Titel: Verfahren, um auf Sammt und Manchester zu mahlen. Von Hrn. Vauchelet.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 12, Nr. XLVI./Miszelle 15 (S. 254)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj012/mi012046_15

Verfahren, um auf Sammt und Manchester zu mahlen. Von Hrn. Vauchelet.

Man legt durchscheinendes Papier (papier lucidonique) auf die Zeichnungen, die man copiren will, und paust mit einem Metallstifte dieselbe durch. Dann röthet man die ganze Rükseite dieser Pause mit sein gepülvertem Lak, und legt sie auf ein Blatt sehr glatten Pergamentes, auf welchem man mittelst des Stiftes jeden einzelnen Gegenstand wieder abpauset. Man nimmt so viele Stüke Pergament, als man einzelne Gegenstände und verschiedene Farben in der Zeichnung hat. Hierauf schneidet man alle Stüke Pergament in der durch die Pause erhaltenen Form im Lichten aus, und breitet das zu bemahlende Stük Sammet über einen mit einem grünen Teppiche belegten Tisch, nimmt ein Stük Pergament um das andere und legt es auf dem Sammet an jene Stelle, an welcher es der Zeichnung nach hingehört, und trägt mit einem Pinsel die nöthige Farbe an jener Stelle, die das Pergament leer läßt, auf den Sammet auf. Wenn dieß für jedes einzelne Stük Pergament geschieht, so erhält man die ganze Zeichnung.

Diese Arbeit fodert viele Aufmerksamkeit damit man die Zeichnung nicht verwischt, indem man nicht warten kann, bis einzelne Theile troken sind, und nach einander fortarbeiten muß. Die Theile, die nicht gut gerathen sind, werden mit dem Pinsel oder mittelst neuer Patronen ausgebessert91).

Bereitung des zu dieser Art von Mahlerei nöthigen Oeles.

Man pülvert 20 Gran Salmiak und 20 Gran salpetersaure Pottasche, (getäfelten Salpeter; Sal prunellae) sehr fein, und schüttet dieses Pulver in Ein Pfund so gut wie möglich gehelltes Leinöl, welches man mit demselben 3 Stunden lang kochen läßt. Eine Stunde vorher, ehe man das Oel vom Feuer nimmt, gibt man ein Stük vorher gehörig in Schwefelsäure eingeweichtes Stük weiches neugebakenes Brod, und drei große in Stüke zerschnittene Zwiebel w dasselbe. Nachdem das Brod beinahe verkohlt ist, und die Zwiebel zergangen sind, zieht man das Oel zurük, und seiht dasselbe durch einen neuen Lappen, zieht es dann in Flaschen ab, und reibt die Farben mit demselben in dem Maße an, als man sie eben braucht, wohl beachtend, daß man nicht zuviel davon nimmt. Die Farben dürfen auf dem Glase nicht zerfließen, sondern müssen die Consistenz der Butter haben. Dieses Oel läuft auf dem Sammet nicht über die Linien der Zeichnung hinaus. (Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement (Nro. 228. S. 163) im Auszuge aus dem V. Bande der Description des machines et procédés spécifiés dans les brevets d'invention dont la durée et expierée). Vergl. auch noch Bulletin Band VIII. S. 3.)

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Weit interessanter und der Kunst entsprechender ist der Baumwollen-Sammetdruk, dessen Darstellung mit örtlichen Farben, und ihre Befestigung durch Wasserdämpfe im 2. Bd. d. Journ. S. 152 von. Dr. v. Kurrer aufs Vollständigste beschrieben ist. D.

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