Titel: Englefield's Bereitungs-Art des Krapp-Lakes.
Autor: Englefield, H. C.
Fundstelle: 1824, Band 13, Nr. LXXVI. (S. 360–368)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj013/ar013076

LXXVI. Ueber Bereitung des Krapp-Lakes. Von dem sel. Sir H. C. Englefield, Bart. F. R. S.146)

Aus den Transactions of the Society for the Encouragement of Arts, Manufactures and Commerce. In Gill's technical Repository. Januar 1824. S. 7.

Der Mangel einer dauerhaften rothen Farbe, die die Tiefe und Durchscheinenheit der Lake besäße, welche man aus Cochenille bereitet, brachte mich zuerst auf die Idee zu versuchen, ob nicht der Krapp, welcher bekanntlich eine Farbe liefert, die, |361| der Luft ausgesezt, mit Ausnahme des Indigo, weit weniger schießt als andere Pflanzen-Farben, eine solche Farbe liefern könnte.

Mehrere der ausgezeichnetesten Mahler unseres Landes bedienen sich seit einiger Zeit des Krapp-Lakes bei ihren Oehlgemählden; die Farben, die sie aber unter diesem Namen besassen, waren entweder ein Gelblich-Roth, beinahe wie Ziegelmehl, oder ein blasses undurchsichtiges Incarnat, ohne alle Helle und Tiefe, und durchaus nicht zur Malerei in Wasserfarbe zu benüzen, zu welcher ich eine Farbe suchte.

Meine ersten Versuche waren Wiederholungen des von Margraf in den Memoires de l'Academie de Berlin beschriebenen Verfahrens: die Farbe, die ich hierdurch erhielt, war ein blasses und sehr undeutliches Roth, obschon der vortreffliche Markgraf die durch sein Verfahren erhaltene Farbe mit jener des entzündeten Blutes (sang enflammè) vergleicht.

Man muß indessen bemerken, daß Farben, welche mit Thon verkörpert sind, viel tiefer erscheinen, wenn sie mit Oehl abgerieben werden, als wenn sie noch in ganzen Stüken sind, indem das Oehl die Thonerde mehr durchscheinend macht. Dieser Vortheil geht aber bei Wasserfarben verloren. Bei Untersuchung des Rükstandes des Krappes, welcher, nachdem ich denselben nach Markgraf's Methode behandelte, übrig blieb, fand ich denselben noch so reich an rothem Färbestoffe, daß es deutlich erhellte, daß bei weitem der größte Theil des Farbestoffes, und zwar der kräftigste und schönste, in demselben zurük geblieben war. Um diesen auszuziehen, machte ich verschiedene vergebene Versuche, welche hier anzuführen überflüssig wäre. Bei aufmerksamer Betrachtung aller Erscheinungen, welche bei dem Aufgießen des Wassers auf den Krapp Statt hatten, fing ich aber an zu vermuthen, daß der rothe Färbestoff des Krappes im Wasser gar nicht, oder nur sehr wenig auflösbar ist; daß er dem auf die Wurzel aufgegossenen Wasser nur mechanisch beigemengt ist, und mittelst des Schleimes schwebend erhalten wird, an welchem diese Wurzel sehr reich ist.

Man kann also durch Aufgießen oder Abkochen nur eine sehr geringe Menge dieses Farbestoffes erhalten, indem der größte |362| Theil auf die Wurzel niedersinkt, oder mit derselben auf dem Siebe oder in dem Sake bleibt, durch welchen die Abkochung oder der Aufguß der Klärung wegen durchgesiehen wurde. Ich versuchte daher, ob ich nicht durch mechanische Mittel den Färbestoff von dein faserigen Bestandtheile der Wurzel abzusondern vermöchte, und der Erfolg entsprach vollkommen meiner Erwartung. Nach vielen verschiedenen Versuchen halte ich das sogleich zu beschreibende Verfahren für das beßte, das ich auszumitteln im Stande war.

I. Verfahren. Man binde vier Loth (Troy Gewicht) des schönsten holländischen Krappes, (der im englischen Handel unter dem Namen Crop-madder vorkommt) in einen Sak aus starkem und feinen Calico, der ungefähr drei oder vier Mahl soviel Krapp fassen könnte. Diesen Sak lege man in einen großen marmornen oder porzellanenen Mörser, und gieße ungefähr eine Pinte (ungefähr eine halbe Maß) kaltes weiches Wasser auf denselben. Filtrirtes Wasser von der Themse ist gut genug hierzu; denn, wenn es etwas oberhalb der Stadt London genommen wird, ist es beinahe so rein, wie destillirtes Wasser. Man drüke nun den Sak mit einem marmornen oder porzellanenen Stößel nach allen Richtungen, und reibe und stoße denselben soviel, als es ohne Gefahr von Beschädigung für den Calico möglich ist. Das Wasser wird sich bald mit dem Färbestoff beladen, so daß es ganz trübe und undurchsichtig werden wird. Man gieße das Wasser ab, und schütte eine zweite Pinte frischen Wassers hinzu, reibe und stoße den Sak auf die oben angegebene Weise, und wiederhole diese Operation so lang, bis das Wasser nur wenig mehr gefärbt von der Wurzel abfließt. Fünf Pinten Wassers werden, wenn man gehörig gerieben und gestoßen hat, hinreichen, um der Wurzel beinahe ihren ganzen Färbestoff zu entziehen, und wenn man den Rükstand aus dem Sake herausnimmt, und troknet, wird man finden, daß er nicht mehr als 5 Drachmen Apotheker-Gewichtes wiegt; er wird licht nankin- oder zimmtfarben seyn, den dem Krappe eigenen Geruch gänzlich verloren haben, und nur noch etwas schwach nach Holz riechen.

Das mit dem Färbestoffe beladene Wasser wird in ein irdenes oder wohl verzinntes kupfernes, oder, was noch besser ist, |363| in ein silbernes Gefäß gethan (denn alles Eisen muß während des ganzen Verfahrens sorgfältig entfernt bleiben), und so erhizt, daß es eben anfängt zu kochen. Dann wird es in große, irdene oder porzellanene Gefäße gegossen, und zwei Loth Alaun (Troy Gewicht) werden, in einer Pinte kochenden weichen Wassers aufgelöst, demselben zugegossen, und solang umgerührt, bis alles vollkommen mit einander gemengt ist. Hierauf werden drei Loth einer gesättigten Auflösung von mildem vegetabilischen Alkali nach und nach zugesezt, und während des Zugießens fleißig umgerührt. Es wird ein bedeutendes Aufbrausen Statt haben, und die Farbe wird sich auf der Stelle niederschlagen. Man läßt die Mischung so lang ruhen, bis sie erkaltet ist, und die klare gelbe Flüssigkeit wird dann von dem rochen Niederschlage abgegossen. Nun wird neuerdings ein Quart147) kochendes weiches Wasser zugegossen, und alles gehörig umgerührt. Nach dem Erkalten kann man die Farbe durch Filtriren auf die gewöhnliche Weise auf dem Filtrir-Papier erhalten, wo matt dann so lang kochendes Wasser auf das Filtrum gießt, bis dieses in licht strohgelber Farbe durchläuft, und beinahe frei von allem alkalischen Geschmake ist. Nun kann man die Farbe langsam troknen, und wenn sie vollkommen troken ist, wird sie ein Loth wiegen: also gerade den vierten Theil des angewendeten Krappes.

Bei der Analyse zeigt sich, daß diese Farbe mehr denn 40 per Cent. Thonerde besizt. Nimmt man weniger als zwei Loth Alaun auf vier Loth Krapp, so wird die Farbe etwas tiefer ausfallen, und nimmt man weniger als sechs Quentchen Alaun, so wird sich nicht der ganze Farbestoff mit demselben verbinden. Ich halte im Ganzen genommen zwei Loth Alaun auf vier Loth Krapp für das beßte Verhältniß.

II. Verfahren. Wenn man, nachdem die Alaun-Auflösung dem mit dem Färbestoffe des Krappes beladenen Wasser zugegossen wurde, das Gemenge stehen läßt, ohne Alkali zuzusezen, so wird ein bedeutender Niederschlag entstehen, der ein dunkles mattes Roch hat. Erhizt man die rükständige Flüssigkeit wieder, und sezt derselben Alkali zu, so erhält man einen |364| sehr schönen rosenfarbenen Niederschlag, dem es aber an Tiefe und Starke des Tones der Farbe fehlt.

Dieß ist das von Hrn. Watt in den Annales de Chemie Tab. VII., in seinem Versuche über den Krapp vorgeschlagene Verfahren, und diese leztere Fache ist diejenige, die man vielleicht eigentliche Krapp-Lak nennen könnte. Allein, obschon dieses lichtere Roth zu mehreren Zweken ganz vortrefflich seyn wag, so halte ich doch die durch die Verbindung der beiden Färbestoffe nach dem ersten Verfahren erhaltene Farbe für weit zwekmäßiger zu allgemeinem Gebrauche, indem, wo man sie dünn aufträgt, sie eine sehr schöne Farbe gibt, und legt man He, entweder mit Oehl oder mit Wasser, dik auf, so erhält sie eine Tiefe und einen Reichthum, wie keine andere Farbe besizt.

Wenn man bloß Ein Loth Alaun auf vier Loth Krapp nimmt, so wird der erste Niederschlag beinahe demjenigen ähnlich, den man erhält, wenn man zwei Loth genommen hat; man erhalt aber weniger von dem zweiten oder Lak-Niederschlage, und dieser hat eine tiefere und reichere Farbe. In diesem Falle ist, wie bereits bemerkt wurde, sicher nicht der ganze Färbestoff mit der Thonerde verbunden; denn, wenn man zu der übrig bleibenden Feuchtigkeit mehr Alaun zusezt, so erhält man einen lichtrothen Niederschlag. Wenn man bei diesem Verfahren vier Loth Krapp und zwei Loth Alaun nahm, so erhält der erste Niederschlag beinahe 20 per Cent. Alaun-Erde, und der zweite oder Lak-Niederschlag ungefähr 53; diese Verhältnisse fallen aber, wenn man den Proceß wiederholt, öfters etwas verschieden aus.

III. Verfahren. Wenn der Krapp, statt daß er auf obige Weise mit kaltem Wasser gewaschen und gerieben wird, mit siedendem Wasser genau auf dieselbe Welse behandelt wird, so fällt die Farbe etwas dunkler aus, aber nicht eben so schön. Die rükständige Wurzel behält, man mag sie waschen und drüken, wie man will, eine starke Purpurfarbe: ein deutlicher Beweis, daß sie noch Färbestoff enthält, der wahrscheinlich durch Einwirkung der Hize in der Holzfaser befestigt wurde.

Hr. Watt bemerkt in seiner oben angeführten trefflichen Abhandlung über den Krapp, daß kaltes Wasser den Färbestoff |365| besser auszieht, als warmes, ich habe Grund zu vermuthen, daß ein Theil seines Färbestoffes, welcher das hellrothe Pigment liefert, das ich oben mit dem Namen Krapplak unterschied, an der Wurzel kleben bleibt, wenn man diese mit siedendem Wasser behandelt.

IV. Verfahren. Wenn man auf vier Loth Krapp Eine Pinte kaltes Wasser gießt, und den Aufguß auf der Wurzel drei bis vier Tage lang in einem weithalsigen, leicht zugestöpselten Gefäße in einer Temperatur von 50 bis 60° (F., + 3 bis 12° R) stehen läßt, und öfters schüttelt, so entwikelt sich eine leichte Gährung; der Aufguß erhält einen weinigen Geruch, die schleimigen Bestandtheile der Wurzel werden in einem hohen Grade zerstört, und die gelbe Farbe derselben wird sehr verringert. Gibt man dann den ganzen Aufguß sammt der Wurzel in einen Calico-Sak, drükt die Flüssigkeit aus, und behandelt die Wurzel in dem Sake mit kaltem Wasser etc. genau auf die in dem 1. Verfahren angegebene Weise, so wird der Färbestoff die Wurzel viel leichter, als vor der Gährung, verlassen. Man wird eben so viel von demselben, wie durch das erste Verfahren, erhalten, das Roth wird aber lichter seyn. Dieser Unterschied in der Farbe scheint von der Zerstörung eines Theiles des Lakes durch die Gährung herzurühren; denn, wenn man die Farben aus der gegohrenen Wurzel einzeln erhält, wie in dem Verfahren Nro. II., so wird der erste Niederschlag nicht sehr von jenem verschieden seyn, den man von dem angegohrenen Krappe erhält; allein der zweite, oder der Lak, wird sehr leicht incarnat seyn. Dieses Verfahren ist also nicht zu empfehlen.

Spanischer und Smyrner Krapp.

Spanischer Krapp liefert eine Farbe von etwas tieferem Tone als der holländische, das Roth ist aber nicht so rein, wie an dem Zeeländischen Crop-Madder.

Der Smyrner Krapp ist eine sehr schäzbare Wurzel. Die Farbe, welche man nach dem 1. Verfahren daraus erhält, ist von tieferem und reicheren Tone, als ich sie aus dem holländischen Krapp nie erhielt. Man erhält aus vier Loth nur drei Quentchen 24 Gran, worüber man sich nicht wundern darf; |366| denn, da dieser Krapp aus ganzen Wurzelstüken besteht und vollkommen troken ist, der Zeeländsche Crop-Madder hingegen vorzüglich aus der Rinde der Wurzel besteht, in welcher wahrscheinlich der größte Theil des Färbestoffes seinen Siz hat, so hat man allen Grund anzunehmen, daß der Smyrner Krapp wirklich mehr Färbestoff besizt als der Zeeländische, wenn man auch von diesem eben so viele ganze Wurzelstüke nehmen würde.

Die Producte des Verfahrens Nro. II. beweisen, daß der Smyrner Krapp mehr Lak, und von einer reicheren Farbe liefert, als der holländische: denn von vier Loth holländischen Krapp war der erste Niederschlag zwei Quentchen, und der Lak zwei Quentchen und 48 Gran, während man aus vier Loth Smyrner Krapp ein Quentchen und 24 Gran ersten Niederschlag erhielt. Das Verhältniß des Lakes zur. Farbe ist also in dem Smyrner Krapp viel höher als in dem holländischen.

Frischer Krapp.

Man kann die Farbe auch aus frischem Krappe bereiten, und sie wird eben so gut, wo nicht besser seyn, als aus anderen. Die Schwierigkeit, mir frischen Krapp zu verschaffen, hat mich gehindert so viele Versuche anzustellen, als ich wünschte. Ich verschaffte mir indessen etwas Weniges von den beßten Wurzeln, die in Holland in Moos eingepakt wurden, und folgendes Verfahren entsprach vollkommen. Acht Unzen dieser Wurzel wurden zuerst gewaschen, und von allem Schmuze gereinigt, dann in kleine Stüke gebrochen und in einem Mörser aus Glokenspeise mit einem hölzernen Größel zu einem gleichförmigen Teige gerieben. Dieser Teig wurde in einem Sak von Calico gethan, und, wie in dem Verfahren Nro. 1., mit kaltem Wasser gewaschen und gerieben. Fünf Pinten schienen beinahe allen Färbestoff ausgezogen zu haben. Diesem, mit Färbestoffe beladenen, und wie oben, gesottenen Wasser wurden zwei Loth in einer Pinte siedenden Wassers aufgelöster Alaun zugesezt, und dieser Mischung solang Alkali zugegossen, bis dieselbe eben bemerkbar alkalisch schmekte. Die auf diese Weise erhaltene Farbe war, getroknet, sehr schön.

Das Gelingen dieses Versuches, welchen ich zwei Mahl mit demselben Erfolge wiederholte, ließ mich hoffen, daß es |367| nicht unmöglich seyn könnte, daß die hier beschriebene Weise die Farbe aus der frischen Wurzel zu bereiten, Vortheile von größerem Umfange gewähren könnte, als diejenigen waren, die ich bei meinem ersten Versuche im Auge hatte. Wir haben viele Gegenden in unserem Lande, die zum Anbau des Krappes eben so gut taugen, als der Boden in Holland, und der, mehr denn ein Mahl im Großen versuchte Anbau, wurde wieder bei Seite gelegt, vorzüglich wegen der Auslagen, die mit Errichtung der Darrhäuser und Mühlen verbunden sind, und wegen der großen Ausgaben, und wegen der Genauigkeit, die bei dem Troknen nothwendig ist. Sollte jedoch die Farbe, wenn sie auf die eben beschriebene Weise behandelt wird, auch für Färber- und Calico-Druker taugen, so wäre daß Verfahren, dieselbe zu gewinnen, so leicht, und der hierzu nöthige Apparat so wenig kostbar, daß jeder Krappbauer die. Farbe aus der Wurzel ausziehen könnte. Man hätte überdieß noch einen anderen großen Vortheil. Die auf diese Weise aus der Wurzel ausgezogene Farbe läßt sich eine beliebige Zeit über ohne alle Gefahr der Verderbniß aufbewahren, und die Fracht würde nur ein Viertel der Fracht der Wurzel kosten. Ich bin überdieß durch aus geneigt zu glauben, daß bei der gegenwärtigen Art die Wurzel anzuwenden ein sehr beträchtlicher Theil der Farbe von den Färbern in der Wurzel zurük gelassen wird, und wäre dieß der Fall, so hätte man aus obigem Verfahren noch einen größeren Vortheil zu erwarten, als man bisher nicht bemerkte.

Sollte man im Großen versuchen die Farbe aus der frischen Wurzel zu erhalten, so würde ich empfehlen, dieselbe zuerst durch Mahlen oder Stoßen soviel möglich in einen gleichförmigen Brei zu verwandeln. Zu diesem Zweke würde wahrscheinlich eine Cidermühle sehr gut taugen, und ihre außerordentliche Einfachheit wäre eine große Empfehlung für sie. Zum Zerreihen würden Wollen-Sake, wie man sie in Oehlmühlen braucht, wahrscheinlich eben so gut dienen, als Säke von Calico; sie würden noch wohlfeiler und dauerhafter seyn148). An großes Faß mit |368| Stampfen würde sich leicht von einem Mechaniker bauen lassen, und in diesem könnten die Site im Wasser ausgedrükt werden, und nachdem die Farbe gesotten und niedergeschlagen wurde, könnten die Züge der Kessel leicht zu Darrherden verwendet werden, ohne daß man eine besondere Ausgabe für Feuer-Material nöthig hätte. Der Theil des Verfahrens, den ich für den wichtigsten halte, und der den Hauptvorzug meiner Methode vor allen übrigen mir bekannten enthält, ist das Reiben und Drüken der Wurzel in Wasser: ich glaube, daß man bisher den Färbestoff dieser Wurzel bei weitem nicht für so unauflösbar gehalten hat, als ich Ursache habe denselben anzusehen.

Es wäre sehr zu wünschen, daß bei dem gegenwärtigen so weit fortgeschrittenen Zustande der Chemie irgend ein geschikter Chemiker die Eigenschaften dieser äußerst nüzlichen Wurzel genau untersuchen möchte: man würde vielleicht drei, wenn nicht vier, verschiedene Färbestoffe in derselben finden149).

Sir Englefield erhielt für diese Mittheilung die goldene Medaille von der Gesellschaft. A. d. O. Er hat dieser seiner Abhandlung Muster und Zeugnisse der ersten Mahler Englands, West, Trumbull, Opie, Turner, Daniel und Hoppner beigefügt, die feine Farbe als Oehlfarbe, und die HHrn. Cotmann und Munn, die seinen Lak als Wasserfarbe sehr preisen. Diese Erfindung ist zwar bereits 21 Jahre alt, scheint aber selbst in England noch zu wenig bekannt. A. d. Ueb.

|363|

Der vierte Theil eines Gallon; Einen Gallon rechnet man ungefähr zu 7 1/3 Pfund Leipziger oder Berliner, und zu 6 1/4 Pfund Baierisch- und Wienergewicht. A. d. Ueb.

|367|

Diese Wollen-Säke müssen vorhero mit Krapp gefärbt werden, weil die Wolle ohne eine Vorbereitung sich mit dem Pigmente des Krapps verbindet. D.

|368|

Wir haben in der 87ten Anmerkung aus S. 230 im vorhergehenden Hefte dieses Journals bei Kühlmanns chemischer Analyse des Krapps ein Verfahren angegeben, Krapplak darzustellen, das vor den vorstehenden Verfahrungsarten Vorzüge hat. Wir müssen indessen offenherzig gestehen, daß selbst unser angegebenes besseres Verfahren, um dieses interessante Pigment darzustellen, das Product noch nicht liefert, was auf einem andern von uns ausgemitteltem Wege gewonnen werden kann. In Beziehung der Mitteilung müssen wir uns aber leider auf unsere Aeußerung, die wir S. 124 in diesem Bande machten, beziehen, und können hier vorläufig bloß anführen, daß, um einen brillant schönen Krapplak darzustellen, das reine rothe Pigment des Krapps vorhero an Wolle fixirt und von dieser erst als Lakfarbe wieder abgeschieden werden muß. D.

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