Titel: Berry's, Verbesserung an Apparaten, um schnell ein Licht anzuzünden.
Autor: Berry, Henry
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. XCIV. (S. 443–445)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/ar016094

XCIV. Verbesserung an den Apparaten, um schnell ein Licht anzuzünden, worauf Heinr. Berry, sich am 20ten März 1824 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts and Sciences. Jan. 1825. S. 12.

Mit Abbildungen auf Tab. VIII.

Die Theile dieses augenbliklichen Lichtzünders „sind nicht neu, wohl aber hat die Zusammenstellung derselben etwas Neuheit“, und bildet wahrhaft ein geschmakvolles, compendiöses und bequemes philosophisches Instrument, durch welches man mittelst bloßer Berührung gewisser chemischer Substanzen Licht hervorbringen kann. Der ganze Apparat befindet sich in einem kleinen metallenen Kästchen, welches man bei sich in der Tasche tragen kann. Man kann es auf ein Tischchen stellen, und ein Kranker kann mittelst einer Schnur von seinem Sorgenstuhle oder von seinem Bette aus, wenn er an denselben zieht, augenbliklich sich Licht schaffen.

Fig. 8, zeigt das Kästchen im Grundrisse oder horizontal dargestellt; es ist der Länge nach getheilt: die eine Hälfte nimmt die Lampe, die übrige der Apparat ein, welcher von einem Dekel geschlossen und gehörig befestigt wird. Fig. 9, ist ein senkrechter Längendurchschnitt durch alle Theile, wodurch der Bau derselben deutlich wird. Fig. 10, gibt eine senkrechte Ansicht von dem Ende her: die Wand des Kästchens ist abgenommen, um die Form und tage der Theile innerhalb des Kästchens zu zeigen; dieselben Buchstaben bezeichnen überall dieselben Gegenstände.

a, ist ein Glasfläschchen halb mit reiner Schwefelsäure gefüllt; es ist mit Metall eingefaßt, und dadurch in dem Kästchen befestigt, daß es sich in einen Ausschnitt desselben einschiebt. b, ist ein langer gläserner kegelförmiger Stöpsel, welcher von zwei messigenen Stäbchen, c, getragen wird, welche sich in den |444| Röhren, dd, auf- und niederschieben lassen, die unten mit Aufhältern, oben mit aufgeschraubten Kappen versehen sind, e, ist ein Halsband von Kautschuk, der auf den Hals der gläsernen Flasche paßt, und, gedrükt von dem Dekel, wenn das Kästchen geschlossen wird, durch seine Elasticität die Flasche so vollkommen schließt, daß die Entweichung der Säure vollkommen verhütet wird. f, ist ein sich drehender Schlitten oder Haspel, in welchem die Zündkerzchen steken. Die Spindel dieses Haspels dreht sich in einer cylindrischen Röhre, g, und eine Spiralfeder ist um dieselbe gewunden. Diese Feder ist an einem Ende an dem Size der Spindel innerhalb der Röhre, und au dem anderen an dem Schafte selbst befestigt, wodurch die Feder, wenn sie in Thätigkeit gesezt wird, die Spindel und den Zündkerzchen-Hälter herumdreht. h, ist eine Stüze mit einem Querbalken oben, der eine Rolle, i, führt, über welche die Schnur, k, läuft, die an ihrem Ende an dem Ringe des Stöp,els befestigt ist. Diese Schnur läuft auch noch durchs einen Ring, oder durch ein Auge oben an der Stüze, und zieht, wenn sie auch noch so schief gezogen wird, den Stöpsel in die Höhe.

Das zubereitete Zündkerzchen kommt nun, nachdem es in dem Haspel so eingesezt wurde, daß es gegen den Drahtführer drükt, wenn der Stöpsel in die Höhe gezogen wird, mit der gläsernen Spize desselben in Berührung, und nimmt etwas von der in der Flasche enthaltenen Säure auf, welche, auf die Spize des mit oxygenirt kochsalzsaurer Pottasche belegten Zündkerzchens gebracht, dasselbe augenbliklich entzündet, und, da dieses durch die Kraft der Spiralfeder an den Docht der Lampe geführt wird, denselben alsogleich anzündet.

Wenn man Oehl in der Lampe hat, so wird ein hohler geschliffener Stöpsel zum Auslöschen angewendet; wo aber Alkohol gebraucht wird, ist ein Löschhörnchen mit langem Angel, wie die Figur zeigt, vorzuziehen. Dieses Löschhörnchen hat ein Halsband von Kautschuk, um dem Entweichen oder Verdampfen des Weingeistes vorzubeugen. Alle Theile des Apparates befinden sich in eigenen Ausschnitten des Kästchens befestigt, und lassen sich bei dem Gebrauche leicht aus- und einpaken.

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Der Patentträger nimmt vorzüglich den Haspel, die Rolle, das Auge oder den Leiter, die Schnur, die Halsbänder von Kautschuk an dem Stöpsel und Löschhorne, (die auch bei anderen Flaschen mit Vortheil angewendet werden können, wo luftdichtes Verschließen notwendig ist, oder sehr scharfe Flüßigkeiten aufbewahrt werden sollen), als seine Erfindung in Anspruch.

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