Titel: Bemerkungen über den Destillations-Apparat des Hrn. Herpin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1824, Band 13, Nr. LVII./Miszelle 8 (S. 272–273)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj013/mi013057_8

Bemerkungen über den Destillations-Apparat des Hrn. Herpin.

Die Redaction des Mercure technologique versprach ihre Bemerkungen über den Destillations-Apparat des Herrn Herpin mitzutheilen. Wir sind derselben dadurch zuvorgekommen, daß wir denselben für zu sehr zusammengesezt erklärten, und sahen mit Vergnügen, daß die Redaction unsere Ansicht vollkommen mit uns theilt. Vorzüglich erklärt sie sich gegen die vielen Höhne, die man bei Maschinen dieser Art sorgfältig vermeiden muß. Sie rükt ein Schreiben des Herrn P. Robert, Arztes am schwedischen Hofe, über diesen Apparat ein, in welchem Hr. Robert erklärt, daß er keine zusammengesezten, in der Ausführung schwierigere und theuerere Destillir-Maschine kenne, wie diese des Hrn. Herpin, die eine über verstandene Composition der Destillir-Apparate der Hrn. Adam, Solimani, Alegre, Derosue |273| und Berard ist. – Hr. Robert bemerkt, daß es hier nicht, wie Hr. Herpin behauptet, mit etwas Pumpen von Zeit zu Zeit,“ gethan ist, sondern daß man, in die Flüssigkeit, welche immer bei dem Hahne, 37, ausläuft, immer einen eigenen Arbeiter, der da pumpte, halten müsse; ein Nachtheil, der sich durch einen Behälter über der Kufe E hätte vermeiden lassen. Er zeigte ferner, daß man durch das Schließen des Hahnes P, der Röhre B, keinen leeren, sondern vielmehr einen vollen Raum erzeugte, daß man durch Anwendung eines Ventilators an dem Ende der Röhre, P, die Destillation nicht beschleunigen kann; denn kalte Luft wird die Dämpfe verdichten, und woher warme Luft kommen soll, läßt sich nicht absehen; und eben so wenig kann Hr. Robert begreifen, wie durch Auffangen der Dämpfe, die durch die Sicherheitsklappe B, entweichen, und durch Leitung derselben nach dem unteren Theil der Röhre, B, oder, P, und in dem Kessel die Destillation befördert werden soll, indem hier Wasserdämpfe zu einer Flüssigkeit geleitet werden, die ohnedieß schon zu viel Wasser enthält.

„Man wird uns also fragen,“ sagt die Redaction des Mercure technologique; „warum wir diesen Apparat, wenn er so viele Fehler hat, mittheilen? Wir wiederholen es, daß wir der Meinung sind, daß nicht bloß eine fehlerhafte, sondern zuweilen selbst eine schlechte Maschine dadurch nüzlich werden kann, daß sie erstens, anderen ähnliche Fehler vermeiden lehrt; zweitens, auf Ideen leitet, die man ohne diese, an sich schlechte Maschine vielleicht nie gehabt haben würde, und die man nur verbessern darf, um sie wahrhaft nüzlich zu machen. Besäße man ein Werk, das alle Maschinen, gute wie schlechte, abgebildet und beschrieben enthielte; es müßte eine wahre Fundgrube für geistreiche Mechaniker werden.“ Aus dem Mercure technologique December 1823. S. 258. Im Auszuge).

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