Titel: Vorrichtung zum Oeffnen und Schließen der Fenster.
Autor: Bailey, William
Fundstelle: 1824, Band 13, Nr. LXVIII. (S. 326–328)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj013/ar013068

LXVIII. Beschreibung einer verbesserten Vorrichtung zum Oeffnen und Schließen der Fenster in Kirchen und anderen öffentlichen Gebäuden, um dadurch frische Luft zu erhalten. Von Hrn. W. Bailey, 272, High Holborn.

Aus den Transactions of the Society for the Encouragement of Arts, Manufactures and Commerce; im Repertory of Arts, Manufactures and Agriculture. Februar 1824. S. 150. (Im Auszuge).

Mit Abbildungen auf Tab. VII.

Hr. Bailey, der für diese Mittheilung von der Gesellschaft die silberne Medaille erhielt, und dem wir die trefflichen eisernen Fensterrahmen in Glashäusern verdanken, wünscht diese Art von Fenstern nicht bloß in Kirchen, sondern überall, wo viele Menschen versammelt sind, und sich wechselseitig die Luft verderben, eingeführt zu sehen. Er bemerkt sehr richtig, daß die bisherigen Vorrichtungen zum Oeffnen der Fenster, um dadurch die Luft zu reinigen, mit vielen Unbequemlichkeiten, Zweklosigkeiten und sogar Gefährlichkeiten verbunden sind. So einfach und artig indessen auch seine Einrichtung der Fenster in dieser Hinsicht ist, so scheint es uns doch, daß bei zwekmäßig angebrachten Ventilatoren nach d'Arcet's Methode die Fenster immer ungeöffnet bleiben können.

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Er bemerkt mit Recht, daß das Oeffnen des unteren Theiles des Fensters an solchen Oertern nicht viel nüzt, und daß diejenigen Personen, die nahe an dem geöffneten Fenster sizen, allen Gefahren der Zugluft dadurch ausgesezt werden; daß die Bethenden in der Kirche und die Tanzenden in einem Saale in Gefahr sind durchnäßt zu werden, wenn die Methode beliebt wird, die Fenster-Rahmen sich um ihren Mittelpunct drehen zu lassen, so daß die eine Hälfte des Fensters nach Innen, die andere nach Außen sieht; abgesehen, daß bei dieser Vorrichtung Rollen und Strike nöthig sind, und ein gewaltiger Lärm dadurch entsteht, der den Prediger oder die Baßgeige selbst irre machen könnte.

Auch die neuerlich ziemlich häufig eingeführte Methode, ein Loch in das Fenster zu schneiden, in welches die Hälfte einer gläsernen Gosse paßt, die nach innen hervorragt, und oben mit einem gläsernen, horizontal liegenden Flügel versehen ist, der sich nach aufwärts öffnet, mißfällt dem Hrn. Bailey, indem diese Gossen an und für sich sehr schlecht aussehen, zumahl wenn sie mit Staub bedekt werden: dieser Staub wird dann auch noch in die Kirche oder in den Saal geweht, wenn man den Flügel öffnet.

Hr. Bailey führt ein Zeugniß der guten Wirkung seiner Vorrichtung in der St. Annen Kirche an, wo sich dieselbe seit dem Jahre 1820 befindet, und liefert folgende Beschreibung und Abbildung derselben:

Fig. 24. zeigt das Fenster von Innen und in Fronte sammt der an demselben angebrachten Vorrichtung.

Fig. 25. zeigt diese Vorrichtung von der Seite, a, ist der geöffnete Flügel des Fensters, der mit der Ebene des Rahmens einen Winkel von ungefähr 45° bildet. bb, ist eine Stange, an welcher die Basis des Flügels befestigt ist, und um welche sich derselbe dreht. c, ist ein Hebel, dessen eines Ende an dem Ende der Stange b, befestigt ist, und der an dem anderen Ende mit einem Auge versehen ist, welches den Stift oder Zapfen d, aufnimmt. Dieser Zapfen ist an der senkrechten Stange e, befestigt, welche sich unten in einen Zahnstok, f. endet, und in ihrer senkrechten Lage mittelst Augen oder Leiter, gg, erhalten wird, durch welche sie läuft. h, ist ein Triebstok mit zwei Zähnen, |328| welcher, wenn er mittelst der Kurbel i, gedreht wird, in die Zähne des Zahnstokes eingreift, und folglich die Stange, e, senkt oder hebt, je nachdem die Richtung ist, in welcher die Kurbel gedreht wird.

In dem ersten Falle zieht der Zapfen, d, den Hebel nieder, und öffnet folglich das Fenster, wie in der Figur gezeichnet ist; in dem zweiten Falle wird der Zapfen, und mit diesem zugleich der Hebel, gehoben, und das Fenster geschlossen.

Die Zähne an dem Triebstoke sind so vorgerichtet, daß, wenn das Fenster geschlossen ist, die beiden Zähne desselben sich in einer senkrechten Lage befinden: dieß ist nothwendig, weil ein zweiflügeliger Triebstok nicht in der Viertel-Umdrehung bleiben kann. Fig. 1. zeigt das Gehäuse, in welchem der Triebstok und der Zahnstok enthalten sind, von vorne. Das vierekige Ende der Achse des Triebstokes steht aus dem Gehäuse hervor, um die Kurbel bequem aufnehmen zu können, und kann nöthigen Falles selbst in einem Gehäuse eingeschlossen seyn, damit er nicht zufälliger Weise verbogen wird.

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