Titel: Ueber Parkers Patent-Lampe. Mit Abbildungen auf Tab. V.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1824, Band 13, Nr. LVII./Miszelle 4 (S. 271–272)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj013/mi013057_4

Ueber Parkers Patent-Lampe. Mit Abbildungen auf Tab. V.

Hr. D. W. im 12ten Bd. 3ten Heft des polytechn. Journ. scheint Unrecht zu haben (oder hat vielmehr Unrecht), wenn er sagt, daß Parkers Lampe bloß durch das Gleichgewicht zwischen Queksilber und Oehl wirke, und das Luftgefäß daran nicht wesentlich nöthig sey. Parkers Lampe ist vielmehr mit der von Edelkranz gar nicht zu vergleichen, und das Queksilber kann in ersterer das Oehl nicht in die Höhe treiben, da es in einem ganz abgesonderten Raum sich befindet, und nicht die geringste Berührung mit dem Oehle hat.

Bei Parker befindet sich das Queksilber in dem Ringe a, Fig. 18. der mit dem Oehlraum b, in keiner Verbindung steht. In das Queksilber im Raum a taucht der Täucher ein, und die Spannung der Luft in dem Täucher wird das Queksilber nur am äußern Rand des Täuchers etwas weniges erhöhen, und am innern Rand etwas niederdrüken, wie dieses an Gasometern zu chemischen Operationen oft der Fall ist, wenn man die Gloke etwas in das Queksilber hinein drükt. Das Queksilber in Parkers Lampe dient daher nur einzig dazu, um den Luftraum im Täucher hermetisch zu verschließen. Der Druk des Täuchers sezt die Luft in seinem inneren Raum in eine höhere Spannung als die der Atmosphäre ist, damit sie auf das Oehl drüken und es in der mittelsten Röhre in die Höhe treiben kann. Wasser anstatt des Queksilbers zur Sperrflüssigkeit zu nehmen, wäre darum nicht möglich, weil es durch den nämlichen Druk der Luft innerhalb des Täuchers, an dem äußeren Rande desselben ziemlich so hoch als das Oehl getrieben würde, und am äußeren Rande der Lampe überlaufen müßte.

Wenn Hr. D. W. sagt, daß die Elasticität der zusammen gedrükten Luft in einer warmen Stube vermehrt werde, das Oehl dadurch beim Brennen heraus getrieben würde und den Docht ersäufe, so glaube ich auch dieses nicht. Wahrscheinlich drükt die vermehrte Elasticität der Luft auf den Täucher und hebt ihn etwas höher, so daß nun der Luftraum innerhalb desselben etwas größer wird, und so das ursprüngliche Gleichgewicht sich wieder herstellt. Die vermehrte Elasticität der Luft, würde nur dann das Oehl beim Brennen heraustreiben, wenn der Täucher am Boden der Lampe oder |272| am Rande befestigt wäre, daß er sich nicht wieder in die Höhe heben könnte, welches doch bei Parkers Lampe nicht der Fall seyn kann.

In Edelkranz Lampe ist das Queksilber und das Oehl in einem Gefäß zusammen, und daher ist sie nicht mit Parkers Lampe nach einem Grundsaz gebaut.

Parkers Einrichtung, größer ausgeführt, mit geringer Abänderung gäbe ein Löthrohrgebläse, wo man bedeutenderen Druk als bei denen mit Wasser gesperrten erhalten könnte, weil bei gleicher Höhe der drükenden Flüssigkeiten, sich der Druk verhalt wie die specifischen Gewichte, und man bei Queksilber leicht den Druk – 1/2 Atmosphäre erhalten kann, bei Wasser aber nicht. Da der Raum a, sehr enge seyn kann, so würden leicht ein paar Pfund Queksilber hinreichend seyn. Irre ich nicht, so hat Döbereiner „in den Heften zur pneumatischen Chemie 2ten Theil, Jena 1821“ eine ähnliche Vorrichtung als Gasometer zu einem pneumatischen Apparat abgegeben, um das Quecksilber zu ersparen.

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