Titel: Prof. Oersted's Methode die Destillation flüssiger Körper zu erleichtern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1825, Band 16, Nr. CXII./Miszelle 10 (S. 526)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj016/mi016112_10

Prof. Oersted's Methode die Destillation flüssiger Körper zu erleichtern.

Die Annals of Philosophy, Februar 1825, enthalten S. 157 einen Auszug aus der Tidskrift for Naturvidenskaberne, in welchem Hr. Prof. Oersted bemerkt, daß er schon im I. B. von Gehlen's Journal für Physik und Chemie S. 277-89 einige Erfahrungen mittheilte, welche erweisen, daß die Gas-Entwiklung in irgend einer Flüssigkeit, insofern sie durch chemische Zersezung geschieht, nie anders ausser bei Berührung irgend eines festen Körpers Statt hat. Diese Thatsache läßt sich bei Entwiklung der Dämpfe benuzen. Wenn man Draht in irgend eine kochende Flüssigkeit hängt, so bedekt er sich augenbliklich mit Dampfbläschen. Hieraus läßt sich schließen, daß mehrere Metall-Drahte in eine Flüssigkeit gehängt, die man destilliren will, die Bildung der Dämpfe beschleunigen müssen. In dieser Hinsicht hing ich 10 Pfund Messing-Draht von 1/5 Linie im Durchmesser, loker aufgerollt, in ein Destillations-Gefäß von 20 Maß Inhalt. Das Resultat war, daß 7 Maß Brantwein bei einer Hize übergingen, welche, ohne Draht, nur 4 Maße übergetrieben haben würde.

Man bedient sich in England seit langer Zeit eines ähnlichen Mittels ziemlich allgemein. Wenn ein Dampfkessel mit so viel Erde incrustirt wurde, daß das in demselben zu kochende Wasser nicht mehr schnell in den Sud gebracht werden kann, wirft man gewöhnlich etwas von dem Malz Rükstande, der vorzüglich aus kleinen Körnern und Fasern besteht, in den Kessel, wodurch die Entwikelung des Dampfes mittelst dieser dünnen festen Theile begünstigt wird.

Hierüber bemerkt der Herausgeber der Annals, daß Hr. Oersted diese Notiz wahrscheinlich aus einem Aufsaze des Hrn. Bald in the Edinburgh Phil. Journ. II. S. 340 entlehnte, und daß dasjenige, was die Besizer der Dampf-Maschinen in Schottland in obiger Absicht in die Dampfkessel werfen, nicht der ausgestossene Rükstand des Malzes, sondern die Malzkeimen „(Cornings) sind, die von dem Malze abgerieben werden, ehe man dasselbe zu Markte führt. Man wirft gewöhnlich ein Bushel davon in den Kessel, worauf sich mehrere Tage lang eine große Menge Dampfes entwikelt.“ 209)

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Da hierdurch die Reinigung der Kessel vernachlässigt und der Druk des Dampfes in demselben so sehr vermehrt wird, so ist diese Methode bei den Dampfkesseln sicher nicht zu empfehlen. A. b. Ueb.

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