Dieses Projekt wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und präsentiert von der Sächsischen Landesbibliothek — Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Humboldt-Universität zu Berlin.
LXI. Gewisse Verbesserungen an Dampfmaschinen, worauf George Stephenson, Mechaniker zu Long-Benton in Northumberland sich am 21. März ein Patent ertheilen ließ.Aus dem London Journal of Arts and Science. N. 36. S. 288.Mit Abbildungen auf Tab. VII.Diese Verbesserungen bezweken die Bildung eines vollkommneren leeren Raumes in dem Verdichter und Cylinder, als man bisher durch irgend eine der älteren Methoden im Baue des Verdichtungs-Apparates nicht erreichen konnte. Die Vorrichtung des Patent-Trägers läßt sich auf jede einfache oder doppelte Maschine nach Bolton's und Watt's Einrichtung anwenden, so wie auf jede andere mit einem Verdichter versehene Dampfmaschine. Bau und Anordnung der Theile zeigt Fig. 9, wo a, die Cisterne mit kaltem Wasser, und mit dem in derselben angebrachten Verdichter, b, andeutet. c, ist der Einlaß-Hahn, durch welchen ein Strahl von kaltem Wasser bei jedem ganzen oder halben Zuge des Stämpels in den Verdichter eingesprizt wird. Durch diesen Strahl wird der Dampf aus der Ausleitungs-Röhre |308| Die Wirkung dieses verbesserten Verdichtungs-Apparates wird aus Folgendem einleuchten. Man nehme an, daß der Dampf aus der Ausleitungs-Röhre den Verdichter, b, fülle, so wird ein Strahl kalten Wassers, der durch den Hahn, c, eingesprizt wird, den größten Theil des Dampfes augenbliklich verdichten, und das dadurch gebildete Wasser wird in den unteren Theil der Röhre, i, hinabsteigen. Man nehme ferner an, daß in diesem Augenblike der Stämpel der Luftpumpe sich an dem Grunde derselben befinde, so wird er durch sein Aufsteigen zum Theile einen leeren Raum unter sich bilden, wodurch die Klappe 2 geöffnet wird, wo dann das Wasser aus der Röhre, i, in die Luftpumpe fließen, und zu beiden Seiten gleich hoch stehen wird. Wenn der Stämpel, e, wieder niedersteigt, so wird sich die Klappe 2 schließen, die Klappe 3 aber öffnen, wodurch das in die Luftpumpe eingedrungene Wasser in den heissen Brunnen getrieben, und dadurch aus dem Verdichter geschafft wird. Das Niedersteigen des Stämpels, e, erzeugt zum Theile einen leeren Raum in dem oberen Theile der Luftpumpe, wodurch die Klappe 1 geöffnet, und die in dem Verdichter enthaltene Luft und der daselbst zurükbleibende Dampf in die Luftpumpe eingelassen wird. Wenn der Stämpel, e, aufsteigt, wird die |309| Der Zwek dieser Vorrichtung geht aus der Betrachtung hervor, daß die Schwere des durch die Verdichtung erzeugten Wassers dasselbe auf den Boden des Gefäßes niedersinken läßt, und die Leichtigkeit der Luft und des Dampfes diese beiden nach oben hinauf treibt. Da nun Luft und Dampf nicht durch das Wasser abgezogen werden kann, so muß alles, was von diesen beiden wegen der Schnelligkeit des Ganges nicht verdichtet werden konnte, in dem Verdichter und Cylinder zurük bleiben, und den verlangten Zwek – eine so ziemlich erträgliche Entleerung, hindern. Dieses Hinderniß wird durch die Vorrichtung des Patent-Trägers beseitiget, und durch seine Methode oben die Luft und unten das Wasser auszulassen, eine Entleerung hervorgebracht, die dem vollkommen leeren Raume mehr nahe kommt. |
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