Titel: Neu-Seeländischer Spinat; Tetragonia expansa . Von Hrn. Joh. Anderson, Gärtner bei dem Carl of Essex zu Cassiobury, Hertfordshire.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1824, Band 13, Nr. LVII./Miszelle 24 (S. 279)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj013/mi013057_24

Neu-Seeländischer Spinat; Tetragonia expansa 105). Von Hrn. Joh. Anderson, Gärtner bei dem Carl of Essex zu Cassiobury, Hertfordshire.

Graf d'Ourches hat im Bon Jardinier zuerst Nachricht von dieser Pflanze, als einem schmakhaften Gemüse, gegeben, welches den Sommer-Spinat ersezen kann: vor ihm wurde diese Pflanze, obschon die ersten Entdeker derselben (Sir Jos. Banks und Capt. Cooki. J. 1770) sie als ein eßbares Gewächs empfahlen, nur als Rarität in botanischen Gärten gezogen. Hr. Vilmorin sandte im J. 1820 Samen an den Garten der Gesellschaft zu Kensington und im vorigen Winter brachte Lord Essex Samen aus Paris mit. Man fand diese Pflanze in England so schmakhaft, wie zu Paris.

Hr. Anderson empfiehlt folgende Methode sie zu bauen. Man säet die Samen Ende Märzes in einen Gartentopf, und stellt denselben in ein Melonen Beet. Die Samen-Pflänzchen werden einzeln in kleine Töpfe versezt und bis zum 20ten May gegen Frost in einem sogenannten kalten Kasten gehalten, woraus man sie in's Freie in den Grund sezt. Man bereitet für dieselben ein Beet, das man 2 Fuß breit und einen Fuß tief gräbt, und mit dem verfaulten Dünger eines alten Melonen-Beetes füllt. Den Dünger bedekt man 6 Zoll hoch mit Garten-Erde, und bildet auf diese Weise ein in der Mitte erhabenes Beet, dessen Seiten sich 3 Fuß weit von dem Mittel-Puncte erstreken. Die Pflanzen werden 3 Fuß weit von einander versezt. In 5–6 Wochen, von dem Versezen an, sind die Pflanzen stark genug geworden, um die Blätter zum Gebrauche abpflüken zu lassen. Bei trokener Witterung müssen sie reichlich begossen werden. Bei dem Abkneipen der Blätter müssen die Hauptäste geschont bleiben, indem diese bis Anfangs Winters reichlich Blätter nachtreiben. Die Pflanze verträgt die Herbstfröste besser als die Erdäpfel etc. Hr. Anderson hatte nur 9 Pflanzen, und konnte von Mitte Junius an jeden anderen Tag die Küche damit versehen. 20 Pflanzen, meint er, würden täglich auch für die stärkste Tafel hinreichen.

Diese Pflanze wird in der Küche ebenso zubereitet, wie der Spinat, und ist weit schmakhafter. Man erspart bei derselben vorzüglich die Mühe des wiederholten Säens, wodurch der Bau des Sommer-Spinates dem Küchengärtner so lästig wird, indem bei trokener heißer Witterung der Sommer-Spinat so leicht in Samen schießt. Die Tetragonia sezt aber bei dieser Art von Cultur auf dem stark gedüngten Beete nicht leicht Samen an, und daher räth Hr. Anderson ein paar Stöke dieser Pflanze entweder in Töpfen zu behalten, oder auf einen minder stark gedüngten Grund zu verpflanzen und troken zu halten, um desto sicherer die Samen für das nächste Jahr zu erziehen: denn diese Pflanze ist bei uns einjährig; nicht zweijährig. (Aus den Transactions of the London Horticultural Society im Repertory of Arts, Manufactures and Agriculture. December 1823. S. 41. Im Auszuge.)

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Diese Pflanze kommt bei Gärtnern unter dem Namen Tetragonia cornuta, bei Pallas unter dem Namen Demidovea tetragonoides vor. Bei Thunberg heißt sie Tetragonia japonica, bei Forster Tetragonia halimifolia. A. d. O. Sie ist abgebildet im Botanical Magazine. t. 2362. A. d. Ueb.

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