Gegenstand.

Rostfleke bringt man mit Auflösung von Pottasche-Schwefelleber (hydrothionsaurer Pottasche) weg, und wäscht dann den Stoff fleißig in Passer.

Pech, Theer, Oelfarben bringt man mit flüchtigem Terpenthinöle weg: für erstere dient auch Alkohol.

Wagenschmier und ähnliche fette Körper lassen sich mit hart gesottenen Eydottern, und hierauf mit Seife und durch Wasser wegschaffen. (I. I. Birey im Journal de Pharmacie. Nro. 7 und 8 Jul. und Augst. 1823. S. 323.)

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Es ist offenbar, daß diese Methode nicht viel taugt. A. d. Ueb.

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Vorausgesezt, daß der Harn des Menschen oder der Thiere, wodurch die Fleke entstanden, nicht selbst sauer war. Uebersezer hat einst eine Dame, die Vapeurs bekam, weil ihr Shawl, der so eben um 900 |123| Thaler gekauft wurde, von ihrem Schoßhündchen bepißt, garstige Fleke bekam, zugleich mit diesem Shawl mit 1 kr. Pottasche auf der Stelle glücklich curirt. A. d. Ueb.

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