Titel: Ueber Lakfirnisse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1824, Band 13, Nr. XIX./Miszelle 4 (S. 131–132)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj013/mi013019_4

Ueber Lakfirnisse.

gibt es bis jezt keine Schrift, die nüzlich zur Verfertigung derselben wäre. Seit Scheldrake hat es kein Chemiker der Mühe werth geachtet damit Versuche anzustellen. Ein Buch ist von dem anderen abgeschrieben (leider zu wahr! D.), und es finden sich Vorschriften darinnen, wo Ingredienzien zu Ingredienzien gehäuft werden, die gewöhnlich den Lakfirniß verschlechtern. Die einfachsten sind die Beßten. Die fetten z.B. dürfen nur aus Leinöhl und einem Harze bestehen (z.B. Leinöhl und Bernstein). Das Terpentinöhl ist nur zur Verdünnung |132| dabei nüzlich. So einfach dieses nun ist, so läßt sich doch über das quantitative Verhältniß des Leinöhles und Bernsteins Mehreres sagen, und dieses Verhältniß ist auf mehrere Arten abzuändern, je nachdem man von dem Firniß einen Gebrauch machen will. Auf diesem Verhältniß beruht das sogenannte Troknen des Firnisses (eigentlich das Erhärten). Dieses theilt sich in zwei Perioden. Nach Verlauf der einen ist der Firniß so weit troken, daß er sich nicht mehr abwischen läßt, klebt aber noch; in der zweiten Periode erhärtet er ganz.

Durch Abänderung des Verhältnisses der zwei Ingredienzien, kann man die Zeit bestimmen, wenn er erhärtet seyn soll. Dieses kann von einer Stunde an, bis zu mehreren Wochen vorher bestimmt werden. Es versteht sich, daß der trokene Lak dann verschiedene Eigenschaften hinsichtlich der Sprödigkeit etc. hat. Ferner ist es ein Irrthum wenn man glaubt, daß die Wärme das Troknen der fetten Firnisse befördere: dieses ist nur dem hellen Tageslichte oder den Sonnenstrahlen zuzuschreiben, die Temperatur hat gar keinen Einfluß darauf. So wie es meine Zeit erlaubt, mache ich eine Reihe Versuche über das Erhärten unter der Luftpumpe im leeren Raume, und in verschiedenen Gasarten, sowohl im hellen Lichte als bei Ausschluß des Lichtes, und nehme wir dann die Freiheit, Ihnen die Resultate mitzutheilen. (Sie sollen uns willkommen seyn!) – Hier ist bloß von den fetten Firnissen die Rede, denn bei den ätherischen und spirituösen, erfolgt ein wirkliches Troknen durch die Wärme, weil diese beiden, eine verdunstbare Flüssigkeit haben. K.

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