Titel: Noch Etwas über das Löthen des dünnen Eisenbleches mit Guß-Eisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 12, Nr. LXIV./Miszelle 4 (S. 373–374)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj012/mi012064_4

Noch Etwas über das Löthen des dünnen Eisenbleches mit Guß-Eisen.

Hr. Gill beklagt sich ziemlich hart über die im London Journal of Arts (Vergl. Polytechn. Journ. S. 226. u. S. 256. ihm gemachten Vorwürfe im Oktober Hefte seines technical Repository S. 223, ohne jedoch dasselbe zu nennen, und sagt:

„Wir wußten, daß wir uns auf die Wahrhaftigkeit des Hrn. Perkins gegen unseren Bericht-Erstatter vollkommen verlassen konnten, daß nämlich dieses Löthen mittelst Feilspänen von weichem Gußeisen, Borax, der seines Krystallisations-Wassers beraubt ist und Salmiak geschieht; was vollkommen, diese Anwendung auf Eisenblech ausgenommen, mit dem Verfahren übereinstimmt, welches wir im 1. B. S. 432 (Polytechn. Journ. B. 11. S. 246.) über das Löthen des Eisens mit milderm Guß-Stahle oder Guß-Eisen bekannt machten. Da unser Freund uns diese neue Anwendung auf Eisenblech ohne Rükhalt mittheilte, so waren wir erfreut, dieselbe dem Publikum vorlegen zu können. Nun kommt es aber heraus, daß „diese Entdekung ein schäzbares Geheimniß einiger Wenigen seyn soll, dis es besizen,“ und folglich muß alles aufgeboten werden, um die Wahrheit unserer Angabe zu erschüttern.“

„Um jedoch allem Streite ein Ende zu machen, haben wir Borax, der seines Krystallisations-Wassers beraubt war, mit Feilspänen von weichem Gußeisen in einem Schmelztiegel zusammen geschmolzen; und das Resultat war, daß wir – „dieselbe harte glänzende Masse erhielten, die etwas dem Peche ähnlich sah.“ Es war Boraxglas, welches von dem ihm beigemengten Eisen schwarz gefärbt war. Dieß ist das ganze Geheimniß; denn mit der Anwendung dieses Flusses selbst wird kein Geheimniß gemacht.“ Auch diese haben wir versucht, und mit diesem |374| Flusse zwei übereinander gelegte Kanten von dünnem Eisenbleche bei einem hellen pomeranzenfarbenen Feuer, und nicht bei der Weiß-Glühhize, bei welcher Eisen geschweißt wird, zusammen gelöthet. Die außerordentliche Leichtigkeit, mit welcher diese treffliche Art zu löthen praktisch ausgeführt werden kann, machte uns sehr viel Vergnügen.“

„Der gepülverte Fluß (das Loth) wurde längs einer kurzen Streke der inneren Verbindung oder des Ueberschlages des Eisenbleches, welches vorher mit Salmiak versehen ward, aufgetragen, und sobald er zu fließen anfing, ward die Röhre aus dem Feuer der Esse, das durch ein Gebläse unterhalten ward, herausgenommen, und der zu löthende Theil an einen Cylinder gestekt, der an dem Ambosse befestigt war, und mit einem leichten Hammer in schnell aufeinander folgenden Streichen gehämmert, so lang die Hize noch eine Verdünnung des Bleches gestattete. Dann wurde wieder etwas von diesem Pulver auf den nächsten Theil des Ueberschlages aufgetragen, und die Operation wiederholt, bis endlich das Blech der ganzen Länge des Ueberschlages nach durch Beihülfe des Gußeisens145) auf eine höchst vollkommene Weise zusammen gelöthet ward.“

„Nun kann Jeder auf diese vortheilhafte Weise löthen, und dieses Verfahren ist kein Geheimniß mehr, das nur Wenigen bekannt ist. Der zweite Versuch, den man146) machte, dieses Verfahren unter dem Schleier des Geheimnisses zu versteken, scheint uns einer jener verächtlichen Kniffe der Charlatanerie, die bloß auf Hinderung der Fortschritte der Künste berechnet sind.“

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Nach der nachfolgenden angegebenen Weise des Hrn. Siebe scheint jedoch Eisen nicht unumgänglich nöthig zu dieser Operation. A. d. Ueb.

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Im London Journal a. a. O. A. d. Ueb.

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