Titel: Clark's, verbesserte Methode, über kleine Abfälle in Flüssen hinaufzuschiffen.
Autor: Clarke, Edw. D.
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. CIX. (S. 495–497)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/ar016109

CIX. Verbesserte Methode, über kleine Abfälle in Flüssen hinaufzuschiffen. Von Hrn. Edw. Clark zu Philadelphia.

Aus Gill's technical Repository. N. 37. Seite 52. 196)

Herr Clark hat seine Methode, Schiffe über kleine Abfälle in Flüssen hinauf zu bringen, an dem Susquehaunah mit gutem Erfolge ausgeführt. Der Grundsaz, worauf sie beruht, |496| ist folgender. Wenn man an einem mittelst eines Ankers an dem Abfalle befestigten Bothe, oder an irgend einem Gegenstande, welcher fest genug steht, um hierzu dienen zu können, ein Wasserrad anbringt, und ein Seil um die Achse desselben sich aufwinden läßt, so wird das Wasser an dem Abfalle das Rad drehen, und, wenn das Seil an einem Bothe unter dem Abfalle befestigt ist, dieses über denselben heraufziehen. So richtig dieß an und für sich ist, so ist hierbei doch das Unangenehme, daß man diese Vorrichtung nur dort anwenden kann, wo der Abfall in gerader Linie fortläuft; wo dieser aber eine oder mehrere Krümmungen bildet, sind zwei oder mehrere solche Räder, oder es wird ein ganzes Rollen-System nothwendig. Dieser Unbequemlichkeit hat Hr. Clark auf folgende Weise abgeholfen. „Das Rad wird an dem Bothe selbst angebracht, welches über den Fall hinauf soll; das Seil ist dafür über dem Falle an irgend einem festen Puncte (einem Anker, Pfeiler, Fels etc.) befestigt, und windet sich auf der Achse des Rades auf. Bei diesem umgekehrten Verfahren gelangt das Both in dem Maße über den Fall, als das Seil durch sein Aufwinden auf der Achse des Rades immer verkürzt wird. Wo der Fall sehr gekrümmt ist, muß an jedem Vorsprunge ein Befestigungs-Punct angebracht werden, und es ist hier nichts anderes nöthig, als das erste Seil los zu machen, und das zweite, welches mit einem Schwimmer versehen ist, auf der Achse des Rades aufzuziehen, u.s.f. Der ganze Apparat besteht aus einem länglichen Gestelle, das quer über die Mitte des Boches gelegt wird. Die Achse hat zwei Ruder-Räder, wie die Dampfbothe. Der Theil derselben, welche die Winde bildet, liegt innerhalb des |497| Bothes und dreht sich in Zapfenlagern oder Büchsen zu jeder Seite des Gestelles, und auf zwei Aufsäzen auf den Seitenwänden des Schiffes neben dem Gestelle, die als Zwischenlager dienen. Die Räder sind 7 Fuß 10 Zoll im Durchmesser: jedes hat 12 Schaufeln oder Ruder, die 3 1/2 Fuß lang und 1 Fuß breit sind. Das Seil läuft über die Winde, und dann über das Hintertheil des Schiffes, so daß, nöthigen Falles, noch ein zweites daran befestigt werden kann. Damit das Seil sich nicht verwikelt, kann vor und hinter der Winde eine Trommel angebracht werden. Die Größe dieser Maschine hängt von der Größe des Schiffes ab: nur muß immer die Fläche, welche die Schaufeln oder Ruder der Strömung des Wassers darbiethen, größer seyn, als der Querdurchschnitt des Bothes. Die Kraft, mit welcher das Both über den Fall aufsteigt, verhält sich wie die Differenz zwischen der Fläche der Schaufeln oder Ruder und des Querdurchschnittes des Schiffes, kann also, durch Vergrößerung der Ruder, nach Belieben vergrößert werden. Man kann, wenn man diese Vorrichtung nicht auf dem befrachteten Schiffe haben will, mit dieser Kraft ein Bugsir-Both, und dadurch auch ein schwer beladenes, 70 Fuß langes, Fluß-Schiff nebst einem beinahe eben so großen Kahne beinahe eben so leicht, wie das Bugsir-Both, selbst hinauftreiben197) Dasselbe Seil kann mehrere Schiffe zugleich hinaufziehen, wenn sie mit solchen Rädern versehen sind. Ketten werden besser, als Seile seyn, da sie sich nicht so leicht abnüzen, und unter Wasser auch nicht so leicht rosten.

Hr. Gill theilte diesen Auszug aus folgender Schrift mit: Description of a Plan for Navigating the Rapids in Rivers, with an Account of some Experiments instituted to establish its Practicability. Philadelphia 1824. Wir haben im südlichen Deutschland eine Menge keinerer Flüsse, auf welchen die Schifffahrt stromaufwärts an einzelnen Stellen sehr erschwert, und die Kraft vieler Pferde erfordert wird, um über dieselben hinauf zu gelangen. Dieß ist nicht bloß auf der Donau, am sogenannten Wirbel und Strudel, bei einem gewissen Wasserstande, der Fall, sondern auch an der Ens, an der Mur, an der Drau, an der Sau, an der Traun, am In, an der Salza, an mehreren Stellen dieser Flüsse, wo bei der Gegenfahrt die Zahl der Pferde verdoppelt und vervierfacht werden muß, würde sich dieser Apparat vielleicht mit Vortheil anbringen lassen. A. d. Ueb.

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Die Americaner wissen alles zu bugsiren Hr. Clarke weiß auch seine Vorrichtung auf ein Bugsir-Both zu werfen, so wie man in America auf Flüssen die Dampfmaschinen auf Bugsir-Bothen, und nicht auf dem befrachteten Schiffe, hat, das man nur am Taue schleppt. Würde man diese americanische Bugsir-Methode, die wir schon so oft empfohlen haben, auch bei uns anwenden, so könnten wir auch auf unseren seichteren Flüssen Dampfbothe haben, und dadurch Schiffe treiben. A. d. Ueb.

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