Titel: Brenner's Feuerlösch-Requisiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1824, Band 13, Nr. LVIII. (S. 281–299)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj013/ar013058

LVIII. Beiträge zur Vervollkommnung der Feuersicherungs-Anstalten von Reinhold Brenner in Erfurt, Mitglied der Königl. Preuß. ökonomischen Gesellschaft zu Potsdam.

I. Beschreibung einer neu erfundenen Vorrichtung, wodurch die, durch Drukwerke betriebenen Brunnen bei Feuersgefahr als Feuersprizen gebraucht werden können.

Im September 1822 stellte ich einen Versuch an, einen hiesigen öffentlichen, durch ein Drukwerk getriebenen Brunnen mittelst einer Windblase und anderer einfacher Vorrichtungen in eine Feuersprize zu verwandeln, welche nach der Ausführung so kräftig wirkte, daß das Wasser dadurch 80 Fuß in die Höhe getrieben wurde. Dieser günstige Erfolg veranlaßte Herrn Hofr. Trommsdorff, die Sache im allgemeinen Anzeiger der Deutschen, Jahrgang 1822, Nro. 327. zur Sprache zu bringen, welche wegen ihrer Gemeinnüzigkeit vielseitige Theilnahme fand, so daß ich, um mehrfachen Anfragen zu genügen, bewogen wurde, die ganze Vorrichtung in Steindruk abzubilden und auszugeben, die ich zur Vergleichung mit der neuern Einrichtung in verkleinertem Maaßstab nochmahls darstelle.

Tab. VI. Fig. 1. a) Eine runde kupferne Windblase 10 1/2 Pf. schwer, 12 Zoll Durchmesser;

b) ein, an derselben angebrachtes Ausgangsrohr mit Gewinde von Messing, welches zu den Schlauchgewinden paßt;

d) ein messingenes Gewinde, womit die Windblase in die obere Mündung der Brunnenröhre geschraubt wird;

e) das messingene Ausgußrohr mit Hahn, 18 Pf. schwer;

f) das messingene Ventil in der Steigröhre;

g) der metallene Stiefel von 6 Zoll Durchmesser, 18 Zoll hoch, der durch die eisernen Bänder KK an die Steigröhre befestigt ist;

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h) die Drukstange, durch welche der Kolben i in dem Stiefel auf und nieder gezogen wird;

i) der Kolben, ist Fig. VII. besonders gezeichnet.

Diese kurze Beschreibung der ältern Einrichtung wird durch die weiter unten folgende Beschreibung der Neuern vollends deutlich werden, da die übrigen Gegenstände beiden ziemlich gemein sind.

Bei obgedachtem Versuche beschränkte ich mich blos darauf, ein Drukwerk, wie es hier bei Brunnen gewöhnlich vorkömmt, mittelst einer Windblase in eine Feuersprize zu verwandeln; allein diese alte Brunnen-Einrichtung hat manche Mängel; denn da der 18 bis 20 Zoll hohe Stiefel mit seiner Basis sich am Boden des Brunnens befindet, und das Wasser sich beim Aufgang des Kolbens von oben durch die, in Lezterem befindlichen Lederventile in den Stiefel ergießen muß, so fördern diese Drukpumpen bei niedrigem (20–22 Zoll hohem) Wasserstande wenig oder gar kein Wasser mehr in die Höhe, und fremde, auf der Oberfläche schwimmende Körper werden leicht in den Stiefel hineingezogen, was die Brunnen oft ganz unbrauchbar macht. Bei sehr hohem Wasserstand tritt hingegen wieder der üble Umstand ein, daß wenn etwas an dem Stiefel oder Kolbenleder defect wird, was bei besagter Construction nicht selten vorkommt, sehr schwer beizukommen ist, um die Fehler zu heben. Es sind mir oft Fälle vorgekommen, daß, wenn sich z.B. die Drukscheibe aus dem Stiefel gehoben, oder die Leder-Scheibe abgenuzt hatte, die Arbeiter ganze Tage damit zugebracht haben, um die nöthigen Reparaturen zu Stande zu bringen.

Ferner wurden auch die beiden langen Brunnenröhren gar oft schadhaft, und dieß erforderte nicht selten das Auseinanderreißen des ganzen Werkes, um es wieder in Stand zu sezen, was viele Arbeit und Kosten verursachte.

Bei tiefen Brunnen wird auch die Drukstange zu lang und kann daher, wenn der Hebel verlängert wird, den Druk von 4 Mann nicht leicht aushalten, ohne sich zu biegen und einen ungleichen Gang des Kolbens, mithin auch größere Reibung hervorzubringen.

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Die jezt gerügte mangelhafte Beschaffenheit unserer Drukpumpen, wodurch solche nicht nur zum gewöhnlichen Gebrauch als Brunnen oft unbrauchbar werden, sondern auch wenn sie als Feuersprizen angewendet werden sollten, sie leicht ihre Dienste versagen möchten, gaben mir Veranlassung, auf eine zwekmäßigere, dauerhafte und weniger Reparaturen ausgesezte Construction derselben zu denken, damit sie nicht nur ihrem Haupt-Zwek als Brunnen vollkommen entsprechen, und ohne schwer zu gehen, eine hinreichende Menge Wasser, selbst beim niedrigsten Stande ausliefern möchten, sondern auch mit Zuverläßigkeit zugleich nöthigenfalls die Stelle einer Feuersprize vertreten könne.

Die in dieser Absicht an einen hiesigen öffentlichen Brunnen bereits ausgeführte Vorrichtung hat jenen Zweken vollkommen entsprochen und ich liefere hier eine ausführliche, mit Abbildung erläuterte Beschreibung derselben, wodurch, wie ich hoffe. Andern der Gegenstand zur Einsicht und Nachahmung deutlich genug dargestellt seyn wird.

Die Fig. 2 stellt die Vorrichtung ihrer ganzen Zusammensezung dar; die Figrn. 3, 4, 5, 6 bilden einzelne Stüke derselben, größtentheils in vergrößertem Maaßstabe. Auf sämmtlichen Figuren bezeichnen dieselben Buchstaben die nämlichen Gegenstände.

Der vierekige Ständer, oder eichene106) Baumstamm a, Fig. 2 und 3, dient der ganzen Vorrichtung zur sichern Stüze und an ihm sind zugleich die übrigen wesentlichen Theile derselben befestigt. Um ihm einen festen, unverrükbaren Stand zuverschaffen, ruht er auf einem, im Boden des Brunnens festliegenden Quaderstein b dergestalt, daß der Untertheil des Ständers |284| einige Zoll tief in eine, in den Stein gehauene passende Vertiefung eingesenkt ist. Im sandigen oder anderen ausweichenden Boden wird es zwekmäßig seyn, jenem Stein durch einen darunter angebrachten Rost von einigen Pfählen eine feste Grundlage zu geben. Auf den Seiten wird der Ständer a, durch mehrere, gegen die Brunnenwand gestemmte Streben cccc in seiner senkrechten Richtung erhalten. Am obern Theil des Ständers sind zwei cylindrische (röhrenförmige) Aushöhlungen. Eine verticale d und eine horizontale e, welche sich unter einem rechten Winkel vereinigen; der verticale Cylinder d ist eben so weit als das Steigrohr u, und wird durch ein, in demselben angebrachtes, sich nach oben öffnendes Ventil f, verschlossen.

Die horizontale röhrenförmige Höhlung e ist zur Aufnahme des metallnen Gurgelrohres g bestimmt, welches mit Pech oder einem anderen wasserdichten Kitte darin eingesezt wird.

Das Gurgelrohr bildet ein Stük mit dem metallnen Stiefel h, welcher Lezterer an den Ständer a mittelst zweier eisernen, durch Schrauben angezogenen Bänder ii befestigt ist.

M und N sind 2, an den Stiefel gegoßene Ausladungen, welche in den eichenen Ständer a eingesenkt werden, damit sich der Stiefel auch bei dem größten Druk weder verschieben, noch verrüken kann; denn die Last des Drukes wirkt vorzüglich auf das Gurgelrohr wodurch bei fortgeseztem Gebrauch der Kitt leicht Riße bekommen und somit die Verbindung nicht mehr luft- und wasserdicht bleiben würde.

An der Basis des Stiefels befindet sich ein, nach oben sich öffnendes Ventil k, und die, an der röhrenförmigen kurzen Verlängerung des Stiefels, unterhalb dem Ventil ansizende Schraube Fig. 3. l, dient zum Anschrauben des kupfernen, Saugrohres m, welches durch eiserne Bänder nn an den Ständer a befestigt ist.

Das Saugrohr m hat unten eine Seihe o, ungefähr 6–8 Zoll vom Boden des Brunnens abstehend, damit sich keine fremden Körper mit dem Brunnenwasser in die Röhre hineinziehn können.

Der, im Stiefel h sich auf- und niederbewegende Kolben p ist Fig. 3 ebenfalls in vergrößertem Maaßstab mit abgebildet. |285| Er hat in der Mitte zur Beförderung eines leichten Ganges 4 Scheiben aus Kork, auf welchen oben und unten eine Scheibe von Leder und dann eine von Messing gebracht ist.

Sämmtliche Scheiben werden in der Mitte von einem senkrechten 4 oder 6 kandigen Eisen durchbohrt, (wie bei Fig. 3 in punctirten Linien angegeben ist) was unten einige Schrauben-Gänge hat, damit so die Scheiben vermittelst einer Schrauben-Mutter q aneinander gepreßt werden können.

An beide Flächen des Kolbens stossen 2 Kappen von gutem mastricher Sohlleder LL.

An dem obern Theile des Kolbens ist ein Gelenk r deutlich zu sehen, vermittelst dessen die Kolbenstange s mit dem Kolben p zusammenhängt. Der obere, ebenfalls mit Eisen beschlagene Theil der Kolbenstange s steht mit dem, zur Bewegung des Drukwerks bestimmten Brunnenschwengel t in Verbindung, der mit einem Endpunct am Drukstok tt vermittelst eines durchgehenden hölzernen oder eisernen Polzens107) verbunden ist, und so einen einarmigen Hebel bildet.

Damit die Säule einen unverrükbaren Stand bekomme, wird sie in einen starken horizontalen Balken eingezapft, welcher zu sicherer Befestigung mit seinen beiden Enden in das Mauerwerk des Brunnens eingelassen werden kann.

Auf der oberen Fläche des Ständers a, ist die senkrechte hölzerne Steigröhre u,108) auf bekannte Art vermittelst einer eisernen Büchse und durch eiserne Schraubenbänder v, befestigt; |286| diese Steigröhre wird ihrer Länge nach, damit sie dem Druke des in ihr stehenden Wassers zuverläßigerern Widerstand leistet mit mehreren eisernen Schraubenbändern v, v, v, v, v, versehen, und um die Einwirkung der äußeren Luft von ihr abzuhalten, mit Theer oder dikem Firniß überstrichen, auch allenfalls noch mit getheerter oder in Firniß getränkter Leinwand umwikelt. Leztere kann erspart werden, wenn das Ueberfirnissen der Röhre zuweilen wiederholt wird.

In diese Steigröhre ist das Ausgußrohr w, wasserdicht eingeschraubt, welches bei x, einen messingenen Hahn hat.

Auf dem oberen Theil der Steigröhre dagegen wird die kupferne Windblase y, fest eingeschraub109) welche Fig. 4. besonders abgebildet ist.

An derselben befindet sich

1tens, die Schraube A, womit die Windblase in die Mündung der hölzernen Steigröhre eingeschraubt wird,

2tens, das eingelöthete messingene Ausgußrohr B, mit einem Gewinde, welches zu den Schlauchgewinden paßt.

3tens, ein eiserner Ring C mit starken Oehren zum Auf- und Abschrauben der Windblase.

Die Art, wie das jezt beschriebene Drukwerk mittelst des Schwengels in Bewegung gesezt wird und seine Dienste leistet, ist von selbst einleuchtend; nicht überflüssig wird es indessen seyn, die Vorkehrungen genauer anzugeben, für den Fall, daß |287| selbige bei Feuersbrünsten die Stelle einer Feuersprize vertreten soll.

Es muß alsdann nämlich:

1tens, mittelst Umdrehung des Hahns x, das Ausgußrohr w, verschlossen werden.

2tens, muß an dem gewöhnlichen Brunnenschwengel t, der Drukbaum z, befestigt werden, dessen Gestalt aus Fig. 6. deutlich genug erhellt. Er ist zusammen gesezt aus dem vierkandigen Stük D, das aus Eichen-, Weißbuchen-, Ulmen-, Eschen- oder anderem zähen und festen Holz gearbeitet seyn muß, und mittelst der eisernen, mit Schrauben versehenen Bänder EE, auf den vorderen Theil des Brunnenschwengels t, aufgeschraubt wird, wie bei Fig. 7. zu sehen ist.

Vorn an dem Drukbaum befinden sich zwei eiserne Arme FF, mit Ringen, worein die Drukstange G, eingeschoben wird, an welcher die, zur Bewegung des Drukswerks nöthigen Arbeiter angestellt werden.

3tens, muß der Schlauch mittelst seines Gewindes an das messingene Ausgangsrohr B, Fig. 4. geschraubt werden110).

Nachdem alles dieß veranstaltet worden, kann das Drukwerk des Brunnens als Feuersprize in Thätigkeit gesezt werden, wo es dann seine Wirkung auf folgende Weise thut.

So oft nämlich die, am Drukbaume angestellten Arbeiter denselben aufwärts heben, muß der Kolben p, im Stiefel h, in die Höhe gehen, und indem er so ein Bestreben äußert, unter sich einen luftleeren Raum hervorzubringen, wird durch den Druk der Atmosphäre das Wasser aus dem Brunnen in die Saugröhre empor, und durch das, sich gleichzeitig öffnende Ventil k, in den Stiefel h, hineingetrieben.

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So wie der Kolben im Stiefel seinen höchsten Stand erreicht und Lezterer sich gefüllt hat, fällt das Ventil k, zu, und wenn nunmehr die Arbeiter den Drukbaum niederwärts drükten, wird durch den jezt niedergehenden Kolben p, das Wasser in dem Stiefel niedergepreßt, und somit durch das, sich öffnende Ventil f, in die Steigröhre u, getrieben, aus welcher es sodann, da es nicht, wie beim gewöhnlichen Gebrauch des Drukswerks als Brunnen aus dem, jezt durch den Hahn x, geschlossenen Ausgußrohr w, entweichen kann, in den Schlauch getrieben, aus dessen Mündung es endlich bei fortgesezter Arbeit ausströmt, und zwar in einem regelmäßigen, nicht abgeseztem Strahl, was durch die, in der Windblase comprimirte Luft bewirkt wird.

Was die Wirkung dieser Pumpe als Feuersprize betrifft, so läßt sich solche aus folgenden Erfahrungen ermessen:

Diese Pumpe lieferte nämlich, als sie mit zwei Mann getrieben, und als ein Stük Schlauch von 25 Ellen horizontal liegend, an der Windblase angebracht war, in Einer Minute 128 Quart Wasser.

Vier Mann trieben das Wasser in einem Schlauch auf 90 Fuß Höhe, und dasselbe hatte beim Ausguß noch einen Sprung von 15 bis 20 Fuß. Rechnet man dazu, daß das Wasser aus einer Tiefe von 25 Fuß herauf gehoben werden mußte, so ist die Höhe, zu welcher das Wasser getrieben wurde, wenigstens = 130 Fuß anzunehmen.

Aus diesem Resultat ergaben sich die eigenthümlichen Vorzüge unserer in Feuersprizen verwandelten Drukpumpen. Eines solch wird bei „ausbrechendem Feuer, ehe die übrigen Löschgeräthe herbeigeschafft werden, durch die Kraft von vier Menschen eben soviel Wasser zum Feuer liefern, als eine gewöhnliche mittelmäßige Feuersprize mit 10 bis 12 Mann, und wird daher besonders für kleine Städte und Dörfer, wo in den ersten Augenbliken eines ausbrechenden Feuers nur wenig Menschenhände vorhanden sind, oft allein schon im Stande seyn, der drohenden Gefahr vorzubergen.

Ein eigethümlicher Vortheil dieser Brunnensprizen ist, daß sie, selbst bei strenger Kälte ihre Dienste nicht leicht versagen werden, well einerseits das Brunnenwasser nicht gefriert, anderseits auch das Erfrieren des Stiefels nicht leicht zu besorgen |289| ist, indem er noch 8 bis 10 Fuß unter der Erdbodenfläche steht, und durch die Ausdünstung des Wassers das tiefe Eindringen der äußern Kälte abgehalten wird.

Was nun schlüßlich die, auf Herstellung unserer Brunnensprize verwendeten Kosten betrifft, so sind dieselben keinesweges bedeutend, und im Vergleiche der dadurch zu erhaltenden Vortheile gering zu nennen; denn wie aus der, in der Innlage A und B gegebenen Original-Rechnung zu ersehen ist, so sind die Gesammtkosten bei der ersten Drukpumpe 66 Rthlr. 11 Sgr. 2 Pf. Beim Saugdrukwerk aber 99 Rthlr. 1 Sgr. 6 3/4 Pf. Inzwischen zerfallen diese Gesammtkosten in 2 Theile, nämlich:

1tens, in die Kosten, welche erforderlich waren, um die Drukpumpe als Brunnen zum täglichen Gebrauch herzustellen.

2tens, in die Kosten, welche hinzukommen, um sie zugleich bei Feuersgefahr an der Stelle einer Feuersprize benuzen zu können. Nur diese leztern Kosten können unserer Vorrichtung zur Last gelegt, und in Anrechnung gebracht werden, sie bestehen bei der Einrichtung, wie sie Fig. 1. abgebildet ist, in dem Kostenbetrag

Rthlr. Gr. Pf.
1) der Windblase (Y) 9 18 4
2) der zwei messingenen Gewinde AB dazu 2
3) des eisernen Ringes zum Aufschrauben der Windblase (C) 15
4) des, an dem Ausgußrohr anzubringenden Hahns 6 Pfund a 1 Rthlr. 6
5) des Arbeitslohns, um genannte Theile an den Brunnen anzubringen, und ihn als Feuersprize brauchbar zu machen 1 12
6) des Drukbaums zum Aufschrauben 5 7 6
–––––– –––– ––––
Summe 24 Rthlr. 23 Gr.

Bei der neuen Einrichtung, wie sie Fig. 2. bis 6, abgebildet ist, besteht die gedachte Kostensumme, welche aufgewendet werden mußte, um das Saugdrukwerk des Brunnens zugleich als Feuersprize zu benüzen, aus dem Kostenbetrage:

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Rthlr. Sgr. Pf.
1) der Windblase y 9 18 4
2) der messingenen Gewinde AB dazu 2
3) des eisernen Ringes mit Oehren 15
4) dessen, was die Ausgußröhre w, mehr kostet, um sie mit dem Hahne x, zu versehen 6
5) der Bänder v, v, v, v, v, um die Brunnenröhre u, 5 25
6) der zwei starken eisernen Bügel EE, zum Befestigen des Drukbaums auf den Schwengel 2 15
7) die zwei eisernen Arme FF, ebenfalls zum Drukbaum 1 15
8) des zum Anschieben eingerichteten Drukbaums D, 22 6
9) der Drukstange G, mit Feder 15
10) des Arbeitslohnes, um die Theile, welche erforderlich sind, den Brunnen in eine Feuersprize zu verwandeln 1 12
–––––– ––––– –––––
Summe 30 Rthlr. 18 Sgr. – Pf.

Anlage A.

Anschlag der Kosten,
welche zur Herstellung einer Brunnensprize, nach den gewöhnlichen, in Erfurt gebräuchlichen Drukpumpen, mit einer Windblase versehen, erfordert werden. Nach Abbildung Fig. 1.

Textabbildung Bd. 13, S. 290.

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Anlage B.

Anschlag der Kosten,
welche zur Herstellung einer Brunnen-Sprize mit Druk und Saugwerk nach der verbesserten Einrichtung erfordert werden: nach Fig. 26.

Textabbildung Bd. 13, S. 291.

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Textabbildung Bd. 13, S. 292

II. Beschreibung tragbarer Wasserkübel zur schnellen Herbeischaffung des Wassers bei Feuersgefahr.

Bei allen Feuersbrünsten in kleinen Städten sowohl als auf Dörfern, welchen ich oft Gelegenheit hatte beizuwohnen, habe ich mich überzeugt, daß die Mittel, welche man anwendet das Wasser für die Löschenden herbei zu schaffen, oft sehr unzwekmäßig, im hohen Grade ermüdend, und dennoch an Quantität so wenig zureichend sind, daß ich öfters bemerkte, wie die armen Dorfbewohner, bei überhand genommenem Feuer, von ihren anstrengenden Arbeiten des Wasser Beischaffens erschöpft, und abgestumpft, abblaßten, und ohne auf das lärmende Geschrei der Löschenden mehr zu achten, ermüdet an einer Wand lehnend ausriefen: ich kann nicht mehr!

Wenn auch die größeren Städte künstliche und zwekmäßige Maschinen zum Wasser zubringen im Ueberfluß besizen, so hat |293| dagegen das platte Land wenig oder nichts aufzuweisen, und ist auf wenige Feuer- und hölzerne Wasser-Eimer beschränkt.

Ob nun gleich die Versicherungs-Societäten ansehnliche Prämien für Anschaffung neuer Feuersprizen bezahlen, so wird doch der gehoffte Zwek keinesweges erreicht, wenn nicht zugleich auch eine Prämie für Anschaffung solcher Geräthe bezahlt wird, womit man das nöthige Wasser herbei schafft. Diese meine Behauptung wird diejenigen vollkommen überzeugen, welche Gelegenheit hatten bei großen Feuersbrünsten mehrmahls 20 bis 30 müßige Feuersprizen stehen zu sehen, die aus Mangel an Wasser gar nicht zur Aktivität kommen konnten. Manichfache Erfahrungen bei der Bekämpfung dieses furchtbaren Elements haben mich die bisherigen Mängel der Wasserherbeischaffung, bei Feuersbrünsten auf den Dörfern, kennen gelehrt, und ich kam auf den Gedanken, daß durch einfache tragbare Wasserkübel diesen Mängeln abzuhelfen seyn möchte. Ich habe diese Idee realisirt, und erlaube mir, sie hier mitzutheilen; wenn gleich diese Kübel vielleicht an sich nichts Neues seyn mögen, so dürften sie doch rüksichtlich der Art ihrer Anwendung, und der Beschaffenheit, wie ich sie habe verfertigen lassen, so daß sie nicht nur leicht, bequem zu handhaben und dauerhaft sind, Interesse haben. Auch hat mich nun die Erfahrung von ihrer Nüzlichkeit überzeugt, und es ist hier nicht die Rede von einer bloßen Idee, sondern von einer geprüften. Sache, die daher wohl einiger Aufmerksamkeit werth ist.

Alle Erfahrungen stimmen darinnen überein, daß, wenn in der Regel in einem Dorfe bei einem ausgebrochenen Feuer der erste Angriff der Einwohner, der Flamme Widerstand zu leisten, aus Mangel an Wasser oder an brauchbaren Löschgeräthen mißlingt, sie augenbliklich bei weiter um sich greifen den Feuer das Selbstvertrauen verlieren, und ihr bewegliches Eigenthum zu retten suchen. Ist im unglüklichen Fall das Wasser noch aus einiger Entfernung herbei zu schaffen, so sind die auf Schleifen befestigten Wasserkufen, wie solche häufig im Gebrauche sind, schlecht dazu geeignet, und zwar besonders auf Dörfern und an Orten wo keine gepflasterten Straßen, sondern gewöhnliche Erdwege vorhanden sind; denn das ans |294| den Kufen beim Herbeifahren übersprizende Wasser bildet alsdann mit dem Erdreich des Wegs bald einen so steifen Teig, daß die Schleifen nur mit großer Anstrengung hindurch kommen können. Dabei geht zugleich ein großer Theil des Wassers aus den Kufen durch Versprizung verloren, und wenn eine so nur halb gefüllte Kufe bei der Feuersprize ankömmt, verursacht das Ausfüllen derselben großen Zeitverlust, und beim Ausleeren mehrerer solcher Kufen, entsteht durch das verschüttete Wasser oft ein solcher Schlamm um die Sprizen, daß die dabei angestellten Arbeiter nicht bequem mehr stehen können; zu dem werden durch das öftere Hin- und Herfahren der Kufen mit den Pferden, die übrigen beim Feuerlöschen angestellten Arbeiter, bei beschränktem Raume oft sehr gehindert, besonders wenn die Pferde, wie nicht selten es der Fall ist, durch das Feuer und das Geschrei der Leute scheu werden. Wegen allen diesen Umständen erfüllen die auf Schleifen stehenden Wasserkufen ihre Bestimmung als Löschgeräthe keineswegs zureichend. Dasselbe gilt in mancher Hinsicht auch von den sogenannten Wassergassen, wo von Menschen in zwei Reihen geordnet die vollen Eimer von dem Wasserbehälter nach den Sprizen hin, und von diesen wieder leer zurük nach jenen geschafft werden. 200 Menschen schaffen auf diesen Weg bei einer Entfernung von 300 Schritt keine hinreichende Menge Wasser für eine Sprize von mittlerer Größe, wovon die Stiefel 6 Zoll weit, und welche etwa in einer Minute 300 Quart Wasser bedarf. Und dann das ewige Geschrei der Löschenden, denen auf diese Art keine hinreichende Menge Wasser beigeschafft wird, nach Wasser, steigert die Angst der Einwohner oft so, daß sie meistentheils die Wassergassen verlassen, um noch von ihrer eigenen Habe zu retten, was zu retten ist. Das Feuer nimmt unter solchen Verhältnissen noch mehr überhand, und auf diese Weise ist manches Dorf und manche kleine Stadt ein Raub der um sich greifenden Feuersbrünste geworden!

Bedient man sich der ledernen oder hölzernen Handeimer in den Feuergassen, so haben die Arbeiter, welche die Gassen bilden, vor Kälte und Wasser oft sehr viel auszustehen, denn wie selten sind die Gefäße wasserdicht! Unaufhörlich läuft aus ihnen Wasser und macht die Menschen in den Reihen durchaus naß. |295| Und bedenkt man noch obendrein, daß es auf Dörfern und in kleinen Orten an Menschen fehlt lange Feuergassen bilden zu können, so sieht man leicht ein warum oft, ohngeachtet Sprizen vorhanden sind, das Feuer so sehr um sich greifen kann. Allen diesen Mängeln aber kann durch die von mir angewandten hölzernen Tragkübel abgeholfen werden. Bevor ich über ihre Anwendung etwas sage, theile ich die Beschreibung derselben mit.

Der von mir vorgeschlagene tragbare Wasserkübel kann 50 bis 60 Quart Wasser enthalten, das Quart zu 2 1/2 Pfund gerechnet, so daß es von zwei Mann bequem fortgetragen werben kann, und nicht über 130 bis 140 Pfund wiegt. Nach anliegender Zeichnung Fig. 8. und 9. ist ein solcher tragbarer Wasserkübel abgebildet.

a Der Kübel vom Eichenholze mit drei eisernen Reifen beschlagen 1 Linie dik. Der Querriegel b ist 1 1/2 Zoll dik, und 2 Fuß lang; die zwei Tragbäume haben eine Länge von 5 1/2 Fuß, und sind in der Mitte 2 Zoll dik und an der Endung 1 1/2 Zoll; in der Mitte des Tragbaumes ist ein eiserner Bügel angebracht d, damit sich der Kübel auf den Tragbäumen Berg auf und ab nicht hin und her schieben kann. Es ist alles zweimal von Innen und Aussen mit Oehlfarbe angestrichen, und Jahreszahl, Nro. und der Ort darauf bemerkt, wohin er gehört. Die vierekigten Löcher e, wodurch der Querriegel geht, sind mit starken Eisenblech beschlagen.

Ein solcher Kübel kostet in der Anschaffung

a) den Kübel von Eichenholz 17 Gr.
b) 3 eiserne Reife 10 –
c) Anstrich zweimal. 6 –
d) das eiserne Beschläg an den Löchern 3 –
–––––– ––––––
Preuß. Cour. 1 Rthlr. 12 Gr.

Die zwei Tragbäume haben sich in der Regel die Ortsvorstände selbsten dazu besorgt.

Es kommt also ein solcher hölzerner Wasserkübel nicht höher zu stehen, als ein kleiner lederner Handfeuereimer; leztere werden auch öfters gestohlen, um das Leder zu Sohlen daraus zu schneiden, was bei den hölzernen Kübeln wegfällt.

Durch vergleichende Versuche hat sich das Resultat ergeben, daß eine Wassergasse mit Feuereimern von |296| 150 Menschen einer Sprize nicht soviel Wasser auf eine Entfernung von 300 Schritten lieferte, als 20 Mann mit 12 dieser Wasserkübel, wozu noch 2 Mann als Reserve gebraucht werden, damit keine Stokung eintreten kann, und wobei übrigens die Ordnung weit schneller hergestellt war, als bei denen Wassergassen.

Der Hr. Landrath des Erfurter Kreises hat bei denen Proben folgendes Verfahren beobachten lassen:

Wenn der Fluß oder ein anderer Wasserbehälter, von welchem das Wasser herbei geschafft werden muß, angenommen von der Feuersprize 300 Schritte entfernt wäre, so sind dazu 10 paar Wasserträger und 12 Kübel erforderlich, nebst zwei Männern, welche Schöpfstüzen mit langen Stielen, möglichst auch von Eichenholz mit eisernen Reifen zur Hand haben.

Alle Wasserträger und Schöpfer laufen bei entstehendem Feuerlärm mit ihren Gefäßen an den Fluß oder Wasserbehälter.

Der erste Kübel Nro. 1. wird mit Wasser gefüllt, und das erste paar Kübelträger heben mit ihren Tragbäumen den Kübel auf, und durchlaufen damit zum erstenmal die ganze Linie von 300 Schritten bis zur Sprize, sezen ab, und gehen mit ihren Tragbäumen 30 Schritte leer zurük, aber auch nicht weiter, mittlerweile nehmen 3 bei der Sprize angestellte Männer den vollen Kübel, gießen ihn in die Sprize, und stellen solchen bei Seite.

Der Kübel Nro. 2. ist unterdessen bei den Fluß gefüllt, und diese beiden Kübelträger durchlaufen nur eine Bahn von 270 Schritten, und stoßen schon auf die Kübelträger Nro. 1., welche von der Sprize zurük kommen; beide sezen ab, und gehen leer zurük; und so verfahren das erstemal alle übrigen, wobei sich nun die Stationen von selbst gebildet haben. Bei dem zweiten und allen übrigen Mahlen ist jedesmahl ein leerer Kübel mit zurük zu nehmen. Es findet sich nun, daß alle Kübel, welche vom Wasser kommen, voll, und die dahin gehenden leer sind, und sich jedes Paar Kübelträger ungefähr in einen Raum von 30 Schritten hin und her bewegt, wobei sie durch das Absezen und Aufnehmen einige Ruhepuncte haben, und diese Arbeit lange aushalten können, auch wenn es die |297| Breite der Straffe erlaubt, 3 auch 4 solcher Kübel neben einander gehen können, ohne daß man ängstlich auf einige Schritte zu sehen braucht, denn diejenigen, welche erstlich eine Probe mit gemacht haben, wissen sich sehr schnell in die angestellte Ordnung zu finden und die andern mit anzuweisen.

Von der Nüzlichkeit dieser Wasser-Kübel bei Feuersgefahr haben sich durch die vorgenommenen Proben die Bewohner des Erfurter Landkreises bald überzeugt und in einem kurzen Zeitraum über 400 Stük dieser Kübel sich angeschafft.

Durch die Verfügung der landräthlichen Behörde sind besondere Kübel-Träger angestellt, die nebst der zwekmäßigen Aufbewahrung derselben die Verpflichtung haben auch bei entstehendem Feuer in den Nachbar-Dörfern von 1 höchstens 2 Stunden im Umkreis ihre Kübel auf Wägen zu laden, und ihren bedrängten Nachbarn damit beizustehn.

III. Beschreibung eines fahrbaren Dampfapparats zum Aufthauen eingefrorener Feuersprizen.

Im Winter ereignet es sich bei eingetretener strenger und anhaltender Kälte häufig, daß an den Feuersprizen wegen zurük gebliebenem Wasser die Bodenventile oder auch wohl die Standröhren während des Gebrauchs einfrieren.

Eine Folge davon ist, daß diese Löschwerkzeuge so lange die verlangten Dienste versagen, bis durch zwekmäßige Mittel ein Aufthauen des darin eingefrornen Wassers bewirkt worden. In dieser Absicht ist bisher gewöhnlich kochendes Wasser angewendet worden, und deßhalb in hiesigem Orte und an mehreren Orten die obrigkeitliche Verfügung getroffen, daß bei beträchtlicher Kälte und bei ausbrechenden Feuersbrünsten die Brau- und Brennereien stets auch kochendes Wasser halten müssen. Allein in der ersten Noch ist doch nicht sogleich dasselbe herbeizuschaffen; deßwegen, und weil man die Standröhre und deren Hahn mit kochendem Wasser nicht gut erreichen kann, habe ich statt dessen die Erhizung und das Aufthauen der Feuer-Sprizen durch heiße Wasserdämpfe vorgeschlagen und dazu einen fahrbaren Dampfapparat, welcher in den Figuren |298| 10 bis 14 abgebildet ist, und dessen Einrichtung aus nachfolgender Beschreibung noch deutlicher erhellen wird.

Fig. 10 stellt die Schleife, von oben angesehen, dar.

Fig. 11 bilder die Schleife und den Dampfapparat von, der schmalen Seite und von hinten angesehen, ab.

Fig. 12 stellt die Schleife mit ihrem Dampfapparat, der Länge nach angesehen, dar.

Fig. 13 und 14 bilden einzelne Theile des Apparats ab.

In sämmtlichen Figuren bezeichnen dieselben Buchstaben die nämlichen Gegenstände.

a) Die Schleife, welche zur Beförderung des leichten Ganges mit Eisen beschlagen werden kann111).

b) Der vordere Raum zum Aufstellen eines Kastens, welcher mit Kohlen gefüllt wird, und worin zugleich starker Eisen-Draht aufbewahrt werden kann, um ihn nöthigenfalls glühend zu wachen und damit von oben in das aufzuthauende Stand-Rohr der Sprizen hineinfahren zu können.

c) Das hölzerne Gestell, worauf der Ofen gebaut wird.

d) Das hölzerne Gerüst um den Ofen, damit derselben beim Transport keinen Schaden leidet. Das Mauerwerk ist mit Leinwand umwikelt.

e) Der kupferne Dampfkessel, circa 50 Quart haltend; erstellt sich bei Fig. 11 nur im punctirten Umriß dar, weil er durch das Mauerwerk verdekt wird.

f) Der Helm mit

g) der Dampfröhre oben.

h) Ein kleines Röhrchen, um vermittelst eines Trichters Wasser nachzufüllen, wenn es sich durch das Verdampfen in der Blase sehr vermindert; ausserdem ist dieß Röhrchen durch einen Pfropfen dicht verschlossen.

i) Fig. 13. Die obere Deke des Mauerwerks des Ofens.

k) Das Loch, wo der Blasenhals hindurchgeht.

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l) Das Abzugsloch des Rauchs.

m) Das Feuerthürchen, hinter welchem auf einem Rost das Feuer brennt.

n) Das Aschenloch.

ooo) Fig. 14 verschiedene kupferne Röhren, welche auf das Dampfrohr, g, des Helms, f, aufgestekt werden, um die Dämpfe sowohl in den Kasten der Sprize als an das Stand-Rohr, und überhaupt nach jeder Stelle hinzuführen, wo ein Aufthauen des Sprizenapparats nöthig ist112).

Da die Wasserdämpfe eine ausserordentliche Quantität gebundener Wärme bei sich haben, welche sie an kältere Körper absezen, so ist die sehr vortheilhafte Wirkung, welche der beschriebene Apparat, hinsichtlich der Aufthauung der Feuersprizen leisten wird, sehr begreiflich.

Ausserdem hat diese Vorrichtung auch noch den Vortheil, daß in dem Feuer, was zur Erhizung des Wassers und daraus folgender Bildung der Dämpfe unter der Blase brennt, die gedachten eisernen Drähte, welche zum Aufthauen des Stande-Rohres bestimmt sind, glühend gemacht werden können, zu geschweigen, daß es bei kalter Witterung sehr angenehm ist, in dem Blasenofen ein immer gut unterhaltenes Kohlfeuer zu haben, woran man sich Füße und Hände erwärmen kann.

Die, auf Herstellung dieses Dampfapparates zu verwendenden, Kosten werden überhaupt die Summa von 28 bis 30 Rthlr. nicht übersteigen113).

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Es schien mir vortheilhafter, einen solchen eichenen Stamm statt einer Röhre zu nehmen. Er wird sich im Wasser lang erhalten, und bei allen vorfallenden Reparaturen hat man mit diesem Baumstamme nichts zu thun, er kann stehen bleiben, die Arbeiter kommen dabei nicht mehr, wie sonst, in das Wasser zu stehen; der Stiefel befindet sich nach Verhältniß der Tiefe des Brunnens 10–18 Fuß über dem Wasser-Spiegel und dieser Vortheil ist nach meiner Einsicht sehr überwiegend. Bei sehr tiefen Brunnen kann man das Saugrohr 20–25 Fuß lang machen und dann das Uebrige durch den Druk bewirken.

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Zum gewöhnlichen Gebrauch sind hölzerne Polzen den eisernen vorzuziehn; der Gang ist sanfter und das Eisenloch der Drukstange als auch das Loch des Schwengels wird nicht so abgenuzt oder ausgerieben. Die Erfahrung hat gelehrt, daß bei öffentlichen Brunnen, die täglich ununterbrochen gehen, hölzerne Polzen von 1 Zoll Durchm. 1 auch 2 Jahre gehen und das Stük mit 1 Sgr. herzustellen ist. Zwei eiserne Polzen lassen wir nur zu ausserordentlichem Gebrauch an eisernen Kettchen am Drukstok hängen. Der Brunnenschwengel so wie der Druk-Stok sind an den Löchern, wo der Polzen durchgestekt wird, mit starkem Eisenblech beschlagen.

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Die Ursache, warum ich die obere Röhre von Holz und nicht von Metall habe machen lassen, ist nicht blos, weil eine hölzerne Röhre weniger kostet, sondern weil sie an sich schon einen festern Stand behauptet als dünne Metall-Röhren, bei denen es nöthig seyn würde, sie erst wieder durch verschiedene Mittel zu unterstüzen.

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Die Erfahrung hat hier gelehrt, daß durch das bloße Einschrauben der Windblase in die hölzerne Steigröhre eine hinreichend feste Verbindung entsteht; inzwischen kann man auch, wenn man will, an der obern Mündung der Steigröhre ein messingenes Gewinde befestigen in welches die Schraube A, der Windblase y, genau paßt. Diese Einrichtung würde außerdem noch den Vortheil gewähren, daß, wenn in einem Orte alle oder mehrere öffentliche Brunnen nach meiner Art in Feuersprizen verwandelt würden, man mit Ersparung an Kosten nicht für jeden Brunnen eine besondere Windblase nöthig hätte, man würde vielmehr mit einer kleinen Anzahl von Windblasen ausreichen, welche dann bei einem ausbrechenden Feuer sogleich in das Gewind der Steigröhre derjenigen Brunnen, die den Umständen nach a Feuersprizen gebraucht werden sollen, eingeschraubt werden könnte.

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Zu diesem Brunnen haben wir keine besondern Schläuche nöthig, sondern da bei allen gut eingerichteten Löschanstalten Schläuche vorräthig seyn müssen, und die Gewinde zusammen passen, so können wir da, wo der Brunnen gebraucht werden soll, immer Schläuche anschrauben, und für den Fall, daß die Gewinde an einem Ort nicht zusammen passen, wie es selbst bei uns hier der Fall ist, so habe ich ein Zwischengewind anfertigen lassen, wodurch wir im Stande sind, durch An- oder Abschrauben des Zwischen-Gewindes jeden Schlauch anzupassen.

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Die Schleife verdient vor einem Räderfuhrwerk den Vorzug, indem sie bei Winterszeit bequemer zu gebrauchen ist, weil der Dampfkessel darauf niedriger zu stehen kömmt, und der Ofen beim Transport nicht leicht Schaden leidet.

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dieser Apparat ließe sich auch recht gut bei eingefrornen Wasserleitungen anwenden, wodurch viele Kosten erspart werden. G. H.

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Diese Röhren werden mit Leinwand umwikelt, eines Theils um die Dämpfe von der äusseren kalten Luft nicht abkühlen zu lassen, andern Theils kann man sie leichter handhaben.

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