Titel: Saft der Hohlunder-Beeren als Reagens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. XXXVI./Miszelle 27 (S. 139–140)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016036_27

Saft der Hohlunder-Beeren als Reagens.

Der Saft der Hohlunder-Beeren von Sambucus canadensis scheint merkwürdige Eigenschaften als Reagens zu besizen, die vielleicht auch dem Safte von unserem schwarzen Hohlunder (Sambucus nigra) zu kommen.

Man befreit irgend eine Menge von Beeren von den Stielen, zerquetscht sie, und preßt den Saft in ein reines wohl verzinntes Gefäß. Man sezt ein Viertel des Gewichtes dieses Saftes Alkohol zu, und raucht die Mischung bis auf die Hälfte ab, entfernt dieselbe hierauf 10 bis 12 Minuten lang von dem Feuer, und sezt soviel Alkohol zu, als man verdikten Saft erhielt. Es wird ein häufiger Niederschlag der parentchymatösen und gummigen Theile erfolgen, welcher die Flüßigkeit mit Leichtigkeit durch ein feines baumwollenes Tuch wird filtriren lassen. Die filtrirte Flüßigkeit wird nun zum Gebrauche fertig seyn.

Sie besteht aus dem Zuker- und Färbestoffe dieser Beeren, welcher durch Wasser und Alkohol aufgelöst erhalten wird. Sie ist schön violett, und wenn man nur Einen Tropfen derselben in eine Pinte (Ein Pfund) Regenwasser |140| fallen läßt, so wird Ein Tropfen Schwefelsäure dieses Wasser roth färben obschon man kaum eine bläuliche Farbe an dem Wasser bemerkte. Eine kleine Menge Alkali dieser röthlichen Flüßigkeit zugesezt, färbt dieselbe wieder grün, und eine zur Neutralisation gehörige Menge Alkalis färbt dieselbe blaulich oder violett. Diese Tinctur, so empfindlich wie Lakmuß, bleibt auch in heißer Witterung unverändert. (Aus den Annals of the Lyceum, of Nat. Hist. of Neu-York in den Annals of Philosophy. November 1824 S. 384.)70)

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Wir haben schon öfters unsere schwarzen Hohlunder, Beeren, die man für nichts in großer Menge erhalten könnte, als Färbemateriale auf Graublau empfohlen. A. d. Ueb.

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