Titel: Preise der Société d'Encouragement pour l'Industrie nationale für die Jahre 1824, 25 u. 30. Nach dem Programme der Société, erlassen in der Sizung am 29. October 1823.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1824, Band 13, Nr. XIX./Miszelle 1 (S. 126–130)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj013/mi013019_1

Preise der Société d'Encouragement pour l'Industrie nationale für die Jahre 1824, 25 u. 30. Nach dem Programme der Société, erlassen in der Sizung am 29. October 1823.

Preise für das Jahr 1824.

Chemische Künste.

1. Für Verbesserung der Darmsaiten-Fabrikation zu musikalischen Instrumenten 2000 Franken.

(Die Aufgabe und die Bedingungen sind wörtlich, wie im vorigen Jahre polytechn. Journ. B. X. H. 4. S. 493.)

2. Für Verfertigung von Papier aus dem Papier-Maulbeerbaume (Morus papyrifera L. Broussonetia papyrifera Bot.) 3000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen wörtlich, wie im polytechn. Journ. B. VII. H. 2. S. 244).

3. Für Errichtung einer Fabrik im Großen zur Erzeugung feuerfester Schmelztiegel. 2000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen wörtlich, wie im polytechn. Journ. B. X. H. 4. S. 495).

4. Für Verbesserung von Eisen-Gußwerken. 6000 Franken.

5. Für Verbesserung der Formen von Gußarbeiten, die noch zur weiteren Bearbeitung bestimmt sind. 6000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen wörtlich, für 4 u. 5, wie im Polytechn. Journ. B. X. S. 497).

Oekonomische Künste.

6. Auf Austroknung des Fleisches. 5000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen wörtlich, wie im Polytechn. Journ. B. VII. H. 2. S. 247. Vergl. hierüber S. 124. in diesem Hefte).

Akerbau.

7. Preis von drei goldenen Medaillen, jede von 500 Franken, für drei Individuen, welche die gebohrten Brunnen (puits |127| artèsiens) in einer Gegend einführen, in welcher man dieselben noch nicht kennt.

(Aufgabe und Bedingungen wörtlich, wie im polytechn. Journ. B. VII. H. 2. S. 246).

Preise, die auf das Jahr 1824 verlängert wurden.

8. Für eine Maschine zur Verfertigung von Glasern für optische Instrumente. 2500 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen wörtlich, wie polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 91).

9. Für eine Mahl- und Schrot-Mühle für alle Arten von Landwirthschaften. 4000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 93).

10. Für eine Handmühle zum Aushülfen der Hülsenfrüchte. 1000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 108).

11. Für Anwendung der sogenannten hidraulischen Presse auf Oehl- und Weinpressen, und auf Auspressen der Pflanzen überhaupt. 2000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 111).

12. Für eine Maschine zum Abschaben der Haare an den Fellen für Hutmacher. 1000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 99).

13. Für Wolle zur Verfertigung der gemeinen Filzhüte. 600 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 99).

14. Für eine zwekmäßigere Spiegel-Belegung als die gewöhnliche. 2400 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 100).

15. Für Verbesserung der in der Kupferstecherkunst nothwendigen Materialien. 1500 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 116).

16. Für Entdekung eines Metalles oder einer Metall-Legirung, die weniger vom Roste angegriffen wird, als Stahl und Eisen, um dieselbe bei Maschinen zur Zerkleinung weicher Nahrungs-Mittel anzuwenden. 3000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie polytechn. Journ. B. VII H. 1. S. 122).

Oekonomische Künste.

17. Für ein Mittel, armen Blinden die nüzlichste und zwekmäßigste Beschäftigung zu verschaffen. 100 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie polytechn. Journ. B. X. H. 4. S. 492. (nur daß hier der 1. Mai 1824 terminus peremptorius ist).

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18. Für Erhaltung der Nahrungsmittel nach Hrn. Appert's Verfahren im Großen, oder durch jedes andere analoge Mittel. 2000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie polytechn. Journ. B. VII. H. 2. S. 241).

19. Für Hausenblase oder Fischleim Erzeugung. 2000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 105).

20. Für eine Masse, die sich wie Gips formen läßt, und der Witterung so gut wie Stein zu widerstehen vermag. Preis 2000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 125).

21. Für Einführung und Cultur von Pflanzen in Frankreich, welche für den Akerbau, für Künste und Manufacturen nüzlich sind. 2000 und 1000 Franken.

(Vergl. polytechn. Journ. B. VII. H. 2. S. 242).

Preise auf das Jahr 1825.

Mechanische Künste.

22. Für Verfertigung einfacher und wohlfeiler Werkzeuge und Geräthe zur Gewinnung des Runkelrüben-Zukers. Preis: 1500 und 1200 Franken.

Seit der 12 Jahre, als die Runkelrübenzuker-Fabrikation eingeführt ist, hat die Methode, den Zuker aus dieser Pflanze zu gewinnen, sich sehr vervollkommnet: sie ist eben so leicht als sicher geworden: allein, alle diese Runkelrübenzuker-Fabriken sind bisher nur Unternehmungen im Großen geblieben, und der Landmann, der oft nur ein paar Tagwerke der Cultur der Runkelrübe widmen kann, hielt es bisher für unmöglich diesen neuen Zweig der Industrie mit seiner Landwirthschaft verbinden zu können.

Die Gesellschaft, von der Wichtigkeit dieser Art von Industrie überzeugt, findet nur darin ein sicheres Mittel den Aker-Bau in Frankreich durch dieselbe zu bereichern, daß man dem Landmanne die hiezu nöthigen Geräthe so brauchbar und so wohlfeil als möglich, in die Hände liefert. Da indessen der größte Theil dieser Geräthe sich ohnedieß in jeder guten Land-Wirthschaft findet, so glaubte sie sich in ihren Preisaufgaben auf eine Reibe und auf eine Presse beschranken zu können.

Sie sezt daher zwei Preise aus: einen von 1500 Franken, für die beßte, einfachste und wohlfeilste Reibe- mittelst welcher man in Einer Stunde 600 Kilogrammen Runkelrüben zu einem Breie zerreiben kann; einen zweiten von 1200 Franken für die beßte Presse, die 72 bis 75 per Cent Saft aus dem Runkelrüben-Breie auspressen muß.

Die Maschinen müssen vor dem 1. Mai 1825 eingesendet werden. Der Preis wird in der General-Sizung dieses Jahres zuerkannt.

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Die Gesellschaft wird dann zugleich eine kurze und deutliche Anleitung zur Cultur, Aufbewahrung und Bearbeitung der Runkelrüben für den Landmann herausgeben.

Chemische Künste.

23. Für Bereitung des Flachses und Hanfes ohne Röstung. 6000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie im polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 121).

Preise, die auf das Jahr 1825 verlängert wurden.

Mechanische Künste.

24. Für Erzeugung eines zur Fabrikation der Nahenadeln geeigneten Drahtes, 6000 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie im polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 115).

25. Preis von 3000 Franken, welcher am 1. Jul. 1825. demjenigen zuerkannt werden wird, der in irgend einem Departement von Frankreich eine Nähenadel-Fabrik errichtete, auf welcher sowohl in Bezug auf Mannigfaltigkeit der Form und Größe, als in Hinsicht auf Vollkommenheit und Wohlfeilheit, alle im Handel gesuchte Nähenadeln erzeugt werden.

(Vergl. polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 95).

Akerbau.

26. Für eine Mühle zur Reinigung des Heidekornes. 600 Franken.

(Aufgabe und Bedingungen, wie im polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 127).

27. Preis von 1500 Franken für denjenigen, der entweder am meisten Föhren (Pinus silvestris) oder Corsikaner Föhren (P. laricio).

28. Preis von 1000 Franken für denjenigen, der am meisten schottische Föhren (Pinus rubra) gesäet haben wird.

(Vergl. für 27 und 28., polytechn. Journ. B. VII. H. 1. S. 127).

Preis für das Jahr 1830

Akerbau.

29. Preis von 5000 und von 1500 Franken zur Bepflanzung abschüssiger Gründe.

(Vergl. polytechn. Journ. B. VII. H. 2. S. 250).

Die Abhandlungen, Plane, Modelle, Muster etc. müssen vor dem 1. Mai eines jeden für den Preis bestimmten Jahres postfrei au Sécrétariat de la Société d'Encouragement pour l'industrie nationale, rue du Bac, N. 42, eingesendet werden44).

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Die Société hat, wie man aus diesem Programme ersieht, nur eine einzige, neue Preisfrage für dieses Jahr erlassen: die 22igste. Ueber |130| obige Preis-Aufgaben der Société d'Encouragement finden sich im Bulletin dieser Gesellschaft, N. 532. October 1823. S. 271. u.s.f. noch einige, im Programme selbst fehlende Bemerkungen über folgende Preisaufgaben:

1. Ueber Anwendung einer Dampf-Maschine auf Druker-Pressen, S. 271.

2. Ueber Nähe-Nadel-Fabrikation S. 273.

3. Ueber Stahl-Draht zur Nähe-Nadel-Fabrication. S. 275.

4. Ueber Stangen-Kupfer zum Golddraht-Zuge S. 276. (Hier soll der Industrie der Nürnberger-Drahtzieher der Todes-Stoß gegeben werden! den Handel Frankreichs befreien von dem bedeutenden Tribute, den er jährlich an Nürnberg bezahlt.“!!!)

5. Ueber Fabrikation des russischen Juftens S. 278.

6. Ueber eine Stein-Masse, die sich wie Gips formen läßt, und der Luft wie Stein zu widerstehen vermag S. 281.

Da diese Bemerkungen nur einzelne Details enthalten, welche lediglich für die Preiswerber interessant seyn können, und wir nicht wissen, ob unsere deutschen Landsleute um diese Preise werben wollen, so hielten wir es für überflüssig unsere Blätter mit der Uebersezung dieser Kleinigkeiten zu füllen. Sollte irgend einer unserer ehrenwerthen Landeleute um irgend einen der oben angeführten 6 Preise concurriren, und die hier nachgetragenen Details einzusehen wünschen, so werden wir demselben mit Vergnügen dasjenige, was die Gesellschaft im October-Hefte ihres Bulletins hierüber mittheilte, zusenden. D.

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