Titel: Ueber Wright's Knallqueksilber zum Abfeuern der Schlag-Flinten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1823, Band 12, Nr. LXXXVI./Miszelle 4 (S. 463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj012/mi012086_4

Ueber Wright's Knallqueksilber zum Abfeuern der Schlag-Flinten.

Hr. Gill theilt in seinem technical Repository, November 1823, S. 345, über vorstehende Abhandlung folgende Bemerkungen mit: Er glaubt nicht, daß das bei den Schlagflinten gewöhnlich gebrauchte Knallpulver Rost und Schmuz erzeugt, ausser wenn man dasselbe als Zündkraut, allein abbrennt, wie dieß zuweilen geschieht, wo man bloß die Wirkung desselben zeigen will, hier folgt freilich die Oxidation schnell und unvermeidlich; allein, wenn damit geschossen wird, so treibt das Schießpulver das Knallpulver vor sich her und entfernt alle Spuren desselben als Zündkraut. Das gewöhnliche Knallpulver wird ferner, als Zündkraut, in wasserdichten Papierchen verkauft, und wird nie feucht. Wir zweifeln ferner sehr „sagt Hr. Gill daß das Knallqueksilber nicht einer zufälligen Explosion unterworfen ist, indem wir häufig Unglüksfälle dadurch entstehen sahen, und man daher nirgendwo etwas davon darf liegen lassen; und obschon die Wirkung desselben sich nicht so weit in die Ferne bei einer Explosion erstreit, wie die des gewöhnlichen Knallpulvers, so ist sie doch in der Nähe wahrhaft schreklich. Man hat es schon längst bei der Artillerie statt des Schießpulvers versucht; allein es zerriß entweder die Kanone, oder, wenn diese stark genug war, so zerriß es die Kugel, und ließ diese in der Seele der Kanone liegen. Indessen kann man nicht zweifeln, daß es sich als bloßes Zündkraut bei Abfeuerung der Flinten vollkommen gut anwenden laßt. Wo man Knallqueksilber im Großen bereitet, sollte der Salpeter-Aether, der sich in großer Menge entwikelt, durch Verdichtung gesammelt werden, indem, bei dem hohen Werthe desselben, dadurch allein die Kosten der angewendeten Materialien hereingebracht werden könnten. Wir empfehlen ferner auf das Angelegentlichste allen Denjenigen, welche es wagen sich diesen Artikel zu ihrem eigenen Gebrauche zu verfertigen, die Flasche, in welcher sie Denselben aufbewahren, mit mehrere Mahle umgeschlagener Leinwand oder Tuch zu umwikeln, damit sie nicht zerbrochen, und den Korkstöpsel nur loker einzusteken, damit alle Reibung vermieden wird, oder, was noch besser ist, dieselbe nur mit einem weichen Stüke Papieres, das man an der Mündung derselben aufbindet, zu schließen.

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