Titel: Ueber Davy's Sicherheits-Lampe
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. LXXXIV./Miszelle 13 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016084_13

Ueber Davy's Sicherheits-Lampe

macht Hr. Dillon im London Journal of Arts and Sciences, Jan. 1825, S. 25 folgende Bemerkungen, die wir, weil es sich um Rettung von Menschenleben handelt, und die Vorrichtung derselben zu verschiedenen anderen Zweken taugt, hier mittheilen wollen:

„Es ist gegenwärtig über allen Zweifel erwiesen, daß diese Lampe bei einer Strömung von Wasserstoffgas nichts taugt, und daß sie blos durch ihre Hize wirkt, indem sie das Gas verdünnt, und in einige Entfernung von der Flamme jagt. Sir Humphry Davy's Theorie, daß das feine Draht-Gitter die Eigenschaft hat, die Flamme abzukühlen, ist zu mystisch für die neuere Schule, und beruht auf keinen Thatsachen. Man kann eine roth glühende Eisenstange in Wasserstoffgas oder in gekohlstofftes Wasserstoffgas tauchen, ohne eine Explosion desselben dadurch zu veranlassen: die Hize der Stange verdünnt das Gas zu schnell, als daß es dasselbe in Berührung mit dem Eisen kommen ließe; die Sicherheits-Lampe wirkt ganz nach demselben Grundsaze, sie erhizt das Draht-Gitter, und verdünnt dadurch die Atmosphäre, die sie umgibt. Dieß läßt sich leicht dadurch beweisen, daß, wenn |397| man eine solche Lampe noch während sie kalt ist, d.h., gleich nach dem Anzünden derselben, in ein mit Wasserstoffgas gefülltes Gefäß bringt, sie sowohl innerhalb als ausserhalb des Draht-Gitters eine augenblikliche Explosion erzeugt; wenn aber die Lampe eine hinlängliche Zeit über gebrannt hat um das Draht-Gitter, welches sie umgibt, gehörig zu erhizen, so hat, wenn man dieselbe im Wasserstoffgas eintaucht, keine Explosion mehr Statt, sondern bios ein gefahrloses und ununterbrochenes Verbrennen des Gases, welches unten bei der Oeffnung des Bodens der Lampe herausdringt, der kalt bleibt, weil er sehr massiv ist. Wenn man einen ganzen Strom von Wasserstoff-Gas aus einer Blase auf das Gitter der Lampe hinleitet, so hat innerhalb und ausserhalb des Gitters Verbrennung Statt; daher erklärt auch Hr. Dillon die Unglüksfälle, welche noch immer, troz dieser Sicherheitslampe, in Gruben Statt haben, in welchen das Wasserstoff-Gas in starken Zügen auf die Lampe stößt. Diese Thatsachen stürzen Davy's Theorie um, und beweisen, daß, wenn die Sicherheits-Lampe wirklich brauchbar seyn soll, die Flamme derselben vergrößert, und das Drahtgitter schwarz gemacht werden muß, damit es die Hize kräftiger ausstrahlt. Ein Schild von Glas sollte sie an ihren Seiten in der Entfernung von einigen Zollen von dem Drahtgitter umgeben, und nur oben und unten, wie jezt, unbedekt lassen. Auf diese Weise hätte der Bergmann mehr Licht und Sicherheit, und bekäme mehr Muth in der finsteren entzündbaren Atmosphäre vorzudringen, die sein Leben gefährdet.“

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