Titel: Ueber das Troken-Legen nasser Gründe.
Autor: Wedge,
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. LXXXII. (S. 373–383)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/ar016082

LXXXII. Ueber das Troken-Legen nasser Gründe.

(Auszug aus Hrn. Wedge's Abhandlung: On draining Land im X. Bande der Transactions of the Society for the Encouragement of Arts, Manufactures and Commerce.)

Wenn Hr. Gill in den lezten Stüken seines Repository, Nr. 36. S. 425 und Nr. 37. S. 29 Jänner 1825. es in England an der Zeit finden konnte, eine Abhandlung über das Troken-Legen nasser Gründe, die bereits im Jahre 1792 mit der silbernen Medaille belohnt wurde, dem Publikum in das Gedächtniß zurükzurufen, so wird man uns verzeihen, wenn wir in Deutschland, wo diese Abhandlung vielleicht nur wenigen bekannt geworden seyn mag, und wo die Klöster (denen das Land, wie einige Freunde derselben behaupten, seine Cultur zu verdanken hat) soviel Morast, Sumpf und Moor zurük ließen, einen Auszug aus derselben mittheilen.

Diejenigen, die des beinfesten Glaubens sind, daß, um den so tief gesunkenen Staats-Einkünften emporzuhelfen, kein anderes Mittel übrig bleibe, als urbaren Boden versumpfen und nur die Hälfte von dem bebauen zu lassen, was jezt urbar gemacht ist, damit bei halbem Ernte-Ertrage, der Preiß der Getreide-Arten um die Hälfte sich hebe, werden freilich gegen jeden Vorschlag, ersäufte Gründe troken zu legen, ihre Stimme erheben, die man, eingedenk der weisen Lehre: „die Hunde bellen zu lassen“ ja nicht widerlegen muß. Wollen wir diesen gelehrten Herren sogar zugeben, daß wir, bei gänzlich vernachlässigter, und muthwillig erschwerter, Gelegenheit zur Ausfuhr unseres Ueberflusses an Getreide zu unseren nächsten Nachbarn, wie in entferntere Länder, zuviel Getreide bauen; so werden |374| sie vielleicht desto weniger läugnen können, daß wir, wie neulich Jemand bemerkte, Ochsen und Schaafe genug im Lande haben, aber zu wenig Rindfleisch und zu wenig Wolle, und daß der Preiß des Fleisches aller Art von jeher, so wie jezt, durchaus in keinem Verhältnisse zu den Preißen des Getreides steht, und, verglichen mit anderen Ländern, beinahe um die Hälfte zu hoch ist. Wenn wir daher keine Gründe brauchten für uns, so könnten Rinder dieselben brauchen, deren Anzucht und Wartung und Pflege und Benüzung bei uns noch immer so sehr vernachlässigt ist, wie sie es zu einer Zeit und in einem Lande war, wo de: allerheiligste Vater 150 Tage des Jahres über bei Strafe des Fegfeuers verbiethen konnte, keinen Bissen Fleisch über die Zunge zu bringen. Diese, der Viehzucht, und folglich auch dem Wohlstande eines akerbauenden Landes so verderblichen, Verbothe sind in anderen Ländern hinter den Fortschritten des menschlichen Geistes zurükgeblieben; wir aber fühlen noch jezt die verderblichen Folgen hiervon an Vieh-Mangel und an schlechter Rasse desselben. Es war von jeher Axiom in der Landwirthschaft, wie in der Hauswirthschaft, wo das Eine nicht gehen will, das Andere zu treiben: mancher Landwirth, der jezt bei den niedrigen Getreidepreißen herabgekommen ist, weil er sich bloß auf Getreidebau beschränkte, würde sich bald wieder emporschwingen, wenn er sich auf Viehzucht legte. Wie viele Tausend Thaler schiken wir nicht jährlich nach der Schweiz und nach Holland um ein Stükcken Käse zu essen, weil wir entweder zu faul oder zu dumm sind, Käse nach Schweizer- oder nach Holländer-Art bei uns selbst zu bereiten! Wie viele Tausend Thaler gehen für Leder aller Art in's Ausland, nicht weil wir selbst nicht Leder bereiten können (unsere neuen Landsleute, die braven alten Hugenotten in und um Erlangen verstehen diese Kunst trefflich) sondern weil wir nicht Thierhäute genug haben! Und wenn Gott einst denen, von deren Förderung alles Gute abhängt, die Gnade ertheilen sollte, um die der weiseste aller Könige täglich zu dem Herren flehte: „Weisheit und Verstand;“ wenn der zu Boden geworfenen, gefesselten, und halberwürgten vaterländischen Industrie nach dem Beispiele aller Staaten, in welchen man den Werth derselben für das Wohl des Volles zu schäzen weiß, durch Einfuhr- |375| Verboth solcher Waaren, die im eignen Lande selbst erzeugt werden können, aufgeholfen werden sollte; so werden wir vor Allem, Weiden für die Schafe nöthig haben, und Schafe gedeihen nur auf trokenen Weiden.

Dieß sind die Gründe, welche uns bestimmten, vorliegenden Auszug der Abhandlung des Hrn. Wedge für diese Blätter zu bearbeiten, um so mehr, als diese keine leeren theoretischen Speculationen enthält, und Hr. Wedge die Brauchbarkeit seiner Grundsäze praktisch dadurch erwieß, daß er auf den Gütern des Earl of Aylesford große Streken von Moorgründen (bei uns Möser genannt) troken legte.

„Es gibt in jedem Lande weite Feldstreken, die auch in nassen Jahren immer troken sind, und wieder andere, die selbst in trokenen Jahren, immer naß sind: durch die ersteren sinkt alles Wasser, welches auf ihre Oberfläche fällt, frei durch die Poren derselben hinab in verschiedene Tiefe, bis es auf Thon oder irgend eine andere fette Erdart kommt, die es nicht durchläßt, und auf einer mit der Menge des aufgefallenen Wassers und der Leichtigkeit des Abzuges desselben im Verhältnisse stehenden Höhe erhalten wird. Auf diese Art auf verschiedener Höhe erhalten, wird es zum Quellen-Vorrathe, der sein Wasser entweder durch Adern, die sich im Sande, im Gerölle oder in Felsen, nach der verschiedenen Art der darunter gelegenen Erdschichten, gebildet haben, über die benachbarten Gründe verbreitet, welches dann, wenn es daselbst auf Thonmergel oder Thon oder ein Gemenge aus beiden kommt, Moore und allerlei nasse Gründe bildet. Die Wirkung des auf diese Weise vertheilten Wassers kann sich auf zwei verschiedene Weisen äußern. Das Wasser kann unmittelbar aus einem Mergel- oder Thon-Boden über die Oberfläche eines Abhanges hinab in ein Thal sikern, in welchem es, wenn es daselbst wieder von Thon aufgefangen wird, Sümpfe und Moräste bildet. Es kann ferner, wenn es auf obige Weise von Mergel und Thon aufgehalten ist, über diesem eine Schichte von Sand oder Geröllen liegen, durch welche das Wasser durchdringt, und, über dieser Schichte eine andere Lage von Mergel oder Thon ausgebreitet seyn, durch deren schwächste Theile das Wasser wegen seines anhaltenden Drukes aus dem Quellen-Vorrathe sich einen Ausgang nach |376| oben verschafft, und so, durch die schwächsten Theile dieses Mergel oder Thon-Lagers aufsteigend, einen ununterbrochenen Zufluß von Wasser auf der Oberfläche erzeugt, und daselbst Sümpfe bildet oder unterhält, und zwar in dem Maße, als das Wasser mehr oder minder reichlich aus seiner Quelle, den höher gelegenen Streken, durch welche dasselbe auf die oben angegebene Weise durchsikert, zufließt. Es gibt ferner noch eine dritte Klasse nasser Gründe, nämlich bald zähe und tief hinab in die Erde anhaltende, bald leichte Gründe, die oben an ihrer Oberfläche mit einer Schichte von Mergel oder Thon bedekt sind, und welche daher bei anhaltendem Regenwetter das Wasser auf ihrer Oberfläche sammeln, und dieselbe immer kalt und naß erhalten. Man darf übrigens nicht vergessen, daß zuweilen ein Gemenge aller dieser drei Arten nasser Gründe auf einem und demselben Felde vorkommt, wenn nämlich die Unterlagen plözlich wechseln, wodurch der Arbeiter, da er hier alle verschiedenen Methoden zum Austroknen des Landes zugleich anwenden muß, nicht wenig in Verlegenheit geräth.“

„Wenn wir nun annehmen, daß die Moräste und Moore auf diese Weise gebildet werden, so läßt sich auf folgende Art denselben mit Sicherheit abhelfen. Für den ersten Fall durchschneidet man das Lager (es mag Sand oder Gerölle oder Fels seyn) welches das Wasser in den Morast führt, und leitet das selbe durch einen engen bedekten Abzug-Graben an irgend eine schikliche Stelle, wohin das Niveau die Ableitung gestattet; in dem zweiten Falle senkt man in die obere Thonlage einen Abzugs-Graben in gehörige Tiefe, und gräbt oder bohrt mit einem Erdbohrer in einer kleinen Entfernung von diesem Graben durch den übrigen Theil der Thonlage, mag sie auch noch so tief seyn, bis in das untere Lager aus Sand, Gerölle oder Fels, durch welches das Wasser aufsteigt; das Wasser wird dann in den Abzug-Graben mit einer Gewalt aus dem gebohrten Loche einströmen, die mit der Höhe, von welcher es in den unteren Behälter kam, im Verhältniß steht. Nach der Länge des Abzug-Grabens müssen von 7 Yards zu 7 Yards (21 Fuß) oder in Entfernungen, wie sie die Stärke der Quelle fordert, auf dieselbe Weise Löcher gegraben oder gebohrt werden: auf diese Weise |377| wird alles Wasser durch den Abzug-Graben in dem oberen Thonlager abgeführt.“

„Der beste Plaz zur Anlage dieser Abzug-Graben (wovon oft ein einziger für große Streken Landes hinreicht,) ist dort, wo das Lager, welches das Wasser führt, der Oberfläche am nächsten kommt, was am Leichtesten durch das Bohren bestimmt werden kann.“

„Bei der dritten Klasse hängt die Tiefe und Entfernung der Graben von Umständen ab: Durchschneiden der verschiedenen Lager an der Stelle, wo dieselben ausbeißen, ist öfters, wo es die Umstände erlauben, das beste und einfachste Mittel.“

„Ein Theil des von mir troken gelegten Landes war eine Gemeindeweide, zum Theile mit Moos und Heidekraut bedekt, und mit einer ungefähr 6 Zoll tiefen Torstage. Es wuchs wenig oder gar kein Gras darauf, und in nasser Witterung war sie ganz mit Wasser bedekt. An einigen Stellen war die Torflage noch tiefer, und das Moos 9 Zoll hoch. Ein Theil war selbst bei dem trokensten Wetter Pfüze.“

„Nachdem ich mit einem großen Erdbohrer an verschiedenen Stellen des Landes eingebohrt hatte, fand ich Torf, Gerölle, Sand, durcheinander und fast überall Flugsand, der, nachdem man einen Zoll oder zwei in denselben eingedrungen war, beinahe so flüssig als Wasser schien. Da nun kein Abzug-Graben in dem Flugsande selbst angelegt werden konnte, indem er alsogleich wieder versandet worden seyn würde, so grub ich einen Durchzug bis beinahe auf den Flugsand, und ließ soviel Gerölle, als ich nöthig erachtete, übrig, um die Materialien eines gedekten Abzug-Grabens stüzen zu können, nämlich die beiden Seitenwände und die Deke von Stein nebst einer Schichte Torflager oben auf derselben. Alle 21 Fuß lang grub ich an den Seiten des Abzug-Grabens ein Loch in den Flugsand so tief es gehen mochte, und aus diesen Löchern stieg das Wasser auf in den bedekten Abzug-Graben, welcher es nach seinem Falle ableitete. Die Steine, deren ich mich zu diesem Graben, und überhaupt bei der ganzen Arbeit hier, bediente, sind rother schieferiger Sandstein, (Sand and rag-stone) aus dem 4 engl. Meilen von hier entfernten Meriden-Steinbruche, der sich leicht in Stüke von gehöriger Form spalten läßt und sehr dauerhaft ist: |378| ohne Fuhrlohn kam die Tonne (2,000 Pfund) auf Six pence (18 Kreuzer). Dieser Abzug-Graben floß voll, und machte das Land zu jeder Seite auf einige Yards hin troken, brachte aber bei weiten nicht jene Wirkung hervor, die ich zu voreilig erwartete: denn offenbar konnte dieser Graben nur wenig Wasser von jener großen Menge Flugsandes aufnehmen, indem er nur zwei Zoll tief eindrang; er konnte dasselbe nur in seiner Tiefe oder höchstens in der Tiefe der Quelle abführen, die den Flugsand mit Wasser versah. Mein Plan mißlang, und man wird einsehen, warum ich den von mir begangenen Fehler hier erzähle.“

„Ich that nun, was früher hätte geschehen sollen; ich untersuchte die verschiedenen Erdschichten in einer größeren Tiefe, vorzüglich in dem Sumpfe selbst, und an seinem oberen Rande, und fand, daß dieser zu der ersteren oben angeführten Classe nasser Gründe gehört. Ich wandte daher auch das bei dieser Classe empfohlene Mittel an: ich durchschnitt nämlich das ganze Lager, welches in diesem Falle aus Flugsand bestand, durch welchen das Wasser durchdrang, und vollendete meine Arbeit auf folgende Weise. Da der Sommer troken, und der Unternehmung günstig war, und vorläufig der offene Haupt-Abzuggraben gegraben wurde, fing ich in der ersten Woche des Junius 1791 meinen bedekten Haupt-Abzugsgraben an, 3 Fuß weit an dem Abhange neben dem Rande des großen Sumpfes. Bei der ersten Arbeit gruben wir durch den Torf, harten Sand und Gerölle, und eine Schaufel tief (ungefähr 9 Zoll tief und 7 Zoll breit) in Flugsand auf der ganzen Länge des Abzug-Grabens, der 73 Ruthen (jede zu 24 Fuß) lang war. In diesem Graben floßen nicht weniger als 60 Gallons in einer Minute, und in diesem Zustande ließ ich den Graben 9 Tage lang. Die Wirkung hiervon war auffallend, sowohl über dem Abzug-Graben, als unten an dem Sumpfe. Bei genauerer Untersuchung mit der Schaufel fand ich 3 Zoll oben in dem Flugsande vollkommen treten. Diese 3 Zoll wurden in der ganzen Breite des Abzug-Grabens von ungefähr drei Fuß aufgegraben, und wieder eine Schaufel tief oben in dem Flugsande der Mitte des Abzug-Grabens so nahe als möglich ausgestochen. Man ließ den Graben wieder einige Tage, wie vorher, fließen, und die Wirkung war wieder dieselbe; drei bis vier Zoll des |379| Flugsandes nämlich wurden wieder troken und hart. Dieselbe Operation wurde mehrere Mahle mit demselben Erfolge wiederholt, bis man nämlich den Zwek, den Flugsand zu durchgraben, insofern es nämlich das Niveau des offenen Haupt-Abzug-Grabens gestattete, erreicht hatte. Während dieser ganzen Operation wurde der Strom des Wassers in dem Graben immer größer; der Sumpf unter dem Abzug-Graben war beinahe troken, und das Land über demselben war es vollkommen. Der zuerst angelegte Graben, der einige Zeit über floß, während man an dem gedekten Hauptabzug-Graben arbeitete, wurde nach und nach troken, und hat, bis dieser Graben fertig war, auch nicht einen Tropfen Wasser mehr abgeführt. Es war viele Sorgfalt nöthig, den Hauptabzug-Graben so vorzurichten, daß das Wasser immer in der Mitte desselben blieb, indem sonst der Strom die Seitenwände untergraben würde, (wie es schon öfters geschah), und dieselben eingestürzt hätte. Daher wurde es nöthig, nachdem der trokene Sand oben von dem Flugsande weggenommen wurde, alsogleich eine Schaufel tief aus der Mitte desselben auszustechen, um den Lauf des Wassers von den Seltenwänden abzuleiten.“

„Der auf diese Weise verfertigte Haupt-Abzug-Graben war oben drei Fuß breit, und im Durchschnitte 9 Fuß tief; die Seitenwände waren von oben schief absteigend, so daß der Graben im Grunde 1 Fuß 10 Zoll weit war. Die Steine und übrigen Materialien wurden auf folgende Weise in dem Graben angebracht.“

„Wo der Abzug-Graben durch den Flugsand in das darunter befindliche Thonlager lief, wie dieß an den meisten Stellen der Fall war, war weder für den Boden, noch, in den meisten Fällen, für die Seitenwände ein besonderer Schuz nöthig; wo er aber nicht ganz durch den Flugsand durchging, was das Niveau meines offenen Abzug-Grabens nicht an allen Stellen erlaubte, wurde der Boden des Abzug-Grabens Einen Zoll hoch mit Heide bedekt, die, Einen Fuß breit, und 3 bis 4 Zoll hoch, in der gehörigen Länge abgestochen, auf ihren Kanten an jeder Seite des Bodens des Abzug-Grabens aufgestellt wurde, und so zwei Seitenwände eines Troges aus Torf bildete. Dann wurden Seiten-Steine, ungefähr 8 Zoll |380| hoch, nebst einer Steindeke, aus die Heide zwischen den Torfstüken aufgestellt, ein großes Torfstük, ungefähr 2 Fuß breit, und 4 Zoll dik, ausgestochen, und über dem ganzen Graben gehörig befestigt. Auf diese Weise entstand im Grunde des Abzug-Grabens ein offener Raum von mehr dann 6 □ Zollen, um das Wasser frei durch denselben abfließen zu lassen. Der obere Theil des Abzug-Grabens wurde ausgefüllt, und somit die ganze Arbeit vollendet.“

„Fünfzehn Acres des auf diese Weise troken gelegten Landes wurden nun umgeakert, und brach gelassen. Der Sumpf (9 Acres) ist gegenwärtig so fest, daß er ein Pferd trägt. Da er aber vor dem Abzuge des Wassers so weich, wie ein Brei war, so lasse ich ihn den nächsten Sommer über ganz hart werden, ehe er umgeakert wird.“

„Ein anderer Theil des Sumpfes wurde auf die oben beschriebene Weise mittelst Abzug-Gräben troken gelegt. Da aber hier der Flugsand der Oberfläche näher lag, und viel dünner war, so drang der Abzug-Graben nur so weit in den Thon, daß, an den meisten Stellen, die Seitenwände aus Torf überflüßig wurden; seine Tiefe betrug im Durchschnitte nicht mehr als 6 Fuß. Die auf diese Art troken gelegten acht Acres werde ich im nächsten März umpflügen lassen, und mit Hafer bestellen. Ich habe heute, den Oben Jänner 1792, die Menge Wassers gemessen, welche durch diese Abzug-Gräben abgeführt wurde, indem ich nämlich ein Loch an der Seite des offenen Hauptabzug-Grabens auswerfen, und ein Faß von bekanntem Inhalte in dasselbe stellen ließ. Ich fand, daß in einer Minute Zeichen 50 4/15 Gallons, oder 72,576 Gallons in 24 Stunden, abfließen. Das auf diese Art troken gelegte Land wird, gehörig bestellt, wenigstens 14 Shillings per Acre werth seyn. Das Trokenlegen dieser 30 Acres kam auf ungefähr 80 Pfund zu stehen. Die ganze Länge der bedekten Abzug-Graben betrug 1655 Yards.“

„Ich habe auch 9 Acres meines Pachtgutes, die in der Tiefe von drei eingeschlossenen Grundstufen lagen, mit bedekten Abzug-Gräben troken gelegt auf die für die dritte Classe nasser Gründe bestimmte Weise. Diese Abzug-Gräben wurden einige Yards unter jenem Theile eines jeden Feldes angelegt, wo das trokene Land sich von dem nassen trennt: sie waren 22 Zoll |381| tief, mit Steinen an den Seiten und mit Steinbedekung, aus welche oben auf Heide gelegt wurde, damit die Erde nicht in den Graden hinein fallen konnte. Die Länge dieser Abzug-Gräben beträgt 890 Yards, und jeder Yard „(3 Fuß)“ kam an Arbeitslohn und Baumaterial auf drei halbe Pfenige (9 kr.) zu stellen. Diese Gräben führen während nasser Witterung eine große Menge Wassers ab, und werden, wie ich nicht zweifle, ihrem Zweke vollkommen entsprechen.“

„Neun Acres von des Grafen Land waren beinahe bloßer Brei. Dieser Sumpf gehörte zur zweiten Classe: das Wasser lief nämlich durch Flugsand, und ward oben und unten von einem Thonlager eingeschlossen. Das auf diese Weise eingeschlossene, und von feiner Quelle ausgedrükte, Wasser wurde durch die schwächeren Lagen des oberen Thonlagers durchgepreßt, und bildete oben einen Sumpf von ungleicher Tiefe: an einigen Stellen war er 6 Fuß tief, an anderen nicht mehr dann zwei. Da diese Gründe einen bedeutenden Fall von Morgen gegen Abend hatten, so hielt ich es für gut, zwei Abzug-Gräben anzubringen; und dieß scheint auch nöthig gewesen zu seyn, indem beide Gräben noch immer in derselben Menge, wie zuerst, Wasser ableiten. Die Gräben wurden durch die verschiedenen oberen Lagen gezogen, und so tief in dem Thone, als der offene Hauptgraben es gestatten wollte; dann wurde durch den noch übrigen Thon in den Flußsand von 18 zu 18 Fuß fortwährend eingebohrt.“

„Das Wasser stieg durch diese Löcher frei in die bedekten Abzug-Gräben auf, und legte das Land vollkommen troken, so daß man nun überall in Galopp auf demselben hin- und herreiten kann. Diese Abzug-Gräben führen stündlich 3560 Gallons Wasser aus, was weit weniger ist, als anfangs ab, geführt wurde, wie es bei allen Sümpfen nothwendig der Fall seyn muß. Diese Gründe werden 15 Shill. per Acre werth seyn. Das Ableiten des Wassers kostete 25 Pfund, und die Länge der unterirdischen Abzug-Gräben beträgt 814 Yards.“

„Ich bin so eben mit dem Trokenlegen von 43 Acres anderen Landes fertig geworden, wobei ich den doppelten Zwek hatte, die Gründe troken zu legen, und einen Mühlen-Teich mit Wasser zu versorgen. Da hierbei ein Umstand Start hatte, |382| welcher hei dem Trokenlegen nasser Gründe öfters eintritt, nämlich eine plözliche Veränderung in der Lage der unteren Schichten, so wird man, wie ich hoffe, eine Beschreibung dieser Arbeit nicht überflüßig finden. Man fing den Abzug-Graben in dem Niveau des Mühlen-Teiches an, und sezte denselben ohne große Schwierigkeit in einer Länge von ungefähr 32 Chains150)fort, nach der Art, welche oben bei feuchten Gründen der 2ten Classe angegeben wurde. In dieser Streke jedoch änderten die unteren Schichten ihre Lage; der Flugsand, der das Wasser zuführte, wurde jezt zwei Mahl so tief als zuvor, und der Thon, welcher vorher auf demselben lag, verschwand. Da dieser Sand so tief ging, so konnte er nicht in dem Niveau des Mühlen-Teiches durchschnitten werden, um so weniger, als die Witterung, während welcher diese Arbeit vorgenommen wurde, sehr naß war. Ich sezte daher einen seichten Abzug-Graben in einiger Entfernung fort, und brachte Seitenlöcher in dem Flugsande an, die reichlich floßen; da dieser aber nicht durch den ganzen Sumpf unten durchgesezt werden konnte, so legten wir einen anderen Seitenast eines Abzug-Grabens an, der nach jener Art verfertigt wurde, nach welcher die zweite Classe nasser Gründe troken gelegt werden muß, nämlich durch Grabung eines geschlossenen Abzug-Grabens durch die oberen Lagen des oberen Thones, und durch Bohrung von Löchern in geringer Entfernung (von 8 zu 8 Yards) an einer Seite dieses gedekten Abzug-Grabens mittelst eines Bohrers durch den übrigen Theil des Thones in den Flugsand. Durch mehrere dieser Löcher stieg das Wasser mit großer Schnelligkeit auf. Das durch diese Abzug-Gräben in den Mühlen-Teich abgeleitete Wasser betrug 168 Gallons in jeder Minute, oder 3780 Hogsheads in einem Tage, nach einem jährlichen Durchschnitte von 1,379,700 Hogsheads des Jahres.“

„Ungefähr 6 Acres von diesem Lande waren immer gut; zwölf davon, gegen Mitternacht, waren durchaus wahrer Brei, und die übrigen 26 Acres waren sehr verdorben. Gegenwärtig sind alle diese Gründe in gutem Stande, und werden, cultivirt, |383| 16 Shill. im Acre werth seyn. Man hätte dieselben durch einen offenen Abzug-Graben auf eine wohlfeilere Art troken legen können, wenn man das Wasser nicht auf die Mühle hätte leiten wollen. Die bedekten Abzug-Gräben waren 1452 Yards lang, und kosteten 100 Pfund, wovon ungefähr 30 Pfund auf die Mühle kommen.“

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Ketten. Dieses Maß ist in keinem Wörterbuche angegeben. A. b. Ueb.

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