Titel: Leonardi über das Umfüllen geistiger Flüssigkeiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1824, Band 13, Nr. LXIX. (S. 328–339)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj013/ar013069

LXIX. Ueber das Umfüllen geistiger Flüssigkeiten aus einem Gesäße in das andere mittelst der Maschine des Mechanikers Joseph Leonardi, nebst der Beschreibung anderer sinnreicher, bei verschiedenen häuslichen und landwirthschaftlichen Zweken anwendbarer Erfindungen desselben Mechanikers.

Aus der Biblioteca italiana. Nro. XCVI. Decbr. 1823. S. 340117). (Ausgegeben am 2. Hornung 1824).

Mit Abbildungen auf Tab. VII.

Das Abziehen des Mostes und das Umfüllen des Weines haben so großen Einfluß auf die Güte und Beschaffenheit desselben, |329| daß sehr viele Weinbauer und Physiker es der Mühe werth hielten den Hindernissen zu begegnen, welchen diese beiden Operationen bis jezt unterworfen waren. Wozu hilft es in der That auch das Faß während der Währung luftdicht zu verschließen, wozu dienen so viele Kunstgriffe, die man anwendet um alle Berührung des Weines mit der atmosphärischen Luft zu verhindern, wenn, bei dem Abziehen des Mostes und bei dem Umfüllen der Weine, derselbe wo nicht in Masse der Luft ausgesezt, wenigstens doch gleichsam durch die Luft selbst filtrirt wird?

Der edle Graf Chaptal, überzeugt von den Nachtheilen, welche dadurch entstehen, daß der Wein durch diese Berührung wie der Luft nicht nur von seinem Arome, Geiste, Wohlgeruche verliert, sondern auch eine Neigung zur sauren Gährung bekommt, dachte an ein Mittel, das Umfüllen auf eine die Luft ausschließende Weise durch eine physische und sehr natürliche Operation zu bewerkstelligen, nämlich mittelst des pneumatischen Drukes auf die obere Fläche der Flüssigkeit, indem er einen ledernen Blasebalg118) am Spundloche anbrachte. Kaum wurde diese Idee in Frankreich ausgeführt, und in Italien bekannt, so war unser Leonardi der Erste, welcher sie bei uns einführte, und sie den 6. September 1816 in der Mailänder Zeitung bekannt machte. Da er aber aus einer beinahe zweijährigen Erfahrung sah, daß der Blasebalg nur im Grande ist, die Flüssigkeit vier Mailänder Ellen hoch über ihr Niveau zu erheben, indem der Druk von der Consistenz der Wände des Blasebalges beschränkt wird, welche leicht nachgeben und zerspringen, wenn man die Flüssigkeit über die genannte Höhe treiben will, so suchte er ein anderes Mittel ausfindig zu machen, durch welches er nicht nur denselben Zwek zu erreichen, sondern auch die Wirkung und den Gebrauch der Maschine selbst zu erhöhen suchte. Er bediente sich zu diesem Zweke einer Druk- und Saugpumpe, welche, da sie ganz von Metall, und im Stande ist die |330| Luft in dem Fasse mit einer drei Mahl größeren Kraft, als der Blasebalg, zusammen zu drüken, den Wein zwölf Ellen hoch über sein erstes Niveau zu heben vermag119).

Da wir uns seit dem vorigen Sommer mit einer solchen Maschine versehen, und sie zu ihren verschiedenen Zweken angewendet und versucht haben, so glauben wir unseren Lesern keinen unangenehmen Dienst zu erweisen, und Hrn. Leonardi selbst Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, wenn wir eine gedrängte Beschreibung derselben liefern, und die mannigfaltigen Zweke angeben, zu welchen sie benüzt werden kann. Wir haben schon gesagt, daß Leonardi's Maschine in einer Druk- und Saugpumpe besteht, und diese findet sich Fig. 2. mit A bezeichnet. Wir hielten es für unnüz, auch den Durchschnitt dieser Maschine zu geben; denn wer nur etwas in die Elemente der Physik eingeweiht ist, wird die Einrichtung einer Druk- und Saugpumpe kennen. Wir wollen also nur sagen, daß A den Kasten bezeichnet, in welchen die genannte Pumpe eingeschlossen ist; daß b den Handgriff anzeigt, welcher mit dem inneren Stämpel in Verbindung steht; daß c die saugende, und d die drükende Seite der Maschine andeutet120).

Wir wollen nun sehen, wie das künstliche Ueberfüllen von einem Gefäße in das andere geschieht, und wollen, um die Operation schwieriger zu machen, voraussezen, daß das leere Faß, in welches der Wein aus dem vollen übergefüllt werden soll, um zehn bis zwölf Ellen höher steht als lezteres.

|331|

Wenn man den Handgriff b der Maschine A von oben nach unten bewegt, so geschieht bei dem Puncte c die Einsaugung der Luft, welche dann, indem sie durch den Stämpel der Pumpe zusammen gedrükt wird, bei dem Puncte d ausgestoßen, und durch den elastischen und biegsamen Canal ee, getrieben, der mit dem Spunde f, des Fasses G, in Verbindung steht, aus welchem der darin enthaltene Wein durch den beständigen Druk, welcher durch fortgeseztes Bewegen des Handgriffes hervorgebracht wird, bei dem Hahne h, auszutreten, durch die elastische Röhre ii, aufwärts zu steigen, und bei dem Hahne m, in das Faß N, zu treten gezwungen wird, und zwar solang bis dieses voll ist.

Zur größeren Deutlichkeit wurde unter F, die Gestalt des Spundes f, und unter H, die des Hahnes h, gegeben; sie sind alle aus Metall gegossen, und werden mittelst der an denselben befindlichen Schraube an dem Fasse befestigt, so daß auf diese Weise bei der Anwendung derselben alle Erschütterung und alles Schlagen mit dem Hammer vermieden wird.

L, auf Fig. 2. ist das Stük, welches man an dem Spundloche des Fasses N, anbringen kann, wenn man dasselbe lieber durch das Spundloch selbst, als durch den Hahn n, anfüllen will. In diesem Falle müßte man an dem unteren Ende des Hahnes L, eine blecherne Röhre von gehöriger Länge befestigen, damit der durch diese Röhre ruhig eingeführte Wein ohne große Bewegung das Faß fülle, und nicht zum Schaden des Weines selbst unnüz schäume.

Zu dieser Operation sind, wie Jedermann einsieht, einige Bedingungen unumgänglich nothwendig; die erste besteht darin, daß die Röhre ee, stark genug, und so dik seyn muß, daß sie im Stande ist die comprimirte Luft zu enthalten, ohne auch nur den geringsten Theil davon durch zu lassen. Diesen Zwek erreicht man mittelst der gewebten hänfenen Röhren, welche in Wien verfertigt werden, und welche Leonardi zugleich mit der Maschine verkauft. Die zweite, nicht weniger notwendige Bedingung ist diese: daß das erste Faß G, ohne alle Fehler sey, und keine Luft durchlasse; denn sonst würde man, indem die Luft in dem oberen Theile nicht gehörig zusammen gedrükt werden |332| könnte, nicht den nöthigen Druk und die Austreibung der in demselben enthaltenen Flüssigkeit bewirken121).

Sollten sich die beiden Fässer in gleicher Höhe befinden, so würde die Operation um so leichter gelingen; denn die Flüssigkeit würde, ohne alle Beihülfe der Maschine, solang von selbst aus dem einen in das andere hinüber fließen, bis sich das Gleichgewicht zwischen beiden hergestellt haben würde, und erst um alle Flüssigkeit überzutreiben wäre die Hülfe der Maschine nöthig. Wir wollen nur noch bemerken, daß man immer etwas flüssigen Theer oder Kitt aus Unschlitt und Aezkalk in Bereitschaft halten müsse, um alle die Löcherchen, Spalten oder andere Fehler verkitten und verstopfen zu können, welche sich an dem Fasse zeigen sollten, in welcher man die Verdichtung vornehmen, oder welches man entleeren will.

Gr. Leonardi glaubte nicht, daß man diese Maschine auch beim Abziehen des Mostes anwenden könne, nämlich um den in dem Gährungs-Fasse enthaltenen Wein (wenn die Trester noch in demselben sind) in ein anderes dazu zugerichtetes Gefäß umzufüllen. Er fürchtete, daß durch den Druk der Luft die Flüssigkeit getrübt werden könnte. Obwohl dieß auch uns sehr wahrscheinlich schien, so wollten wir doch durch einen Versuch auf die Wahrheit kommen, und fanden die Sache anders; es gelang den Wein, ohne ihn im Geringsten zu trüben, aus einem Gefäße in das andere überzutreiben. Man hat in diesem Falle nur die Vorsicht zu gebrauchen, innen am Zapfenloche, bei welchem der Wein heraus kommen muß, ein |333| blechernes Gitter anzubringen, um zu verhindern, daß keine Weinkerne, keine Beeren oder Häute, indem sie in die Röhre treten, den Canal, durch welchen der Wein laufen muß, verengern oder verstopfen.

Wir werden später die verschiedenen anderen Zweke angeben, zu welchen man eben diese Maschine benüzen kann, nämlich vorzüglich zum Löschen des Feuers, zum Begießen der Gärten, und wollen jezt zuerst die Abhandlung über die Weinbereitung beendigen, und die verschiedene Anwendung einiger anderer Maschinen angeben, welche Hr. Leonardi zu diesem Zweke erfunden und bereitet hat.

Im vorigen Artikel haben wir bemerkt, daß Leonardi eine Klappe an dem Spunde der Gährungs-Fässer erfand und anbrächte, um das kohlensaure Gas, welches sich während derselben entwikelt, in denselben zurükzuhalten und zu comprimiren. Diese Klappe befindet sich Fig. 1, B, wo dieselbe an dem Spunde des Fasses G, angebracht ist, und sich auf dem Dekel des Kufens N, befindet. Diese Klappe leistet dem Austritte des Gases einen größeren oder geringeren Widerstand, im Verhältnisse in dem Gewichte, welches man auf den Teller a, legt; die Schwere dieses Gewichts hängt von der Stärke der Wände und der Reife des Fasses ab122).

Da das sich entwikelnde Gas bei der einfachen Anwendung der Klappe, durch Oeffnung derselben sich in der Luft zerstreuen würde, so wollte Hr. Leonardi dieselbe nach Burel's Methode benüzen, und brachte zu diesem Zweke an der Klappe selbst eine blecherne Röhre bb, an, welches dieses Gas in das, in dem Gefäße e, enthaltenes Wasser leitet.

Nachdem nun Hr. Leonardi an die Gährung und das Umfüllen des Weines gedacht hatte, trachtete er auch die Mittel zu erleichtern, denselben in Flaschen zu füllen, und erfand |334| zuerst einen Trichter, welcher die Eigenschaft besizt, den Wein immer von der Berührung mit der Luft auszuschließen. Er ist Fig. III. C, abgebildet. Ober a, befindet sich der Zapfen des Fasses, b, bezeichnet den schwimmenden Zeiger, welcher anzeigt, daß die Flasche schon voll ist: c, den Hahn, welcher beim Zeichen des schwimmenden Zeigers geschlossen wird; d, die verlängerte Röhre des Trichters, welche, da sie beinahe bis auf den Boden der Flasche reicht, dieselbe ohne alles Sprudeln anfüllt; ee, ist eine kleine Röhre, bei welcher die in der Flasche enthaltene Luft austritt, und diese Röhre kann im Nothfalle auch noch zu einem anderen Zweke dienen, nämlich dazu, daß, wenn man bei dem oberen Ende, f, in diese Röhre bläst, aller Wein in den Trichter, C, zurüksteigt, und daß man diesen Wein in eine andere Flasche bringen kann, ohne daß er je die atmosphärische Luft berührt; in diesen Fall kann man kommen, wenn man nach dem Füllen einer Flasche entdekt, daß sie einen Fehler hat, oder aus irgend einem anderen Grunde, welcher das Wechseln derselben nothwendig macht.

Noch ist zu bemerken, daß der in den Hals der Flasche passende Kegel mittelst einer Schraube höher und niedriger gebracht werden kann, damit er der verschiedenen Höhe der Flasche entspricht, und man in jeder beliebigen Entfernung die Flüssigkeit aufsaugen kann ohne den Bodensaz aufzurühren, wenn einer da seyn sollte.

Die Maschine D (Fig. III.) stellt die sogenannte Schraube oder den Beisser vor, mit welchem man die Korkstöpsel augenbliklich zusammendrüken und kleiner machen kann.

Die Maschine E ist ein hölzernes Gestelle, an welchem sich eine metallne Schraube befindet, welche man mit einem Handgriffe höher und niedriger stellen kann, und die dazu dient, den Stöpsel mit großer Gewalt und Schnelligkeit in die darunter befindliche Flasche zu treiben. Hr. Leonardi trachtete immer seiner Maschine verschiedene Anwendungen zu geben; er dachte daher, daß, ausser zum Zustöpseln, diese Maschine auch in dem Cabinette eines Gelehrten, oder in der Schreibstube eines Kaufmannes gebraucht werden, und mit Anwendung des Stükes I als Presse zum Siegeln der Briefe dienen, und daß, |335| wenn man ein Siegel unter ee bringt, man damit auch ein Wappen oder ein troknes Siegel, auf ein Blatt Papier oder einen Wechsel druken könne.

Es geschieht in den Apotheken nicht selten, daß man Flüssigkeiten aus einer Flasche in die andere bringen muß, welche bei Berührung mit der Luft entweder ihre medicinischen Eigenschaften oder die Gase verlieren würden, mit welchen sie durch künstlichen Druk verbunden sind. Schon vor vielen Jahren erhielt ein Franzose, Hr. Julien, ein Patent auf eine Maschine, welche aus einer Saugepumpe in Verbindung mit einem Heber besteht, wodurch man die Flüssigkeit aus dem Gleichgewichte und über ihr natürliches Niveau hinaus bringt, Hr. Leonardi benüzte den Druk statt des Saugens und erreichte viel leichter und bequemer denselben Zwek, wie Hr. Julien.

Die beiden Heber sieht man Fig. IV. GN., und man bemerkt auch, daß, wenn man bei der Röhre a des Hebers G hineinbläst, die Flüssigkeit der Flasche bb durch die Röhre c aufsteigen und mittelst des Hebels dd in die obere Flasche ff übergehen muß; wobei wohl zu bemerken ist, daß, da die Flüssigkeit aus einem niedrigeren Gefäße in ein höheres treten muß, jener, welcher in die Röhre a bläst, nicht ehe aufhören darf, als bis das Gefäß b ganz leer ist, während ganz das Entgegengesezte geschehen müßte, wenn man die Flüssigkeit aus der Flasche ff in die Flasche bb bringen wollte, indem diese Flüssigkeit, wenn man ihr durch Einblasen in die Röhre e den ersten Stoß gegeben hatte, von selbst fortfahren würde in die Flasche b überzufließen.

So kann man, wenn man durch die Röhre h einbläst, und wenn durch die augenblikliche Oeffnung des Hahnes ein leerer Raum in dem Heber ii entsteht, auf ein oder mehrere Mahle die in der Flasche gg des Hebels N enthaltene Flüssigkeit bei demselben Hahne sammeln, ohne daß ein nochmahliges Hineinblasen nothwendig wäre, was hingegen sehr nöthig wäre, wenn man die Flüssigkeit bei dem Hahne m statt bei dem Hahne n austreten machen wollte.

Diese höchst einfachen Arbeiten, zu deren Einsicht die ersten Elemente der Physik hinreichen, wurden früher durch Einsaugung, |336| statt durch Druk bewerkstelligt; es wird wohl Jederman begreifen, wie sehr die Einsaugung in vielen Fällen schädlich und verderblich werden kann, da man so häufig mit pharmaceutischen Flüssigkeiten zu thun hat, deren Ausdünstung einezuathmen sehr gefährlich wäre123)

Wir kommen nun zur Maschine, Fig. V A, und wollen nicht nur die verschiedene Benüzung derselben, sondern auch alle die Stüke beschreiben, aus welchen sie besteht, und sie als hydraulische Maschine zum Hausgebrauche, zum Begießen und Feuerlöschen betrachten.

Der Kasten A ist ganz derselbe, wie wir ihn Fig. II. beschrieben haben; nur befindet sich hier an dem Puncte c die metallne Röhre M, welche in ein Gefäß mit Wasser, oder in einen Graben, oder in einen Brunnen, oder in irgend eine andere Tiefe untertaucht, welche jedoch nicht über 32 Fuß betragen darf. Bei Bewegung des Handgriffes b wird das Wasser durch den Canal M aufgesogen, und steigt in der hänfernen Röhre OO in die Höhe, an deren Ende sich der metallne Sprizer P befindet, aus welchem das Wasser mit solcher Kraft herauskommt, daß es bis auf das Dach eines Hauses oder einer Scheune von 30 Eilen Höhe reicht, und dieser Wasserstrom ist so heftig und anhaltend, daß er in einer Stunde beiläufig 30 Breuten Wasser gibt.

Will man die Maschine zum Begießen eines Gartens oder eines Parterre brauchen, so schraubt man den Sprizer P bei mm ab, und bringt dafür den durchlöcherten Kegel O an; man erhält auf diese Weise einen so häufigen und so feinen Regen, daß man im Stande ist in kurzer Zeit nicht nur die Blumen eines Parterre, sondern auch die Gipfel der Bäume eines mässig großen Gartens damit aufzufrischen. Auch sehr schöne Regenbogen erzeugte ich mittelst dieses kleinen künstlichen Regens124).

|337|

Wir haben nur noch die Benüzung der übrigen, Fig. V. dargestellten, Theile, welche alle zu dem Geräth dieser Maschine gehören, anzugeben.

R bezeichnet den Schlüssel, mit welchem die Ansäze von Bronze, (Messing oder Stükgut) welche bei den verschiedenen Stüken durch e angedeutet sind, befestigt werden.

S ist eine zig-zag gebogene, verzinnte, kupferne Röhre, welche man bei c anbringt, wenn man gezwungen ist, die Maschine in einiger Entfernung von dem Wasser aufzustellen.

Die verzinnte kupferne Röhre T ist die Röhre M in grösserem Maßstabe, und die Schlagklappe V ist die vergrößerte Schlagklappe, die man an dem unteren Ende der Röhre anbringt, welche in einen Brunnen oder in ein anderes tiefes Gefäß taucht. Der Zwek dieser Klappe ist der, den Theil Flüssigkeit zurükzuhalten, welcher bei jedem Stoffe mit dem Stämpel aufgesogen wird, und durch die Saugröhre aufsteigt; sie wird daher unnüz, wenn die Röhre selbst nicht lang ist, wie es ausdrüklich bei M der Maschine A der Fall ist.

I ist eine verzinnte kupferne Röhre; welche man zur Verlängerung im Nothfalle an den Röhren S und T befestigen kann.

X ist der umgekrümmte Schnabel, welchen man bei e anbringt, so oft man die Maschine als eine gewöhnliche Pumpe benüzen will, mit welcher man das Wasser aus einem Brunnen, oder aus einer Cisterne, oder aus einem anderem Behälter ausschöpfen will.

Wir wollen unsern Lesern jezt nur noch die genauen Preise angeben, um welche alle die beschriebenen Theile der Maschine |338| bei Hrn. Leonardi 125) zu haben sind, wozu wir uns der Preisliste dieses Künstlers selbst bedienen wollen.

Preise der hydraulischen Maschine, und der verschiedenen anderen angeführten und abgebildeten Instrumente.

Die Maschinen sind von dreierlei Art oder Größe und Kosten, mit oder ohne Zugehör:

Ital. Münze.
Die kleinere, welche in einer Stunde 24 Brennten Wasser gibt, mit einem Triebe von 25–30 Mailänder Ellen Lire 200 –
Die mittlere, in dem vorhergehenden Artikel beschriebene, welche 25–30 Brennten Wasser gibt, und einen Trieb von 30–35 Ellen besizt 300 –
Die große mit 2 Handgriffen und einem Triebe von 45–50 Ellen, welche 60 Brennten Wasser in einer Stunde liefert 500 –

Die Einsaugung beträgt bei der gewöhnlichen Tiefe 32 Fuß.

Zugehör zu der Maschine.

Rechtwinkelige verzinnte kupferne Röhre (siehe Fig. V. T.) mit dem Gegenansaze aus Bronze126) 24 –
Verzinnte kupferne Röhre mit 2 Winkeln und einem Ansaze von Bronze. (Siehe Fig. V. S.) 31 –
Gerade verzinnte kupferne Röhre von 3 Ellen Länge mit einem Gegenansaze (Siehe T. V. Y.) 30 –
Fläschchen für das untere Ende per Saugröhre Fig. V. V. 33 –
Sprizer P Fig. V. von Bronze, der sich bei mm anschrauben läßt und bei Feuersbrünsten gebraucht wird 40 –
|339| Abgestuzter, vorne mit Löchern versehener, Kegel aus Bronze zum Besprizen der Blumen und Gärten.(Fig. V. Q) Lire 10 –
Schnabel aus Bronze, den man an die Maschine bringt, wenn man sie wie eine gewöhnliche Pumpe benüzt. (Fig. V. X.) 10 –
Hänferne Röhre (Fig. V. OO) die Mailänder-Elle 3 –
Ansäze von Bronze, (Fig. V. eee) jeder (der größeren Maschine 12 Lire), der mittleren 10 –
Schlüsselchen zum Oeffnen und Schließen der Ansäze 3 50
Heber G, (Fig. IV.) zum Entleeren der Flaschen 12 –
Heber N (Fig. IV.) zu demselben Zweke 18 –
Trichter C, (Fig. III.) zum Einfüllen des Weines, sammt der Vorrichtung um den in der Flasche enthaltenen Wein wieder in den Trichter
zurük zu treiben
15 –
Schraube zum Verkleinern und Zurichten der Stöpsel 10 –
Maschine E (Fig. III.) zum Zustöpseln der Flaschen und anderem angegebenen Gebrauche 40 –
Mit dieser Maschine verbundene Brief-Presse I 10 –
Spund von Bronze F, zum künstlichen Umfüllen (Fig. II.) 40 –
Röhre L, welche an dem Spunde angebracht wird (Fig. II.) 26 –
Hahn aus Bronze H, Fig. II 40 –
Klappe B, (Fig. I.), welche bei der Weingährung an dem Spunde angebracht wird 15 –
Blecherne Röhre mit ihrer Schraube, bb, (Fig. I.) 5 127)

Die Aufschrift ist: Della animatura e del travaso artificiale mediante la maschine del mecaniso Giusppe Leonardi etc. wir haben derselben aber eine größere Ausdehnung gegeben, da diese Maschine bei allen geistigen Flüssigkeiten anwendbar ist. A. d. Ueb.

|329|

Eines solchen Blasebalges bediente sich schon im Jahre 1796 der berühmte Oenologe Oesterreichs, der selige Hofrath Froidveaux. A. d. Ueb.

|330|

Diese Maschine erhielt von dem k. k. Institute zu Mailand bereits den Preis der silbernen Medaille. A. d. O.

|330|

Die Maschine, von welcher die Rede ist, hat einen einzigen Handgriff, ist beiläufig zwei Mailänder Ellen hoch, und liefert 25 bis 30 Brenten in einer Stunde. Ehe man den Griff in Bewegung sezt, ist es gut die Vorsicht zu gebrauchen, etwas Wasser in den Cylinder zu gießen, in welchem der Stämpel schöpft, und die Röhren vorher 24 Stunden lang in Wasser einzuweichen, indem das Gewebe dersellben dadurch dichter wird. Diese lezte Operation ist beim Umfüllen immer unumgänglich nothwendig; denn, wenn die Luft durch die Zwischenräume der Röhre durchdringt, welche den Druk ausüben soll, so ist man nie im Stande eine Verdichtung hervor zu dringen, und die Leitungsröhre des Weines würde, wenn sie troken ist, Anfangs Flüssigkeit durchsikern lassen. A. d. O.

|332|

Die Erfahrung hat uns gezeigt, daß die Fässer im Allgemeinen an dem oberen Theile nachläßiger gemacht sind, weil dort der Wein, da er nicht in senkrechter Richtung drükt, leichter gehalten werden kann, wenn die Dauben auch nicht genau zusammen passen; dieser Fehler ist aber von Bedeutung, weil er die Maschine nicht nur im Arbeiten hindert, sondern auch weil sich der Wein in solchen Gefäßen nur schlecht hält. Es wäre also am beßten, die 5 bis 6 oberen Dauben zu verpechen, oder, wenn man neue Fässer machen läßt, dieselben dem Arbeiter nicht ehe zu bezahlen, als bis man sie mit der Maschine probirt hat, und alle die Unvollkommenheiten verbessern zu lassen, welche man durch das Durchblasen der Luft an den morschen oder schlecht verbundenen Orten entdekt. A. d. O.

|333|

Es wird gut seyn, hier das in dem vorigen Artikel Gesagte, zu wiederholen, nämlich, daß die Fässer oder Kufen nur so weit angefüllt werden dürfen, daß der aufgeblasene Hut den Dekel nicht berühre, und nicht auf das untere Ende der Klappe drüke. Er muß während der Gährung wenigstens immer. einen Zoll weit davon entfernt seyn. A. d. O.

|336|

Diese beiden Heber können mittelst einer Schraube auch länger und kürzer gemacht werden. A. d. O.

|336|

Hört man auf mit der Maschine zu arbeiten, so muß man, ehe man, sie wieder in die Magazine oder an einen anderen Aufbewahrungsort |337| bringt, dieselbe umstürzen, damit alles Wasser, welches etwa am Boden oder in den Canälen der Pumpe zurükblieb, herauskomme und keinen Unrath abseze. Man suche dieselbe auch von aussen gut abzutroknen. Die Röhren hänge man an einem sehr troknen, schattigen Orte auf, damit sie alle Feuchtigkeit verlieren, und jene Röhre, welche man nach den Versuchen für die dichteste und vollkommenste hält, bewahre man ausschließlich zur Verdichtung, auf. A. d. O.

|338|

Alle Gegenansäze können an allen anderen Ansäzen der entsprechenden Glieder angebracht werden. A. d. O.

|338|

Von diesen geraden Röhren gibt man gewöhnlich 3 als Zugehör zur Maschine; auf Verlangen erhält man aber auch mehrere. A. d. O.

|339|

Höchst wahrscheinlich erhält man diese Artikel bei den Nürnbergern und Berchtesgadenern noch wohlfeiler. A. d. Ueb

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