Titel: Loescham's Terpodion.
Autor: Loescham, David
Allwright, Jak.
Fundstelle: 1824, Band 13, Nr. XXXVIII. (S. 194–195)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj013/ar013038

XXXVIII. Terpodion, oder neues musikalisches Tasten-Instrument von bisher unerhörter Wirkung sowohl in Hinsicht der Reinheit, Schönheit und Deutlichkeit des Tones und Leichtigkeit der Bewegung der Tasten, als der willkürlichen Verstärkung des Tones zum Forte und Dämpfung desselben zum Piano, worauf David Loescham, musikalischer Instrumenten-Macher in Newman-Street, Oxford-Road, Middlesex, und Jak. Allwright, Käsehändler in Little Newport Street, St. Ann's, Soho (in Folge einer Mittheilung eines im Auslande wohnenden Fremden) sich am 14. Jäner 1822 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts and Sciences Novbr. 1823. S. 235.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Dieses Instrument soll durch „Reibung an Holz, Metall, Blei, Zinn oder irgend einer anderen Substanz, Töne hervorbringen können.“ Die Beschreibung ist aber so dunkel, und die Zeichnung so roh, daß wir die größte Mühe hatten, irgend etwas, das einem musikalischen Instrumente gleich sähe, herauszubringen, und wissen noch nicht, wie es mit einigen Theilen dieses Instrumentes steht. Fig. 11 mag dem Leser vielleicht einen Begriff geben, wie diese Maschine zu spielen scheint, a, ist ein Cylinder von Holz, Metall, oder von irgend einer harten Substanz, welcher mit einem Firnisse aus Einer Unze Mastix, ebensoviel Sandarach, 2 Unzen Weingeist und Einem Grane Kampfer überzogen wird.

Dieser Cylinder wird durch ein Pedal oder durch einen Tret-Schämel, b, gedreht, dessen Kurbel ein Flugrad, c, treibt, von welchem eine Schnur über den Cylinder läuft, die denselben dreht, d, ist eine Taste, die so wie die Tasten am Piano, Forte eingerichtet sind. An dem Hintertheile derselben befindet sich ein Stab, e, der zu einem Hebel, f, hinabsteigt, welcher |195| sich auf g, als auf seinem Stüzpuncte, bewegt. Der Hintere Theil des Hebels, f, ist mit einem Blöke versehen, welcher eine Metall-Stange, h, hält, von deren Ende ein Hammer i, aufsteigt. Dieser Hammer wird mit Leder oder Tuch, oder mit einem anderen Materials überzogen, und so, wie der Cylinder, gefirnißt.

Der Spieler läst den Cylinder mittelst des Pedales schnell herumlaufen, und, indem er auf die gewöhnliche Weise auf die Taste schlagt, hebt er den Hebel, f, und mit demselben den Hammer, i, der dadurch mit dem Cylinder in Berührung kommt, „und durch die Reibung, die sein Druk an demselben hervorbringt, den verlangten Ton erzeugt.“

Der Patent-Träger sagt nicht, woher der Ton entspringt; wir vermuthen aber daß die Reibung des Hammers an dem gefirnißten Cylinder eine schwingende Bewegung in der Metall-Stange, h, hervorbringt, die den Ton erzeugt. Wir werden auf diese Vermuthung durch den Umstand gebracht, daß ein Blök, k, da ist, der auf die Metall-Stange aufgeschraubt, und verschieden gestellt werden kann, und der, wie es heißt, zum Stimmen da ist.

Wir werden in dieser Vermuthung durch die verschiedenen Formen bestätigt, die diese Metall-Stange in den verschiedenen Zeichnungen zeigt; einige derselben sind wie ein Haken aufgebogen, und tragen den Kopf, i, am Ende; andere sind aus zwei Stüken, wie eine Stimmgabel, gebildet; und noch andere Köpfe, i, werden, von einer zusammen gerollten Spiralfeder, statt von der Metallstange, h getragen, deren Länge größer oder geringer ist, je nachdem der Ton höher oder tiefer seyn soll, welcher durch das Anschlagen der dazu gehörigen Taste hervorgebracht werden soll.

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