Titel: de Jongh neue Methode, einen Coke-Ofen unter oder an einem Dampf-Kessel zu bauen.
Autor: Jongh, Moriz
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. VI. (S. 23–25)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/ar016006

VI. Neue Methode einen Coke-Ofen unter oder an einem Dampf- oder anderen Kessel so zu bauen und zu stellen, daß die von der Coke-Bereitung oder bei irgend einer anderen starken Heizung in diesem Ofen aufsteigende Hize zur Heizung des Dampf- oder anderen Kessels, statt der gewöhnlichen besonderen Heizung, dienen, und auch ohne allen Nachtheil wieder ausgeschlossen werden kann, worauf Moriz de Jongh, Baumwollen-Spinner zu Warrington, Lancastershire, am 28ten Februar 1824 sich ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts and Sciences. Oct. 1824. S. 194.

Der Patent-Träger schlägt vor, einen Ofen von ungefähr 8 Fuß im Durchmesser unter dem Vordertheile eines Kessels so zu bauen, daß der Mittelpunct des Ofens ungefähr 2 1/2 Fuß davon absteht. Die Mauer des Ofens wird ungefähr 18 Zoll hoch auf die gewöhnliche Weise aufgeführt, und darüber steigt die Krone oder der Bogen ungefähr 2 1/2 Fuß. In dem Mittel-Puncte dieser Krone ist eine kreisförmige Oeffnung, ungefähr 2 Fuß im Durchmesser, der Krater, angebracht, durch welchen die Hize zu dem darauf befindlichen Kessel empor steigt, dessen |24| Boden so nahe als möglich oben auf dem Ofen gesezt wird. Von diesem Krater aus läuft die Hize durch einen um den Kessel führenden Zug, und von da, wie gewöhnlich, in den Schornstein.

Der Raum zwischen dem Boden des Kessels und dem Ofen wird ganz eingeschlossen, bis auf einen Quadratfuß, wo ein feuerdichter Dämpfer an einer Kette aufgehängt ist, die durch den oberen Theil des Mauerwerkes läuft. Diese Kette wird über eine Rolle geleitet, und ist mit Gewichten versehen, welche den Dämpfer im Gleichgewichte halten, der sich in Furchen auf und nieder schiebt, und dadurch die vierekige Oeffnung öffnet oder schließt.

Dicht über dem Krater sind oben auf dem Ofen zwei eiserne Platten parallel neben einander angebracht, und vorne durch eine Querplatte befestigt, rükwärts aber in eine niedrige Wand aus 2 Lagen Baksteinen eingelassen, die quer über den oberen Theil des Ofens läuft. In einer kleinen Entfernung von den Platten befinden sich eiserne Rippen, auf welche feuerfeste Baksteine gelegt werden, damit sie eine Deke über den Krater bilden. Diese Deke schiebt sich auf den Platten über den Krater mittelst Zahnstöken an den Seitenstangen, welche Zahnstöke durch die Vorderwand auf die Außenseite des Mauerwerkes laufen, und daselbst durch Triebstöke getrieben werden, die an einer sich umdrehenden Achse befestigt sind, welche mit der Hand gedreht wird, so daß der Krater ganz oder theilweise geöffnet oder geschlossen werden kann.

Ungefähr 6 Zoll niedriger als die Krone des Ofens ist ein anderer Zug angebracht, welcher gerade mit dem Schornsteine in Verbindung steht, wo Dampfer angebracht sind, die sowohl diesen als den Zug öffnen oder schließen. Vorne an dem Ofen ist ein eiserner Rahmen, welcher eine Thüre bildet, die mit Feuer-Baksteinen ausgefüttert wird. Die Thüre wird dadurch ausgefüttert, daß man die Baksteine an ihren Kanten schief und schwalbenschweifförmig zuhaut, so daß einer den anderen dekt, und dadurch der Schlußstein festgehalten wird.

„Man wird nun einsehen“, sagt der Patent-Träger, „daß wenn die Deke von dem Krater weggenommen wird, und der Dampfer des Ofen-Zuges zu ist, die Hize auf den Kessel |25| wirkt, und Dampf erzeugt; daß durch die Hülle um den Dämpfer die Hize länger unter dem Kessel erhalten wird, wo sie kräftiger wirkt als in den Zügen, und daß, wenn die Hize unter dem Kessel weggeschafft werden muß, der Dämpfer des Kraters oder die Deke (mittelst des Zahn- und Triebstokes) so wie der Dämpfer des Kessels in dem Schornsteine geschlossen und der Ofen-Dämpfer geöffnet werden muß. Auf diese Weise kann jeder verlangte Grad der Hize unter dem Kessel erzeugt und die Coke-Bereitung fort unterhalten werden, so daß die Cokes den Betrag der Kohlenkosten deken, und selbst noch Ueberschuß gewähren. Der Kessel wird auf diese Weise sehr gut erhalten, da keine kalte Luft mit demselben in Berührung kommt, und keine Kohlen und keine Schürstange6): auch der Rauch wird verbrannt, indem es bekanntlich hinreicht, dem Schornsteine anfangs 50 Quadratzoll Oeffnung und zulezt neun zu gehen, um gute Cokes zu bereiten. Diese kleine Oeffnung hält die Hize in dem Ofen so sehr zurük, daß der Rauch beinahe aller ehe verbrannt wird, als er abzieht.“

Der Patent-Träger nimmt die Verbindung des Coke-Ofens mit dem Kessel, wodurch die bei der Coke-Bereitung aufsteigende Hize statt Brenn-Material benüzt, und wieder abgesperrt werden kann, als seine Erfindung in Anspruch, und berechnet die Vortheile dadurch, daß 1tens, die Auslage für das Feuer-Material durch die Cokes ersezt wird; 2tens, der Kessel besser erhalten wird; 3tens, der Rauch vollkommen verbrannt wird.

Der Patent-Träger bemerkt in einer Mittheilung an den Herausgeber, daß er im vorigen Winter einen solchen Ofen unter einem großen Kessel von der Kraft von 26 Pferden im Umtriebe hatte, und die Cokes sehr vortheilhaft verkaufte. Er verspricht einige Mittheilungen über die Cokes-Bereitung.

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Ob er aber nicht dadurch mehr leidet, daß die Hize gleichsam auf einen Punct desselben concentrirt ist, zumahl bei der Coke-Bereitung? A. d. Ueb.

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