Titel: Ueber Erdäpfel-Mehl und dessen Aufbewahrung
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. LVII./Miszelle 18 (S. 263–264)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016057_18
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Ueber Erdäpfel-Mehl und dessen Aufbewahrung

hat Hr. Wilh. Pope in den Transactions of the Highland Society of Scotland (Repertory of Arts etc. Febr. 1825. S. 163) einige Bemerkungen mitgetheilt. Seine Bereitungs-Weise desselben ist die gewöhnliche: die gewaschenen Erdäpfel werden gerieben, und der Brei in reinem Wasser gewaschen, wo sich das Mehl schnell zu Boden sezt, während die Schalen etc. im Wasser schwebend erhalten werden. Dieses Wasser wird sorgfältig abgegossen, und das Mehl noch drei oder mehrere Mahle gewaschen, und, nachdem es vollkommen rein geworden ist, auf Canevaß oder härnen Zeugen in der Sonne und Luft sorgfältig getroknet. In zinnernen Büchsen aufbewahrt ist es ein herrliches Nahrungs-Mittel auf langen Reisen, und vielleicht so gut, wie das Pfeilwurz-Pulver; Hr. Pope empfiehlt es mit Zuker und weißem Weine, vermuthlich weil man in England unsere Fleischbrühe nicht liebt. Er zeigt durch Versuche, daß Weizen-Mehl weit schneller Feuchtigkeit aus der Luft anzieht, als Erdäpfel-Mehl, weßwegen auch das leztere sich weit besser hält.

Er empfiehlt ferner noch die Erdäpfel, zu kochen, zu schälen, und dann in kleine Stüke zu zerreiben, die man auf härenen Tuche oder auf Ofen gehörig troknet, und hierauf in guten Mehlfässern aufbewahrt, wo sie sich lange Zeit über sehr gut halten. Wenn man diese getrokneten Erdäpfel in einem Mörser stößt, so erhalt man ein kostbares Material für Suppen und Plum- und Plain-Puddings, denen man Citronen-Saft oder auch nur Essig und Zuker zusezen kann.

Wenn im Frühjahre Thauwetter eintritt, und die Erdäpfel anfangen auszuwachsen, soll man, ehe dieses geschieht, sie in ein großes Faß thun, und siedendes Wasser darüber schütten, das kalt gewordene Wasser abgießen, und die Erdapfel auf Brettern ausbreiten, bis sie traten werden; dann mit feinem Sande in Fässer paken, wo sie sich während des Frühlings und Sommers über noch gut erhalten, ohne dadurch ihre Keimkraft verloren zu haben. Der Sand sichert sie gegen Frieren.

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