Titel: Grafen Stanhope's verbesserte Methode, Kalk zu brennen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. XXXVI./Miszelle 8 (S. 133–134)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016036_8

Grafen Stanhope's verbesserte Methode, Kalk zu brennen.

Der Ofen war vierekig mit doppelten Wanden, deren Zwischenraum mit einer Lage grob gestoßener Holzkohlen, als schlechter Wärmeleiter, ausgefüllt war. Der Rost war gleichfalls vierekig, aber schmäler als der Ofen, und bestand aus Gußeisen-Stangen, die im Durchschnitte eyförmig und mit dem schmaleren Ende dieses Durchschnittes nach abwärts gekehrt waren. Wenn der Ofen gefüllt wurde, wurden einige Schmiede-Schlaken auf die Stangen des Rostes hingelegt und auf diese wurde der Kalk abwechselnd mit dem Feuer-Materiale aufgeschichtet, bis der Ofen voll war: dann wurde die obere Fläche der obersten Schichte geebnet, und ein ebenes Flöz von Baksteinen darauf gelegt. Sobald nun das Feuer angezündet und ein gewisser Grad von Hize erregt war, schmolzen die Schlaken, und verschlossen die Zwischenräume zwischen den Stangen des Rostes so, daß keine Luft durchziehen konnte. In diesem Augenblike wurden 4 Löcher, eines an jeder Eke des Rostes, von unten auf mit einem eisernen Brecher gewacht, um der Luft Zutritt zu verschaffen, damit die Verbrennung ihren Fortgang haben konnte, und diese Löcher wurden während des ganzen Brandes offen gehalten. Die erhizte Luft etc. entwich oben durch die Zwischenräume zwischen den Ziegeln, die das obere Flöz bildeten und den Kalk bedekten, und auf diese Weise ward eine gleichförmige Temperatur in dem ganzen Ofen erhalten, der Kalk ward vollkommen ausgebrannt, und außerordentlich äzend, so daß er eine weit bessere Seifensiederlauge (zu welcher er eigentlich bestimmt war) |134| bildete, als jeder andere Kalk. Wir kennen dieses Verfahren seit 20 Jahren (durch Hrn. Varley, welcher Fast immer bei dem Grafen zu Chevening sich aufhielt), wissen aber nicht, ob man in der Anwendung desselben fortgefahren ist. Wenn wir uns recht erinnern, so hielt der Hr. Graf die Einwirkung der Wasserdampfe für sehr zuträglich bei dem Brennen des Kaltes. (Aus Gill's technical Repository. October. 1824. S. 227.)

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