Titel: Branntwein aus Erdäpfeln, in Schweben seit mehr dann 50 Jahren bekannt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. XXXVI./Miszelle 12 (S. 134–135)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016036_12
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Branntwein aus Erdäpfeln, in Schweben seit mehr dann 50 Jahren bekannt.

Es wird aus folgender Stelle aus Lewis's Uebersezung von Neumann's Chemie erhellen, daß die Branntwein-Erzeugung aus Erdäpfeln keine neue Erfindung ist, und daß die neueren Verbesserungen in diesem Gewerbs-Zweige nur in der Zukerverwandlung der Erdapfel besten, ehe man dieselben der geistigen Gährung unterwirft, wovon in obigem Werke nichts vorkommt.

„Gemälzte Gerste gibt unter allen Getreide-Arten die größte Menge Branntwein, den Roken ausgenommen, der, wie man sagt, beinahe ein Drittel mehr liefert. In den Abhandlungen der schwedischen Akademie finden sich einige Versuche über Branntwein-Destillation aus Erd-Aepfeln. 16 Maß Erdäpfeln wurden in Wasser gesotten, und mit demselben zu einem zähen Teige geknotet, welcher mit siedendem Wasser zu einem dünnen Breie verdünnt, und dann der Gährung ausgesezt wurde. Die Gährung ging regelmäßig vor sich, und die am dritten Tage destillirte Flüßigkeit gab Eine Maß guten Branntwein.“

Die Erdäpfel legten sich nicht an und brannten nicht an, wie man hätte vermuthen können.

Hr. Skytte (welchem Hr. Gill im technical Repository, November, 1824, S. 298 diese Notiz verdankt) vergleicht nach diesen Versuchen den Ertrag der Erdäpfel mit jenem der Gerste in Bezug auf Branntwein Brennerei, und findet: daß die Menge des aus Erdäpfeln gewonnenen Branntweines gegen jene aus der Gerste, auf einem Grunde von gleichem Flächen-Inhalte, sich verhält:: 566: 156, angenommen, daß der Grund, worauf die Erdäpfel gebaut wurden, so schlecht als möglich, und der Grund, worauf die Gerste stand, so gut war, daß er 50fältigen Ertrag gewährte.

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