Titel: Verzeichniß der von der Society of Arts für die Sizung des Jahres 1823–24 ausgeschriebenen Preise.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 12, Nr. XLVI./Miszelle 2 (S. 242–246)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj012/mi012046_2

Verzeichniß der von der Society of Arts für die Sizung des Jahres 1823–24 ausgeschriebenen Preise.

Akerbau.

Die goldene Medaille für die größte Menge der See abgewonnenen Landes, und für die beßte Methode, wüstes und unbebautes Land zu verbesern. Die silberne Medaille für die nächst größte Menge.

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Die goldene Ceres-Medaille für Ausmittelung der beßten Methode, leichte Gründe mit perennirendem Grase zu bestellen; die goldene Medaille für Vergleichung der Vortheile gewisser Arten von Dünger, die silberne für ähnliche Versuche in kleinerem Maßstabe.

Die silberne Medaille für die beßte Methode Rüben, Möhren, Pastinak, rothe Rüben oder Mangold zur Mastung des Hornviehes aufzubewahren. Eben dieselbe für die beßte Methode zur Aufbewahrung großer Krautköpfe.

Die goldene Medaille für die beßte Methode, Korn bei nasser Witterung zu ernten.

Chemie, Färberei, Mineralogie.

Die goldene Medaille oder 50 Guineen auf eine Methode, die Menge oder die Kraft des Dampfes an Dampfmaschinen mit Ersparung an Auslagen zu vermehren.

Die goldene Medaille oder 50 Guineen für das beßte Mittel zu verhindern, daß kein diker Rauch aus den Schornsteinen der Fabriken aufsteigt.

Die goldene Medaille oder 50 Guineen für die beßte Methode zur Beseitigung der üblen Wirkung des schädlichen Rauches, der beim Schmelzen der Kupfer-Zink, Blei-Zinn und Eisen-Erze aufsteigt.

Die goldene Medaille oder 50 Guineen für die beßte Methode, das Kupfer zu raffiniren. Eben diese für Verfertigung des Zinkes.

Die goldene Vulcan-Medaille oder 50 Guineen für eine Methode, Messing aus britischen Materialien zu verfertigen, das dem ausländischen gleich kommt. Dieselbe für die wohlfeilste Methode, Kohlengas zu reinigen.

Die silberne Medaille oder 15 Guineen für die beßte Methode, eine schwarze, und durch chemische Mittel unzerstörbare, jedoch nicht zu theuere, Tinte zu verfertigen. Die goldene Medaille oder 30 Guineen für eine ausgezeichnet gute Drukerschwärze.

Die goldene Medaille oder 50 Guineen für eine wohlfeile und bessere Composition, als man bisher besizt, das geschlagene Eisen vor Rost zu bewahren.

Die goldene Medaille oder 50 Guineen für ein sicheres Mittel, den Moder oder die Troken-Fäulniß am Holze abzuhalten. Eben diese für ein Mittel gegen den sogenannten Mehlthau am Papiere.

Die goldene Isis-Medaille oder 30 Guineen für Entdekung eines Steinbruches in Groß-Britannien oder Irland, aus welchem man eben so taugliche Steine zur Lithographie erhält, wie die aus dem Auslande eingeführten.

Feine Künste.

Für Herren unter dem Alter von 25 Jahren, die aber Söhne oder Enkel von Pairs oder Pairinnen seyn müssen, für das beßte Oelgemählde oder die beßte Zeichnung eines Gegenstandes aus der Geschichte die goldene Medaille; für das nächst beßte, die goldene Isis-Medaille. Die silberne Medaille und silberne Isis-Medaille für die beßte Copie. Für Damen unter 25 Jahren, Töchter oder Enkelinnen von Pairs oder Pairinnen, eben denselben Preis.

Manufactur.

Die goldene Medaille für Denjenigen, der am meisten Merino-Wolle von seiner in den vereinigten Königreichen gehaltenen Herde verkauft: weniger als 5 Centner darf diese Menge nicht betragen.

Die goldene Medaille oder 30 Guineen für die beßte Nachahmung indischer Shawls echter Casimir-Wolle.

Mechanik.

Die goldene Medaille oder 100 Guineen für die sicherste Methode, das Auffliegen der Pulvermühlen zu verhüten. Die goldene Medaille oder 30 |244| Guineen für ein besseres Mittel, als man bisher hatte, Feuersbrünste zu verhindern und zu löschen. Die goldene Medaille oder 50 Guineen die Luft in Zimmern der Spitäler und Arbeitshäuser auf eine anhaltende Weise zu reinigen. Eben dieselbe für die beßte Ventilations-Methode der Kohlengruben.

Die Beschreibungen hievon müssen in den ersten drei bis vier Monaten des Jahres 1824 an die Gesellschaft eingesandt werden.

Akerbau.

Die goldene Medaille für Denjenigen, der zwischen den 1. October 1819 und 1. April 1820 die größte Menge für den Pflug untauglichen Landes (jedoch nicht weniger als 50 Acres) mit den beßten Forstbäumen zu Bauholz bepflanzt hat. Die silberne Medaille für Denjenigen, der die nächst größte Menge (nicht weniger als 30 Acres) auf diese Art bepflanzt hat.

Die goldene Medaille für Denjenigen, der im Jahre 1817–18 die größte Menge Landes (nicht weniger als 15 Acres) mit Eichen aus dem Samen zu Bauholz gezogen, bepflanzt und unterhalten hat. Die silberne Medaille für die nächst größte Menge damit bestellten Landes (nicht weniger als 10 Acres).

Die goldene Medaille für Denjenigen, der vom Junius 1820 bis Junius 1821 die größte Menge Lerchbäume, (nicht weniger, als 50,000 Stüke) gepflanzt hat. Die silberne Medaille für die nächst größte Zahl (nicht weniger, als 30,000 Stüke).

Die goldene Medaille für die größte Zahl (nicht weniger als 2000) aus Norwegen eingeführter, und im Jahre 1821 gepflanzter, Föhren-Sämlinge. Die Sämlinge müssen 2–4 Jahr alt, und in mittelmäßig gutem Boden in einer etwas geschüzten Lage gepflanzt worden seyn. Das Holz aus der Gegend von Ehristiania ist am beßten für Zimmerleute und Schreiner, und jenes von Long Sound dient zu Sparren und Balken.

Die goldene Medaille für Vergleichung der Vorzüge der Methoden, Eichen aus Samen auf gehorig umgegrabenen oder umgeakerten Lande, oder bloß mittelst Spathen oder Sezholz auf nicht umgebrochenem Lande, oder in Baumschulen zu ziehen, und dann zu verpflanzen.

Die goldene Medaille für die beßte Reihe von Versuchen auf nicht weniger dann 12 Acres, wovon vier aus der Hand in weitem Wurfe besäet, vier gedrillt und vier gestupft werden, um zu sehen, welche von diesen Methoden, Weizen zu bauen, die beßte ist.

Die silberne Medaille für die Gewinnung der größten Menge Gras-Samen. Dieselbe für Bestellung der größren Menge Landes (nicht weniger als 5 Acres) mit Pastinak als Futter für Horn- und Wollenvieh.

Die goldene Medaille für das beßte Mittel zur Vertilgung der Hopfenfliege. Dieselbe hinsichtlich der Rübensliege, oder auch nur für Mittel zur Beseitigung der Nachtheile, die dieses Insect erzeugt.

Dieselbe für die beßte Methode zur Beseitigung der Verheerungen der Insecten an Obstbäumen und Küchengewächsen.

Die goldene Medaille oder 50 Guineen für die beßte Methode zur Heilung der Lungenfäule an Schafen. Die silberne Medaille oder 10 Guineen für beßte Methode, die Schafe gegen die Nachtheile von Fliegen zu schüzen.

Die goldene Medaille oder 20 Guineen für die beßte Methode, Wasser in hinlänglicher Menge zur wohlthätigen Bewässerung der Gründe in die Höhe zu treiben. Man muß ein Modell in einem Maßstabe von 1 Zoll auf den Fuß einsenden.

Die silberne Medaille oder 20 Guineen für eine Maschine oder für einen Pflug zur Reinigung des Landes vor dem Abbrennen, der aber nicht mehr als Einen Mann und zwei Pferde braucht. Wenigstens 10 Acres mußten damit gereinigt worden seyn.

Die silberne Medaille oder 15 Guineen, für die beßte Maschine zum Stupfen des Weizens. Drei Acres mußten damit bestellt worden seyn. Die goldene Medaille für eine Maschine, mit welcher das Korn besser |245| als auf die bisherige Weise ausgedroschen und das Strod mehr geschont werden kann, als bei den gewöhnlichen Dresch-Flegel. Wenigstens 30 Quarters müssen damit ausgedroschen worden seyn.

Chemie, Färberei, Mineralogie.

Die goldene Medaille für ein besseres Prüfungsmittel auf Arsenik in Auflösung, als man bisher kennt.

Die goldene Medaille oder 50 Guineen für Erzeugung der größten Menge Stab-Eisens (nicht weniger als 10 Tonnen) mit Coke aus Coke-Gänsen, das dem beßten aus Schweden und Rußland eingeführten Eisen gleich kommt, und eben so gut in Stahl verwandelt werden kann.

Die goldene Medaille oder 50 Guineen für Bereitung der größten Menge von Schwefelsäure aus Schwefel ohne irgend ein salpetersaures Salz, deren specifische Schwere jedoch jener der beßten im Handel vorkommenden Schwefelsäure nicht nachstehen darf.

Die goldene Medaille oder 30 Guineen für die beßte Schwärze zum Kupferdruke, die man auch zu dem feinsten Abdruke brauchen kann.

Die silberne Medaille oder 15 Guineen für die beßte Methode, das Leder, unbeschadet feiner Biegsamkeit, wasserdicht zu machen.

Die goldene Medaille oder 30 Guineen für die beßte Methode, eingesalzene Nahrungsmittel vor dem Ranzigwerden oder Anlaufen zu bewahren.

Die goldene Medaille oder 30 Guineen für die beßte Methode, Pelze, Wolle und andere Stoffe vor den Verheerungen der Motten und anderer Insecten zu schüzen.

Die goldene Medaille oder 50 Guineen für das beßte Substitut der bleiernen Röhren, deren man sich zur Leitung der Getränke aus den Kellern in die Füllungsörter der Wirthshäuser bedient.

Die goldene Medaille oder 50 Guineen Demjenigen, der die Naturgeschichte irgend einer Grafschaft des Königreiches herausgeben wird.

Feine Künste.

Herren unter 25 Jahren, Söhnen oder Enkeln von Pairs oder Pairinnen, für das beßte Original-Gemählde oder für die beßte Original Zeichnung eines Porträtes, einer Landschaft, eines Blumen- oder Fruchtstükes, oder eines Stükes aus dem häuslichen Leben (still-life) die goldene Isis-Medaille; dem nächst beßten die silberne Medaille. Eben diese und die silberne Isis-Medaille für die beßte Copie der obigen Stüke. Eben dasselbe für Damen unter 25 Jahren, Töchtern und Enkellinnen von Pairs und Pairinnen.

Für Herren und Damen unter 18 Jahren für die beßte Zeichnung mit Kreide, Stift oder Tusche, als Copie irgend eines Gemähldes, Kupferstiches oder irgend einer Zeichnung, die einen Kopf oder eine Figur darstellt, die silberne Isis-Medaille. Für die nächst beßte die silberne Palette. Eben diese für Herren und Damen unter 18 Jahren für die beßte Copie.

Für Herren unter 20 Jahren die silberne Medaille für die beßte Zeichnung nach einer Büste; die silberne Isis-Medaille für die nächst beßte. Eben diese für Damen.

Die goldene Isis-Medaille für die beßte Aezung eines historischen Gegenstandes nach einem ausgezeichneten Gemählde von Künstlern unter 25 Jahren. Die silberne Medaille für die nächst beßte. Die silberne Medaille und silberne Isis-Medaille für die beiden beßten geäzten Landschaften.

Für Künstler unter 30 Jahren für den beßten Kupferstich (historische Composition) die goldene Medaille; für den nächst beßten die goldene Isis-Medaille. Für den beßten Kupferstich (in Landschaft und Porträt) die goldene Isis-Medaille; die silberne für den nächst beßten in beiden. Die silberne Medaille für ein Porträt in Mezzotinto.

Für den beßten Steindruk die silberne Medaille. Eben diese oder 20 Guineen für die beßte Methode, nach Steindruk-Art Zeichnungen von dem Papiere auf den Stein überzutragen.

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Manufakturen.

Die silberne Medaille oder 10 Guineen für Versuche zur Bestimmung her zwekmäßigsten Dike der Baumwollen-Dochte zur Beseitigung der Fehler an den gewöhnlichen.

Die silberne Medaille oder 20 Guineen für ein Verfahren, aus dem Zeuge durchscheinendes Papier zu verfertigen, welches Tinte eben so leicht aufnimmt und behält, als das jezt gebräuchliche Schreibpapier.

Die goldene Medaille oder 30 Guineen für Verfertigung von Spizgarn aus Flachs zu Spizen, das eben so fein ist, als jenes aus dem festen Lande.

Die goldene Isis-Medaille für Verfertigung des feinsten Tuches (nicht weniger als 35 Yards) bloß aus der aus New-South-Wales eingeführten Wolle.

Mechanik.

Die goldene Medaille oder 30 Guineen für eine Mühle, um Korn für einzelne Familien oder Arme zu mahlen, die einfach und besser seyn muß, als die bisher gebräuchlichen.

Die goldene Medaille oder 30 Guineen für ein Mittel, Unglüksfällen an Postkutschen vorzubeugen.

Die goldene Medaille oder 30 Guineen für einen wohlfeilen und tragbaren Haken oder irgend eine andere Maschine, die besser ist, als die jezt gebräuchlichen, um auf die leichteste, bequemste und sicherste Weise Personen, die ins Wasser gefallen sind, aus demselben herauszuziehen.

Die goldene Medaille oder 30 Guineen für Erfindung einer neuen Schraube, die besser ist, als die bisher bekannten.

Handel.

Die goldene Medaille oder 30 Guineen für denjenigen, der im I. 1823 die größte Anzahl von Seehunden (nicht weniger als 30) an den Küsten der vereinigten Königreiche zur Thrangewinnung gefangen haben wird. Dieselbe für Denjenigen, der aus diesen Thieren die größte Menge Thrans (nicht weniger als 20 Tonnen) erzeugt haben wird. Zwei Gallonen müssen als Muster eingesandt werden.

Die goldene Isis-Medaille oder 25 Guineen für Denjenigen, der im Jahre 1823 die größte Anzahl Makrelen (nicht weniger als 10,000) in dem brittischen oder irländischen Schiffe, oder in einem Hafen von England und Irland, marinirt haben wird. Die silberne Medaille oder 15 Guineen für die nächst größte Anzahl. Ein Fäßchen dieser Makrelen von 16 Gallonen muß eingesendet werden.

Die goldene Medaille oder 50 Guineen für Erzielung in einer brittischen Colonie und für Einfuhr der größten Menge von Seide während der Jahre 1823–1825. Die Seide darf nicht weniger als einen Zentner betragen, und muß sich leicht verarbeiten lassen. Für die nächst größte Menge (nicht weniger als 50 Pfund) die silberne Medaille oder 20 Guineen. Diese Preise sind besonders für die englischen Colonien am Vorgebirge der guten Hoffnung, auf Mauritius und New-Souts-Wales ausgeboten.

Die goldene Medaille oder 50 Guineen für Erzielung der größten Menge von Thee nicht weniger als 20 Pfund) auf Jamaica oder in irgend einer brittischen westindischen Colonie, und Einfuhr desselben nach Groß-Britannien.

Die goldene Medaille für die beßte und zuverlässigste Nachricht, aus in China eingezogenen Berichten, über die Cultur der Pflanze, deren Blätter den Thee liefern, und über hie Weise, wie diese gesammelt und zubereitet werden. Dieser Preis ist bis auf 1825 und 1826 hinausgesezt. (Aus dem London Journal of Arts and Sciences by Mr. Newton. Aug. S. 97. Sept. S. 152)

(Die Fortsezung nächstens.)

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