Titel: Cuthbert's Verbindung eines hydropneumatischen Löthrohres.
Autor: Cuthbert, John
Fundstelle: 1824, Band 14, Nr. LXXII. (S. 289–293)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj014/ar014072

LXXII. Verbindung eines hydropneumatischen Löthrohres mit einer pneumatischen Wanne in einem, und eines Gasbehälters sammt pneumatischer Wanne in einem anderen Apparate. Von Hrn. Joh. Cuthbert, Optiker und physikalischer Instrumentenmacher.

Aus den Transactions of the Society for the Encouragement of Arts, Manufactures and Commerce, in Gill's technical Repository. Mai, 1824. S. 326.

Mit Abbildungen auf Tab. VII. (Im Auszuge.)

Dieser Apparat wird, als Löthrohr, vorzüglich dadurch sehr bequem, daß man Sauerstoffgas bei demselben anwenden kann, |290| ohne daß der Schnabel des Löthrohres, der hier aus Platinna ist, dabei schmilzt. Will man denselben als pneumatische Wanne brauchen, so darf man nur das Mundstük und den Dekel wegnehmen, welcher leztere dann, abgenommen, als pneumatische Wanne dienen kann, da der Rand des Dekel tief genug ist, um Wasser zu diesem Zweke zu fassen.

Das Wasser kann im Nothfalle, wenn viele Recipienten gebraucht werden, durch Blasen mit dem Munde von dem Boden aufgetrieben, und mittelst einet Röhre, die sich in der großen Röhre schieben läßt, in der gehörigen Höhe erhalten werden: im entgegen gesezten Falle kann durch Niederziehen der schiebbaren Röhre jede beliebige Menge Wassers auf ein Mahl in das untere Gefäß abgelassen werden, so daß der Arbeiter alsogleich, ohne allen Beistand einer zweiten Person, die Wassermenge, deren er bedarf, sich durch Vermehrung oder Verminderung des Wassers Verschaffen kann.

Fig. 7 zeigt den Apparat als Löthrohr, mit dem Luftgefäße b, welches hier geöffnet dargestellt ist, um die in demselben enthaltenen Röhren zu zeigen.

Durch die Röhre, dd, welche bis auf ein Viertel-Zoll voll dem Boden des Luftgefäßes herabsteigt, wird die Luft mit dem Munde hineingeblasen.

Die Röhre ee leitet die Luft aus dem Gefäße b durch den Schnabel des Löthrohres in die Flamme der Lampe. Die lezte Röhre enthält noch eine andere, die sich luftdicht in derselben schieben läßt, und in Fig. 12 einzeln dargestellt ist. An dem Ende dieser Röhre ist eine Querröhre angebracht, und in diese läßt die bewegliche Röhre, Fig. 13, sich schieben. An dem Theile, g, dieser beweglichen Röhre ist der Schnabel k mittelst einer Schraube bei i befestigt.

Wenn man die Querröhre an die dem Eintritte der Luft in die Flamme entgegen gesezte Seite dreht, so wird sie ein Sperrhahn, und verschließt der Luft den Ausgang, indem das Loch h in der Röhre durch welches die Luft zur Lampe gelangt, auf die der Oeffnung der Querröhre, Fig. 12, entgegengesezte Seite gedreht wird.

Die große Röhre f, welche bis auf einen halben Zoll von dem Boden hinabreicht, läßt das Wasser aus dem weiteren |291| Theile der pneumatischen Wanne hinabfließen, so daß die Luft dadurch aus dem Luftgefäße b durch die Centralröhre, ee, ausgetrieben werden kann.

Der obere gekrümmte Theil der Röhre dd läßt sich gelegentlich abnehmen, so daß man die Röhre einer Blase luftdicht in derselben befestigen kann. Aus diese Weise kann man Sauerstoffluft in das Luftgefäß bringen (nachdem man nämlich vorher die atmosphärische Luft weggeschafft hat), wodurch die Flamme des Löthrohres, wo man immer starke Hize nothwendig hat, sehr wirksam gemacht werden kann.

Die Lampe und ihr Untersaz 1 stehen auf dem Dekel des Löthrohres, so daß der Docht unmittelbar vor dem Schnabel des lezteren zu stehen kommt. Dieser Schnabel e kann gehoben oder gesenkt werden um die Flamme aus- oder abwärts zu blasen, je nachdem eines oder das andere nöthig seyn sollte.

m stellt in punctirten Linien einen Schirm dar, welcher auf der Röhre dd befestigt ist, und die Augen des Arbeiters vor dem Lichte der Lampe schüzt, so wie die Flamme vor dem Flattern durch den Athem desselben: dieser Schirm kann, nach Belieben, zurükgedreht werden.

Fig. 8 stellt das Instrument im Gange, im Durchschnitte seines Troges und Luftgefäßes, und der Röhren d, e, und f, von der Vorderseite dar, und zeigt, wie das Wasser durch die Röhre f von oben in das untere Gefäß b hinabsteigt, und die Luft über seiner oberen Fläche durch die Central-Röhre, e, in die Flamme der Lampe treibt.

Fig. 9 ist dir Apparat, wenn er als pneumatische Wanne zum Auffangen der Gasarten benüzt wird. Die Fig. 14 dargestellte kurze Röhre, welche sich schieben läßt, und in die größere Röhre, f, paßt (S. Fig. 8), ist hier mit einer Kappe, n, versehen, damit das Wasser nicht über die obere Kante der Wanne steigen kann, wenn es aus dem Luftgefäße durch Einblasen durch die Röhre d aufgetrieben wird.

Fig. 15 zeigt diese Kappe n im Grundrisse.

Der Vortheil, den man bei dieser Vorrichtung hat, ist dieser, daß, wenn man einen großen Recipienten mit Wasser aus dem Troge füllt, dem Abgange des Wassers augenbliklich dadurch abgeholfen werden kann, daß man durch Anblasen mit |292| dem Munde es aus dem. unteren Gefäße heraufbläst, wo es dann in der oberen Abtheilung dieser Wanne in jeder beliebigen Höhe durch die Röhre, n, erhalten werden kann, die man bis zur verlangten Höhe der Oberfläche des Wassers emporzieht. Eben diese Röhre läßt das überflüßige Wasser in das unten stehende Gefäß ablaufen, wenn das Wasser aus dem Recipienten durch das Gas herausgedrükt ist. Es ist also hier alle besondere Mühe des Nachfüllens und Ausleerens des Wassers erspart.

Die weit ausgebreitete Oberfläche des oberen Theiles der pneumatischen Wanne dient, wenn der Apparat als Löthrohr gebraucht wird, vorzüglich dazu, den Druk des Wassers auf die Luft beinahe immer gleich zu erhalten, und so eine gleichförmige Flamme zu erzeugen, indem die Höhe des Wassers nur wenig verändert wird. Die Form selbst schon ist für pneumatische Operationen sehr bequem.

Fig. 10 zeigt den Dekel des Apparates umgekehrt, wo er zum Troge wird, in welchem die Recipienten, wenn sie mit Gas gefüllt sind, von einem Orte auf den anderen getragen werden können. Die zwei kurzen Röhren o und p hindern das in dem Troge befindliche Wasser durch die Löcher durchzulaufen, durch welche die Röhren d und e durchgehen.

Fig. 16 ist der Grundriß, und Fig. 17 ein Seitenaufriß der Lampe auf einem beweglichen Untersaze. Dieser Untersaz, wird, wo es nöthig ist, zu gleicher Zeit mit dem Dekel des Apparates als Troge die Lampe zu brauchen, innerhalb de Brunens der pneumatischen Wanne oben an demselben aufgehängt; eine gebogene Platte ist unter einem rechten Winkel an diesem Untersaze angebracht, und diese Platte ist mit Ausschnitten versehen wie Fig. 16 zeigt, in welchen die Röhren, d und e, aufgenommen, und wodurch die Lampe und der Untersaz in ihrer gehörigen Lage gehalten werden.

Fig. 18 ist ein unten offener Gasbehälter, der in den Brunnen der pneumatischen Wanne paßt, mit einem auf demselben angebrachten Sperrhahne, t.

Fig. 19 ist ein Durchschnitt desselben Gefäßes, welches aber hier umgekehrt dargestellt ist. Der Sperrhahn, t, ist hier abgenommen, und das Loch, durch welches derselbe durchging, mittelst der Schraube, s, luftdicht geschlossen. Mittelst eines |293| beweglichen Untersazes und einer halbkugelförmigen, unten an demselben angebrachten, Kammer, r, wird er eine pneumatische Wanne; diese Kammer dient zur sicheren Auffassung des Gases aus einer Retorte etc., indem das Gas bloß durch das Loch in dem Untersaze durch, und der Schnabel der Retorte nicht abglitschen kann.

Hr. Cuthbert erhielt für diese Mittheilung die silberne Medaille.

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