Titel: Hobson's Methode zum Scheren und Zurichten der Wollentücher etc.
Autor: Hobson, Jonas
Fundstelle: 1824, Band 13, Nr. XXXVI. (S. 184–186)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj013/ar013036

XXXVI. Neue Methode zum besseren und leichteren Scheren und Zurichten der Wollentücher, Kasemire, und aller Arten von Zeugen, welche der Schere bedürfen, worauf Jonas Hobson und Joh. Hobson, Tuchfabrikanten und Kaufleute zu Mythorn-Bridge, Kirkbasten, Yorkshire, am 27. Jul. 1822 sich ein Patent geben ließen.

Aus dem London Journal of Arts and Science. Nov. 1823. S. 241.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Diese Maschine besteht aus einem Gestelle mit einer Menge Rollen, auf welchen Scheren aufgezogen sind, und die durch |185| Bänder ohne Ende, welche von einer Trommel auf einer Haupt-Achse auslaufen, die durch eine Dampfmaschine oder durch eine andere Triebkraft in Bewegung gesezt wird, getrieben werden.

Fig. 22 stellt diese Maschine dar. Das Gestell kann aus Eisen und mittelst Schrauben oder Bolzen zusammen gefügt seyn. a, ist die Trommel, um welche, so wie über die Rollen an jedem Ende der Maschine, ein Band ohne Ende hinläuft. Dieses Band umfaßt oben sechs Rollen, c, c, c, c und d, d, an deren jeder eine Kurbel angebracht ist um die Scherenblätter zu bewegen. e, ist das Trommel-Rad, auf welchem das zu scherende Tuch dicht aufgerollt wird. Ein mit einem Gewichte beschwerter Hebel, der durch seine Reibung das Tuch immer in gehöriger Spannung erhält, hindert die zu freie Bewegung dieser Trommel. Von dieser Trommel läuft das Tuch über eine Leitungs-Walze, und von da unter die befestigten Lieger, die Unten an den Aufsäzen, ffffff, gelagert sind. Unter diesen kommen elastische Kissen zu liegen, damit sie das Tuch desto kräftiger gegen die Lieger andrüken. Während die Rollen, c, c, c, c und dd, sich drehen, sezen die Kurbeln die damit in Verbindung stehenden Hebel, g, g, g, g, g, g in eine schwingende Bewegung. Diese Hebel führen die sogenannten Läufer (das obere Blatt der Schere aus einer dünnen Stahl-Platte) und drüken dieselben während ihrer schwingenden Bewegung gegen die befestigten Lieger, und scheren auf diese Weise die Oberfläche des Tuches ganz nach Art der gewöhnlichen Hebel-Scheren, die man mittelst Schrauben stellt.

Nachdem das Tuch unter dem ersten Paare Scheren durchgelaufen ist, kommt es unter das zweite, dritte und vierte Paar, welche so vorgerichtet sind, daß sie immer feiner und feiner scheren, je weiter sie von dem ersten entfernt sind. Nachdem das Tuch endlich unter dem vierten Paare durch ist, welches die lezte Schur geben soll, steigt es über eine Leitungs-Walze und unter zwei andere Leitungs-Walzen am Boden der Maschine, von wo es wieder aufsteigt, und unter zwei andere Scheren-Paare gelangt, welche von den Rollen und Kurbeln, dd, getrieben werden, und welche die Rüken- oder Kehrseite des Tuches scheren. Endlich wird das Tuch auf der Trommel, h, |186| aufgewikelt mittelst eines Zugwerkes aus Zahnrädern und Trieb-Stöken, die von der Haupt-Achse aus getrieben werden, und der Trommel eine sehr langsame Bewegung mittheilen, wodurch folglich das Tuch regelmäßig von der Trommel, e, ab, und unter allen Scheren durchgezogen wird.

Der Nuzen dieser mehreren Scheren besteht darin, daß das Tuch dadurch während eines einzigen Ganges durch die Maschine ausgeschoren werden kann. Diese ist daher auch mit Walzenbürsten oder Streichern versehen, um vor dem Scheren das Haar aufzurauhen und nach demselben niederzulegen. Man hat hier auch schwingende Bürsten und harte Körper zum Aufrauhen der Oberfläche des Tuches, als vortheilhaft, vorgeschlagen. Statt der elastischen Kissen, die an der unteren Seite des Tuches drüken, um es unter die Blätter der Schere zu bringen, hat man metallne Walzen vorgeschlagen, die auf das Genaueste gedreht seyn müssen, und gerathen dieselben durch Ringe, die man an einem Ende der Achse derselben anstekt, zu verlängern, damit sie für Tücher von jeder Breite taugen. Diese Ringe kann man auch abnehmen, damit die Leisten nicht geschoren werden.

Die Patentträger nehmen als ihre Erfindung in Anspruch: 1tens, das Durchführen des zu scherenden Tuches unter einer Reihe von Walzen, die so gestellt sind, daß beide Seiten des Tuches auf einmahl geschoren werden können. 2tens, daß die Ruhe-Walzen oder die dichten walzenförmigen Betten sich in Bezug auf Länge nach Belieben stellen lassen, so daß sie zu jeder Breite des Tuches passen; 3tens, die Schwingungsbürste oder irgend eine andere harte Oberfläche, wodurch das Haar aufgerauht werden kann; 4tens, die Art das Tuch mit zwei freien Blättern zu scheren, wovon das eine frei spielende sich in einem Winkel gegen die Fläche des befestigten bewegt, wodurch ein gezogener Schnitt entsteht.

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