Titel: Ueber Pflanzung von Forst-Bäumen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. LVII./Miszelle 41 (S. 270)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016057_41

Ueber Pflanzung von Forst-Bäumen.

in den unfruchtbarsten Gründen hat Capt. Hawkins in den Transactions of the Society for the Encouragement of Arts (Repertory of Arts etc. Januar 1825, S. 104) seine Erfahrungen mitgetheilt, welche Beachtung verdienen, um so mehr, als sie frühere Versuche anderer, die aber schwerlich unter so ungünstigen Verhältnissen angestellt wurden, bestätigen. Er bepflanzte 17 Acres, die mit Steinhaufen alter Schieferbrüche und mit einem der schändlichsten niedrigen Gesträuche, dem zwergartigen Ulex europeaus, überwachsen waren. Die ebeneren Stellen suchte er mit dem Pfluge zu reinigen, und baute vorerst Hafer darauf, der gar nicht aufging. An einem anderen Theile rottete er den Ulex mit einem Krampen aus, und an einer dritten Abtheilung wurde der Ulex bloß niedergehauen. Auf jedem Acre wurden 2750 junge Bäumchen, 1–2 1/2 hoch (Buchen, Birken, Ahorn, Ulmen, Eichen und verschiedene Nadelhölzer, die er das Tausend um 36 st. kaufte) gepflanzt. Was zunächst um die Bäumchen im folgenden Frühjahre von Ulex u. d. gl. sich zeigte, wurde umgehauen, und neben denselben hingelegt: was aber weiter von denselben entfernt zwischen ihnen stand, ließ man als Schuz gegen Wind und Sonne stehen. Im ersten Jahre nach der Pflanzung geschah diese Art von Reinigung drei Mahl, im zweiten zwei Mahl, im dritten Ein Mahl. Die Auslage war unbedeutend: ein Arbeiter war in Einem Tage mit 3/4 Acre fertig. Das Resultat war, daß weniger Bäumchen ausblieben, als Hr. Pontey, ein alter Gärtner, der sie pflanzte, seit 30 Jahren nicht gesehen hat. Die Bäumchen sind frisch und gesund, und gerade diejenigen, die man in das gereinigte verunglükte Haferfeld pflanzte, sind die schwächlichsten, während die, welche unter den unentwurzelten Ulex hineingesezt wurden, feste und stattliche Jungen sind. Es scheint, manche Gärtner und Forstmänner behandeln die Mutter Natur, wie gewisse Aerzte an einer gewissen nagelneuen medizinischen Schule: sie zapfen ihr zuviel Blut ab, und geben ihr Calomel zu fressen.

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