Titel: Eisenbahnen und Kanäle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. LXXXIV./Miszelle 3 (S. 393–394)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016084_3
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Eisenbahnen und Kanäle.

In der Zeitschrift, the Scotsman, befindet sich ein interessanter Aufsaz, in welchem die Vortheile der Eisenbahnen und Kanäle gegen einander abgewogen werden. Der Verfasser berechnet und vergleicht den Grad der Reibung oder des Widerstandes an Wagen und Schiffen. Er findet, daß ein Pferd auf einer Eisenbahn zehn Mahl, und in einem Kanale dreißig Mahl soviel Last zu ziehen im Stande ist, als auf der besten Straße. Wo ein Pferd also nur 2 engl. Meilen (Eine deutsche Poststunde) in Einer Stunde zurükzulegen hat, ist die Förderung auf einem Kanale die vortheilhafteste. Wo aber größere Geschwindigkeit nothwendig ist, verhält sich die Sache anders. In Bezug auf die Kosten des Straßen- und Kanal-Baues rechnet er die einer Eisenbahn drei Mahl so hoch, als die der best gebauten Heers straße, und die eines Kanales 9 bis 10 Mahl so hoch. Wenn daher Eisenbahnen allgemein eingeführt würden, so würden zwei Drittel der Auslagen an den Förderungs-Kosten erspart, indem, obschon die erste Anlage der Eisenbahnen drei Mahl höher zu stehen kommt, mit derselben Kraft zehn Mahl |394| soviel auf derselben gezogen werden kann. Eisenbahnen sind daher, sowohl in Hinsicht auf Zeit- als auf Geldersparung jeder anderen Förderungs-Anstalt vorzuziehen, „und es läßt sich sagt“ der Scotsman „der Geschwindigkeit der Bewegung auf den Eisenbahnen gar kein Ziel sezen,“ und der Vortheil hiervon für Akerbau und Handel ist nicht zu berechnen. Er bemerkt, daß man zu Mailand seit undenklichen Zeiten Bahnen aus Granit hat; in den größeren Straßen dieser Stadt hat man deren zwei.

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