Titel: Bussy's neue Versuche über die sächsische Schwefelsäure.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1824, Band 14, Nr. CVII . (S. 461–478)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj014/ar014107

CVII. Neue Versuche über die sächsische Schwefelsäure von M. Bussy.

Aus dem Journal de Pharmacie. Juli 1824. S. 368.

Die Experimentirkunst besteht darin: in den Erscheinungen diejenigen zu entdeken, welche die Allgemeinsten und Einflußreichsten sind. Biot. Physique exper.

Die unter dem Namen Vitriolöhl bekannte Säure, ist diejenige, die man ursprünglich durch Destillation des schwefelsauren Eisens erhielt. Dieses Verfahren wurde selbst lange Zeit hindurch einzig und alleine angewandt, um sich Schwefelsäure zu verschaffen; allein seit dem man diese Säure durch Verbrennung des Schwefels in Bleikammern zu bereiten lernte, gewann dieses neue Verfahren den Vorzug vor dem älteren, so daß man nach und nach das Andenken an das leztere verlor |462| welches jezt nur noch in einigen Ländern benüzt wird, wo die natürliche Lage dessen Anwendung vorzugsweise erlaubt. Da indessen diese Säure einige vortreffliche eigenthümliche Eigenschaften für gewisse Künste besizt, so möchte es nüzlich seyn, die Mittel aufzusuchen, sie auf's Neue zu beritten, und ihre Eigenschaften zu erforschen.

Dieses sind die Beweggründe, die die Société de Pharmacie bewegen haben, die verschiedenen Fragen vorzuschlagen, die ich in diesen Aufsäzen zu erörtern gesucht habe. Wenn ich sie nicht alle in der Ordnung verhandelt habe, in der sie die Societät vorgeschlagen hat, so geschah es in der Absicht, um auf die geeignetste Weist die Schlußgründe hervorzuheben, die ich aus meinen Versuchen entnahm.

Die erste Frage, die sich darstellt, ist diese:

Welches ist die wahre Beschaffenheit der Nordhäußer Schwefelsäure?

Diese Säure ist, wie sie im Handel vorkommt, von brauner Farbe, von verschiedener Dichtigkeit, aber etwas verschieden von der der gewöhnlichen Schwefelsäure, sie besizt einen sehr hervorstechenden schweflichtsauren Geruch, und stößt an der tust sehr stikende weiße Dampfe aus.

Wenn man sie der Einwirkung der Wärme aussezt, so kommt sie bei einer Temperatur von 40 bis 50° in's Kochen. Nach und nach verdampft ein Theil in Gestalt sehr dichter Dämpfe, und nach Verlauf einiger Secunden hört die Flüßigkeit bei fortgeseztem Feuer auf zu sieden, wenn man die Temperatur nicht beträchtlich erhöht; sie hat nun ihre braune Farbe verloren, und ist in diesem Zustande der gewöhnlichen Schwefelsäure vollkommen gleich.

Da durch Einwirkung der Wärme diese Säure in gewöhnliche Schwefelsäure verwandelt wird, so kann man annehmen, daß ihre besonderen Eigenschaften in der Substanz zu suchen sind, die man durch mäßige Wärme von ihr trennt. Wir werden sogleich sehen, daß diese Annahme vollkommen gegründet ist; vorher wollen wir aber diese Substanz selbst zu erforschen suchen. Um sie isolirt darzustellen, brachte ich in eine gläserne Retorte, welche mit einem mit Schmergel eingeriebenen Tubus Versehen war, eine gewisse Quantität Nordhäußer Schwefelsäure. |463| Der Retortenhals ward zuerst an der Lampe sehr lange gezogen, und an der Spize abgefeilt; hierauf verband ich ihn mit einer langen und engen Glasröhre, deren eine Oeffnung geschlossen war, und die als Recipient diente. Diese Anordnung der Verbindung ist nothwendig, weil man weder Stöpsel noch irgend einen Kitt anwenden kann, um die Gefäße zu verschließen, und weil es in der Folge nöthig ist, so viel als möglich die Berührung mit der atmosphärischen Luft zu verhindern.

Nachdem das Ganze so vorgerichtet war, umgab ich die Röhre mit Eis, um die Temperatur auf 0 zu bringen, und sing an zu heizen, anfangs gelinde, worauf ich stufenweise die Temperatur erhöhte. Die Flüßigkeit kam bald zum Kochen; der Recipient füllte sich anfangs mit einem weißen Dampf, der sich ungesäumt zu einer festen Masse verdichtete. Als ich eine hinlängliche Menge gesammelt hatte, nahm ich den Recipienten ab, und bemerkte an der Materie folgende Eigenschaften:

Sie ist undurchsichtig, weiß, fest, schwer zu zertheilen, indem sie bei gewöhnlicher Temperatur als Dampf entweicht; vorzüglich in Berührung mit der Luft, aus der sie Feuchtigkeit anzieht, und nach und nach in eine dichte, der Schwefelsäure ähnliche Flüßigkeit übergeht; mit vegetabilischen Substanzen in Berührung gebracht, nämlich mit Papier, Holz u.s.w. verkohlt sie auf der Stelle; endlich wenn man sie theilweise allmählig in Wasser gießt, so verursacht sie ein sehr starkes Zischen, das Wasser wird sauer und zeigt alle Eigenschaften der mit Wasser verdünnten Schwefelsäure.

Diese ausgemittelte Eigenschaften gaben zu erkennen, daß die untersuchte Materie Schwefelsäure in concretem Zustande war, ich werde die Richtigkeit dieser Muthmassung darzuthun suchen. Ich untersuchte erstlich ob kein Gas entweicht, während man sie mit Wasser vermischt. Ich nahm in dieser Absicht ein enges, an dem einen Ende geschlossenes Glasrohr, und nachdem ich eine kleine Quantität dieser concreten Säure erhalten, die sich darinnen angelegt hatte, so trachtete ich die Röhre mit Queksilber zu füllen, und nachdem sie voll war, stürzte ich sie über die Queksilberwanne; sodann brachte ich |464| mittelst eines kleinen gebogenen Röhrchens, nach und nach sehr kleine Quantitäten Wasser hinzu, wobei jedesmal Wärme-Entwikelung statt fand, aber Gas schien sich keines zu entwikeln.

Um mich in der Folge zu überzeugen, daß es nicht der Einfluß des Wassers war, der die Bildung der Schwefelsäure bestimmte, so verband ich sie geradezu mit den Basen ohne Beihülfe dieser Flüßigkeit. Zu diesem Zweke fing ich sie alsbald in einem ähnlichen Glasrohre wie bei dem vorigen Versuche auf, worauf ich das Rohr ziemlich nahe an der Stelle, wo sich die Materie befand, an der Lampe verengte, um daraus eine Art kleine Retorte zu machen, deren Hals sehr dünn und sehr verlängert war. Hierauf verband ich diese Röhre mittelst eines Stöpsels mit einer zweiten Glasrohre von 5 Decimeter Länge, welche Stükchen von kaustischem Baryt enthielt. Diese Röhre wurde senkrecht auf einen Rost gestellt, und ihre rechtwinklich gebogene Endung unter Queksilber getaucht. Ich fing nun an die Röhre, welche den kaustischen Baryt enthielt, leicht zu erwärmen; hierauf ließ ich mittelst schwacher Hize, die Säure als Dampf hinüber gehen: es entstand daselbst ein sehr lebhaftes Weißglühen, welches sich allmählig der ganzen Masse mittheilte; es fand aber keine Gasentwikelung statt, im Gegentheil strebte das Queksilber beständig zu steigen.

Nachdem der Versuch beendigt war, wurde die Masse abgenommen, gepülvert und mit Hydrochlorsaure behandelt; es entwikelte sich weder schweflichtsaures Gas, noch Schwefelwasserstoffgas. Die Hydrochlorsaure verband sich mit dem überschüßigen Baryt, und ließ ein in Säuren unauflösliches weißes Pulver zurük, welches alle Eigenschaften des schwefelsauren Baryts zeigte; folglich war die Substanz wirklich Schwefel-Säure. Da sich überdieß während ihrer Einwirkung kein Gas entwikelte, eben so wenig bei der Behandlung mit Hydrochlorsäure, so kann man in ihr keine andere Bestandtheile vermuthen; denn wenn diese concrete Säure schweflichte Säure enthalten hätte, welche die Substanz ist, die man mit der größten Wahrscheinlichkeit darinnen hätte vermuthen können, so würde sich diese Säure mit dem Baryt verbunden und ein schweflichtsaures Salz gebildet haben, und in diesem Falle |465| würde, indem man die rükständige Masse mit Hydrochlorsäure behandelte, Entwikelung von schweflichtsaurem Gas stattgefunden haben, oder auch wohl, was annehmbarer ist, das schweflichtsaure Salz würde durch die während der Operation erzeugte Hize zersezt worden seyn, und sich alsdann in schwefelsauren Baryt und Schwefelbaryt umgebildet haben (weil diese Basis im Ueberschuß war), aber auch dann würde während der Behandlung mit Hydrochlorsäure Entbindung von Schwefel-Wasserstoffgas stattgefunden haben, welches nicht der Fall war.

Alles, was man in dieser concreten Säure vermuthen könnte, würde vielleicht ein gewisser Antheil Wasser seyn. Aber derselbe Versuch sezt uns sogar in den Stand diese Frage zu entscheiden hierzu ist es in der That hinreichend, die Menge der angewandten Säure, und die Menge der erzeugten schwefelsauren Verbindung auf das Genaueste zu wägen.

Um nun das Gewicht der angewandten Säure zu bestimmen, muß man vor und nach dem Versuche die Röhre, in der sie enthalten ist, wägen, und die Differenz des Gewichtes bewerten112).

Um hierauf das Gewicht des schwefelsauren Baryts zu bestimmen, muß man mit Genauigkeit die Masse ablösen, sie sehr fein pulvern und in destillirtem Wasser lösen. Eben so muß man die Röhre Und den Stöpsel, die bei dem Versuche dienten, abspähten, alle diese Flüßigkeiten zusammenschütten, den Antheil, der sich präcipitirte sammeln, wiederholt mit Hydrochlorsäure kochen, um Alles, was nicht schwefelsaurer Baryt ist, auszuscheiden, und auf eine schikliche Weise troknen und wägen. Die größte Aufmerksamkeit, die man zum Gelingen dieser Versuche anwenden muß, besteht darin, die Entwikelung des Gases, das man über den Baryt strömen läßt, so viel als möglich zu mäßigen, weil eine zu große Hize das Glas schmelzen würde, und es in diesem Falle sehr schwierig ist, es vollkommen |466| kommen von der schwefelsauren Verbindung zu trennen, an die es sich außerordentlich fest anlegt.

Hier folgen die Resultate von drei Versuchen:

Gr.
erster Versuch angewandte Säure
erhaltene schwefelsaure Verbindung
2,5
7,051
zweiter Versuch angewandte Säure
erhaltene schwefelsaure Verbindung
1,73
4,993
dritter Versuch angewandte Säure
erhaltene schwefelsaure Verbindung
2,15
6,177

In jedem dieser Versuche findet sich eine etwas geringere Menge schwefelsaurer Baryt, als die Berechnung geben würde, wenn man annähme, daß die angewandte Säure wasserfrei war. Wenn man das Mittel der Verhältnisse dieser drei Versuche nimmt, so wird man es zu einen Gran haben:

Gr.
angewandte Säure 1,0
erhaltener schwefelsaurer Baryt 2,886

Wenn ferner 100 Theile schwefelsaurer Baryt zusammengesezt sind, aus 34,37 Säure und aus 65,63 Basis (Berzelius), so geht daraus hervor, daß 2,886 Theile schwefelsaurer Baryt 0,992 trokne Säure enthalten; demnach würde 1 Gramme von der Säure, die wir angewendet haben, zusammengesezt seyn aus 0, g. 992 wirklicher Säure, und aus 0, g. 008 Wasser, das heißt, daß die mit all der Vorsicht, die wir angewendet haben, erhaltene Säure, absolute Schwefelsäure war, die noch den tausendsten Theil ihres Gewichtes Wasser enthielt. Allein, so wie eines Theils dieser Bruch nicht außer dem Bereiche eines möglichen Irrthums in diesem Theile der Analyse ist, und andern Theils alle Quellen des Irrthums, die man bei unseren Versuchen vermuten könnte, nämlich Verlust von etwas schwefelsaurem Salz oder von Säure, in der sehr kleinen Quantität Wasser, die wir gefunden haben, begriffen sind, und wenn man annimmt, daß es unmöglich ist, daß die Säure nicht etwas Feuchtigkeit aus der Luft anzieht, vor deren Einfluß man sie nicht gänzlich verwahren kann, so gelangt man zur Ueberzeugung daß diese Materie nichts anders, als wasserfreie Schwefelsäure ist. Wenn man endlich annehmen könnte, daß Wasser zur Bildung der concreten Schwefelsäure wesentlich nöthig wäre, so müßte man zugeben, daß |467| es darinnen in einem bestimmten Verhältnisse vorhanden seyn müsse: wenn man ferner die Resultate unserer Versuche in Atomen ausdrükt, so erhält man Zahlen, die unter sich einen so sehr entfernten Zusammenhang haben, daß sie alle wahrscheinliche Voraussezungen in dieser Hinsicht ausschließen.

Aus dem Vorstehenden geht also der Beweis hervor, daß die Materie, welche man durch Erhizung aus der nordhäußer Schwefelsäure gewinnt, nichts anders ist als wasserfreie Schwefelsäure; die auf die angeführte Weise gewonnen, folgende Eigenschaften zeigt:

Sie kann nach Verschiedenheit der Temperatur flüßig oder fest seyn. In ersterm Zustande, besizt sie eine große e Flüßigkeit als die gewöhnliche Schwefelsäure; sie reflectirt das Licht sehr stark, und ihre specifische Schwere ist ungefähr 1,97 zu 20°. Um sie flüßig zu behalten, muß man sie in einer Temperatur von 25° aufbewahren; sobald sich die Temperatur vermindert bemerkt man seidenartige Büschel, die sich in der Flüßigkeit bilden und die nicht lange darauf ganz fest werden: wenn sie einmal in diesem Zustande sind, so hält es schwer sie aufs Neue zu untersuchen, weil die Theile, auf die die Hize zuerst wirkt, sich verflüchtigen, und die feste Masse emporheben; manchmal werfen sie dieselbe ausser das Gefäß, was nicht ohne einige Gefahr für den Arbeiter ist, indessen kann man sie mittelst eines schwachen Drukes flüßig machen.

Im festen Zustande ist die wasserfreie Schwefelsäure weiß, undurchsichtig, stößt bei Berührung mit der Luft sehr reichlich Dampfe aus, zieht aus derselben sogleich Feuchtigkeit an, und wird flüßig, sie ist fähig den Schwefel aufzulösen, und braune oder blaue Verbindungen zu bilden, je nachdem die Verhältnisse von Schwefel und Säure verschieden sind, welches Hr. Vogel schon beobachtet hat. Diese verschiedenen zu bindungen mit feuchter Luft in Berührung gebracht, oder nach und nach mit Wasser vermischt, lassen den Schwefel allen, und die Säure geht in den Zustand der gewöhnlichen Schwefelsäure über. Die Jodine ist vollkommen auflöslich in dieser wasserfreien Schwefelsaüre und gibt eine grünlich blaue Auflösung.

|468|

Man muß also die nordhäußer Schwefelsäure, als gewöhnliche Schwefelsäure betrachten, die eine gewisse Quantität wasserfreie Säure aufgelöst enthält, der sie ihre besonderen Eigenschaften verdankt. Der schweflichtsaure Geruch und die braune Farbe, die sie gewöhnlich zu erkennen gibt, sind nicht wesentlich bei ihr, wie wir später sehen werden: den ersteren erhält sie durch eine kleine Quantität schweflichter Säure, die sie aufgelöst enthält; und die bei dem Verfahren, welches man bei ihrer Bereitung anwendet, erzeugt wird, die aber keinen Einfluß auf ihre Eigenthümlichkeiten hat; die zweite ist durchaus zufällig, und rührt von vegetabilischen oder animalischen Substanzen der, die die Säure theilweise zersezt und auflöst.

Die Säure, welche uns beschäftigt, war schon der Gegenstand der Untersuchungen mehrerer Chemiker. Ohne auf die Versuche von Christian Bernhard und von Mayer zurükzugehen, will ich an eine Abhandlung von Fourcroy erinnern, die in den Memoir's de Academie von 1785 enthalten ist, darinnen betrachtet er diese eisige Säure als Schwefelsäure mit schweflichter Säure geschwängert, und sagt, daß er rauchende Säure erhalten habe, indem er gewöhnliche Säure mit schweflichter Säure sättigte. Diese Ansicht eines so, mit Recht, berühmten Chemikers war ohne Zweifel der Grund, daß die wahre Beschaffenheit der nordhäußer Schwefelsäure nicht früher erkannt wurde. Im Jahr 1812 bestritt Hr. Vogel aus Bayreuth diese Ansicht auf eine siegreiche Weise, in einer Abhandlung voll interessanter Versuche113), die die Societät mit vollem Rechte der Beobachtung der Mitbewerber empfahl, und entschied, daß die rauchende Schwefelsäure gewöhnliche Schwefelsäure ist, die, durch ein unwägbares Agens in einen höheren Säure-Zustand gebracht wurde; wenn man aber diese Abhandlung mit Anmerksamkeit liest, so findet man darinnen nicht einen Versuch, der zur Annahme dieser Hypothese bestimmte, im Gegentheil erklären sie sich sehr gut, durch die |469| Annahme, daß die concrete Säure wasserfreie Schwefelsäure ist114). Ebenso findet man in der Chemie von Lemery mehrere interessante Stellen, über die Destillation des schwefelsauren Eisens, und über das geronnene Vitriolöhl, das man daraus gewinnen kann.

Wir wollen nun die Mittel aufsuchen, diese rauchende nordhäuser Säure zu erzeugen. Alles was man zuverläßig über ihre Bereitung weiß, ist, daß man sie durch Zersezung des schwefelsauren Eisens durch Hize erhält. Wir wollen also die Verschiedenen Produkte untersuchen, die aus dieser Zersezung hervorgehen.

Wirkung der Wärme auf das schwefelsaure Eisen und andere durch Wärmestoff zersezbare schwefelsaure Verbindungen.

Wenn man kristallisirtes Eisenprotosulfat (schwefelsaures Eisen) der Wärme aussezt, so fängt es an sein Kristallisationswasser zu verlieren, welches ohngefähr 45 der Cent, am Gewicht des Salzes beträgt, und man hat eine weiße Masse, die nichts Anders ist als wasserfreies Protosulfat, zusammengesezt aus 28,9 Schwefelsäure und 25,7 Eisenprotoxid. Wenn man dieses in einem geschlossenen Gefäße anhaltend der Hize aussezt, so entbindet sich anfangs schweflichte Säure, darauf zeigen sich weiße, sehr dichte stikende Dämpfe. Wenn man diese Dämpfe über Queksilber aufzufangen sucht, so wird man bald bemerken, daß sie dasselbe angreifen. Um dieser Unannehmlichkeit zu begegnen, ist es nothwendig, dieses Gas vor dem Auffangen zu waschen.

Die Vorrichtung, die ich anwandte, besteht in einer beschlagenen Glasretorte, deren an der Lampe verlängerter Hals in ein Proberohr reichte, das destillirtes Wasser von 50° Temperatur |470| enthielt. Von diesem Proberohr geht eine gebogene Röhre aus, die über die Queksilberwanne reicht.

Wenn man nach und nach die Temperatur der Retorte bis zum Rothglühen steigert, so bemerkt man, daß sich im Anfange der Operation bloß schweflichtsaures Gas entbindet; etwas später geht es mit einer gewissen Menge Sauerstoffgas vermischt über, welches immer durchkreuzend bis an's Ende der Operation fortgeht; wenn man alsdann mittelst Pottasche das aufgefangene Gas analysirt, so sieht man, daß es gebildet ist aus zwei Theilen Schwefelsäure mit einem Theil Sauerstoffgas. Ferner enthält das Abwaschwasser eine gewisse Menge Schwefelsäure, und wenn man die Vorrichtung aus einander nimmt, so findet man in der Retorte Eisentritoxid, welches zuweilen noch etwas Schwefelsäure zurükbehielt.

Wenn wir nun die Resultate dieser Versuche zu erklären suchen, so müssen wir mit anführen, daß im Anfange der Operation ein Theil von der Schwefelsäure ohne Zersezung sich verflüchtigt, und sich im Wasser auflöste, so wie der andere durch die Hize zersezt wurde, und zwei Volumtheile schweflichte Säure auf einen Volumtheil Sauerstoffgas gab.

Demnach sollte man denken, daß, wenn das Eisenoxid des schwefelsauren Salzes, welches man anwandte, vollkommen im Maximum war, so würde es eine geringere Menge Säure zersezt haben, und das fand wirklich Statt; da aber die Gegenwart des Eisenprotoxids nicht die einzige Ursache ist, welche die Zersezung der Säure bestimmt, so wird auch immer dabei ein Theil durch die heftige Hize zersezt115), der man das schwefelsaure Salz unterwerfen muß, und vielleicht ist diese Verwandlung eines Theils der Säure in schweflichtsaures Gas und Sauerstoffgaß die Ursache, welche die Ausscheidung des nicht zersezten Theiles begünstigt.

Wie dem nun sey, wenn man den Versuch über schwefelsaures Eisen im Maximum wiederholt, so erhält man anfänglich daraus schweflichte Säure und Sauerstoffgas in dem Verhältniß |471| von zwei des erstern auf eines des zweiten, und zu gleicher Zeit zeigen sich weiße Dämpfe, deren Auflösung in Wasser Schwefelsäure darstellt.

Es bleibt nun noch zu untersuchen, ob diese Schwefelsäure, die man erhielt, sich aus der des schwefelsauren Salzes entband, oder ob sie sich in dem Moment ihrer Berührung mit Wasser bildete.

Hierzu bediente ich mich noch der nämlichen Vorrichtung; aber statt des Proberohres nahm ich einen kleinen, sehr trokenen Kolben, in eine Mischung von Salz und Eis getaucht. In seinen Tubus war eine gebogene Röhre eingepaßt, um den Gasen Ausgang zu verschaffen, die sich nicht würden verdichtet haben. Ich erhizte hierauf, wie bei dem vorigen Versuch: es entband sich während des ganzen Verlaufs der Operation Sauerstoffgas, ohne bemerkbare schweflichte Säure und nur sehr wenige Dämpfe.

Nach beendigter Operation nahm ich die Vorrichtung auseinander, und fand in den Kolben eine farbenlose, durchsichtige Flüßigkeit von 1,85 specifischer Schwere, die übermäßig viele weiße Dämpfe ausstieß; der Luft ausgesezt, verdampfte ein Theil dieser Flüßigkeit, und der übrige kristallisirte. Diese Kristalle wären anfangs undurchsichtig, in der Folge wurden sie aber durchsichtig, und gingen endlich wieder in eine Flüßigkeit über, die nichts Anderes ist als Schwefelsäure. In einem offenen Gefäß an einen Ort gestellt, wo sich die Luft nicht leicht erneuert, sublimirt sie sich und zeigt eine der Benzoesäure ähnliche Kristallisation. Wenn man sie mit Wasser in Berührung bringt, so erregt sie sehr lebhafte Explosionen mit Entwikelung von schweflichtsaurem Gas Bringt man sie in kleinen Quantitäten mit Behutsamkeit in Wasser, so erhält man durchsichtige Kristalle; und läßt man sie in Dampfgestalt über vorher erwärmten kaustischen Baryt streichen, so geht sie in schwefelsaure und schweflichtsaure Verbindung über, wovon man sich leicht überzeugen kann.

Alle diese Eigentümlichkeiten veranlaßten mich zu vermuthen, daß diese Substanz Hyposchwefelsäure (Unterschwefelsäure) seyn möchte die sich durch Berührung mit Wasser oder mit salzbildenden Basen in Schwefelsäure und schweflichte |472| Säure verwandelte; allein, ich bemerkte bald, daß sie nichts Anderes ist, als eine gewöhnliche Mischung dieser beiden Säuren. Bringt man sie in eine Retorte zur Destillation, und fängt das Product in abgekühlten Gefäßen auf, so bemerkt man, daß die Flüssigkeit bei einer Temperatur von 3 bis 4° über Null ins Kochen kommt; worauf aber bald eine größere Hize erforderlich wird. Wenn man die Producte trennt, so sieht man, daß das, was zuerst bei einer sehr mäßigen Temperatur übergeht, nichts Anderes als flüßige schweflichte Säure ist, die fast gar keine weiße Dämpfe ausstößt, sich bei der gewöhnlichen Temperatur vollkommen in Gas verwandelt, ohne einen Rükstand zu lassen, und den Geruch besizt, der ein wesentliches Kennzeichen dieser Säure ist: mit einem Worte, diese Flüßigkeit besizt alle Eigenschaften der schweflichten Säure. Wenn man, nachdem dieser erste Antheil übergegangen ist, die Destillation unterbricht, so kristallisirt der in der Retorte zurükgebliebene Theil in kleinen seinen Nadeln, und zeigt alle Eigenschaften der wasserfreien Schwefelsäure. Man muß also diese Flüßigkeit als eine Mischung von schweflichter Säure und von wasserfreier Schwefelsäure betrachten, und man wird demnach sehr gut die Erscheinungen begreifen, welche statt fanden, als man sie in Berührung mit Wasser oder mit kaustischen Baryt brachte.

Uly diesen Schluß außer Zweifel zu sezen, war es nöthig zu sehen, ob die schweflichte Säure für sich fähig sey, sich durch Abkühlung zu verdichten, und in dieser Absicht unternahm ich die Versuche über die schweflichte Säure, womit ich schon die Societät zu unterhalten die Ehre hatte.

Wenn man auf gleiche Weise den Alaun, die schwefelsauren Verbindungen des Kupfers, des Zinkes, des Spiesglanzes und überhaupt alle durch Wärme zersezbare schwefelsaure Salze Behandelt, so erhält man ein gleiches Product mit dem, welches durch Destillation des schwefelsauren Eisens gewonnen wurde, also ist die Schwefelsäure stets ein Product der Destillation in verschlossenen Gefäßen der durch Wärme zersezbaren schwefelsauren Salze. Wenn die schwefelsauren Salze, die man anwandte nicht gehörig getroknet wären, so weichen die Producte etwas ab, man erhält viel weniger Flüßigkeit, aber man erhält |473| alsdann durchsichtige Kristalle, die sich in den Hals des Kolbens verdichten, und die nichts anders sind, als Schwefelsäure mit einer kleinen Quantität Wasser vereint; außerdem ist es immer leicht sich wasserfreie Schwefelsäure zu verschaffen. Zu diesem Zweke muß man immer die zuerst übergangene Flüßigkeit, die nichts Anders ist als Wasser, abnehmen, so besorgt man auch war, das schwefelsaure Salz zu troknen, und den Recipienten nicht eher anpassen, als bis man einen großen Ueberfluß weisser stikender Dampfe übergehen sieht, die das Kennzeichen der Schwefelsäure sind.

Unter allen denen Eigenschaften, die diese aus schwefelsauren Salzen gewonnene rauchende Flüßigkeit besizt, ist Eine besonders bemerkenswerth; ich will von der Eigenschaft sprechen, die sie besizt, den Indig aufzulösen, Diese Auflösung erfolgt vollständig in der Kälte mit großer Heftigkeit; aber anstatt blau zu seyn, wie die Auflösung des Indiges in Schwefelsäure, besizt sie eine prächtige purpurrothe Farbe, und gleicht vollkommen der Farbe der Indigo-Dämpfe. Da ich befürchtete, daß diese Farbe von einigen fremden Stoffen in den Indig herrühren möchte, so reinigte ich etwas davon durch Sublimation, und es zeigte sich beständig die nämliche Erscheinung.

Diese Eigenthümlichkeit den Indig roth aufzulösen ist nur der wasserfreien Schwefelsäure eigen, und die schweflichte Säure hat auf keine Weise Theil daran; denn eines Theils gelingt sie sehr gut in wasserfreier Schwefelsäure, und gibt durchaus dieselbe Farbe, und andern Theils löst die wasserfreie schweflichte Säure nicht den geringsten Theil Indig auf, selbst nach mehrtägiger Berührung.

Wenn diese purpurrothe Indigauflösung der Luft ausgesezt wird, so zieht die Säure daraus Feuchtigkeit an, und geht in gewöhnliche Schwefelsäure über, und die Auflösung wird blau: ebenso ist es, wenn man anstatt Wasser, gewöhnliche Schwefelsäure hinzubringt; inzwischen behält die Flüßigkeit immer einen Schiller ins Rothe, vorzüglich wenn man sie durch Strahlenbrechung betrachtet116)

|474|

Nach diesen vorläufigen Versuchen, die mich auf andere Versuche leiteten, die ich zu verfolgen Willens bin, schließe ich, daß der Indig in der purpurroten Auflösung in einen viel mehr zertheilten Zustande sich befindet, als in der blauen Auflösung, und daß er darinnen mit dieser besonderen Farbe erscheint, die seine eigenthümliche Farbe ist, aus demselben Grunde, wie der Indig, der in Masse angesehen blau ist, roth erscheint, wenn man durch Wärme seine Grundtheile trennt, indem man ihn sublimirt.

Von dem Verfahren, die rauchende sächsische Schwefelsäure zu gewinnen.

Aus dem, was oben dargethan wurde, haben wir gesehen, daß die nordhäußer Schwefelsäure sehr verschieden ist, von der gewöhnlichen Säure, indem sie einen weit beträchtlichen Antheil wirklicher Säure enthält; wir haben auch gesehen, daß man durch die Destillation des ausgetrokneten schwefelsauren Eisens Schwefelsäure erhalten kann, und folglich muß man durch geeignete Zusammenbringung der Producte dieser Destillation, Säure zu jedem Grad der Concentration erhalten können, und dieses bestätigt die Erfahrung vollkommen.

Ich brachte eine gewiße Quantität getroknetes Eisenpersulfat (schwefelsaures Eisen, wie ich schon früher angab, in eine gut beschlagenen Glasretorte, wovon ich in der Folge den Hals an der Lampe verlängerte und so bog, daß er in ein Proberohr tauchte, in dem destillirtes Wasser enthalten war; ich erhizte sie hierauf, um das schwefelsaure Eisen zu zersezen, und als die Operation beendigt war, erhielt ich aus dem Proberohr eine säure Flüßigkeit von 20° an Baume's Areometer. Diesen Versuch wiederholte ich mehrere Mahl, indem ich die Dämpfe immer in die nämliche Flüßigkeit streichen ließ, und nach Beendigung einer gewissen Anzahl solcher Versuche, erhielt ich eine außerordentlich rauchende Säure gleich der nordhäußer Schwefelsäure, und fast von derselben Farbe. Es ist erwiesen, daß, wenn man bloß gewöhnliche Schwefelsäure hätte erhalten wollen, man die Flüßigkeit bei 40 oder 50° hätte abnehmen, und durch Abdampfen bis auf 66° concentriren können. Die auf diese Weise erhaltene Flüßigkeit ist nicht im Geringsten von der Schwefelsäure, die man durch Verbrennen des Schwefels in Bleikammern bereitet, verschieden; inzwischen ist es klar, daß dieses |475| Verfahren zu kostspielig wäre, um jemahls angewendet zu werden, und es ist ohne Zweifel der Grund, warum man es seit langer Zeit aufgegeben hat.

Aus demselben ökonomischen Grunde wäre es vorteilhafter, wenn man nordhäußer Schwefelsäure bereiten will, die Producte der Destillation des schwefelsauren Eisens directe mit Schwefelsäure zu 66° in Verbindung zu bringen117).

Wenn man im Großen arbeitet, zeigt sich eine Schwierigkeit, weil, wenn man die Produkte der. Destillation über gewöhnliche Schwefelsäure leiten will, der Druk, den man auf die Dämpfe anwenden muß, ihre äzende Wirkung auf den Kitt und den Stöpsel begünstigt, so daß keines zu wiederstehen vermag118). Wenn man andern Theils keinen Druk anwendet, da sich zu gleicher Zeit mit der Schwefelsäure, Sauerstoffgas und schweflichte Säure entbindet, die sich nicht verdichten, so nehmen diese eine große Menge der elfteren mit fort.

Um soviel als möglich dieser Unannehmlichkeit vorzubeugen, muß man es so anstellen, daß sich die Dampfe durch eine enge Oeffnung entwikeln, und ihren Berührungspunct mit der Säure vervielfältigen. Hierzu brachte ich an der Retorte, die das schwefelsaure Eisen enthielt, eine Verlängerung an, deren Endung etwas abgenommen war, an die ich einen an der Mündung verengten Ballon anlegte, und an diesen einen tubulirten Ballon. Ich vertheilte in der Folge, die zu sättigende Säure in bliese verschiedenen Recipienten. Durch dieses Verfahren, verwandelte ich aus 2 Kilogrammen, getrokneten schwefelsauren Eisen 750 Grammes gewöhnliche Schwefelsäure in eine Kilogramm sehr rauchende Schwefelsäure.

Wenn man in großem Uebermaß schwefelsaure Dämpfe über gewöhnliche Schwefelsäure strömen läßt, um sie so concentrirt |476| als möglich zu bekommen, so bringt man es dahin, daß man sie bei gewöhnlicher Temperatur, in sehr durchsichtigen stark rauchenden Kristallen erhält. Es ist schwierig das spezifische Gewicht dieser Kristalle genau zu bestimmen, ich nahm es aber von der über ihnen stehenden Flüßigkeit, und fand sie = 1,907. Indessen halte ich es für geringer, als es seyn würde, wenn diese Säure keine schweflichte Säure enthielte; denn ich habe bemerkt, daß die Gegenwart der schweflichten Säure in der Schwefelsäure ihre Dichtigkeit vermindert; welches aus folgenden Versuch hervorgeht:

Ich brachte in eine Flasche gewöhnliche Schwefelsäure von 1,845 Dichtigkeit, schüttete flüßige wasserfreie schweflichte Säure über sie, und schüttelte die Flüßigkeit leicht; ein Theil der schweflichten Säure löste sich auf und das Uebrige blieb oben stehen, ohne sich mit der Schwefelsäure zu vermischen; durch anhaltendes Schütteln vermengte sich aber ein Theil der schweflichten Säure mit der Schwefelsäure und ertheilte ihr eine Undurchsichtigkeit so wie Oehl dem Wasser, aber nach einiger Ruhe gewann die schweflichte Säure die Oberhand, und die Flüßigten wurde wieder klar. Nach dieser Operation hatte die schweflichte Säure einen heftigen schweflichtsauren Geruch, aber an Dichtigkeit verlohren, und stieß keine weiße Dämpft mehr aus.

Diese Beobachtung über die Verminderung der Dichtigkeit Verursacht die Abweichung die man zuweilen bei der nordhäußer Schwefelsäuer bemerkt; man findet, von dieser Säure in der That oft im Handel, die keine höhere Dichtigkeit besizt als die gewöhnliche Schwefelsäure, und die doch merklich raucht. Das rührt daher, daß sie eines Theils nur einen geringen Antheil wasserfreier Schwefelsäure, und andern Theils viel schweflichte Säure enthält119). Wenn man in Beziehung auf diese beiden in die Sinne fallenden Ursachen auf die Dichtigkeit der Zusammensezung |477| schließt, so stimmt es in gewisser Beziehung damit zusammen, inzwischen wird im Allgemeinen die Dichtigkeit von dem Vorherrschen der einen über die andere dieser beiden Ursachen bestimmt; so wie die Schwefelsäure, selbst bei gewöhnlicher Mischung, nur eine mäßige Menge schweflichter Säure aufnehmen kann, im Verhältnisse als sie wasserfreie Schwefelsäuer, auf nimmt. Wenn die Säure etwas concentrirt ist, so muß die höhere Dichtigkeit 66° seyn. Sie kann bis auf 68° gehen120).

Obgleich die rauchende Schwefelsäure, nicht häufig angewendet wird, so ist es doch wahrscheinlich, daß ihre Anwendung verbreitet würde, wenn man sich dieselbe zu einen minder hohen Preis verschaffen könnte; denn sie besizt sehr vortreffliche Eigenschaften, besonders für Cottonfabrikanten, und für die Färberei überhaupt, weil sie eine viel größere Menge Indig auflöst als die gewöhnliche Säure, und vorzüglich wegen ihren starken Säure-Gehalt; da man aber bei vielen Gegenständen diese säure Indigauflösung wegen ihrer Wirkung, die sie auf die Stoffe oder auf andere Farben äußert, nicht anwenden kann, so bildet man sie in eßigsauren Indig (Indigauflösung in Eßigsäure) um, indem man so lange eßigsaures Blei zusezt, bis alle Schwefelsäure ausgeschieden ist. Man wird einsehen, daß es ausserordentlich vortheilhaft seyn muß, die größte mögliche Quantität Indig in einer bestimmten Menge Säure aufzulösen.

Aus dem was wir so eben aus einander gesezt haben, geht hervor:

1tens. Daß die nordhäußer Schwefelsäure nichts anders ist, als gewöhnliche Schwefelsäure, die noch eine gewisse Menge wasserfreie Säure enthält, der sie ihre Eigentümlichkeiten verdankt, die sie carakterisiren; daß die schweflichte Säure nur zufällig bei ihr ist und keinen wesentlichen Einfluß auf ihre Eigenthümlichkeiten besizt.

2tens. Daß diese wasserfreie Säure durch Destillation getrennt werden kann, und daß, sie unter andern bemerkenswerthen Eigenschaften, diese besizt den Indig roth aufzulösen.

|478|

3tens. Daß alle die schwefelsauren Verbindungen zur Bereitung der gewöhnlichen Schwefelsäure, und der rauchenden Schwefelsäure dienen können, mittelst des Verfahrens, das wir angegeben haben.

|465|

Um auf die Resultate dieser Versuche bauen zu können, muß man die Oeffnung an dem dünnen Theil der Röhre, in der die concrete Säure enthalten ist, verstopfen, damit sie nicht während des Wagens Feuchtigkeit aus der Luft anzieht. A. d. O.

|468|

Versuche und Ansichten über die Natur der rauchenden Schwefelsäure, und über das Verhalten dieser Säure zum Schwefel und Phosphor, von F. C. Vogel in Bayreuth, in Schweigers Journal für Chemie und Physik. B. 4. S. 121–158. D.

|469|

Vergl. Döbereiner, Versuche über das Verhältniß d. Vitriolöhls und d. Schwefelsäure gegen d. Salpetersäure. Schweigg. Journ. f. Chemie und Physik B. VIII. S. 239 u. f. Derselbe, Beantwortung der Frage: ob das rauchende Princip der Vitriolsäure eine wasserfreie Schwefelsäure sey. ebend. B. XIII. S. 276 u. f. Berzelius Element. der Chemie. B. 1. D.

|470|

Vergl. Döbereiner in Schweigg. Journal für Chemie und Physik. B. 28. S. 247. D.

|473|

Vergl. hierüber Analyse des Indigs v. Walter Crum im polyt. Journ. B. XIII S. 85 u. f. D.

|475|

Diese einzige Bemerkung veranlaßte uns zur Mittheilung, dieser Abhandlung, weil sie für Fabrikanten der Schwefelsäure von großer Wichtigkeit ist. D.

|475|

Der aus Kalkhydrat und mit Bleioxid gekochtem Leinöhl bereitetete Kitt, widersteht der Säure bei dieser Operation vollkommen. Zu Vorlagen könnte man sich einer Vorrichtung gleich Taddeis bleibenden Woulfeschen Apparat bedienen, den man in diesem Journal S. 279 beschrieben, und auf Tab. VI. abgebildet findet. D.

|476|

Dieses ist mit der in Böhmen erzeugten Schwefelsäure, welche unter dem Namen sachsisches oder nordhäußer Vitriolöhl in Handel kommt, und bedeutend wohlfeiler verkauft wird, der Fall. Der Gebrauch dieser Säure zur Indigauflösung ist mit bedeutendem Verlust an ungelöstem Indig verbunden. D.

|477|

So stark ist das gute sächsische Vitriolöhl, oft erreicht es die Dichtigkeit von 69°. Möchten doch Fabrikanten und Färber dieses einsehen, und nur solche starke Säure zur Indigauflösung anwenden, wobei wenig Verlust an Indig statt findet. D.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: