Titel: Zusammenziehung durch Kälte als ungeheure Kraft benüzt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. LVII./Miszelle 4 (S. 259–260)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016057_4

Zusammenziehung durch Kälte als ungeheure Kraft benüzt.

Vor einigen Jahren wichen zwei Seiten-Mauern im Conservatoire des Arts et Mètiers durch den Druk der Deke nach außen von einander. Man machte mehrere Löcher in diesen Mauern einander gegen über, und zog Eisenstangen durch, so daß sie quer durch die Gemächer liefen, deren Mauern gewichen waren. Außen versah man diese Eisenstangen an ihren Enden mit diken eisernen Scheiben, welche aufgeschraubt wurden. Dadurch wurden zwar die Mauern in ihrer Lage erhalten; allein, keine menschliche Kraft vermochte dieselben einander wieder näher zu bringen. Nun wurden aber diese Stangen (abwechselnd, so daß jedes Mahl eine zwischen zweien übersprungen wurden) auf ein Mahl mittelst darunter gestellten Lampen sehr |260| erhizt. Sie dehnten sich dadurch aus, und die Scheiben, die ehevor an der Mauer anlagen, standen jezt von derselben entfernt. Man schraubte diese Platte auf den verlängerten Stangen wieder dicht an die Mauer an. Sobald man die Lampen nun von diesen Stangen wegnahm, kühlten sie sich wieder ab, zogen sich zusammen, und zogen zugleich die Mauern mit herein. Die Stangen, welche nicht gehizt wurden, oder vielmehr die Scheiben an denselben, wurden dadurch gleichfalls los, und konnten wieder näher an die Mauer angeschraubt werden. Diese Operation wurde noch einige Mahle und so lange wiederholt, bis die die Mauern in ihre ursprüngliche Lage zurükgezogen waren. Sie steken noch zur Ehre ihres Erhalters, des Hrn. Molard. (Aus der Zeitschrift: the Chemist im Mechanic's Magazine N. 62 S. 93.)

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