Titel: Stärke des Leders.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. LVII./Miszelle 20 (S. 264–265)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016057_20
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Stärke des Leders.

Hr. Bevan bemerkt im Mechanic's Magazine, N. 61, S. 69, daß noch nirgendwo Versuche in Hinsicht auf die Stärke des Leders angestellt wurden, und entschloß sich daher, selbst welche anzustellen. Er nahm gutes Kuhleder, so wie man es gewöhnlich zu Pferdegeschirren braucht: 13,30 Zoll lang, 1,32 Zoll breit, 0,14 dik, und 1,2 Unzen Avoir dupois Gen. schwer war. Um die Ausdehnung zu bemerken, welche ein gewisses Gewicht an denselben hervorzubringen vermochte, machte er an dem Riemen in einer Entfernung von 6 Zoll zwei Streifen. Die Ausdehnung dieser 6 Zoll betrug

bei 120 angehängten Gewichtes 0,7 Zoll
170 0,9
220 1,0
270 1,1
320 1,24
370 1,44
420 1,55
470 1,65
520 1,70
600 2,00
680 riß; aber nicht in der Mitte,

sondern am Ende, wo die Schraube zu tief eingelassen war. Das Verhältniß der Ausdehnung bei dem halben Reißgewichte, die Länge als Einheit angenommen, war 0,22, oder beinahe 1 Zoll auf jeden 4 1/2 Zoll; die Cohäsionskraft eines □ Zolles = 3981, und der Modulus der Cohäsion = 10049 Fuß.

Die Cohäsion betrug Der Modulus Das Verhältniß der Ausdehnung
auf den □ Zoll Pfund Cohäsionis bei 1/2 Reißgewicht
bei Kalbleder 1890 5050 0,165
Schafleder (Basil) 1610 5600 0,191
Roßleder (weißes) 4000 11000
Roßleder (Kep) 3200 7000
Roßleder (Corduan) 1680 3720
Kuhleder 3981 10049 0,22.

Um das zum Zerreißen eines Riemens nothwendige Gewicht zu finden, darf man nur das Gewicht eines Fußes in ℔ und Decimalen bestimmen, und den Modulus in Fuß mit dem gefundenen Gewichte multipliciren: das Product ist das größte Gewicht, welches das Leder, selbst wenn es neu ist, zu trügen vermag: man kann sich aber aus nicht mehr als auf 1/3 oder 1/4 dieses Gewichtes für eine bedeutende Zeit über verlassen.

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